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Beitrag #101, verfasst am 08.11.2011 - 10:37
Hecate schrieb:
Mimikry schrieb:
Moon Goddess schrieb:
Ich habe das auf einer Postsecret-Seite entdeckt. Erinnert das sonst noch jemanden an den Märchenerzähler?

Ja. Moah, jetzt war ich grad fast darüber hinweg. Irgendwie. o.o

Jop.
Hält mich mal bitte irgendjemand davon ab, das Buch nochmal zu lesen? Habe in den letzten Tagen irgendwie das Bedürfnis dazu, bezweifle allerdings, dass mir das guttun würde.

edit: Ich hab mir übrigens grad ein Profilbildchen gebastelt. Jetzt weine ich, wann immer ich meine Bio ansehe. Toll nicht?

Whoa, ist das schön!
Okay, zum Heulen auch, aber ... trotzdem schön. <3
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Beitrag #102, verfasst am 11.11.2011 - 15:59
Ich habe die Tage einen neuen Kindergarten für meine Jüngste angesehen. Der Laden heißt "Hoppetosse" und auf einem gemalten Schiff auf der Wand steht "Hoppe", wie Micha das ja ausgesprochen hat.

Da stand ich also, vor'm Kindergarten, etwas fassungslos.
Nichtheulen-nichtheulen-nichtheulen.
Ich glaube, die halten mich da nun für etwas ... seltsam.
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Beitrag #103, verfasst am 11.11.2011 - 16:12
Ich hab gestern in einem Buchgeschäft gestanden und mir gedacht, dass ich gern mal wieder was richtig Gutes lesen würde...
Ich glaube, ich muss jetzt dieses Buch lesen... jetzt habt ihr mich gepackt. O.o
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Beitrag #104, verfasst am 17.11.2011 - 21:27
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zuletzt bearbeitet am 17.11.2011 - 21:28
Doppelpost weil Buch beendet...

Ich kann gar nichts Sinnvolles sagen. Alles wurde irgendwie schon mal gesagt.
Ich weiß nur, dass ich normalerweise bei Büchern nicht weine. Es gibt echt viele Leute, die mir bei dem und dem Buch gesagt haben, dass sie geheult hätten, und wenn ich es dann gelesen habe, war da nicht mehr drin als ein innerliches Schniefen.
Ich dachte, das würde beim Märchenerzähler genauso werden. Noch nie hab ich mich so geirrt.
Oh Gott, ich kann noch gar nicht richtig klar denken... >.<




SPOILER


Naiv wie ich bin, hab ich natürlich gedacht, alles würde gut werden, als Anna zum Schluss Wohnung steht und Abel, obwohl alles raus ist, immer noch nicht aufgibt...
Wie kann man nur so gutgläubig sein? Danach ging gar nichts mehr. *schnief*
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Beitrag #105, verfasst am 17.11.2011 - 22:30
Ach, lass dich drücken.
Ich versteh dich, mir ging es ähnlich, auch wenn ich nie geglaubt habe, es würde gut ausgehen.
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Beitrag #106, verfasst am 17.11.2011 - 23:00
Danke... *schnief*
So wirklich geglaubt hab ich das eigentlich auch nie... schon nach dem Prolog nicht... =((

... Nein, ich muss mich jetzt irgendwie ablenken und so in zwei, drei Tagen mit dem Buch auseinandersetzen. >.<
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Beitrag #107, verfasst am 01.12.2011 - 15:33
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zuletzt bearbeitet am 01.12.2011 - 15:34
Habt ihr auch schon das Cover der englischen Ausgabe bewundert?
http://www.amazon.de/gp/product/images/1419700472/ref=dp_image_0?ie=UTF8&n=52044011&s=books-intl-de
Ich finde es wunderschön *-*
Das würde sich bestimmt gut in meinem Bücherregal machen und mich würde auch interessieren, wie der Stil ins Englische übertragen wurde.

Aber dann müsste ich es wirklich nochmal lesen und ich glaube nicht, dass ich das tun sollte.
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Beitrag #108, verfasst am 01.12.2011 - 17:09
Ich liebe dieses Buch so dermaßen :o
Weil Ich mit dem lesen nicht aufhören konnte, habe ich das mit in die Schule genommen.
[Dann kam dann ein Lehrer in die Klasse (wir hatten halt Freistunde):
"Ja, was liest du denn da?"
"Ein Buch...."
"Welches Buch?"
[...]

