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Beitrag #51, verfasst am 14.11.2008 - 22:47
1.) Meine wichtigste Frage: Wer ist euer Lieblingsbösewicht (Bücher, Film, ect.) - und vor allem WARUM?

Ich mag im Allgemeinen die Bösewichter lieber als die ach so strahlenden Helden. Im Gegensatz zu denen sind die Bösen nämlich MEISTENS besser ausgearbeitet und dadurch für mich interessanter. Die Guten sind einfach nur gut und um sie nicht allzu platt zu gestalten, bekommen sie ein major problem angehängt: Alkoholismus (natürlich überwunden), schreckliches Trauma (nicht überwunden) oder einfach nur eine fröhliche Beziehungsunfähigkeit, die im Laufe der Handlung durch eineN andereN GuteN behoben wird.
Bei den Bösen sieht das ganz anders aus: die leben ihre Neurosen und Psychosen aus, stellen psychologisch eine Herausforderung dar, sind schwer zu durchschauen, etc. Sie sind für mich halt einfach spannender!

Meine "Lieblinge" sind da Durza (Eragon), Darth Maul (Star Wars), die Malfoys (HP), Saruman (HdR), die Romulaner (Star Trek) und Neroon (Babylon 5).

2.) Was macht einen "guten" Bösen aus?

Eine böse Gestalt mit Schwächen, Gewissensbissen, Gefühlen, Intelligenz und Charisma. Sprich: eine gut ausgearbeitete Figur. Oder eine so rätselhafte Figur, die fast alles frei lässt und dadurch zu Spekulationen anregt. Schwer zu sagen... Kommt einfach drauf an!

3.) Stören euch Stereotype oder vermisst ihr die sogar, wenn es die nicht gibt?

*börk* ...wäre schön, wenn man die gelegentlich mal umgehen könnte.

4.) Welcher Bösewicht lässt euch gähnen oder die Augen verdrehen - auch hier WARUM?

Davon gibt es viel mehr als "gute" Böse. Nicht jede Ausarbeitung ist spannend. Snape z.B. fand ich interessant, dann kam Band 7 und ich spürte den Wunsch, mich zu übergeben. Da vereinten sich ja sämtliche Klischees in einer Person...
Annakin Skywalker aka Darth Vader ist auch so ein Gruselobjekt für mich. Bis zu Episode 1 bis 3 fand ich ihn lustig, dann wurde mir schlecht von ihm.


5.) Wie steht ihr zu den bösen Helden, die eindeutlig die Bösen sind, moralisch verkommen, Mörder, Kinderschänder, herzlos, psychopatisch, aber trotzdem Helden, weil sie cool, intelligent oder sonst was sind, womit man sich identifizieren kann?

Kinderschänder kann ich nicht cool finden, genauso wenig wie Vergewaltiger allgemein. Wer die toll findet gehört für mich dringend in Therapie.

Hannibal Lecter fand ich in "Schweigen der Lämmer" extrem gruselig und faszinierend, in "Roter Drache" fand ich ihn langweilig, in "Hannibal" (trotz der späteren Verfilmung mit Anthony Hopkins) nur noch schlecht und "Hannibal Rising" habe ich mir schon gar nicht mehr gegeben.

Sonst fallen mir keine "bösen Helden" ein. D.h., zählt "The Crow" zu den bösen Helden? Dann nehme ich noch Eric Draven dazu, der auf seinem Rachefeldzug ja doch so einiges an Blut verspritzt. Der "Sandman" ist auch nicht gerade ein Held zum Knuddeln... hm... muss ich noch mal alles überdenken...

6.) Haltet ihr es für geschickt, den Bösen gar nicht in Erscheinung treten zu lassen, also gar keinen Charakter zu geben?

Hmp. Weiß nicht. Hab "Eragon 3" noch nicht angefangen, bisher ist da Galbatorix ja eher ein unbeschriebenes Blatt, obwohl man schon viel von ihm "gehört" hat.
Andererseits mag ich unheimlich gern die Geschichten von HP Lovecraft, der dem Bösen meist weder einen Charakter oder Angesicht gegeben hat - in manchen seiner Geschichten spricht er nur von etwas "Unbeschreiblichen", das sich nähert. Das lässt extrem viel Platz für Spekulationen und kann u.U. zu extremen Enttäuschungen führen, wenn denn doch noch später die Person tatsächlich in persona in Erscheinung tritt.

7.) Und warum denke ich eigentlich automatisch an DEN Bösewicht und nicht an eine Schurkin? Wie sieht es mit weiblichen Bösen für euch aus? Sind die weniger glaubwürdiger für euch? Haben die andere Eigenschaften oder Motive als die männlichen?

Dass die meisten Bösewichte automatisch mit Männern in Verbindung gebracht werden, liegt sicherlich nicht zum Schluss daran, dass wir mit Frauen automatisch "Mutterinstinkt", Kulturtechniken, Bewahrung und Selbstaufopferung verbinden, weniger Destruktivismus, Anarchie und Chaos. Frauen ziehen Kinder groß und leben ihr Leben für andere. Die Vorstellung, dass eine Frau das alles ablehnt und stattdessen egoistisch handelt, über Leichen hinweg geht und Macht erlangt gehört für uns zu den erstmal "undenkbaren" Dingen. Und wenn eine Frau als Bösewicht dargestellt wird, hat sie garantiert keine Familie oder glückliche Beziehung ("Serial Mom" mal als Ausnahme), sie ist kalt, gefühllos, unbarmherzig. Unglaubwürdiger muss das nicht unbedingt sein, allerdings werden (vor allem in Mafia-Epen) die Bösewichter öfter als treusorgende Familienväter beschrieben, deren "JOB" es ist, andere zu töten, zu quälen, etc.

