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Beitrag #1, verfasst am 21.03.2009 - 16:28
Übersetzt ihr eure eigenen Geschichten, lasst ihr sie übersetzen, übersetzt ihr fremde Geschichten?
Lest ihr Übersetzungen? Oder gleich das Original?

Haltet ihr es für sinnvoll, Fanfictions oder Originale zu übersetzen um sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen oder glaubt ihr, dass dadurch Sinn und Form verzerrt werden könnte, wenn man mit seinem Schulenglisch versucht eine ganze Geschichte möglichst genau zu übersetzen?

Kennt ihr gute Übersetzer oder Übersetzungen?
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Beitrag #2, verfasst am 21.03.2009 - 16:58
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zuletzt bearbeitet am 21.03.2009 - 17:18
Ich übersetze aus dem Englischen.
Hin und wieder finde ich eine Fic, die mich so  beschäftigt, packt oder bewegt, dass ich mich länger damit beschäftigen möchte. Und da mir da immer wieder lesen nicht reicht , übersetze ich sie. Selbstverständlich erst nachdem ich den Autor gefragt habe und auch die Erlaubnis bekomme, sie hochzuladen.

Selbst lesen mag ich Übersetzungen, zumindest aus dem Englischen, nicht. Durch meine eigene Arbeit sehe ich Fehler zu leicht (bei mir selbst natürlich nicht immer *seufz*) und da lese ich dann lieber gleich das Original. Mal ganz davon abgesehen, dass ich von den meisten Übersetzungen das Original eh schon kenne. Ausnahme: Betaarbeit.

Aber ich habe eine Übersetzung aus dem Spanischen gelesen, die mich total gefesselt hat - und die hätte ich im Original nicht lesen können. Und das wäre ein echter Verlust gewesen (und so hohes Lob vergebe ich selten).

Für das Beispiel Englisch: Schulenglisch reicht eigentlich bei weitem nicht. Ich selbst lese seit Jahren hauptsächlich englische Bücher, habe Kontakt zu englischsprachigen Menschen und habe mich erst letztes Jahr ans Übersetzen getraut.

Man braucht außer den reinen Sprachkenntnissen ein Gefühl für Situationen und wie sie in den Sprachen unterschiedlich ausgedrückt werden und man muss feste Redewendungen förmlich "riechen" können, weil man sonst in der Gefahr steht, sehr seltsame "Gurken" zu produzieren.

Kenne ich gute Übersetzer... Ja. Vaysh hier auf FF.de, die übersetzt allerdings auch beruflich und ist von daher wohl außer Konkurrenz...
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

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Beitrag #3, verfasst am 21.03.2009 - 17:14
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zuletzt bearbeitet am 21.03.2009 - 17:16
Also ich habe ein paar meiner eigenen Sachen von Deutsch ins Englische übersetzt und plane, das noch mit anderen zu machen. Natürlich suche ich mir für sowas dann auch einen kompetenten Betaleser. Ich habe auch schon mal überlegt, ob ich vielleicht andere englischsprachige Sachen übersetzen sollte, aber bisher hat sich das noch nicht ergeben. Außerdem habe ich bisher eher Erfahrung mit Sachtexten (= der OTW-Seite).

Selber lese ich Übersetzungen aber äußerst ungern, einfach weil ich da seeehr viele Übersetzungsfehler finde, zumindest war das so, als ich sie noch gelesen habe. Die Zeiten waren oft falsch, die Satzstellung zu englisch und die Wörter und Phraseme wurden oft einfach zu wörtlich übersetzt. Mir fällt das eben auf, weil ich beim Lesen quasi das englische Original mithöre, und das sollte eigentlich nicht der Fall sein.

Die wenigsten übersetzen auch Geschichten aus anderen Sprachen als Englisch, wo es mir wohl mehr bringen würde. Und die wenigsten Geschichten werden auch von Deutsch auf Englisch übersetzt. Prinzipiell bin ich aber starker Befürworter von Übersetzungen, da es unseren Horizont erweitert und uns mehr Geschichten zugänglich macht (daher bin ich ja auch Freiwillige bei der OTW).

