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Beitrag #151, verfasst am 31.01.2012 - 17:37
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zuletzt bearbeitet am 31.01.2012 - 17:39
Dann sind wir wohl auch hier an einem Punkt, der mir einfach nur irgendwie unwirklich vorkommt.
Ich bin mir sicher, "mich" würde das irritieren und deshalb empfinde ich es seltsam wenn dann ein z.B 18Jähriger, der bis jetzt nur Freundinnen hatte und sich nie Gedanken gemacht hat dann einfach so hinnimmt, "gut steh ich halt (auch) auf Kerle."

Wenn das gar nicht so selten ist, okay. Hab ich was gelernt. Seltsam werd ich es aber wohl weiterhin finden.
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Beitrag #152, verfasst am 31.01.2012 - 21:13
Von sich nie Gedanken machen, war ja auch nicht die Rede, sondern von zum Charakter passen und in sich stimmig. Wenn dein 18-jähriger aus einem toleranten Umfeld kommt, entsprechend erzogen wurde, einen nicht rein straighten Freundeskreis hat oder sich sonstwie Gedanken gemacht hat, why not?
Ob das in FFs/FAs so umgesetzt wird, ist wieder eine andere Frage.
Nun ja, jedem das seine.
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Beitrag #153, verfasst am 01.02.2012 - 22:12
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zuletzt bearbeitet am 01.02.2012 - 22:12
maryanne schrieb:
Von sich nie Gedanken machen, war ja auch nicht die Rede.


Doch. Meinerseits eigentlich von Anfang an.

Ich hab so viele FFs gelesen, wo Harry sich auf Draco einlässt, seine Beziehungen zu Cho und Ginny auch erwähnt wurden und naja, passt schon. Wo das dann so gehandhabt wird, wie z.B Draco/hermine. Dass Draco männlich ist, das ist so unwichtig als hätte Harry schon immer gewusst, dass er auf beide Geschlechter steht.

Und das fände ich in einer FA eben ungelungen. Wenn eine heterosexuelle Person, bzw eine Person die von sich denkt heterosexuell zu sein, ohne weiter Gedanken was mit einem Jungen/Mann anfängt, obwohl sie (also er) vorher nur auf Mädchen /frauen stand.
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Beitrag #154, verfasst am 07.03.2012 - 11:48
nachtdrude schrieb:

Sicher. Und so extrem dramatisch muss es ja auch nicht sein. Ich finds nur komisch, wenn das kurz schulterzuckend besonders von einem selbst hingenommen wird.


Weißt du, bei mir war es genau so (mit einem Schulterzucken bin ich wieder Gameboy spielen gegangen), aber ich wusste auch schon seit dem Kindergarten, dass ich nicht "dazupasse". Wenn man das ein Leben lang merkt, dann ist die Erkenntnis nicht weiter dramatisch, vielleicht sogar ein bisschen erleichternd, dass man endlich weiß, was genau einen von dem Durchschnitt unterscheidet.

Das hat sich bei mir erst geändert, als ich zu spüren kam, was die meisten größeren Kinder tun, wenn jemand anders ist.

Bei jemandem, der nur Freundinnen hatte, wird es, wie ich glaube, schwieriger zu akzeptieren, je älter er ist. Meine letzte Beziehung ist ewig her und es war jemand, der mich sozusagen als "Sprungbrett" zur Homosexualität benutzt hat, nach dem Motto: "Ausprobieren und gut ist." Das war... hochdramatisch und voller Selbstzweifel und Qual. Deswegen verurteile ich ihn auch nicht (mehr) dafür, dass die Beziehung nicht hielt.

Er war so gefoltert durch seine für ihn nicht nachvollziehbare Sexualität, dass ich glaube, er wird noch ein paar Jährchen brauchen - und dabei war er erst 24 Jahre alt. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was in einem 40-jährigen Vater vorgehen mag, wenn er "es" dann vor sich selbst zulässt.

nachtdrude hat also schon recht damit, dass es nicht so einfach sein muss. Aber ich denke, meine Erfahrungen damit sind nicht repräsentativ. Es gibt sicher auch Leute, die das einfach wegstecken und sich akzeptieren können, vielleicht sogar über ihren Irrtum lachen. Als Autor würde ich gern mal über so einen Charakter schreiben, das reizt mich jetzt.
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Beitrag #155, verfasst am 07.03.2012 - 19:36
Ich für meinen Teil halte mich aus dem Slashgenre völlig fern.
Viele Charaktere, die in Fandoms auftauchen, werden für Slashgeschichten nachträglich auf "schwul getrimmt". Das ist nicht nur völlig unnatürlich und bringt die Charaktere völlig verfälscht wieder, sondern ist in den meisten Fällen ziemlich stereotyp.
Ich bin selber bisexuell. Trotzdem kriege ich bei 90% der Schwulen, die man beispielsweise im TV forgesetzt bekommt, einen Würgereflex. Egal welche Sexualität ein Mensch hat - er soll sie offen leben, aber nicht jedem unter die Nase reiben. Schliesslich würde auch keiner einen Heteromann mögen, der allen Frauen einen Kuss zuwirft und grabscht, wo er nur kann.
Vielleicht sollten einige der Slashautoren darüber nachdenken, warum sie über Slash schreiben - und es nur dann tun, wenn sie zu dem Schluss kommen, dass es wirklich relevant für die Geschichte ist und sie damit etwas ausdrücken wollen. Sonst ist das ganze nämlich nur aufgeflanscht und nicht Teil der Geschichte....