Aber es heißt ja, dass Frauen fast genauso oft töten wie Männer, nur wesentlich seltener erwischt werden, weil sie sich geschickter anstellen
http://www.signs-of-art.net/

Aerodynamically the bumblebee shouldn't be able to fly, but the bumblebee doesn't know that so it goes on flying anyway. - Mary Kay Ash
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Beitrag #52, verfasst am 07.12.2008 - 00:55
ich mag ja bösewichter, die zu anfang eines buches vielleicht sehr nett erscheinen und eigentlich starke persönlichkeiten sind, sich dann aber als fanatiker herausstellen. Beispiel richard aus "das wunschspiel" von patrick redmond. muss man gelesen haben, sonst vertseht man die spannung nicht, aber richard ist so ein fanatiker, wohlgemerkt ein schüler, der die lehrer wie die schüler maßlos manipuliert.

(angemerkt, seine mutter war psychisch krank, und bei einem psychisch kranken elternteil besteht zu 45 % eine gefahr selbst psychisch krank zu werden)

er reißt einen schüler mit, der nicht mehr von ihm wegkann, weil er als fanatiker immer gefährlicher und unkontrollierbarer wird. der schüler fühlt sich zunächst wohl, sieht aber die gefährlichkeit ein, versucht sich zu lösen und wird von allen möglichen seiten beeinflusst und bedrängt. man merkt richtig, wie alles aus dem ruder läuft und was für eine macht richard auf andere ausüben kann.

vielleicht merkt man es: ich bin ein ziemlicher fan von diesem buch.
für mich ist also ein "guter bösewicht", wenn man ihn so nennen kann, etwas unaufhaltsames. wenn der held in letzter minute noch alles herumreißen kann, war der bösewicht ja eigentlich keine wirkliche gefahr. schön für happy endings, aber ein sad ending ist realistischer und vor allem verstörender.

wenn ein autor es also schafft einen verstörenden nachgeschmack zu hinterlassen, unabhängig von happy oder sad, dann ist das für mich ein "exzellenter bösewicht".
Der Türhüter erkennt, dass der Mann schon an seinem Ende ist, und um sein vergehendes Gehör noch zu erreichen, brüllt er ihn an: "Hier konnte niemand sonst Einlass erhalten, denn dieser Eingang war nur für dich bestimmt. Ich gehe jetzt und schli
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Beitrag #53, verfasst am 07.12.2008 - 18:09
pacos schrieb:
ich mag ja bösewichter, die zu anfang eines buches vielleicht sehr nett erscheinen und eigentlich starke persönlichkeiten sind, sich dann aber als fanatiker herausstellen. Beispiel richard aus "das wunschspiel" von patrick redmond. muss man gelesen haben, sonst vertseht man die spannung nicht, aber richard ist so ein fanatiker, wohlgemerkt ein schüler, der die lehrer wie die schüler maßlos manipuliert.

(angemerkt, seine mutter war psychisch krank, und bei einem psychisch kranken elternteil besteht zu 45 % eine gefahr selbst psychisch krank zu werden)

er reißt einen schüler mit, der nicht mehr von ihm wegkann, weil er als fanatiker immer gefährlicher und unkontrollierbarer wird. der schüler fühlt sich zunächst wohl, sieht aber die gefährlichkeit ein, versucht sich zu lösen und wird von allen möglichen seiten beeinflusst und bedrängt. man merkt richtig, wie alles aus dem ruder läuft und was für eine macht richard auf andere ausüben kann.

vielleicht merkt man es: ich bin ein ziemlicher fan von diesem buch.
für mich ist also ein "guter bösewicht", wenn man ihn so nennen kann, etwas unaufhaltsames. wenn der held in letzter minute noch alles herumreißen kann, war der bösewicht ja eigentlich keine wirkliche gefahr. schön für happy endings, aber ein sad ending ist realistischer und vor allem verstörender.

wenn ein autor es also schafft einen verstörenden nachgeschmack zu hinterlassen, unabhängig von happy oder sad, dann ist das für mich ein "exzellenter bösewicht".


Richard Rokeby war definitiv ein guter bösewicht...aber kein fanatiker. ôô und er hat die psychose seiner großmutter bekommen, nicht die seiner Mutter. Seine großmutter war die irre, die Mutter war "nur" hochgradig depressiv.
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Beitrag #54, verfasst am 07.12.2008 - 23:43
Rune schrieb:
Hi!

Ich finde es immer ziemlich schwer, einen glaubhaften Antagonisten zu schreiben, und finde die Bösewichte in den meisten Geschichten und Filmen auch nicht sonderlich gelungen. (Vielleicht liegt meine Schwierigkeit darin, dass ich einfach keine Vorbilder habe.)

Wie geht euch das?

Meine wichtigste Frage: Wer ist euer Lieblingsbösewicht (Bücher, Film, ect.) - und vor allem WARUM?

Was macht einen "guten" Bösen aus?

Stören euch Stereotype oder vermisst ihr die sogar, wenn es die nicht gibt?

Welcher Bösewicht lässt euch gähnen oder die Augen verdrehen - auch hier WARUM?


Wie steht ihr zu den bösen Helden, die eindeutlig die Bösen sind, moralisch verkommen, Mörder, Kinderschänder, herzlos, psychopatisch, aber trotzdem Helden, weil sie cool, intelligent oder sonst was sind, womit man sich identifizieren kann?

Haltet ihr es für geschickt, den Bösen gar nicht in Erscheinung treten zu lassen, also gar keinen Charakter zu geben?

