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Beitrag #51, verfasst am 13.04.2010 - 16:28
Ich würde sagen, es kommt darauf an, was für ein AU das ist. Ob das eine grundsätzliche Änderung ist (dass die Charas in Harry Potter z.B. keine Zauberer sind - da könnte man OOC theoretisch wirklich vermeiden) oder wenn es - wie bei mir beispielsweise - darauf ankommt, was ein Charakter tut. In meinem Beispiel handelt es sich um einen übertriebenen Denethor, der brutaler, wahnsinniger, machthungriger etc. ist als selbst der Film-Charakter (vom Buch-Dene ganz zu schweigen). Diese Eigenschaften bringen ihn dazu, mehr Macht an sich zu reißen als ihm zusteht. Dafür, dass Gondor in meiner Story zu einer Diktatur verkommen ist, ist diese Charakterveränderung mit verantwortlich. (*hust* Ich empfinde es immer noch als amüsant groteske Vorstellung, mitten in Mittelerde und außerhalb von Mordor eine Diktatur entstehen zu lassen... Obwohl ich in der Story heute einige Dinge sicherlich anders gemacht hätte...)
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Beitrag #52, verfasst am 13.04.2010 - 17:25
OOC ist okay... solange es sich um eine Parodie handelt. Sonst finde ich es absolut grausam und klicke sowas sofort wieder weg.
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Beitrag #53, verfasst am 13.04.2010 - 17:50
Feael schrieb:
Also ich für meinen Teil habe nichts gegen OOC, solange es noch seine Berechtigung hat. Ich habe z.B. eine Story einmal ganz bewusst AU geschrieben. Ich fand es nämlich ganz interessant, diese eine Möglichkeit auszuprobieren (ich fand es z.B. u.a. interessant zu sehen, wie sich zwei bestimmte Charas, bei denen ich versucht habe meine Interpretation ihrer Canon-Grundzüge beizubehalten, in einer etwas anderen Welt verhalten würden). Nur damit es zu dieser AU-Entwicklung überhaupt kommen konnte, musste ein Charakter modifiziert und somit OOC werden, weil es an ihm lag, die Story ins AU zu verbiegen. OOC zu schreiben, bloß damit die eigenen (oft nicht sehr jungendfreien) Fantasien verwirklicht werden, finde ich dagegen unsinnig. Wie viele schon gesagt haben: Warum nicht gleich eine eigene Story?


Weil man süchtig auf das Original ist, und dieser Durst nicht durch lesen oder youtube-Kram gestillt werden kann? Das ist jedenfalls meine Motivation. Und nur IC-Kopien der Originalfiguren wären mir zu langweilig. Bewegung, Entwicklung und Veränderung sind spannender als Stillstand.
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Beitrag #54, verfasst am 13.04.2010 - 18:18
Darth Pevra schrieb:
Weil man süchtig auf das Original ist, und dieser Durst nicht durch lesen oder youtube-Kram gestillt werden kann? Das ist jedenfalls meine Motivation. Und nur IC-Kopien der Originalfiguren wären mir zu langweilig. Bewegung, Entwicklung und Veränderung sind spannender als Stillstand.

Wie gesagt, wenn OOC seine Berechtigung hat, finde ich das völlig okay.
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Beitrag #55, verfasst am 13.04.2010 - 19:04
Ich kann mit OOC überhaupt nichts anfangen.
Der Sinn beim Fanfiction-schreiben ist doch, dass man über  bereits bekannte Charaktere schreibt. Und die sollten dann auch wieder zu erkennen sein.
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Beitrag #56, verfasst am 14.05.2010 - 11:53
im prinzip hab ich nichts gegen ooc ... zu manchen storys passt es sogar besser, als das original ... allerdings sollte ooc im vorwort erwähnt und auch daraufhingewiesen werden, in wie weit die charaktere davon abweichen. schließlich ist das alles auch geschmackssache. ich persönlich habe beim ooc meine grenzen...wenn dann plötzlich so rein gar nichts mehr mit dem origianl zu tun hat ... neeee .... das ist ein absolutes no-go
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Beitrag #57, verfasst am 15.05.2010 - 11:03
Es ist ziemlich schwer, den Charakter bestimmter Personen zu imitieren. Demnach sind so ziemlich alle Figuren eigentlich in gewisser Hinsicht OOC. Wie viel, das hängt vom Autor ab.

