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Beitrag #26, verfasst am 06.08.2011 - 17:29
Ich finde nur, dass, wenn man so ein leeres Wort wie sagen benutzt, man dieses auch gleich weglassen kann.

"Du bist so ein Idiot!"

reicht dann doch völlig aus, ein leeres "sagte sie" hinten ran zu packen ist dann überflüssig.

Wenn man ein Sprachverb hinten ran setzt, dann sollte es schon was stärkeres sein als "sagen".

Meistens umgehe ich sowas wie Sprachverben einfach auch, in dem ich z.B. schreibe:

"Du bist so ein Idiot!" Vor lauter Wut klang ihre Stimme schrill.

(mal als plumpes Beispiel)

Aber sagen ist so leer, dass man es eig. auch gleich weglassen kann. Wenn man es denn sowieso überliest.
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Beitrag #27, verfasst am 06.08.2011 - 18:42
Ja, also ich verwende sagte auch meistens, wenn mehr als zwei Personen an einem Gespräch beteiligt sind und es klar werden muss, wer jetzt wen meint. Sicher kann man die Gestik, den Tonfall usw. in die Dialoge einbauen, sodass man den Namen an anderer Stelle einbauen kann. Das mache ich immer wieder, aber wenn's zu viel wird, ist das auch nur Füllmaterial. Und vor allem einen Exposition-lastigen-Dialog will man doch eher kurz halten.

Bei "Du bist ein Idiot!" würde ich in den meisten Fällen nackt schreiben.
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Beitrag #28, verfasst am 07.08.2011 - 14:26
Man könnte es ja auch mit den verschiedenen Tonlagen probieren: Sopran, Alt..was weiß ich. Das ist ja eigentlich ne ziemlich exakte Angabe.
Ich persönlich würde auch eher die ganz normalen Adjektive vorziehen. Sowas unterstreicht ja auch besser den Satz als wen man sagt "Ich liebe dich!", raunte er mit einer sopranen Stimme. Das soll ja auch immer Emotionen übertragen.
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Beitrag #29, verfasst am 05.09.2011 - 17:39
Ich verwende zum Beschreiben von Stimmen gerne Metaphern.
Also sowas wie:
"Seine Stimme klang so weich wie Watte, oder wie eine Feder oder wie ein Schokoladensufflé - oder alles gemeinsam"
oder:
"Die Stimme war hart wie Beton. Die Worte trugen sie wie eine Wand gegen mich"
oder:
"Sie weinte. Einige geschluchzte Worte drangen an mein Ohr. Ihre Stimme war so zerbrechlich wie Glas"
"Schreib den ersten Satz so, dass der Leser unbedingt auch den zweiten lesen will."
William Faulkner, US Schriftsteller und Nobel Preisträger (Literatur 1947)
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Beitrag #30, verfasst am 05.09.2011 - 18:50
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zuletzt bearbeitet am 05.09.2011 - 18:53
Nimm's mir nicht übel, aber da ist bloß eine (na gut, vielleicht auch zwei...) Metapher drin:
second-sunrise schrieb:
Ich verwende zum Beschreiben von Stimmen gerne Metaphern.
Also sowas wie:
"Seine Stimme klang so weich wie Watte, oder wie eine Feder oder wie ein Schokoladensufflé - oder alles gemeinsam"
oder:
"Die Stimme war hart wie Beton. Die Worte trugen sie wie eine Wand gegen mich"
oder:
"Sie weinte. Einige geschluchzte Worte drangen an mein Ohr. Ihre Stimme war so zerbrechlich wie Glas"


Stimmen mit "Sopran" oder "Alt" etc. zu beschreiben sagt mir irgendwie nicht zu, wobei es mir bei Sopran und Bass noch am ehesten einleuchtet, die sind aufgrund ihrer Randstellung noch sehr aussagekräftig (nicht im Sinne von "exakt" sondern im Sinne von "erzeugen eine Vorstellung beim Leser").
Oh mein Gott, wir haben vergessen, einen auf Pagan zu machen, jetzt sind wir nicht mehr trve...

Ich habe versucht, in meinem Beitrag den Begriff "heteronormative Kackscheiße" unterzubringen, aber es hat mir nicht gelingen wollen...
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Beitrag #31, verfasst am 06.09.2011 - 13:28
Andauril schrieb:
Ich finde nur, dass, wenn man so ein leeres Wort wie sagen benutzt, man dieses auch gleich weglassen kann.

Aber sagen ist so leer, dass man es eig. auch gleich weglassen kann. Wenn man es denn sowieso überliest.