Und warum denke ich eigentlich automatisch an DEN Bösewicht und nicht an eine Schurkin? Wie sieht es mit weiblichen Bösen für euch aus? Sind die weniger glaubwürdiger für euch? Haben die andere Eigenschaften oder Motive als die männlichen?

In Hoffnung auf spannende Beiträge,
Rune


Mein absoluter "Liebling" auf dem Bereich der Bösewichte ist der gute alte Hannibal Lecter. Ich finde den Charakter sehr gut entwickelt, und die Gegensätzlichkeit fasziniert mich. Er ist hochintelligent und kultiviert, auf der anderen Seite aber moralisch verkommen und animalisch, sadistisch. Darüber hinaus finde ich es interessant, wie er es versteht, andere Menschen zu manipulieren- man erinnere sich, wie er mit Clarice Starling gespielt hat. Er ist sehr unheimlich, da er fast nicht menschlich erscheint.

Allerdings muß ich sagen, daß der Charakter des Lecter in "Hannibal" für mich viel von seiner Glaubwürdigkeit verliert- die Beziehung mit Starling passt wie ich finde so gar nicht ins Bild. Immerhin wird er in "Hannibal Rising" dergestalt beschrieben, daß er zölibatär lebt, weder Liebesbeziehungen noch Sex pflegt- von der fehlgeschlagenen Tändelei mit der Stiefmutter abgesehen- und auch "Das Schweigen der Lämmer" unterstreicht den Eindruck, daß Lecter eher intellektuellere Quellen zur Erbauung nutzt und dem Beziehungs- und Sexleben sehr fern ist, er das nicht nötig hat.
In "Hannibal" haben die beiden dann eine Beziehung und (laut Buch) regelmäßig Sex, das passt für mich nicht und entmystifiziert den Doktor etwas...

Darüber hinaus mag ich Damien Thorne aus "Das Omen". Er hat in mir die Vorliebe für Kinder in der Rolle des Bösewichts geweckt. Der Kontrast unschuldig wirkendes Kind- böser Charakter ist für mich sehr reizvoll.

Bösewichter, die mir nicht gefallen- Draco Malfoy. Eigentlich schizophren, da Draco einer meiner Lieblings- HP- Charaktere ist. Aber als Bösewicht überzeugt er mich nicht, dafür bleibt er charakterlich irgendwie zu blass und farblos.

Zum Thema "gute" Böse...wenn ein Leser in diesen Zwiespalt zwischen Abneigung und Sympathie gerät, dann ist der Charakter des "Helden" gut gelungen, finde ich...

Den Bösen gar nicht zu charakterisieren / in Erscheinung treten zu lassen, halte ich für eher ärgerlich...bei solchen Geschichten bleibt bei mir am Ende immer ein unbefriedigtes Gefühl zurück.

Zu weiblichen Bösewichten...die haben für mich schon andere Eigenschaften. Da ihnen zumeist die rohe Körperkraft fehlt, müssen sie ihre Bösartigkeit eher durch Raffinesse kanalisieren- sie müssen Fallen stellen und Intrigen spinnen.
Motive sind denke ich bei Frauen und Männern weitgehend deckungsgleich- Habgier, Eifersucht, Rache. Auf dem Sektor der Sexualstraftäter gibt es halt naturgemäß mehr Männer als Frauen.
Alles, was du über mich gehört hast, stimmt: Arrogant, stinkfaul, kleinkariert, von Geburt an schon borniert, fies, hundsgemein, dekadent, ordinär, banal, ohne jegliche Moral...
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Beitrag #55, verfasst am 08.12.2008 - 12:02
Ich mag es, wenn die Bösewichte genaus fein heraus gearbeitet sind wie ihre guten Gegenspieler. Bei denen mag ich z.B. nicht, wenn sie immer nur gut sind. Sondern auch ihre dunklen Seiten haben.
Bei den Bösewichten ist es genauso. Sie sollten in einer Fantasy-Geschichte z.B, einen Grund dafür haben, warum sie ein Land tyrannisieren oder Jagd auf die Helden machen und nicht einfach nur deshalb, weil sie halt die Bösen sind.
Facettenreiche Charaktäre, egal, auf welcher Seite sie stehen, machen eine Geschichte halt erst wirklich gut.
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Beitrag #56, verfasst am 17.01.2009 - 14:48
So, ich geselle mich auch mal dazu.

Meine wichtigste Frage: Wer ist euer Lieblingsbösewicht (Bücher, Film, ect.) - und vor allem WARUM?
Puh, da gibts mehrere.
1. Scar aus der König der Löwen, weil er einfach richtig böse und total skrupellos ist. Er schreckt vor nichts zurück, um sein Ziel zu erreichen, hat aber auch noch einen guten Sinn für Humor.

2. Bellatrix Lestrange, weil sie einfach so richtig schön irre ist, ihren Spass am Foltern hat und vor nichts zurück schreckt.

3. Shego von Kim Possible, weil sie total böse ist, intelligent, modebewusst, weiblich, oft genervt von ihrem strohdummen Boss und ist einfach lustig mit ihren total trockenen Antworten. Ausserdem lässt sie sich nichts gefallen.

4. Hades (Disney Hercules) Er ist zwar durch und durch böse aber sein Humor ist richtig lustig und ich muss immer wieder um ihn lachen.

5. Cruella DeVil, verkörpert von Glenn Close. Einfach genial, diese Frau.

Was macht einen "guten" Bösen aus?

Hmm, ich denke einfach der Spass daran böse zu sein und es zu geniessen, die anderen leiden zu sehen. Ausserdem sollte der Bösewicht skrupellos sein und doch Gefühl für Humor haben.