Und dann hat der mich ausgefragt, so dass später irgendwie alle das Buch angestarrt haben ;o]


Aber kann ich verstehen, es ist super.
Und ich meine, eine Geschichte in der Geschichte ist auch mal was tolles.
Bücher sind Tore in andere Welten. In die du abtauchen kannst und die Geschichte einer anderen Person mitzuverfolgen ohne entdeckt zu werden. Wer weiß vielleicht ließt ja gerade jemand deine Geschichte.
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Beitrag #109, verfasst am 01.12.2011 - 20:04
Ich hab das Buch neulich auch mit in die Schule genommen, um es nochmal zu lesen (zum dritten Mal -.-). Ich wollte es eigentlich  in einer Vertretungsstunde zu lesen, weil wir uns (ohne Aufsicht) eine Kunst-Doku zu C.D. Friedrichs "Eismeer" anschauen sollten. Da war ich erst mal voll baff, als es im Film plötzlich so hieß: Ja, "Das Eismeer" wurde erst mit dem Bild "die gescheiterte Hoffnung" verwechselt, welches tauende Eisschollen zeigt und dazwischen ein eingeklemmtes Schiff mit der Aufschrift Hoffnung[...]"die gescheiterte Hoffnung" ist übrigens verschollen...blah...
Ähm. Die Doku hatte meine volle Aufmerksamkeit XD

Aber jetzt zum Buch: ich finde das Buch wunderschön, auch wenn das jetzt bestimmt komisch klingt. Hm. Wunderschön. Wunderschön traurig. Wunderschön schrecklich. Und auch nur schrecklich. Ich mochte das Ende. Sicher, es war zum heulen, aber wenn ich so darüber nachdenke wäre es mir seltsam vorgekommen, wenn alles gut geworden wäre... Na ja. Wie gesagt, dass Buch war toll. Es ist eines der wenigen Bücher, die ich mit Taschenlampe (und MP3-Player) unter der Bettdecke weitergelesen habe, wie ein kleines Kind, weil es schon echt spät war. Und inzwischen... kann ich mir "Save tonight" nicht mehr anhören (hab's zu der Zeit in Dauerschleife gehört), ohne an den Märchenerzähler zu denken. Hmpf. Jetzt rede ich wirr ^.^;
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Beitrag #110, verfasst am 05.12.2011 - 17:11
Ich weiß gar nicht, ob es hier schon genannt wurde- ich glaube nicht.
Hat jemand von euch schon "Die Worte der Weißen Königin" gelesen? Meine Freundin hat es mir gestern mitgebracht und ich habe es in einem durchgelesen....nicht ganz so leichte Kost, sehr poetisch, fesselnd ist's allemal, aber ich fürchte, es wohl am Ende nicht ganz verstanden zu haben. Es ist ein Buch, das man mehrmals lesen muss- denke ich. Wobei es bei mir schon jetzt ein viel bedrückenderes Gefühl hinterlassen hat als "Der Märchenerzähler" (welches mich, um es ganz ehrlich zu sagen, nicht sonderlich berührt hat).

Würde mich interessieren, was ihr von diesem Buch haltet.
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Beitrag #111, verfasst am 25.12.2011 - 13:07
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zuletzt bearbeitet am 25.12.2011 - 13:08
So. Habe "Der Märchenerzähler" vorgestern bekommen und gestern ausgelesen. Hätte ich schon den Tag davor, aber leider hatte ich nicht genug Zeit :/

(VORSICHT, SPOILER!)