Also einzelne Charakterzüge sollten schon erkennbar sein. So kann z.B. kein komplett ruhiger Typ auf einmal aufgedreht sein, das geht gar nicht.
Oder jemand, der irgendetwas hasst, kann es auf einmal mögen. Das wäre zu paradox.
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Beitrag #58, verfasst am 16.05.2010 - 02:38
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zuletzt bearbeitet am 16.05.2010 - 02:39
Ich finde auch, daß die Grenzen da sehr fließend sind.
Ein bißchen OOC stört mich nicht, ich möchte aber das Fandom und auch die Figuren darin schon noch wiedererkennen können, und zwar nicht nur dem Namen nach!

Neue Orte bzw. neue Situationen finde ich völlig in Ordnung, solange sich ein Charakter darin wenigstens einigermaßen gemäß seiner (vorgegebenen) Mentalität benimmt.
Auch Weiterentwicklungen und Lernprozesse sind ok, ich will aber als Leser daran beteiligt werden und die Sache nachvollziehen können.

Es ist für einen FF - Autor doch die Herausvorderung schlechthin, wie gut er es schafft, sich in eine Figur einzufühlen, daß man sie  auch in einer völlig neuen Situation aufgrund ihres Handelns wiedererkennt.

Echt übel wirds in meinen Augen, wenn die Figuren einer Gehirnwäsche unterzogen werden, die Guten plötzlich böse sind und umgekehrt, Harry fünf verschiedene Väter hat etc. und alles zu einem Schwuliversum mutiert, in dem jeder jeden poppt.
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Beitrag #59, verfasst am 16.05.2010 - 07:20
OOC ist eine dumme Ausrede für verschiedene Dinge:

1. Nicht mit dem Charakter auseinander gesetzt. OOC weil faul.
2. Charakter nicht verstanden. OOC weil... ja, genau.
3. Vorwand für Slash oder wahlweise absurde Heteropairings.
4. Zu faul/unkreativ, eigenen Charakter zu erfinden und FA zu schreiben.
5. Zu faul, Veränderung/Entwicklung des Charakters zu beschreiben.

In etwa genauso schlimm: AU. Allgemein die gleiche Ausrede, nur dass nicht der Charakter allein bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet wird, sondern gleich das ganze Universum ('hier gibt es in der Steinzeit aber schon Computer', 'in dieser Story können alle Menschen Gedanken lesen'...).

Völlig okay finde ich AT, mit dem Ansatz 'Was wäre passiert, wenn XY seine Frau gerettet hätte?' oder 'Wie hätte die Welt sich entwickelt, wenn XY den Kometen nicht abgewehrt hätte?' oder ähnliches.
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Beitrag #60, verfasst am 16.05.2010 - 10:07
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zuletzt bearbeitet am 16.05.2010 - 10:09
Hmmm ... aber immer ist es auch keine Ausrede. Man kann sie sich ja trotzdem, dass sie von jemand anderem erfunden wurden, entwickeln lassen. Menschen bleiben schließlich auch nicht ewig gleich. Ereignisse können sie ändern, das Alter ...
Schlecht ist, finde ich, OOC nur, wenn es grundlos ist, nur damit der Charakter A eben z.B. mit Charakter B möglichst nahtlos zusammenpasst. Wenn man überhaupt nicht nachvollziehen kann, wieso dieser Mensch plötzlich z.B. irgendwelche Ängste, Aggressionen oder Vorlieben hat, die er vorher nicht hatte.
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Beitrag #61, verfasst am 16.05.2010 - 10:27
EchoTracer schrieb:

In etwa genauso schlimm: AU. Allgemein die gleiche Ausrede, nur dass nicht der Charakter allein bis zur Unkenntlichkeit verunstaltet wird, sondern gleich das ganze Universum ('hier gibt es in der Steinzeit aber schon Computer', 'in dieser Story können alle Menschen Gedanken lesen'...).

Völlig okay finde ich AT, mit dem Ansatz 'Was wäre passiert, wenn XY seine Frau gerettet hätte?' oder 'Wie hätte die Welt sich entwickelt, wenn XY den Kometen nicht abgewehrt hätte?' oder ähnliches.


AU's sind spaßige Spielereien mit dem Original. Ich weiß nicht, warum das so furchtbar sein soll, ein Universum aus verschiedensten Blickwinkeln zu betrachten. Du sagst dazu verstümmeln, aber AU'ler würden dazu erforschen sagen.