ETA: Schulenglisch kann man für sowas in die Tonne treten. Da hat man einfach nicht die nötigen Werkzeuge in die Hand bekommen, ganz zu schweigen von dem nötigen übersetzungstheoretischen Hintergrund.
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Beitrag #4, verfasst am 21.03.2009 - 17:20
@Rodo: Was ist OTW?

Wir haben gerade in unterschiedlichen Worten so ziemlich das Gleiche geschrieben...
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Beitrag #5, verfasst am 21.03.2009 - 17:24
Lapislazuli67 schrieb:
@Rodo: Was ist OTW?

The Organization for Transformative Works. Da bin ich im deutschen Übersetzerteam. Bisher arbeiten wir noch hauptsächlich an der Webseite, aber demnächst sollten wir uns auch ans Archiv machen.
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Beitrag #6, verfasst am 21.03.2009 - 18:42
Ich lerne jetzt seit fast 12 Jahren Englisch (okay, die letzten 2 1/2 eher Business English), aber ich würde es mir nicht zutrauen, eine Geschichte ins Englische zu übersetzen. Einfach weil es so viele mögliche Wörter gibt, man aber die genauen Bedeutungsaspekte nicht unbedingt kennt. Und die Satzstrukturen sind auf Englisch teilweise ganz anders. Da würde bestimmt vieles total unidiomatisch und viel zu kompliziert wirken. Wer von uns weiß denn z. B., wie sich englische Jugendliche unterhalten?
Wenn man es aber trotzdem machen möchte, braucht man wirklich eine gute und geduldige Betaleserin. (Und ehrlicher Wiese habe ich auch schon mit dem Gedanken gespielt, mich mal mit einer Deutsch-Englisch-Übersetzung zu versuchen. Und manchmal hab ich den englischen Satz im Kopf und muss ihn für meine Geschichte erst ins Deutsche übersetzen- das nervt^^.)

Englisch-Deutsch traue ich mir dahingegen zu. Man sollte jedoch in dem Zeitraum, in dem man intensiv übersetzt, genug deutsche und wenig englische Texte lesen. Mir jedenfalls geht es so, dass sich mein Syntax einenglischt. Und nach dem Übersetzen sollte man sich einige Tage Zeit geben und anschließend alles noch mal überarbeiten, weil einem dann eher auffällt, dass die Satzstruktur oder die Wortwahl total Englisch klingen.
Man sollte auch nicht glauben, dass professionelle Übersetzer oder Dolmetscher keine Fehler machen. Es soll da z. B. eine Buffy-Folge geben: "Komm, lass und 'Kerker und Drachen' spielen." ...

Ich lese ab und an Übersetzungen, aber auch sehr viel gleich bei ff.net. Vor allem, wenn das Original schon fertig ist und die Übersetzung nicht, auch wenn ich das der Übersetzerin gegenüber etwas unfair finde^^.
Manchmal liest man bei Übersetzungen ein Wort, weiß sofort, was da auf Englisch stand und denkt sich "Ne ... nicht wirklich, eher xy". Und das finde ich ehrlich gesagt etwas nervig.

Eigentlich sollten Englisch-Deutsch-Übersetzungen überflüssig sein. (Wirklich, wieviele Realschüler gibt es heutzutage noch, die mit Französisch angefangen haben und deshalb nur 4 Jahre lang Englisch hatten?) Aber mir macht z. B. Übersetzen Spaß und ich kann es verstehen, wenn man eine Geschichte, die einem gefallen hat, übersetzen mag.