MfG Merc
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Beitrag #156, verfasst am 07.03.2012 - 23:25
In der freien Prosa finde ich Slash Geschichten auch sinniger, als in den fanfictions. Es seidenn, in dem Genre sind schon homosexuelle Andeutungen zu finden.
Aber ich kann es drehen und wenden wie ich will, das ist nichts für mich.
Ich will es nicht lesen und ich bin und bleibe jedesmal schockiert wie groß die Anhängerschaft der Slash-Stories ist.
Aber... jedem das Seine, mir das Meine und meins ist das nicht.
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Beitrag #157, verfasst am 08.03.2012 - 01:22
nachtdrude schrieb:
Ich hab so viele FFs gelesen, wo Harry sich auf Draco einlässt, seine Beziehungen zu Cho und Ginny auch erwähnt wurden und naja, passt schon. Wo das dann so gehandhabt wird, wie z.B Draco/hermine. Dass Draco männlich ist, das ist so unwichtig als hätte Harry schon immer gewusst, dass er auf beide Geschlechter steht.


Sowas kann man in dem Alter, um das es vermutlich geht, durchaus schon bemerkt haben, ohne in einen Jungen verliebt gewesen zu sein.

Finde ich bei Fanfiction eigentlich geschickter als wenn Harry einfach für schwul erklärt wird (und das auch schon immer wusste), und man dann hanebüchene Erklärungen für seine Schwärmerei für Cho bzw. die Beziehung mit Ginny erfinden muss.
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Beitrag #158, verfasst am 08.03.2012 - 07:47
Naja, man könnte das ja zumindest in einem Nebensatz erwähnen. Ich meinte damit dass es so unwichtig ist, als hätte Harry es immer gewusst, eigentlich auch mehr, dass es ganz selbstverständlich rüberkommt. Erst werden Cho und Ginny, dass er was mit ihnen hatte irgendwie erwähnt und dann kommts halt dazu, dass er was mit Draco hat. Also dass Harry von seiner Bisexualität schon länger wusste ist einfach nur die logische Schlussfolgerung dazu.

Aber wie gesagt, in einer FF seh ich das auch nicht so eng, bei einer FA würd ich mich trotzdem fragen, warum man vorherige Freundinnen erwähnt und den Prota dann unkommentiert mit einem Jungen oder Mann ins Bett schickt.
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Beitrag #159, verfasst am 08.03.2012 - 20:16
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zuletzt bearbeitet am 08.03.2012 - 20:20
maryanne schrieb:
Wenn ich das lese, habe ich einfach das Gefühl, die Charaktere sind nur deshalb homosexuell, weil Verbotenes so schön spannend ist und weil man sonst nicht so genau weiß, was die Liebenden 20 Kapitel davon abhalten soll, zusammenzufinden. Und deshalb bekommt eben ein Prota einen total homophoben sozialen Hintergrund verpasst... Tut mir leid, wenn ich hier kleine Mädchenträume zerstören, aber es soll tatsächlich Homosexuelle geben, die sich verlieben, obwohl sie beide längst geoutet sind. Und Outing ist auch nicht immer gleich totaler psychischer Zusammenbruch.
Und ja, wenn ich mich bei gedruckter homosexueller Literatur umschaue, dann finde ich jede Menge Geschichten, die einfach nur Liebesgeschichten zwischen Menschen erzählen, und die als Heterogeschichte ähnlich gut funktionieren würden. Das ist für mich der wesentliche Unterschied, und genau das stört mich an FF-Slash-Geschichten.

Ich will ja deine "Träume" nicht zerstören, aber Homophobie ist ein berechtigtes Thema, wenn man schon ein homosexuelles Pairing hat. Es gibt genug homophobe Familien und Eltern, die ihre Kinder aus dem Haus werfen, und es gibt etliche Länder auf dieser Welt, da müssen Homosexuelle (vor allem Schwule) um ihr Leben fürchten oder zumindest sehr lange Gefängnisstrafen erwarten.

Das ist so, als würde man einen schwarzafrikanischen/orientalischen/asiatischen/etc ... Charakter haben und man möchte vielleicht (auch berechtigerweise, da es in der realen Welt auch ein großes und heikles Thema ist) nebenbei das Thema Rassismus unterbringen, dafür sagt jemand "tut mir leid, wenn ich hier kleine Mädchenträume zerstören ..."

Zum Thema: Klar, nicht jeder Homosexueller scheitert an seinem Outing, aber es gibt viele, denen es so ergeht, deswegen kann man's auch schreiben. Man muss es nicht gleich übertreiben und jedem eine schreckliche Familie andichten, aber es reicht ja schon, wenn jemand an der Schule/in der Arbeit/auf der Straße/etc ... schlechte Erfahrungen diesbezüglich machen muss.

Schön wär's, wenn man die Themen auslassen könnte, weil es auf der Welt keine Homophobie, keinen Rassismus, keine Verurteilung wegen Religion oder Geschlecht, von Ärmeren, etc ... gibt, aber sie ist halt kein rosa Ponyhof, daher ERWARTE ich mir schon fast, dass der Autor gewisse Themen zumindest anschneidet. ^^"
 
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