Zu dem OOC: was Artanis gesagt hat. Zwanzig Jahre in der Zukunft hat sich eine Figur eben geändert, insbesondere, wenn ein traumatisches Ereignis dazwischen stattgefunden hat.
Bei meiner FA hat eine Figur auch ihre Berührungsängste ziemlich abgelegt, nach 15 Jahren.
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Beitrag #62, verfasst am 16.05.2010 - 12:00
Ich finde, es ist schwer zu sagen, wo OOC anfängt und aufhört. Manche empfinden schon eine kleine Abweichung oder Vermenschlichung eines Charakters ( ich denke jetzt da an Tolkiens Helden) als OOC, andere denken erst an OOC, wenn nur noch der Name mit dem Charakter übereinstimmt.
Da ich überwiegend im Tolkien-Universum schreibe, sehe ich gerade dort die Gefahr, dass man OOC wird, als sehr groß. Wobei das Wort "Gefahr" vielleicht übertrieben ist. Mitunter sind es manchmal gerade veränderte Charaktere, die sympathischer als im Buch herüberkommen.
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Beitrag #63, verfasst am 16.05.2010 - 19:16
Wenn eine Figur sich 29 Jahre nach dem Original verändert hat, durch Erlebnisse, Einsichten, was auch immer, ist sie nicht OOC. Sie hat sich dann eben entwickelt. OOC ist für mich nicht "50 Jahre nach seinem Abschluß von der Schule hat XY sein Interesse an Mathematik zum Beruf gemacht, musste aber nach vielen Jahren als Professor feststellen, dass ihm das Abenteuer fehlt, also ging er auf eine Reise in den Amazonasdschungel." OOC ist: "XY findet Mathe jetzt doof und macht sein Abi in Sport und Musik und wird dann Rockstar" - ohne irgendeine Erklärung, warum diese Person plötzlich nichts mehr davon wissen will, was sie im Original getan hat.
Von mir aus kann die Figur, die im Original ein 16jähriger Mathegeek ist, in einer FF, die 20 Jahre später spielt, Rockstar oder Survivaltrainer sein - wenn zumindest in Ansätzen erklärt wird, woher diese Änderung kommt und nicht einfach gesagt wird "Ist jetzt halt so. Warnung: OOC!"

AU verliert für mich einfach den Grundgedanken von FF. Ich hab keine Ahnung von Herr der Ringe, aber mal als Beispiel - wenn jemand darüber schreibt, dass Legolas kein Elf mehr ist, in Bochum-Mitte wohnt und katholische Theologie studiert, frage mich mich einfach, was das soll. Eine Figur wird auch über ihr Universum definiert, sprich Legolas ist in dem Moment OOC, in dem er kein Elf mehr ist. Ob er dann Theologie studiert, Bankmanager ist oder Vampir, spielt keine Rolle.
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Beitrag #64, verfasst am 20.05.2010 - 07:38
Das kommt ganz auf die Geschichte an. In einer Parodie oder einem Drabble kann OOC toll sein. In einer längeren FF eher nicht, denn man liest ja die FF, weil man die orginalen Charaktere so mag.

Und ich schließe mich EchoTracer an, wenn der Zeitraum oder krasse Erlebnisse Charakterveränderungen zur olge haben, ist das nicht unbedingt OOC.
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Beitrag #65, verfasst am 20.05.2010 - 09:53
EchoTracer schrieb:

AU verliert für mich einfach den Grundgedanken von FF. [...] Eine Figur wird auch über ihr Universum definiert, sprich Legolas ist in dem Moment OOC, in dem er kein Elf mehr ist. Ob er dann Theologie studiert, Bankmanager ist oder Vampir, spielt keine Rolle.



Seh ich ein bißchen anders - ich finde es nämlich durchaus interessant, auch mal mit der Umgebung eines Charakters zu spielen. Zu schauen, was passiert eigentlich, wenn ich den mit all seinen Eigenschaften in eine andere Umgebung verpflanze. Wenn man seine Charaktere kennt, weiß man ja irgendwann, wie sie aller Voraussicht nach auf bestimmte Dinge reagieren. Nur kann es für den Charakter ganz merkwürdig werden, wenn die Umwelt nicht mehr so reagiert wie sonst.