Mal eine Zusatzfrage: Wie übersetzt ihr? Mit zwei Dokumenten nebeneinander? Druckt ihr's Original aus oder schreibt ihr erstmal auf Papier? Oder im selben Dokument? (Ich bin es halt gewohnt, für meine Hausaufgaben das Blatt neben mir, Leo oder dict.cc am PC und den Schreibblock vor mir zu haben.)
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Beitrag #7, verfasst am 21.03.2009 - 18:52
Also, Deutsch-Englisch würde ich mich auch sehr schwer tun. Andersherum ist es doch wesentlich einfacher.

Julichris schrieb:
Und nach dem Übersetzen sollte man sich einige Tage Zeit geben und anschließend alles noch mal überarbeiten, weil einem dann eher auffällt, dass die Satzstruktur oder die Wortwahl total Englisch klingen.


Genauso mach ich das. Gibt nichts schlimmeres als übersetzen und gleich hochladen. Was aber prinzipiell auf jede Schreiberei zutrifft...

Julichris schrieb:
Eigentlich sollten Englisch-Deutsch-Übersetzungen überflüssig sein. (Wirklich, wieviele Realschüler gibt es heutzutage noch, die mit Französisch angefangen haben und deshalb nur 4 Jahre lang Englisch hatten?)


Ja, ich wundere mich auch immer, dass sich so viele über die Übersetzungen freuen, weil sie nicht gut genug Englisch können. Und ich ganz selbstverständlich die englischen Fics lese... Aber ich bin natürlich glücklich, dass ich den Leuten damit eine Freude machen kann.

Julichris schrieb:
Mal eine Zusatzfrage: Wie übersetzt ihr? Mit zwei Dokumenten nebeneinander? Druckt ihr's Original aus oder schreibt ihr erstmal auf Papier? Oder im selben Dokument? (Ich bin es halt gewohnt, für meine Hausaufgaben das Blatt neben mir, Leo oder dict.cc am PC und den Schreibblock vor mir zu haben.)


Leo offen, englisches Original offen, Dokument für die Übersetzung offen - manchmal noch ein Synonymwörterbuch dazu. Klingt kompliziert, klappt aber ganz gut. Nebeneinander kann ich es nicht machen, weil mir das zu klein wird. Also schalte ich hin und her.
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Beitrag #8, verfasst am 21.03.2009 - 19:46
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zuletzt bearbeitet am 21.03.2009 - 19:49
Übersetzungen sind für mich immer so eine Sache:

Ich würde es bei meinen Texten vermutlich nur erlauben hochzuladen nachdem ich das Ergebnis gesehen habe, und würde dann auch nicht zögern es noch zu verbieten. Das schreckt vielleicht manche ab.

Allerdings war ich mehrere Jahre selber auf einer englischsprachigen Grundschule undd hab eben englisch zu einer Phase gelernt wo man das aufsaugt wie ein Schwamm. Mir gehts auch heute noch so, dass mir partout keine deutschen Wörter für irgendwelche Sachverhalte einfallen und ich anfange englisch zu quasseln.

Daher schreibe ich die meisten Geschichten ohnehin parallel deutsch und englisch und lad sie an den entsprechenden Seiten hoch. Ich bin in englisch nicht besser oder schlechter als in deutsch. Meine Rechtschreibung ist in beiden Sprachen miserabel, von der Kommasetzung gar nicht erst zu reden, aber Gott sei dank gibt es für sowas abhilfe.
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Beitrag #9, verfasst am 21.03.2009 - 20:44
Julichris schrieb:
Eigentlich sollten Englisch-Deutsch-Übersetzungen überflüssig sein. (Wirklich, wieviele Realschüler gibt es heutzutage noch, die mit Französisch angefangen haben und deshalb nur 4 Jahre lang Englisch hatten?)



Es gibt ja nicht nur junge Leute, die FFs lesen. Es gibt eine Menge Rentner, die erst jetzt das Internet entdecken. Mein Vater zum Beispiel. Der alte Herr geht stramm auf die 70 Jahre zu und mußte sich in seinem Job weder großartig mit Computern noch mit dem Internet beschäftigen. Jetzt hat er die Zeit und hat völlig fasziniert festgestellt, daß es Fanfictions zu seinem geliebten StarTrek-Universum gibt.