Stören euch Stereotype oder vermisst ihr die sogar, wenn es die nicht gibt?

Das ist ne gute Frage. Manchmal können sie mich unheimlich stören. Ich denke, dass die Mischung es macht. Auf der einen Seite kann er ruhig einige der typischen Eigenschaften haben, aber er sollte auch ganz eigene Charakterzüge mitbringen, da er sonst keine eigene Persönlichkeit wird.

Welcher Bösewicht lässt euch gähnen oder die Augen verdrehen - auch hier WARUM?

Rattenzahn (Bazil, der Mäusedetektiv) ist einfach viel zu durchschaubar und total langweilig. Besitzt keinen Sinn für Humor und ist auch sonst arg unlustig.


Wie steht ihr zu den bösen Helden, die eindeutlig die Bösen sind, moralisch verkommen, Mörder, Kinderschänder, herzlos, psychopatisch, aber trotzdem Helden, weil sie cool, intelligent oder sonst was sind, womit man sich identifizieren kann?

Hm, so einen kenne ich iwie nicht.

Haltet ihr es für geschickt, den Bösen gar nicht in Erscheinung treten zu lassen, also gar keinen Charakter zu geben?

Nein, es ist besser, wenn der Leser weiss, mit wem er da zu tun hat.

Und warum denke ich eigentlich automatisch an DEN Bösewicht und nicht an eine Schurkin? Wie sieht es mit weiblichen Bösen für euch aus? Sind die weniger glaubwürdiger für euch? Haben die andere Eigenschaften oder Motive als die männlichen?

Also wie ich zu denen stehe, steht ja bei Frage 1, aber gut. Ich mag weibliche Bösewichte oft sogar viel lieber als männliche, da sie einfach viel viel skrupelloser sind und einfach durchziehen, ohne viel drum herum zu quatschen. Motive sind oft eigentlich nicht sehr unterschiedlich, da es den meisten auch um die Weltherrschaft geht. Allerdings gibt es ja auch noch die liebe Cruella, der es um etwas sehr weibliches geht, den Pelzmantel.
zuojenn
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Beitrag #57, verfasst am 17.01.2009 - 17:46
Hm, ich persönlich mag diese klassische Gut-Böse-Geschichte gar nicht so gerne ... es ist immer eine Frage der Perspektive in der man steckt. Und wenn es das nicht ist, weil der Böse einfach prinzipiell böse ist - dann ist der Böse platt und schwach ausgearbeitet. (oder geisteskrank, aber das ist dann ne andere Geschichte).
Gut ausgearbeitete Bösewichte machen mich zum Schluss einer Geschichte immer traurig - weil sie meistens drauf gehen. Voldemort z.B. tat mir am Schluss von HP schrecklich leid. Um Anakin Skywalker (und Darth Vader) hab ich geweint *schäm*.
Generell muss der "Böse" bei mir einen guten Grund haben, eben böse zu sein.
Stereotype ... hm, ich mag den untypischen Bösen lieber muss ich gestehen, ob männlich oder weiblich ist mir dabei egal. Ich mag es, wenn man nicht direkt weiß, woran man ist ... wenn man die Seiten erst mal falsch einschätzt.
Ich mag generell Geschichten ohne "Gut-und-Böse" sehr gerne. In jedem Guten steckt was Böses und andersrum, das lässt schon viel Spielraum zu, ohne dass man zwei Festungen errichten muss.
Ganz nett zeigt das der Disney-Film "Bärenbrüder" ... der Film ist total spannend, mit Kämpfen, Toten, usw. - dabei gibt es nicht eine einzige "böse" Figur.
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Beitrag #58, verfasst am 18.01.2009 - 20:31
Ich mag es, wenn jemand glaubt, dass er das Richtige tut und das auch gegen den Widerstand der aus seiner sicht bösen tut.
Für die Realistik muss dabei wohl allerdings noch eine gute Portion Grausamkeit und Skrupellosigkeit hinzu, wenn man all die Terroristen etc. beachtet. Also gehört ein Mangel an Empathie dazu.

In der Ankündigung dieser Fernsehreihe über weibliche (Serien-) Mörder hat ein Kriminologe gesagt, dass Männer töten um Grenzen zu überschreiten, was ja auch gut zu einem Bösewicht passt. Frauen hingegen töten, um Grenzen zu SETZEN, um zu bestrafen, sich zu wehren oder ähnliches.

Faszinieren finde ich den Byron'schen Helden, einen Mann, der sich selbst aus der Gesellschaft auschließt, doch irgendwie noch Teil an ihr hat, ihre Regeln jedoch nciht als für sich gütig empfindet. Vielleicht hönnte man Dr. House so beschreiben. Allerdings mit ein bisschen mehr Salonlöwen-Allüren, Stil, Sexappeal. Das ist dann zwar nciht so ein Voldemort/Imperator-mäßiger Bösewicht, aber interessant zu lesen.
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Beitrag #59, verfasst am 28.01.2009 - 08:55
  •  
zuletzt bearbeitet am 28.01.2009 - 08:58
Endlich mal eine Frage für meine Wenigkeit! :3 Und dann noch so viele schöne Fragen... Also...
Ich habe, soweit ich das beurteilen kann nicht wirklich Schwierigkeiten damit einen glaubhaften Bösen darzustellen. Allen in allem gibt es ja auch niemand "Bösen". Nur jemand außerordentlich Kranken, dessen Handlungen Schaden anrichten kann. Ich meine, niemand wird "böse" geboren.

