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Beitrag #1, verfasst am 03.01.2012 - 15:53
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zuletzt bearbeitet am 03.01.2012 - 15:54
Heute ist der 120. Geburtstag des großen Professors, der uns die Welt von Mittelerde gegeben hat. Vielleicht ein guter Zeitpunkt um zu sagen, was ihr eigentlich über ihn denkt. Seht ihr ihn nur als den Schöpfer von Mittelerde? Als den Schöpfer der modernen Fantasy? Oder seht ihr Schwächen in seinen Werken, die ihr auf seinen Charakter zurückführt?
Ich bin gespannt auf eure Meinung.

Für mich ist John Ronald Reuel Tolkien ein großes Vorbild. Die Art, wie er sich mit Sprache auseinandergesetzt hat, beeindruckt und inspiriert mich. Ich habe großen Respekt vor seiner Schöpfung und halte sie bis heute für uneingeholt. Auch finde ich es bemerkenswert, dass er als strenggläubiger Katholik das Genre der modernen Fantasy quasi "erfunden" hat, das heute von der Kirche ironischerweise noch immer kritisiert wird.

Andererseits bin ich nicht blind gegenüber der Tatsache, dass er auch nur ein Mensch war, einer mit Schwächen, wie zum Beispiel seine pessimistische Grundhaltung und ein paar andere Ansichten, die er vertrat.

Dennoch bewundere ich ihn zutiefst und er bleibt mein großes (und natürlich unerreichbares) Vorbild.

Jetzt seid ihr dran!
"Ich habe mich immer meiner Fähigkeit gerühmt mit Worten zu spielen.
Worte sind, meiner nicht so bescheidenen Meinung nach, unsere wohl unerschöpflichste Quelle der Magie."

- Albus Dumbledore
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Beitrag #2, verfasst am 03.01.2012 - 17:44
Was mir bei ihm auffällt: Sprachprofessor, aber nichts mit Abwechslung. Ich lese gerade wieder LoTR im Original und die Leute fragen nicht, sie antworten nicht, sie sagen grundsätzlich nur. Es nervt nach einer Weile dezent :D

Ansonsten hat er ein ziemlich detailliertes Universum für sich geschaffen - viel an Kulturen angelegt, die wir auch haben - was ich bemerkenswert finde.
Was ich als OP lese, bekommt nur in den seltensten Fällen ein Review

Freundlicher, höflicher Umgang ist erwünscht. Wenn nicht, kann ich ebenfalls bissig werden.
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Beitrag #3, verfasst am 03.01.2012 - 17:56
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zuletzt bearbeitet am 03.01.2012 - 17:57
Dass Tolkien heute seinen 120. Geburtstag hätte, ist mir ehrlich gesagt erst beim Blick ins Wikipedia eingefallen - !

Für mich ist Tolkien in jedem Fall ein Künstler, auch wenn er selbst - damals wie heute - ein ausgesprochen altmodischer Mensch war. Aber wenn er das nicht gewesen wäre, hätte es sicherlich auch keinen Herr der Ringe gegeben, und das Gebiet hätte sich möglicherweise anders entwickelt.
Mich interessiert Tolkien vor allem als ein Mensch, der sich mit dem Nordischen beschäftigt hat, zu einer Zeit, als es von den Nazis pervertiert wurde, und der ihm seine Würde und Schönheit bewahren wollte, die imho besitzt.
Außerdem lese ich ihn auch als Sprachwissenschaftler, weil er bzw. das Elbische gewissermaßen ein Grund sind, warum ich Germanistik erlerne
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Beitrag #4, verfasst am 03.01.2012 - 20:03
@Sulime: Danke, dass Du an diesen Gedenktag erinnert hast.

Für mich ist HdR das großartigste Buch des 20. Jahrhunderts. Ich habe es lange vor dem Film-Hype zum ersten Mal gelesen - und seitdem immer wieder, ich weiß nicht wie oft. Es ist wie ein Freund, der mich viele Jahre begleitet hat und es immer noch tut.