Ok, das ist dann nicht "out of character", sondern "out of area" oder so, aber ich find das durchaus interessant. Mir ist vor allem wichtig, daß die bekannten Charaktere ihren Wiedererkennungswert behalten, wenn sich ein FF-Autor an ihnen austobt. Sie dürfen sich gerne entwickeln, ich lese auch durchaus "Was wäre wenn"-Alternativen, aber ich will schon noch ganz gerne erkennen, über wen ich da etwas lese.

Die originale Umgebung ist für mich - sofern die Änderung des Schauplatzes nachvollziehbar ist - zweitrangig. Ich habe z. B. mal eine richtig gute, leider nie beendete FF gelesen, in der Horatio Caine aus seinem gewohnten CSI Miami Umfeld krankheitsbedingt in ein Schweizer Sanatorium verpflanzt wurde. Komplett andere Umgebung, bis auf eine kurze, immer wieder eingestreute und in Miami spielende Nebenhandlung, komplett andere Figuren und ein Horatio Caine, der sich mit diesen massiven Änderungen auseinander setzen mußte. Sprachbarriere, andere Mentalität, der in der Serie unkaputtbare Held knabbert auf einmal an einer schweren Krankheit (die im übrigen mitsamt den psychischen Auswirkungen sehr realistisch beschrieben wurde - die Autorin weiß, wovon sie da schreibt). Alles war anders, nur nicht Horatio Caine. Ihn hat man immer erkannt, jede Regung war so exakt getroffen, daß man nur sagen konnte "ja, GENAU so und nicht anders würde er in dieser Situation reagieren".
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Beitrag #66, verfasst am 20.05.2010 - 11:21
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zuletzt bearbeitet am 20.05.2010 - 11:22
Ich hab mal eine FF geschrieben, in der die Figuren mittels Traum in einer anderen Zeit, einer anderen Umgebung und einer anderen Rolle auftauchen, aber ich habe mir Mühe gegeben, sie weiterhin so zu charakterisieren, wie ich sie sehe.
Wobei meine Sichtweise nicht unbedingt die Wirklichkeit widergibt.
Es war einerseits sehr ooc, andererseits haben zumindest einige Reviewerinnen geschrieben, das sich die Personen wirklich typisch aufgeführt haben. Da es eine Parodie war, natürlich überspitzt.
Es gibt aber auch Geschichten, in der die Protagonisten nur noch ihren Namen behalten haben. Warum wird so etwas nicht als freies Werk veröffentlicht?
Meine Waffe ist das Wort, und ich scheue auch nicht davor zurück, es zu benutzen!

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Beitrag #67, verfasst am 22.05.2010 - 09:38
Ich bin kein Freund von OOC und klicke ganz schnell weg, wenn es dazu kommt.

Aber es gibt auch Situationen in denen OOC durchaus in Ordnung ist, fast sogar nötig.
Wenn man beispielsweise eine FF schreibt, die mehrere Jahre nach der Handlung des Originals spielt, dann ist es nur logisch, dass die Charaktere sich im Lauf der Zeit verändert haben.
Solange man den Menschen an sich noch erkennen kann, sind kleinere Veränderungen in Verhalten/Gewohnheiten vertretbar.
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Beitrag #68, verfasst am 22.05.2010 - 10:00
Also ich find OOC eigentlich ganz okay, solange es sich in Grenzen hält.
Einen Chara kann man ja nicht hundertprozentig so schreiben wie die Autorin oder der Autor selbst.^^
Aber so was extrementstellendes und übertriebenes muss ich auch nicht haben.^^
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Beitrag #69, verfasst am 22.05.2010 - 11:04
Nera1975 schrieb:
EchoTracer schrieb:

AU verliert für mich einfach den Grundgedanken von FF. [...] Eine Figur wird auch über ihr Universum definiert, sprich Legolas ist in dem Moment OOC, in dem er kein Elf mehr ist. Ob er dann Theologie studiert, Bankmanager ist oder Vampir, spielt keine Rolle.



Seh ich ein bißchen anders - ich finde es nämlich durchaus interessant, auch mal mit der Umgebung eines Charakters zu spielen. Zu schauen, was passiert eigentlich, wenn ich den mit all seinen Eigenschaften in eine andere Umgebung verpflanze. Wenn man seine Charaktere kennt, weiß man ja irgendwann, wie sie aller Voraussicht nach auf bestimmte Dinge reagieren. Nur kann es für den Charakter ganz merkwürdig werden, wenn die Umwelt nicht mehr so reagiert wie sonst.