Also liest er, was er vor die Brille kriegen kann. Aber er hat nie englisch gelernt, somit ist er auf Übersetzungen angewiesen.
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Beitrag #10, verfasst am 21.03.2009 - 21:16
Ich halte meine Englischkenntnisse gerne dadurch auf dem Laufenden, indem ich englische Geschichten ins Deutsche übersetze. Eigentlich mehr zu meinem eigenen Vergnügen. Dazu kann ich gleich bemerken, dass man automatische Übersetzungsprogramme dabei in die Tonne kloppen kann. Es kommt zwar durchaus ein Text heraus, aber das ist nicht wirklich gut lesbar. Der Mensch ist am Ende immer noch der beste Übersetzer. Und es ist selbst mit Hilfe diverser Wörterbücher schwer, Englisch in verständliche Sprache umzusetzen, wenn man allein Schulenglisch zugrunde legt.

Umgekehrt ist das Übersetzen vom Deutschen ins Englische allerdings noch schwerer. Zwar kann dabei auch ein Übersetzungsprogramm helfen, doch das ergibt auch keinen guten Text. Von Deutschen ins Englische übersetzte Texte enthalten oft sogenannte "Germanismen". Außerdem besteht das Problem, deutsche Redewendungen in verständlicher Form ins Englische zu bringen. Das geht nicht eins zu eins. Generell würde ich das Experiment, eine vom Deutschen ins Englische übersetzte FF ins Internet zu stellen nicht mehr ohne einen Betaleser wagen.

Genaue Übersetzungen sind sowieso nicht möglich. Jede Sprache enthält ja ihre eigene "Melodie". Gerade das macht einen guten FF-Text ja erst interessant. Was im Deutschen ursprünglich gut klang, kann durch eine fehl geratene Übersetzung hölzern klingen. Umgekehrt natürlich auch.

Wirklich gute, automatische Übersetzer kenne ich keine. Eigene Übersetzung mit Hilfe eigener Sprachfähigkeiten ist immer besser.
Als gutes Wörterbuch habe ich LingoPad kennen gelernt. Allerdings würde ich bei einer Übersetzung eher noch auf geschriebene Werke vertrauen.
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Beitrag #11, verfasst am 21.03.2009 - 22:13
suede schrieb:
Übersetzt ihr eure eigenen Geschichten, lasst ihr sie übersetzen, übersetzt ihr fremde Geschichten?
Lest ihr Übersetzungen? Oder gleich das Original?


Ich übersetze fremde Geschichten. Das hab ich jetzt länger nicht mehr gemacht, wollte aber in nächster Zeit wieder anfangen. Lesen tu ich Übersetzungen im Allgemeinen nicht, da ich sowohl Englisch als auch Französisch kann, und obwohl ich FF in ersterer Sprache mehr interessiert als in letzterer, kommt man so ganz gut zurecht. Und ich habe die Erfahrungen gemacht, dass die Originale in 90 % der Fälle einfach besser sind. (Was nicht an schlechter Übersetzung liegen muss, sondern auch einfach daran, dass man manches in eine andere Sprache nicht "hinüberretten" kann.)

suede schrieb:
Haltet ihr es für sinnvoll, Fanfictions oder Originale zu übersetzen um sie einem größeren Publikum zugänglich zu machen oder glaubt ihr, dass dadurch Sinn und Form verzerrt werden könnte, wenn man mit seinem Schulenglisch versucht eine ganze Geschichte möglichst genau zu übersetzen?


Übersetzen finde ich sinnvoll, ja. (Sonst würde ich es nicht machen. :D) Aber nicht mit Schulenglisch. (Obwohl ich meins größtenteils aus der Schule habe, und wenn nicht das, dann aus Büchern/Blogs, aber ich war auch in einer Bilingual-Klasse.) Das reicht bei Weitem nicht aus, um eine Sprache richtig zu erfassen und dann auch noch zu wissen, wie das in einer anderen Sprache verwandt klingen würde. Dass Übersetzen schwer ist, merkt man ja auch daran, dass auch ein guter Übersetzer hin und wieder mal unpassend Partizipien übersetzt.