Mein Eindruck:
Ich muss sagen, dass dieses Buch ab sofort wohl mit zu den Besten gehört, die ich je gelesen habe! Und es wird wohl immer einen besonderen Platz in meinem Regal haben. Geweint habe ich nicht, tue ich bei Büchern eigentlich nie, aber da war dieses Herzklopfen, der rasende Puls ... Der Inhalt ist heftig und ich habe schon früh erkannt, dass der Seelöwe nicht bloß selbstloser Retter ist. Ich persönlich hatte immer ein nagendes Gefühl des Misstrauens, was Abel betraf, und leider bestätigte sich zum Schluss dann ja auch der Verdacht.
Was die Sache mit dem Bootshaus angeht: Ich war zutiefst erschüttert und spätestens da war mir klar, dass das Buch kein zuckersüßes Märchen-Happy-End haben wird ... Das Ende dann an sich, brachte für mich bloß Erleichterung. Das Festland war erreicht - dank, aber ohne Abel. Aber ich denke, dass das womöglich auch besser so ist.
Das Buch hinterlässt einen bitteren Geschmack auf der Zunge. Vielleicht auch, weil ich anfangs immer Bertil im Verdacht hatte. Dich nicht immer ist es das offensichtliche Böse, nicht wahr?

Alles in allem, kann ich ich nur sagen, dass das Buch etwas ganz Besonderes ist und mir sehr gut gefallen hat.
"Die Worte der weißen Königin", habe ich mir soeben bestellt :D
Wie eine Feder, die Königreiche in die Knie zwingt.
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Beitrag #112, verfasst am 31.01.2012 - 10:10
So, habe es ENDLICH geschafft, das Buch auszulesen, nachdem es seit fast einem halben Jahr in meinem Regal herumsteht ... Irgendwie hatte ich das Gefühl, dass dies keine Geschichte ist, die man nebenbei mal lesen sollte, deshalb habe ich die ganze Zeit auf den perfekten Augenblick gewartet - nun bin ich überzeugt, es gibt keinen perfekten Augenblick, um dieses Buch zu lesen!

Dieses Buch ist wirklich eines der Besten, die ich in meinem Leben gelesen habe und trotzdem habe ich das dringende Bedürnis, es zu verbrennen oder zumindest soweit zu verräumen, dass es mir niemals nie auch nur irgendwie wieder unter die Augen kommt ...

Dieses Auf und Ab der Gefühle, diese Momente, in denen man denkt, man hätte alles durchschaut, nur um dann zu erkennen, dass eine Seite später die Raterei und die Verzweiflung des Nichtwissens zurückkehrt ...

Bisschen SPOILER ...

Zu der besagten Szene, über die schon viel geschrieben wurde:
Ich war wirklich schockiert.
Ich wollte nicht glauben, dass es wirklich Abel sein soll, der in diesem Moment über Anna kniet und ich wusste, dass er es auf gewisse Art und Weise auch nicht war ...
Ich hätte ihm auch verziehen, wäre ich Anna gewesen, obwohl sich alles in mir gesträubt hat, so etwas zu verzeihen, ich kann es nicht verstehen, was in mir selbst vorging, als ich das las, aber ich wusste irgendwie, es war richtig, dass sie ihm verzeiht.

Überhaupt Abel ...
Irgendwie war mir klar, dass er die Morde begangen hat, doch man will irgendwie bis zum Schluss nicht daran glauben! Man sucht irgendeinen Weg, damit doch noch alles gut ausgeht, man hofft als Leser auf das Märchen, dass es vielleicht doch nur Seelöwen und Rosenmädchen sind, um die es geht und keine echten Menschen - dass alles nur eine Geschichte ist - nicht mehr!
Und das Erschreckende ist, dass es keine Geschichte ist, das ganze Buch ist nicht einfach nur ein Märchen: es ist eine Erzählung der Realität, des wirklichen Lebens und das war der Grund für meine beinahe durchgängige Gänsehaut während des Lesens - es waren nicht die Morde oder die unheimlich beschriebenen Szenen, die mich schaudern ließen, es war die gruselige Atmosphäre der Realität, das Wissen, dass es so etwas jeden Tag gibt, dass es immer und überall passiert und dass immer Jungs wie Abel darin verwickelt sind, die doch im Grunde genommen auch nur Kinder sein wollen ...