Man kann psychische Krankheiten vererbt bekommen, die dann letztendlich zu solchen Handlungen führen könnten. Die Betonung liegt auf könnten, denn heißt nicht automatisch, dass, wenn man traumatische Erlebnisse in der Kindheit oder sonstiges erlebt hat, dass man dadurch automatisch zu einem Soziopathen mutiert.

Gut, wie waren die Fragen? Ah ja! Also, ich glaube schon, dass meine Bösewichte gut ankommen. Hab momentan so gesehen nur zwei. Der eine wirklich noch recht sympahtisch, der andere eher weniger. Ich habe mich hauptsächlich auf psychisch gestörte Menschen konzentriert, nicht auf Böse. Wie bereits zuvor erwähnt, können die Handlungen bestimmen, ob man bloß ein Irrer oder aber ein böser Irrer wird.
Wenn man Probleme damit hat einen Bösen darzustellen, dann hilft in dem Fall nur Recherche! Damit meine ich nicht, alle möglichen Kriminalromane durchzuschmökern, sondern sich durch das Internet, Filme oder Biographien über die vielen Serienkiller oder andere Verbrecher zu informieren. Filme würde ich vielleicht weniger empfehlen, da ich hörte, dass die Verfilmungen eher an einen 08/15-Horrorstreifen, statt an eine ordentliche Biografie erinnern. Nur der Film über John Wayne Gacy scheint zu halten, was er verspricht. Die anderen kann man getrost in die Tonne treten! Man kann sich aber auch druch einfache Psychologiebücher schlau machen! So kann man auch perfekte Motive für die Täter ausmachen.

Auch, muss ich dazu sagen, dass nicht jeder Mörder oder Bösewicht "krank" sein muss. Viele erfreuen sich einfach nur daran anderen Schaden zuzufügen, weil sie dies unter anderem als sexuell erregend empfinden, wie auch im Fall von Ted Bundy, der selbst behauptete, dass die Konsumierung von Erotikfilmen seine Fantasie steigern ließ und es ihm schon bald nicht mehr reichte nur solche Dinge zu sehen, sondern wollte er sie auch selbst einmal ausprobieren. Anfangs fängt bei Sexualverbrechern so etwas noch recht harmlos an. Fast wie bei einer Treppe. Es fängt damit an, dass sie die Frauen nur beobachten, irgendwann entwenden sie ihnen persönliche Gegenstände oder rempeln sie schier unbeabsichtigt an. Dann könnte es schon zur nächsten Stufe kommen. Vergewaltiger und wenn ihm dies auch nicht mehr langt, schließlich Mörder. Bei solchen Menschen steigt meist die Lust ins Unermessliche und lässt sich auch nicht mehr von allein stoppen.
Es gibt natürlich auch Bösewichte, die nicht gleich Mörder sein müssen. Aber dies dürfte eigentlich jedem klar sein.

Nun zu den Fragen:

Habe ich überhaupt einen Lieblingsbösewicht? Mich faszinieren eigentlich alle auf eine ziemlich bizarre Art und Weise. Egal, ob fiktiv oder real.
Zugegebenermaßen war mein allererster Lieblingsbösewicht, den ich jemals hatte der Joker. Damals war ich vielleicht sechs oder so und dennoch begeisterte er mich, mit seiner etwas anderen Art. :) Ansonsten, würde ich Patrick Bateman aus American Psycho sagen, auch wenn er nun wirklich nicht böse, sondern viel mehr, wie der Titel schon sagt, psychisch krank war. Jedoch, mag ich und respektier auch mehr die Bösen, die ohne Maske ihre Taten durchführen. Denn was gibt es Teuflischeres, als einen Bösewicht, der auch als dein Nachbar durchgehen könnte?

Was einen „guten“ Bösen ausmacht? Er muss sich seinen Taten bewusst sein und nicht aus Affekt handeln. Er muss planen, gestalten, kreativ bei der Umsetzung sein und den Leser bzw. Zuschauer mit seinen Worten in den Bann ziehen können und natürlich keineswegs Reue zeigen. Ein ansprechendes Äußeres ist auch nicht zu verachten. Sprich, eiskalter Blick gepaart mit einem leichten undurchschaubaren Lächeln.

Wen ich überhaupt nicht mag? Nun, jetzt ist der Augenblick gekommen, an dem ich mir wahrscheinlich einige tötende Blicke einhandeln werde… Hannibal Lecter. Kann sein, dass ich ihn falsch geschrieben habe, aber was soll’s. Ich sah den Film „Das Schweigen der Lämmer“, weil wirklich jeder ein solches Theater um diesen und natürlich den dazugehörigen Psychopathen gemacht hat. Nach schier endlosen Minuten war der Film endlich zu Ende und ich konnte aus meinem Nickerchen erwachen. Dieser „Mensch“ hat mich einfach nicht überzeugt, was aber vielleicht auch an den damaligen Verhältnissen gelegen haben kann. Jedenfalls ist er meiner Meinung nach der schrecklichste Bösewicht aller Zeiten. Und das im negativen Sinne. Sorry!

Für mich sind die Bösen nie Helden! Natürlich, sie sind auch nur Menschen wie wir, doch ist ihr Denken ganz anders, weswegen es uns ja auch so schwer fällt ihre Taten nachvollziehen zu können. Das Böse übt immer einen gewissen Reiz auf uns aus, weil die meisten von uns überhaupt nicht mit etwas Verdorbenem in ihrem Leben in Berührung kommen. So ging es mir zumindest, weswegen ich mich heute auch so für solche Menschen interessiere.