Ich habe seitdem (vorher habe ich Fantasy nicht angerührt!) viele Fantasy-Bücher gelesen, aber bei keinem davon hatte ich das Gefühl, in einer anderen, aber völlig realen Welt zu sein - so wie bei HdR.

Altmodisch? Ja, was erwartet man denn von einem Autor, der 1892 geboren wurde? Mir gefällt dieser Stil, ich finde ihn unglaublich schön und versuche gelegentlich ein bisschen, ihn nachzuahmen - aber das ist natürlich mehr als vermessen.

Ich habe auch zahlreiche Personen getroffen, die mit dem Buch nichts anfangen konnten. Ich möchte hier ein paar Sätze zitieren (aus dem Gedächtnis, daher nicht wörtlich), die einer seiner Kritiker im Klappentext einer früheren Ausgabe geschrieben hat:

"Ich beneide Sie um das Vergnügen, dieses Buch zum erstenmal zu lesen... Ich muss Sie anständigerweise warnen, dass es zu den Büchern gehört, zu denen es kein neutrales Verhältnis gibt. Sie werden hellauf begeistert sein - oder es vollkommen unlesbar finden."

Wie Recht er hatte.
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Beitrag #5, verfasst am 03.01.2012 - 22:36
Sulime schrieb:
Auch finde ich es bemerkenswert, dass er als strenggläubiger Katholik das Genre der modernen Fantasy quasi "erfunden" hat, das heute von der Kirche ironischerweise noch immer kritisiert wird.


Ist das so? O.O
Ich bin selber katholisch und begeisterter Herr der Ringe – Fan, ich kann an den Büchern nichts unschickliches oder unmoralisches finden o_O
Eher würde ich sogar sagen, dass sie durchaus „religiös“ sind, auch wenn das eher versteckt ist und nicht sofort auffällt. ;)
Nun ja...

Für mich ist Tolkien auf alle Fälle der Gründer des modernen Fantasy.
Ich habe noch nie etwas derartiges gefunden wie seine Werke.
Noch niemand hat vor ihm jemand ein solches Universum erschaffen!
Das ist gewaltig und versetzt mich immer wieder in Staunen. :)
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Beitrag #6, verfasst am 04.01.2012 - 01:56
Naja...es kommt Magie drin vor, also ist es für einige Hardliner-Katholiken Teufelswerk.

B-chan schrieb:
Was mir bei ihm auffällt: Sprachprofessor, aber nichts mit Abwechslung. Ich lese gerade wieder LoTR im Original und die Leute fragen nicht, sie antworten nicht, sie sagen grundsätzlich nur. Es nervt nach einer Weile dezent :D

Wer sagt denn, dass Sprachwissenschaftler gute Schriftsteller sind? Sie zerlegen Sprache, um zu schauen, wie sie funktioniert, in Tolkiens Fall setzen sie vielleicht neue Sprachen zusammen. Aber sie kümmern sich meistens nicht darum, mit den Sprachen Literatur zu schaffen.
Oh mein Gott, wir haben vergessen, einen auf Pagan zu machen, jetzt sind wir nicht mehr trve...

Ich habe versucht, in meinem Beitrag den Begriff "heteronormative Kackscheiße" unterzubringen, aber es hat mir nicht gelingen wollen...
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Beitrag #7, verfasst am 04.01.2012 - 16:50
Beleg Cuthalion schrieb:
Sulime schrieb:
Auch finde ich es bemerkenswert, dass er als strenggläubiger Katholik das Genre der modernen Fantasy quasi "erfunden" hat, das heute von der Kirche ironischerweise noch immer kritisiert wird.


Ist das so? O.O


Man denke zum Beispiel mal an den Ärger, den es wegen der Harry Potter Bücher gab... Ich kann es ja auch nicht verstehen, ich bin ebenfalls christlich und finde nichts an diesem Buch, was irgendwie dem christlichen Glauben widerspricht. Aber es gibt diese Kritik.
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Beitrag #8, verfasst am 04.01.2012 - 19:50
Sulime schrieb:
Beleg Cuthalion schrieb:
Sulime schrieb:
Auch finde ich es bemerkenswert, dass er als strenggläubiger Katholik das Genre der modernen Fantasy quasi "erfunden" hat, das heute von der Kirche ironischerweise noch immer kritisiert wird.