Und dann liest man das Ende ... ich habe mich irgendwie für ihn gefreut, auch wenn ich heulen musste, wie nur was, aber ich dachte mir: endlich ist er es los, endlich ist er den ständigen Druck los, die Schuld, die Gefühle, die ihn belasteten - sein Leben lang.
Endlich ist er frei und kann Kind sein, was er nie durfte ...
Ich stellte mir dann vor, dass er in sein Märchen reiste, wo alle auf ihn warteten: die kleine Königin, der Leuchtturmwärter und natürlich das Rosenmädchen.


Aber das schlimmste für mich war:
Ich habe angefangen, meine "blaue Welt" in einem anderen Licht zu sehen. Man schlägt das Buch zu und blickt sich um, erkennt, dass man selbst das Glück hat, in der "privilegierteren" Schicht zu leben und dann steht man auf, sieht sein Kind zufrieden schlafen und weiß ganz genau, dass man an Abels Stelle nicht anders gehandelt hätte - und das macht erst so richtig Angst ...
"Die Kunst ist, immer einmal mehr aufzustehen, als man umgeworfen wird."
(Winston Churchill)
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Beitrag #113, verfasst am 02.02.2012 - 18:15
Ich habe den Märchenerzähler letzte Woche zufällig bei uns in der Schulbibliothek entdeckt – bei den Kinderbüchern (5./6. Klasse). Da ich eine dumpfe Erinnerung an diesen Thread hatte, habe ich den gesucht, teilweise gelesen und am nächsten Tag erst einmal dieses Buch aus der völlig falschen Abteilung gezogen und mit heim genommen.

Zuerst hätte ich mich fast nicht getraut es zu lesen. Andererseits war ich hinreichend vorgewarnt und habe in den vergangenen Wochen ein paar – nicht sehr gute - Psychothriller reingezogen, bei denen ich mir ernsthaft zwischendurch überlegt habe aufzuhören und sie trotz drohender Alpträume nicht weggelegt habe... *hust* Von daher hätte es also kein Problem sein sollen.






SPOILER












SPOILER




Vorgestern habe ich es dann gelesen. Häppchenweise. Ich habe immer wieder Pausen eingelegt, um die Poesie, die sich durch diese ganze, zarte, schreckliche Geschichte zieht, auf mich wirken zu lassen. Oh, Gott, dieser Schreibstil. Wenn ich es jetzt da hätte, würde ich es auf der Stelle noch einmal lesen. Das ist Lyrik in Prosaform (ich kenne jemanden, der Kurzgeschichten geschrieben hat, an die mich „Der Märchenerzähler“ unglaublich erinnert hat – das habe ich auch immer so genannt...). Diese Sätze. Diese Bilder. Ich will darin versinken, untergehen, drin liegen bleiben, sie in mich aufnehmen, sie aufsaugen. Dieser Anfang mit dem Blut, dem Vergleich mit Mohnblumen, die vielen doppelten Böden zwischen den Worten, immer noch eine Lage, die man aufdecken kann ...

Offensichtlich hat es mich bei weitem nicht so mitgenommen wie viele andere. Ich habe auch nicht geweint (tu ich eh selten, hat vielleicht mehr damit zu tun, als damit, dass die Geschichte nicht zum Weinen wäre – das ist sie definitiv). Aber ich war auch soweit vorgewarnt, dass ich wusste, dass diese Geschichte nicht „gut“ ausgehen kann und habe sie sozusagen durchgehend in sehr melancholischer Stimmung gelesen.

Ich empfinde die Charaktere, jeden einzelnen, in seiner Art und seinen Reaktionen als nachvollziehbar.

Abel. Ich muss sagen, ich habe ihn auch bis zum Schluss geliebt. Ich habe mir nicht vorstellen können, dass ich einmal so viel Sympathie für einem Mörder empfinden könnte (dass er es war, wusste ich eigentlich von Anfang an, aber verdammt – ich wollte es wider besseres Wissen nicht glauben). Aber ich denke, er konnte nicht anders, alles, was er getan hat, war irgendwo unvermeidlich. Er hätte sich nicht helfen lassen (und das ist das eigentlich Tragische: Anna hätte ihn nicht retten können, auch wenn er diesen letzten Schuss nicht abgefeuert hätte), ich glaube, er hätte sich trotzdem aufgegeben. Ich finde, dass nicht Anna, sondern Abel derjenige ist, der bis zur totalen Selbstaufgabe geht. Er würde sprichwörtlich ALLES tun, damit Micha nicht das gleiche passiert wie ihm. Ich glaube, Abel hat es tatsächlich geschafft, meinen bisherigen, langjährigen Lieblingsromancharakter auf Platz zwei zu verdrängen.  