Warum nicht an eine Schurkin? Weil die Männer das schwächere Geschlecht sind und sich eher von Gefühlen, aber auch dem Drang bewundert oder gar verehrt zu werden mehr leiten lassen. War übrigens nur ein Scherz, aber wer weiß? :P Ansonsten ist es wohl so, dass man einem harten Kerl eher solche Taten zutraut, als einer zarten Frau, was natürlich nur Klischees sind, da es in der Vergangenheit genug weibliche Bösewichte gab, Männer aber trotzdem stärker vertreten sind auf diesem Gebiet.

Und zum Schluss: Bösewichte werden automatischer sympathischer, wenn man ihr Denken und ihre Gefühle genaustes beschreibt. Vielleicht sogar gleich aus der Sicht des Mörders schreibt. Bestes Beispiel: Pat Bateman, American Psycho. Der Mann hat eine immense Fangemeinde und das obwohl er noch nicht mal wirklich böse war! Mit ihm konnte man sich nun mal am meisten identifizieren.

Somit viele liebe Grüße,
-BB
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Beitrag #60, verfasst am 28.01.2009 - 10:15
Für mich sind die "Bösen", die selbst unter ihren Taten leiden und eben doch Reue empfinden, sehr viel faszinierender. Innerlich zerrissene, getriebene Persönlichkeiten, die im Verlauf der Geschichte entweder geläutert werden oder so tragisch umkommen, das sie einem schon wieder leid tun können. Im Grunde mag ich es eben doch, wenn das Gute siegt.
In der Realität sind die allermeisten "Bösen" ja doch nur arme Würstchen, an denen nun wirklich nichts heroisches dran ist. Einfach nur komisch sind Leute, die als Satansjünger verkleidet herumlaufen, aber einen Bausparvertrag haben.
Meine Waffe ist das Wort, und ich scheue auch nicht davor zurück, es zu benutzen!

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Beitrag #61, verfasst am 28.01.2009 - 11:06
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zuletzt bearbeitet am 28.01.2009 - 11:10
Barbie Bateman schrieb:
Was einen „guten“ Bösen ausmacht? Er muss sich seinen Taten bewusst sein und nicht aus Affekt handeln. Er muss planen, gestalten, kreativ bei der Umsetzung sein und den Leser bzw. Zuschauer mit seinen Worten in den Bann ziehen können und natürlich keineswegs Reue zeigen. Ein ansprechendes Äußeres ist auch nicht zu verachten. Sprich, eiskalter Blick gepaart mit einem leichten undurchschaubaren Lächeln.


Kann da nicht zustimmen. Warum muss ein Bösewicht einem Schema entsprechen um gut zu sein? Ich schreibe gerade von einer Frau, die mörderischen Rachephantasien erliegt, weil sie zu schwach ist dagegen etwas zu unternehmen, an Schuldgefühlen leidet und sich alle möglichen Entschuldigungen für ihre Taten zurechtlegt. Ein Mensch also, mit dem man durchaus Mitleid empfinden kann. Klar ist sie nicht "cool", so wie der Joker. Aber wieso sollten die Abgründe einer Besessenen nicht auch faszinieren?
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Beitrag #62, verfasst am 28.01.2009 - 11:30
Darth Pevra schrieb:
Kann da nicht zustimmen. Warum muss ein Bösewicht einem Schema entsprechen um gut zu sein? Ich schreibe gerade von einer Frau, die mörderischen Rachephantasien erliegt, weil sie zu schwach ist dagegen etwas zu unternehmen, an Schuldgefühlen leidet und sich alle möglichen Entschuldigungen für ihre Taten zurechtlegt. Ein Mensch also, mit dem man durchaus Mitleid empfinden kann. Klar ist sie nicht "cool", so wie der Joker. Aber wieso sollten die Abgründe einer Besessenen nicht auch faszinieren?


Nö, einem Schema muss keiner entsprechen, aber finde ich solche Bösewichte nun mal toll! :) Deine Figur scheint viel mehr unter einer Borderlinestörung zu leiden. Also weder eine Sadistin, Narzistin usw., weswegen sie auch viel mehr als Opfer, statt als Täter rüberkommt, weswegen man ja auch fast schon automatisch Mitleid empfindet.
Und so cool ist der Joker wieder auch nicht... ein Mann, der sich schminkt und sich lila Klamotten überzieht??? Nein, cool nicht. Wahnsinnig, ja. Und wahnsinnig kommt immer gut!
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Beitrag #63, verfasst am 28.01.2009 - 12:55
Barbie Bateman schrieb:
Darth Pevra schrieb:
Kann da nicht zustimmen. Warum muss ein Bösewicht einem Schema entsprechen um gut zu sein? Ich schreibe gerade von einer Frau, die mörderischen Rachephantasien erliegt, weil sie zu schwach ist dagegen etwas zu unternehmen, an Schuldgefühlen leidet und sich alle möglichen Entschuldigungen für ihre Taten zurechtlegt. Ein Mensch also, mit dem man durchaus Mitleid empfinden kann. Klar ist sie nicht "cool", so wie der Joker. Aber wieso sollten die Abgründe einer Besessenen nicht auch faszinieren?


Nö, einem Schema muss keiner entsprechen, aber finde ich solche Bösewichte nun mal toll! :) Deine Figur scheint viel mehr unter einer Borderlinestörung zu leiden. Also weder eine Sadistin, Narzistin usw., weswegen sie auch viel mehr als Opfer, statt als Täter rüberkommt, weswegen man ja auch fast schon automatisch Mitleid empfindet.
Und so cool ist der Joker wieder auch nicht... ein Mann, der sich schminkt und sich lila Klamotten überzieht??? Nein, cool nicht. Wahnsinnig, ja. Und wahnsinnig kommt immer gut!