Julichris schrieb:
Eigentlich sollten Englisch-Deutsch-Übersetzungen überflüssig sein. (Wirklich, wieviele Realschüler gibt es heutzutage noch, die mit Französisch angefangen haben und deshalb nur 4 Jahre lang Englisch hatten?)


Also, dass heute die Mehrzahl der Leute Englisch kann, ist ein ziemlicher Irrglaube. Bei vielen meiner Klassenkameraden (wir sind 10.) reicht es noch für "Hello, my name is X. How are you? I'm fine." und ein bisschen "I think he gets angry very quickly." (We note the incredibly skilled use of adverbs.) Und ich kenne noch einige Leute mehr, die auch schon älter sind (demnach länger Englisch hatten) und keine Bücher auf Englisch verstehen. Von daher würde ich schon behaupten, dass Englisch-Deutsch-Übersetzungen alles andere als überflüssig sind.
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Beitrag #12, verfasst am 21.03.2009 - 22:21
Hallo
Hmm... es kommt auch auf die Texte an. Ich hatte zum Beispiel noch vor ein paar Jahren nicht das geringste Problem, englische Fachbücher zu lesen... an Harry Potter scheiterte ich jedoch.

Warum? Mehr umgangssprachliche Begriffe und "Slang".

Das ist das schwere, ann FF´s... oder an Unterhaltungsliteratur allgemein. Die Texte sind nicht nur eventuell in "Umgangssprache" mit dementsprechenden Ausdrücken, sie benutzen auch eine andere Art Worte. Die Worte sind nicht zweckdienlich, sondern "schön".

Ausgefallen, beschreibend usw... es ist einfach ganz anders, als Schulenglisch.

Nur so als Beispiel... wann lernt man denn schon mal "Fuck you" oder "piss off"? Kennt jeder, lernt man in der Schule aber nicht (im Unterricht).

Übersetzungen sind schon okay... wobei ich auch lieber Orginale lesen. Ich mag es nicht, wenn Übersetzer den Stil der Autoren verbessern wollen (klingt dann zwar besser, bevormundet aber den Autor). Auch Schimpfworte und Phrasen sind oft schwer zu übersetzen... es geht immer viel verloren

Aber ich lese zum Beispiel gerade eine Übersetzung aus dem spanischen... da ich kein spanisch kann... lieben dank an XERA!

LG Seraphin
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Beitrag #13, verfasst am 21.03.2009 - 22:23
Ich sitze gerade an einer längeren Übersetzung (60 Seiten nur für Prolog, gefolgt von 36 Kapiteln...).

Was mein Englisch angeht ist das hier eigentlich das einzige -deutsche-Forum in dem ich aktiv bin, aber in 3 oder 4 englischen. Wenn man regelmäßig englisch schreibt, geht es deutlich einfacher. Wenn man dann noch auf englischen Servern Computerspiele spielt - und dann noch mit Sprachverbindung zu den anderen Spielern - fängt man irgendwann an englisch zu denken und zu träumen. Dann ist oft das Problem, dass man die Bedeutung eines englischen Wortes kennt, man aber keine Ahnung hat, wie man es ins Deutsche bringt. Zum Beispiel zerbreche ich mir schon seit Tagen den Kopf, wie man "awesome" vernünftig übersetzt.


Generell übersetze ich in einem Dokument, also Satz lesen - übersetzen - schreiben. Was zugegebenermaßen zum Teil zu sehr holprigen Absätzen führt.