Anna. So seltsam es für viele sein mag, ich fand es unglaublich bewegend, dass sie Abel verziehen hat. Ich denke auch, dass sie da schon eine Ahnung hatte, was er erlebt hatte und wieso er so reagiert hat. Ihre Schuldgefühle bezogen sich meiner Meinung nach eher darauf, dass sie ihm nicht richtig zugehört hatte, als er „nein“ gesagt hat, weil sie sich einfach nicht vorstellen konnte, dass er wirklich nicht wollte. Ich fand sie auch nicht naiv. Auf ihre Weise stark, ja. Und großherzig. Und das Ende, die Stille, die hat mir eher Angst gemacht als mich getröstet. Weil sich das wirklich eher nach Aufgeben angehört hat. Ich hoffe, dass Anna aus diesem Loch wieder heraus und eine neue Liebe finden kann...

Micha. Ich möchte Micha mit heimnehmen und ihr Kakao kochen und sie knuddeln und ihr Geschichten vorlesen. Diese süße Unschuld und gleichzeitig kindliche Weisheit, das hat die Autorin so wunderschön verknüpft. Die bedingungslose Liebe, mit der sie an Abel hängt. Als sie am Ende ein Bild von Abel sucht, um es über dem Kamin aufzuhängen, damit er sie sehen kann (okay, an der Stelle kriege ich dann doch feuchte Augen).

Linda und Magnus. Hm, mit Magnus bin ich nicht so richtig warm geworden. Aber immerhin schien in Linda mehr zu stecken, als man am Anfang sehen konnte. Vor allem habe ich ihr hoch angerechnet, dass sie Micha gleich ins Herz geschlossen hat (ich glaube, da kommt die Mama in mir heraus). Wobei das natürlich wiederum auch mit ihrer eigenen Geschichte an Fehlgeburten zu tun hatte ...

Der Knaake. Ich hätte gern gewusst, ob er Abels Vater war. Andererseits hätte es zu dem Zeitpunkt auch nichts mehr genutzt. Und er hat sich auf seine Art um die „Kinder“ gesorgt. Das war irgendwie... herzerwärmend.

Gitta hat mich mit ihrem „mein Kind“ furchtbar genervt. Am Ende hat sie es wieder gutgemacht, als sie Bertil zur Schnecke gemacht hat. Als sie dieses stumme Zwiegespräch mit Abel hatte, hätte mir eigentlich klar sein sollen, dass sie etwas weiß, was der Leser noch nicht wusste, aber ich bin trotzdem die ganze Zeit auf die „oberflächliche Tusse“ hereingefallen.
Bertil wiederum hat mir die meiste Zeit leid getan, obwohl ich zwischendurch fast auf die falsche Fährte reingefallen wäre. Auch so einer, der nicht aus seiner Haut kann, ein „Nerd“, einer, mit dem die Mädchen nichts zu tun haben wollen ...

Ich versuche mir gerade vorzustellen, was es einen kosten muss, ein solches Buch zu schreiben – das stelle ich mir viel schlimmer vor, als es zu lesen.
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

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Beitrag #114, verfasst am 03.02.2012 - 08:54
Lapislazuli67 schrieb:

Ich versuche mir gerade vorzustellen, was es einen kosten muss, ein solches Buch zu schreiben – das stelle ich mir viel schlimmer vor, als es zu lesen.



Aaah.
Das ist die Frage, die ich seit Monaten mit mir herumtrage, um sie Antonia bei Gelegenheit zu fragen. ich hoffe, da ergibt sich bald mal was.
Ich sag dir dann, was sie geantwortet hat.
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Beitrag #115, verfasst am 03.02.2012 - 10:03
zu-o Gast schrieb:
Lapislazuli67 schrieb:

Ich versuche mir gerade vorzustellen, was es einen kosten muss, ein solches Buch zu schreiben – das stelle ich mir viel schlimmer vor, als es zu lesen.