Ähm, sadistisch ist sie eigentlich schon (Stichwort Rachephantasien). Aber tja, so wie fast jeder Mensch ist sie beides, Täter und Opfer. Ich finde die Grenze ist da sehr fließend, besonders da ja niemand böse geboren wird.
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Beitrag #64, verfasst am 28.01.2009 - 14:31
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zuletzt bearbeitet am 28.01.2009 - 14:33
Darth Pevra schrieb:
Aber tja, so wie fast jeder Mensch ist sie beides, Täter und Opfer. Ich finde die Grenze ist da sehr fließend, besonders da ja niemand böse geboren wird.


Stimmt... fließend... Hmm... interessantes Thema! Aber ist auch bei Bösen Opfer und Täter vorhanden? Gut, bei manchen ja schon, wie bei deinem Charakter. Aber wirklich bei allen? Ich meine, irgendwann ja schon, denn wurden sie schließlich das Opfer ihrer Fantasien, Bedürfnisse oder eben psychischer Krankheiten. Und je böser sie werden, rückt dann nicht vielleicht das Opfer immer mehr in den Hintergrund und der Täter in einem übernimmt die Kontrolle? Na ja, so genau will ich mich da nicht festlegen. Immerhin kann man nur teilweise in solche kranken Köpfe hineinsehen... leider!
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Beitrag #65, verfasst am 28.01.2009 - 15:50
Barbie Bateman schrieb:
Darth Pevra schrieb:
Aber tja, so wie fast jeder Mensch ist sie beides, Täter und Opfer. Ich finde die Grenze ist da sehr fließend, besonders da ja niemand böse geboren wird.


Stimmt... fließend... Hmm... interessantes Thema! Aber ist auch bei Bösen Opfer und Täter vorhanden? Gut, bei manchen ja schon, wie bei deinem Charakter. Aber wirklich bei allen? Ich meine, irgendwann ja schon, denn wurden sie schließlich das Opfer ihrer Fantasien, Bedürfnisse oder eben psychischer Krankheiten. Und je böser sie werden, rückt dann nicht vielleicht das Opfer immer mehr in den Hintergrund und der Täter in einem übernimmt die Kontrolle? Na ja, so genau will ich mich da nicht festlegen. Immerhin kann man nur teilweise in solche kranken Köpfe hineinsehen... leider!

Nun ja, ich glaube es kommt drauf an, wie sich die Person entscheidet. Wenn man z.B. merkt das man paranoide Schizophrenie hat, kann man sich (meist) immer noch entscheiden zum Psychiater zu gehen. Oder eben nicht, mit allen bösen Konsequenzen die das mit sich bringt. Dasselbe gilt auch für Sexualtäter, die wissen ja auch, dass sie was schlimmes machen. Klar, wenn sie zulange abwarten verlieren sie die Kontrolle, dafür gibt es ja den Begriff "Unzurechnungsfähig".

Aber bei den Psychopathen wird's denke ich verzwickter, die haben ja kein Gewissen dem sie folgen könnten.
Hat keinen Genierer.
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Beitrag #66, verfasst am 28.01.2009 - 17:28
Darth Pevra schrieb:
Nun ja, ich glaube es kommt drauf an, wie sich die Person entscheidet. Wenn man z.B. merkt das man paranoide Schizophrenie hat, kann man sich (meist) immer noch entscheiden zum Psychiater zu gehen. Oder eben nicht, mit allen bösen Konsequenzen die das mit sich bringt. Dasselbe gilt auch für Sexualtäter, die wissen ja auch, dass sie was schlimmes machen. Klar, wenn sie zulange abwarten verlieren sie die Kontrolle, dafür gibt es ja den Begriff "Unzurechnungsfähig".

Aber bei den Psychopathen wird's denke ich verzwickter, die haben ja kein Gewissen dem sie folgen könnten.


Mmh... das ist so eine Sache. Menschen mit einer mit einer psychischen Krankheit gestehen sich oftmals nicht ein, dass sie ein Problem haben. Meist ist es so, dass sie sich selbst als gesund und viel mehr ihre Umwelt als "krank" ansehen. Menschen mit einer Borderlinestörung hassen meist sich selbst oder sind einfach nicht mit sich zufrieden, was ja schon fast das gleiche ist. Narzisten beispielsweise lieben in den schlimmsten Fällen nur sich selbst. Aber nie würde einer der beiden Parteien freiwillig den Weg zum Psychiater einschlagen. Letztere besonders. Bei Borderlineerkrankten treten ja auch oft Symptome wie Verfolgungswahn, Angstzustände oder sonstiges auf, was sie schon eher dazu veranlasst sich helfen zu lassen oder wie leider in den meisten traurigen Fällen lieber zu Drogen oder Suizid greifen.
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Beitrag #67, verfasst am 28.01.2009 - 17:34
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zuletzt bearbeitet am 28.01.2009 - 17:34
Narzisten gehen sehr oft von sich aus zum Psychiater.

Denn der Narzist, auch wenn es nach außen anders scheint, gehört eigentlich zu den ängstlich-unsicheren Persönlichkeiten. Er neigt zu massiven Selbstzweifeln, Perfektionismus, fehlende Selbstreflexion etc.
Mit anderen Worten: Ein Narzist leidet darunter, dass er nie so perfekt sein kann wie er will und degradiert deshalb sein Umfeld, damit er einen höheren Rang einnimmt und sich so oberflächlich wieder selbst bestätigt.
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Beitrag #68, verfasst am 28.01.2009 - 17:52
Len schrieb:
Narzisten gehen sehr oft von sich aus zum Psychiater.