Andersherum würde ich ernsthaft empfehlen, die Geschichte nicht zu übersetzen, sondern es auf Englisch neu zu schreiben. Die Szenen hat man eh schon durchdacht, und man vermeidet es zu "deutsch" zu klingen.
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Beitrag #14, verfasst am 21.03.2009 - 22:29
Geil?

Ist im deutschen halt immer etwas doppeldeutig, aber wenn man es nur als gesteigertes "toll" interpretiert

LG
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Beitrag #15, verfasst am 21.03.2009 - 22:46
Oh, das beruhigt mich... Ich dachte immer ich sei nur so mittelmäßig im Englischen... Aber ich träume auch hin und wieder auf englisch und es ist ziemlich strange, wenn man in seinem eigenen Traum nicht weiter kommt, weil einem die Vokabeln für den nächsten Gedanken fehlen... *ähm*

Das finde ich interessant: Die Geschichte auf englisch neu schreiben, statt sie zu übersetzen? Das finde ich eine bessere Alternative zum Satz-für-Satz-Abklappern, was ich mir sehr holprig vorstelle.

Ich selbst habe überhaupt keine Erfahrungen mit Übersetzungen, könnte mir aber vorstellen in der Lage zu sein etwas Englisches halbwegs formschön ins Deutsche zu bringen.
In der Schule war ich ganz gut bei englischen Aufsätzen und Übersetzungen und heute schreibe ich immer mal wieder englische Gedichte und Liedtexte. Hin und wieder lese ich auch englische Bücher, aber keine FF's... Das reizt mich irgendwie nicht so...
Aber ich habe einfach nur aus Spaß mal versucht eine Geschicht von mir zu übersetzen und allein beim ersten Satz stand ich vor mehreren Problemen, die hier auch schon angesprochen wurden:
1. Die Satzmelodie wird verschandelt. Ich lege großen Wert auf guten Klang und Form und dergleichen. Um das im Englischen umzusetzen, fehlt mir die Praxis.
2. Synonyme. Deutsch ist meine Muttersprache und es ist nur natürlich, dass es mir so vorkommt als gäbe es im Deutschen tausende von anschaulichen, beschreibenden Wörtern, die alle differenzierte Bedeutungen haben. Die entsprechenden Wörter, die mir im Englische dazu einfallen wirken daneben fast plump. Zum Beispiel: Ein Keller ist finster, düster, dunkel, stockfinster, schwarz... Auf englisch fällt mir immer nur "dark" ein... Die Beschreibungen würden nicht mehr so differenziert ausfallen, könnte ich mir denken...
3. Idiome lassen sich gar nicht übersetzen und verlangen nach einer freieren Übersetzung. Aber oft weiß man gar nicht, was eigentlich ein Idiom ist und es kommt zu seltsamen Formulierungen, die im Englischen keiner mehr versteht.

FF-Übersetzungen selbst lese ich auch eher ungern, weil ich dem leienhaften Übersetzen von leienhaften Texten nicht traue... Aber das geht ja offenbar vielen hier so...
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Beitrag #16, verfasst am 21.03.2009 - 23:38
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zuletzt bearbeitet am 21.03.2009 - 23:46
Seraphin schrieb:
Geil?

Ist im deutschen halt immer etwas doppeldeutig, aber wenn man es nur als gesteigertes "toll" interpretiert

LG



geil kommt awesome nahe, aber wenn man einen Satz hat wie "WE WILL DEFEAT THEM WITH OUR CONCENTRATED AWESOME!" ist die Übersetzung "Wir werden sie  mit konzentrierter Geilheit besiegen" irgendwie...unstimmig.


Weiteres Problem: Du und Sie. Im Englischen gibt es nur "you", so dass man bei der Übersetzung dauernd überlegen muss, in welchem Verhältnis beide Personen stehen, ob sie schon beim du wären, noch beim Sie sind oder was. Bei Sätzen wie "You killed my Parents!" kann man sich manchmal fast die Haare raufen, weil "Du hast meine Eletern getötet" zu vertraut klingt (oder du aus anderen Gründen ausscheidet), "Sie haben meine Eltern getötet" aber zu höflich ist, um es in der Hitze des Gefechtes dem eigenen Todfeind entgegenzuschreien.
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Beitrag #17, verfasst am 21.03.2009 - 23:52
Hmm... Power? Könnte man auf Deutsch verstehen.