Ist das so? O.O


Man denke zum Beispiel mal an den Ärger, den es wegen der Harry Potter Bücher gab... Ich kann es ja auch nicht verstehen, ich bin ebenfalls christlich und finde nichts an diesem Buch, was irgendwie dem christlichen Glauben widerspricht. Aber es gibt diese Kritik.


Okay, aber Harry Potter...da stimme ich den "Hardliner-Katholiken" (Ich find den Ausdruck genial ;-))zumindest zum Teil zu.
Ich kritisiere einiges an Harry Potter, was meiner Meinung nach tatsächlich "unchristlich" (falsches Wort, aber mir fällt grad nichts gescheites ein) ist, aber nun ja...HP ist ja nicht Herr der Ringe und die beiden Werke kann man kaum vergleichen...

Es ist auch eine Sache der Auffassung.
Etwas was ich harmlos finde, wird von jemand anderem als vielleicht absolut "teuflisch" empfunden ;-)
Umgekehrt genauso :-P
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Beitrag #9, verfasst am 05.01.2012 - 09:43
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zuletzt bearbeitet am 05.01.2012 - 09:45
Happy birthday nachträglich, Tolkien!!!

Was ich in ihm sehe? Ein Genie! <3
Bevor ich "Der Herr der Ringe" gelesen habe, habe ich mich so gar nicht für Fantasy interessiert. Ich habe die Bücher auch erst gelesen, nachdem ich den ersten Film gesehen habe.
Die Welt, die ich da auf der Leinwand gesehen habe, hat mich so fasziniert, dass ich mir sofort die Bücher kaufen musste, die mich dann von Anfang an fesselten! Und ich weiß nicht, ob er der Schöpfer der modernen Fantasy ist, aber er ist auf jeden Fall der Schöpfer meiner Fantasiewelt.


Ich lese sie auch immer wieder gerne (vor allem, weil keine Vampire darin vorkommen...), ebenso wie die beiden anderen Werke von ihm: "Der kleine Hobbit" und "Das Silmarillion"
Tja, letzteres ist euch bestimmt nicht aufgefallen, wenn man meinen Nicknamen mal so betrachtet! :D Und seit 2010 habe ich meine Liebe zu seinen Werken nun auch unter der Haut :) Ein Tattoo in elbischer Schrift.

An dieser Stelle will ich Tolkien auch mal für seine wundervolle Kreation danken. Die Welt von Mittelerde war und ist für mich immer ein Zufluchtsort gewesen. Ich verkrieche mich in ihr, kann aber auch daraus neue Kraft schöpfen.
Das Paradies nach dem Tod kann mir gestohlen bleiben, ich will ins Auenland!! xD

Beleg Cuthalion schrieb:

Es ist auch eine Sache der Auffassung.
Etwas was ich harmlos finde, wird von jemand anderem als vielleicht absolut "teuflisch" empfunden ;-)
Umgekehrt genauso :-P


Genau so sieht's aus. Für mich ist das alles Fantasie, die im Kopf anfängt und kein Werk des Teufels. Und wenn der Glaube jemanden schon so sehr einschränkt, dass er die Fantasie blockiert... nun ja, ich würde damit nicht leben wollen.
Aber eigentlich kann ich so gut wie nichts darüber sagen (ich wollte nur mal meinen Senf dazu geben xD), da ich sowieso kein Fan vom katholischen Glauben bin.

Ich hab hier übrigens noch was Süßes gefunden:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4f/P1010199.JPG
Beren & Luthien <3
End? No, the journey doesn't end here. Death is just another path, one that we all must take. The grey rain-curtain of this world rolls back, and all turns to silver glass, and then you see it.
(Gandalf - The Lord Of The Rings)
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Beitrag #10, verfasst am 05.01.2012 - 17:43
Yavanna schrieb:

Ich hab hier übrigens noch was Süßes gefunden:
http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/4/4f/P1010199.JPG
Beren & Luthien <3


Ich find das auch total süss :)
 
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