Denn der Narzist, auch wenn es nach außen anders scheint, gehört eigentlich zu den ängstlich-unsicheren Persönlichkeiten. Er neigt zu massiven Selbstzweifeln, Perfektionismus, fehlende Selbstreflexion etc.
Mit anderen Worten: Ein Narzist leidet darunter, dass er nie so perfekt sein kann wie er will und degradiert deshalb sein Umfeld, damit er einen höheren Rang einnimmt und sich so oberflächlich wieder selbst bestätigt.


Aber nicht immer! Klar, einige haben auch Selbstzweifel, kann ich wohl am Besten bestätigen, aber ich hatte noch nicht das Bedürfnis freiwillig zum Psychiater zu rennen! Gut, es war falsch zu sagen, dass Narzisten NIE zum Psychologen gingen. Viele gehen ja auch hin, ohne sich selbst die Schuld für ihr Leid zu geben.
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Beitrag #69, verfasst am 28.01.2009 - 17:56
Alle haben Selbstzweifel. Das ist das Fundament der Erkrankung. Natürlich ists was anderes, ob der Betroffene auch die entsprechende Einsicht hat. Schließlich wird etwas erst Realität, wenn man es realisiert. Und keiner gesteht sich gerne zu, dass er Probleme mit sich selbst hat.
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Beitrag #70, verfasst am 28.01.2009 - 18:05
Len schrieb:
Alle haben Selbstzweifel. Das ist das Fundament der Erkrankung. Natürlich ists was anderes, ob der Betroffene auch die entsprechende Einsicht hat. Schließlich wird etwas erst Realität, wenn man es realisiert. Und keiner gesteht sich gerne zu, dass er Probleme mit sich selbst hat.


Alle? Ausnahmslos? Kann es nicht auch sein, dass die meisten wissen oder einfach glauben zu wissen, dass sie etwas besseres sind und dies ihre Umwelt auch knallhart spüren lassen wollen, ohne Rücksicht auf Verluste?
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Beitrag #71, verfasst am 28.01.2009 - 18:14
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zuletzt bearbeitet am 28.01.2009 - 18:17
Nur weil man etwas verdrängt, verschleiert und im Garten begräbt heißt das nicht, dass es nicht existiert.
Alle Narzisten haben ein niedriges Selbstwertgefühl. Aber viele haben gelernt dies einfach zu überschminken. Auch sich selbst gegenüber.

Tut mir leid, falls ich jetzt dein Bild vom eitlen, selbstverliebten und überheblichen Egomanen zerstört hab.
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Beitrag #72, verfasst am 28.01.2009 - 18:22
Len schrieb:
Nur weil man etwas verdrängt, verschleiert und im Garten begräbt heißt das nicht, dass es nicht existiert.
Alle Narzisten haben ein niedriges Selbstwertgefühl. Aber viele haben gelernt dies einfach zu überschminken. Auch sich selbst gegenüber.

Tut mir leid, falls ich jetzt dein Bild vom eitlen, selbstverliebten und überheblichen Egomanen zerstört hab.


Nein, um Gottes Willen! Man lernt nie aus! Also, wenn ich das richtig verstanden habe, gibt es keinen einzigen Menschen auf dieser Welt, der sagen würde: Ich bin perfekt und selbst daran glaubt!? Interessant!
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Beitrag #73, verfasst am 28.01.2009 - 18:31
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zuletzt bearbeitet am 28.01.2009 - 18:32
Doch. Aber ein gesundes Selbstwertgefühl ist in der westlichen Gesellschaft ausgesprochen selten. Die Ansprüche sind zu hoch und zu unrealistisch. Man kann ihnen gar nicht gerecht werden.

Man sieht es ja an den sogenannten Promis, die sich fast zu Tode hungern und ständig neue Restaurationsmethoden ausprobieren. Obwohl sie bereits überdurchschnittlich gut aussehen.
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Beitrag #74, verfasst am 28.01.2009 - 18:37
Und was ist eigentlich mit den Menschen, die beispielsweise ihr Leben lang von der ganzen Welt eingeredet bekommen haben, dass sie etwas ganz "Besonderes" seien? Ich meine klar, Neider werden sie dann wahrscheinlich haben, aber wenn die Zahl der Bewunderer dominiert? Außerdem ist den meisten Narzisten doch alles recht. Hauptsache Aufmerksamkeit!
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Beitrag #75, verfasst am 28.01.2009 - 19:01
Aufmerksamkeit - ja.
Aber das wollen auch Borderliner, Bipolare, Betroffene einer histrionischen Persönlichkeitsstörung, ADS/ADHS-Erkrankte etc.
Eigentlich will wohl Jeder (ob krank oder nicht) beachtet werden. Nur bestehen die meisten auf positive Aufmerksamkeit. Anders als pathologische 'Clowns', die sich über jeden Blick freuen. Egal ob nett oder unfreundlich gemeint.

Naaa...ich neig zum schwafeln. Sorry.

Aber nochmal zu deiner Frage, ob permanente, positive Bestätigung von außen einen selbstbewussten Menschen formt: Nein
Erstmal bekommt man nicht sein Leben lang nur freundliche Feedbacks und zweitens gibt es auch eine Welt außerhalb des beschützenden Elternhauses. Zudem hat es auch viel mit dem Charakter zu tun. Jmnd der von Natur aus unsicher ist, wird auch trotz aufmunternder Zurufe nicht einfach so über eine wackelige Brücke laufen ;)

Zu den Bewunderern: Britney Spears hat verdammt viele Fans. Und dennoch ist sie durchgedreht.
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