Mit unserer geballten Kraft. Mit unserer geballten Stärke?
Das ist aber auch ein blöder Ausdruck, in diesem Zusammenhang :o)

Wenn man sehr wütend ist, würde ich eventuell wirklich "Du" wählen.

Ich kann mir zum Beispiel im HP Bereich nicht vorstellen, dass >Harry Voldemort siezt. Er würde aber auch Snape niemals duzen.

Echt schwer... stimmt

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Beitrag #18, verfasst am 21.03.2009 - 23:55
Seraphin schrieb:
Mit unserer geballten Kraft. Mit unserer geballten Stärke?

"geballte Großartigkeit"?

Das Wortbildungsmorphem stört zwar etwas, aber dafür hat man eine Alliteration.

Und ja Englisch ist eben eine der wenigen Sprachen bei denen es keine du/sie-Unterscheidung gibt. Man muss eben immer gucken.
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Beitrag #19, verfasst am 22.03.2009 - 00:54
Seraphin schrieb:
Hmm... Power? Könnte man auf Deutsch verstehen.

Mit unserer geballten Kraft. Mit unserer geballten Stärke?
Das ist aber auch ein blöder Ausdruck, in diesem Zusammenhang :o)

Wenn man sehr wütend ist, würde ich eventuell wirklich "Du" wählen.

Ich kann mir zum Beispiel im HP Bereich nicht vorstellen, dass >Harry Voldemort siezt. Er würde aber auch Snape niemals duzen.

Echt schwer... stimmt

LG


Das Problem bei HP ist aber auch, dass er Voldemort kaum duzen kann - dazu ist der Alterunterschied eigentlich zu groß.


Auf "geballte Großartigkeit" wird es wohl hinauslaufen. Vielen Dank für den Vorschlag.
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Beitrag #20, verfasst am 22.03.2009 - 01:01
Archangel schrieb:
Das Problem bei HP ist aber auch, dass er Voldemort kaum duzen kann - dazu ist der Alterunterschied eigentlich zu groß.

Das richtet sich aber nicht primär nach dem Altersunterschied sondern nach der Respektsbeziehung. Und das Alter mit Respekt gleichgesetzt werden kann stimmt in den meisten Fällen wahrscheinlich schon, aber wenn du sauer auf ihn bist, weil er deine Eltern umgebracht hat ... Ich sehe da von Harrys Standpunkt aus eher Verachtung als Respekt.
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Beitrag #21, verfasst am 22.03.2009 - 07:34
Zudem spricht er Voldemort ja auch mit "Tom" an und nicht mitt "Mr. Riddle".

Problematischer finde ich es da schon mit langjährigen Arbeitskollegen. Ich finde wenn man das englische Original betrachtet passt das Sie einfach nicht. Dann nehm ich halt du, auch wenn es im deutschen Fernsehen mit Sie übersetzt wurde aber es klingt da schon wirklich gruselig.
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Beitrag #22, verfasst am 22.03.2009 - 10:31
Hmmmm .... "awesome" kann ja auch als "furchteinflößend" oder "Ehrfurcht gebietend" übersetzt werden. Da hängt es nun ab, in welchem Kontext Dein Beispielsatz steht, Archangel. Eventuell wäre es dann hier sinnvoll, den Satz nicht so nahe am Original zu übersetzen, sondern freier.