Wieso findest du, dass "sagen" ein leeres Wort ist? Ich persönlich empfinde es nicht als leer, im Gegenteil. Für mich stellt es eine Art Neutralität dar. Wenn jemand etwas "sagt" heißt das für mich, dass alles relativ sachlich rüberkommt. Er schreit nicht, er zischt nicht, er grölt nicht, er brummt nicht etc. Wenn jemand nur den Satz schreibt, kann man sicherlich im Kontext auch herausfinden, in welchem emotionalen Zustand dieser gesprochen wurde, aber im Allgemeinen kann ich eure Aversion gegen "sagen" nicht nachvollziehen. Ich finde es wichtig, vor allem, wenn es nicht ständig benutzt wird.
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Beitrag #32, verfasst am 06.09.2011 - 13:57
Ich versuche Stimmen immer "situationsbedingt" zu beschreiben. Entweder mit einem Wort ... Knurren, brummen, schreien ... etc. oder eben mit Umschreibungen z. B.:

* Ihre/seine Stimme
                   ... war nur noch ein Hauch
                   ... war schneidend wie ein Messer/Skalpell/Glas (oder was auch immer einem einfällt an
                       scharfen Sachen)

Natürlich sollte man sich überlegen, ob der "Gegenstand" der Umschreibung zur Umgebung der Geschichte paßt. Z. B. die Sache mit "hart wie Beton" in einer Umgebung zu benutzen, in der es gar keinen Beton gibt oder geben sollte, würde für mich dann irgendwie hinken.

Sorry, nennt mich einen Nörgler, aber LÄRCHEN können nicht singen ... zumindest habe ich noch nie einen Baum singen hören (auch wenn in diversen Fantasygeschichten ja alles möglich ist, so könnte ich damit absolut nichts assoziieren). Wenn der Vergleich schon sein soll, dann nehmt doch bitte eine LERCHE
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Beitrag #33, verfasst am 06.09.2011 - 17:30
Edvard Elch
ich meinte eigentlich nicht Metaphern sondern Vergleiche - sorry, hab ich verwechselt. Ich denke nur irgendwie immer an Metaphern wenn ich an "sprachliche Bilder" denke ...
aber danke, dass du mich drauf hingewiesen hast :)
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Beitrag #34, verfasst am 07.09.2011 - 10:23
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zuletzt bearbeitet am 07.09.2011 - 10:24
Ich beschreibe Stimmen entweder gar nicht, oder verwende hemmungslos Vergleiche. Kommt auf den jeweiligen Protagonisten an.

"Eine angenehme Stimme, tief und rau, fast wie das Rauschen des Meeres", habe ich zB verbrochen, oder "ihr munteres Geplauder so schön anzuhören wie der Gesang einer Lerche"...wobei das zugegebenermaßen eine Parodie war.

Allgemein scheue ich mich da nicht, kitschig zu werden. Wenn mein Protagonist nun einmal einen kitschigen Geschmack hat...oder in einem Kulturkreis lebt in dem der Vergleich mit einer Lerche üblich ist...
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Beitrag #35, verfasst am 07.09.2011 - 15:29
Ich benutze oft "sagen" oder einen genaueren Ausdruck dafür mit einem Gefühlsadjektiv oder -adverb.
Z.B.: "Warum passiert so etwas immer mir?" fragte sich XY laut mit einem verbitterten Unterton.
Wie z. B. eine verbitterte Person klingt, können sich alle Leser vorstellen, und es kommt kein Kitsch auf.
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Beitrag #36, verfasst am 27.09.2011 - 15:42
Ich beschreibe die Stimmen sehr wenig und beschränke mich meistens auf ein simples ", sagte X".
Den Klang der Stimme soll/kann sich der Leser selber vorstellen. Je nachdem wie eine Person aussieht (sprich: Wie sie vorher beschrieben wurde) mag die Stimme in der Vorstellung des Lesers anders klingen.
Wenn jetzt zum Beispiel ein Schrank von Kerl mit Vollbart spricht, stell ich mir seine Stimme automatisch brummig vor (ich denk in Schubladen, ja).
Ich wäre ziemlich irritiert wenn zum Beispiel die Stimme eines solchen Bären von Mann als "piepsend" bezeichnet werden würde.
Es gibt natürlich auch Ausnahmen, etwa wenn jemand zum erstenmal spricht den man in diesen Moment aber nicht sieht (bevorzugt eine Hexe die krächzend  Kinder in ihr Haus hereinbittet). Da beschreibe ich die Stimmen gerne mit Vergleiche.

Letztendlich bin ich was Stimmen angeht, der Meinung dass man den Leser nicht alles vorkauen sollte. Der Leser soll mal ruhig ein wenig Fantasie aufbringen und sich die Stimme vorstellen.
"Eine Stadt schießt ihre Lichter in die Nacht
Doch die Nacht ist stärker
groß ist ihre Macht."
 -Zoi
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Beitrag #37, verfasst am 29.09.2011 - 15:07
Meistens schreibe ich krächzte sie oder räusperte er sich oder sowas...irgendwas besonderes...
In der Brust eines jeden Schriftstellers schlägt ein Herz aus Papier ♥

vorher: Fiaa--
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Beitrag #38, verfasst am 28.10.2011 - 19:52
Ich finde die Stimme relativ wichtig.
Kommt auf den Zusammenhang der Geschichte an.
Du bist nicht perfekt? Na und? Noah hat die Arche gebaut und Ingeneure die Titanik...
 
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