Aaah.
Das ist die Frage, die ich seit Monaten mit mir herumtrage, um sie Antonia bei Gelegenheit zu fragen. ich hoffe, da ergibt sich bald mal was.
Ich sag dir dann, was sie geantwortet hat.


Hehe. Ich bin gespannt ^^.
Ehrlich, jedesmal, wenn ich mir versuche, das vorzustellen, läuft es mir kalt den Rücken herunter.
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

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Beitrag #116, verfasst am 05.02.2012 - 20:21
zu-o Gast schrieb:
Es ist nicht nur wunderbar zart geschrieben, es erzählt auch eine so brutale Geschichte, die so dermaßen ans Herz und an die Nieren geht, dass ich mich gar nicht traue, es auszulesen.

Anna, eine knapp 18jährige Schülerin aus einem liebevollen Elternhaus lernt Abel kennen. Außenseite Abel, den alle nur den polnischen Kurzwarenhändler nennen, und was er verkauft, dürfte klar sein.
Dies tut er nicht grundlos, denn nach dem Verschwinden seiner Mutter muss er allein für seine sechsjährige Schwester Micha sorgen, was er aufopferungsvoll tut. Abel und Anna verlieben sich ineinander und Anna wird Teil eines Märchens, das Abel ihr und Micha erzählt.
Aber dann ... vermischen sich Realität und Märchen. Es kommt zu Morden, Menschen und an sie angelehnte Märchenfiguren sterben ... und töten.
Alles deutet darauf hin, aber es kann doch unmöglich Abel sein, der diese Morde begeht, oder? Es darf nicht Abel sein!

Das Buch ist schrecklich kompromisslos und wirklich grausam, dabei gibt es keinerlei Splatterszenen. Es gibt eine Stelle, da saß ich mit brennenden Augen und dachte: Wow - noch nie erlebt, dass eine Autorin soo weit geht. Sie geht noch weiter. Und man geht mit, auch wenn man weiß, dass man das Buch besser zuschlagen und vor die Wand werfen sollte.
Wer sich zarte Romantik erhofft - oh ja, wird er bekommen. Damit diese dann in tausend kleine Fetzen zerissen wird.

Sehr radikal (gerade durch die zarte Sprache), nichs für allzu zarte Gemüter. Ein Buch, das richtig weh tut. Aber höchstwahrscheinlich mein Highlight in diesem Jahr.
Unbedingt lesen!



Das würde ich jetzt mal einfach so unterschreiben. Ich bin heute fertig geworden.
Ich saß erstmal fünf Minuten da und war echt fertig, ich hab einige Zeit gebraucht, um es wirklich zu realisieren.
Salüüü!
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Beitrag #117, verfasst am 19.02.2012 - 15:16
Ich hab Angst vor den Buschwindröschen.

Kein Scheiß jetzt. o.o

Ich werde heulen. Bestimmt. o.o
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Beitrag #118, verfasst am 14.03.2012 - 00:34
Abel hatte gestern, am 13.3. Geburtstag.
Ist es sehr krank, dass mir das letzte Woche und gerade eben eingefallen ist und dass ich mich schlecht fühle, weil es schon nach Mitternacht und sein geburtstag eigentlich vorbei ist?
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Beitrag #119, verfasst am 14.03.2012 - 17:40
Hecate schrieb:
Abel hatte gestern, am 13.3. Geburtstag.
Ist es sehr krank, dass mir das letzte Woche und gerade eben eingefallen ist und dass ich mich schlecht fühle, weil es schon nach Mitternacht und sein geburtstag eigentlich vorbei ist?

Ist es sehr krank, dass ich zuerst schreiben wollte: 'Komm, du musst dich nicht schlecht fühlen, er bekommt das ja nicht mehr mit.'?
...
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Beitrag #120, verfasst am 14.03.2012 - 17:59
Ich dachte auch "Eigentlich ist es ja egal, wir haben das Festland schließlich nicht erreicht."
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Beitrag #121, verfasst am 14.03.2012 - 18:24
Ja. o.o Und Kompliment an Frau Michaelis, das mich das Buch nach all der Zeit immer noch so fertig macht.
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