Ok, das ist dann nicht "out of character", sondern "out of area" oder so, aber ich find das durchaus interessant. Mir ist vor allem wichtig, daß die bekannten Charaktere ihren Wiedererkennungswert behalten, wenn sich ein FF-Autor an ihnen austobt. Sie dürfen sich gerne entwickeln, ich lese auch durchaus "Was wäre wenn"-Alternativen, aber ich will schon noch ganz gerne erkennen, über wen ich da etwas lese.

Die originale Umgebung ist für mich - sofern die Änderung des Schauplatzes nachvollziehbar ist - zweitrangig. Ich habe z. B. mal eine richtig gute, leider nie beendete FF gelesen, in der Horatio Caine aus seinem gewohnten CSI Miami Umfeld krankheitsbedingt in ein Schweizer Sanatorium verpflanzt wurde. Komplett andere Umgebung, bis auf eine kurze, immer wieder eingestreute und in Miami spielende Nebenhandlung, komplett andere Figuren und ein Horatio Caine, der sich mit diesen massiven Änderungen auseinander setzen mußte. Sprachbarriere, andere Mentalität, der in der Serie unkaputtbare Held knabbert auf einmal an einer schweren Krankheit (die im übrigen mitsamt den psychischen Auswirkungen sehr realistisch beschrieben wurde - die Autorin weiß, wovon sie da schreibt). Alles war anders, nur nicht Horatio Caine. Ihn hat man immer erkannt, jede Regung war so exakt getroffen, daß man nur sagen konnte "ja, GENAU so und nicht anders würde er in dieser Situation reagieren".


Eben - 'out of area', nicht 'out of character'. Ob Horatio Cane jetzt in der Wüste steht oder am Nordpol - ist ja schnuppe, weil, wie du selbst sagst, 'man hat ihn immer erkannt, jede Regung war exakt getroffen'. Wenn eine Änderung der Umgebung schon OOC wäre... wären alle Stargate Atlantis-FFs OOC, in denen jemand aufs Klo geht, duscht oder sich die Zähne putzt. In der Serie selbst wurden nämlich nie Badezimmer gezeigt.
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Beitrag #70, verfasst am 22.05.2010 - 19:53
OoC mag ich nicht, wobei ich hier dazu sagen muss, dass ich einen Charakterwandel alla "das Leben des Charakter A nach 20 Jahren und dem, dem und dem Ereignis" nicht als OoC verstehe, solang man die Entwicklung nachvollziehen kann. Auch Änderungen im Charakter innerhalb einer Geschichte sind für mich Entwicklung und nicht OoC - solange die Entwicklung nachvollziehbar bleibt.
OoC hingegen ist für mich kein Storyelement - sondern die Unfähigkeit des Autoren, seinen Charakteren eine nachvollziehbare Entwicklung mit auf den Weg zu geben.
Ausnahmen: Oneshots und Drabbles, die darauf angelegt sind, einen Moment einzufangen, keine Entwicklung. Vor allem in kurzen Geschichten kann es mMn nämlich durchaus störend sein, wenn der Autor erstmal ausholt, um die Entwicklung zu zeigen. Aber auch hier gilt: Die Entwicklung, auch wenn sie nicht dargestellt wird, sollte im Rahmen des Möglichen bleiben.

Was AUs angeht - ich mag sie, WENN sie gut durchdacht sind. Ich mag HdR nicht, aber würde ich das tun, würde mich eine "Legolas als Student der katholischen Theologie" durchaus reizen - wenn die Geschichte gut durchdacht ist und Legolas Legolas bleibt und nicht einfach zu einer Figur verwischt, die ausversehen den gleichen Namen hat.
Ähnlich geht es mir mit Crossovern: Solange die Dinger gut durchdacht und geschrieben sind, lese ich sie unglaublich gerne (Vor allem Supernatural/Harry Potter)

Alles andere lese ich nicht, aber nicht, weil es ein AU oder ein Crossover ist, sondern weil es für meine Ansprüche nicht gut genug beschrieben ist. Das würde ich dann aber auch nicht, wenn die Geschichte kein AU oder Crossover ist...
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