Ich übersetze zwar nicht öffentlich, sondern nur privat für meinen Vater, aber es ist gar nicht so einfach, ein eher umgangssprachliches Amerikanisch in ein verständliches Deutsch zu übertragen und dann auch noch die Spannung zu behalten. Was ich im Englischen oft prima in einem einzigen, kurzen Satz sagen kann, kann ich im Deutschen niemals so komprimiert wiedergeben, ohne daß es langweilig und hölzern klingt. Wortspielereien sind auch so eine Sache - die blöden Witze über den "shrink" kann man einfach nicht adäquat übertragen. Umgekehrt genauso - schon mal eine Übersetzung eines Gedichts von Heinz Erhardt gelesen? Geht nicht.

Dann geht es ja damit weiter, daß vor allem die Amis aus allem ein Verb oder Substantiv bauen, wenn ihnen danach ist. Die haben ja teilweise sehr lustige Kreationen .... einer meiner Lieblinge: "you've star-sixty-nined me"

Sieht grauslich aus, hört sich noch grauslicher an, ist aber ein gängiger Ausdruck im Amerikanischen. Bedeutet nichts anderes, als daß jemand den automatischen Rückruf (*69 auf den alten Telefonen) benutzt hat. Je nach "Maulfaulheit" des Sprechers wird da auch mal ein "you've starred me" draus. Und dann kratzt man sich wirklich am Kopf und ist verloren.  


Das Du/Sie-Problem in der Synchro .... da könnt ich manchmal die Wände hoch! Da gibt es dann Dialoge, die deutlich zeigen, was für eine Vertrauensbasis schon da ist und was machen die Dialogautoren? Packen das Ganze in die "Sie"-Form. So richtig übel war das bei "JAG", falls noch einer die Serie kennt. Schon relativ zu Anfang, im Verlauf der 3. Staffel, fing das an, daß die Hauptakteure sich auch 'privat' getroffen haben und sich geeinigt haben, in solchen Situationen ihren militärischen Rang wegzulassen. So - und was macht die deutsche Synchro daraus? Vorname und "Sie". Kommt unglaublich gut in einer Kußszene ... *augen verdreh* Das offizielle "Du" kam in der deutschen Synchro dann erst Staffeln später.
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Beitrag #23, verfasst am 22.03.2009 - 11:43
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zuletzt bearbeitet am 22.03.2009 - 11:47
suede schrieb:

2. Synonyme. Deutsch ist meine Muttersprache und es ist nur natürlich, dass es mir so vorkommt als gäbe es im Deutschen tausende von anschaulichen, beschreibenden Wörtern, die alle differenzierte Bedeutungen haben. Die entsprechenden Wörter, die mir im Englische dazu einfallen wirken daneben fast plump. Zum Beispiel: Ein Keller ist finster, düster, dunkel, stockfinster, schwarz... Auf englisch fällt mir immer nur "dark" ein... Die Beschreibungen würden nicht mehr so differenziert ausfallen, könnte ich mir denken...
3. Idiome lassen sich gar nicht übersetzen und verlangen nach einer freieren Übersetzung. Aber oft weiß man gar nicht, was eigentlich ein Idiom ist und es kommt zu seltsamen Formulierungen, die im Englischen keiner mehr versteht.


Zu Punkt 2: Ja, das ist wirklich sehr schwierig. Einfach, weil man als Nicht-Muttersprachler nicht den gleichen aktiven Wortschatz hat wie ein Muttersprachler. Man versteht die ganzen Ausdrücke zwar, wenn man sie liest, aber man kann sie nicht mit der gleichen Selbstverständlichkeit benutzen. Ich habe aber oft auch umgekehrt das Problem, dass ein Sachverhalt auf Englisch in vielen Variationen ausgedrückt wird und mir auf Deutsch nicht mehr als ein Wort dafür einfällt -
oder überhaupt nichts, was dem in einem bestimmten Ausdruck entsprechen würde.

Zu 3: Ja, Redewendungen muss man lernen, lernen, lernen. Es gibt übrigens eigens Redewendungs-Wörterbücher. Oder wer weiß schon auf Anhieb, wie man "she looked as if butter wouldn't melt in her mouth" übersetzt?
Für Ausdrücke, bei denen ich mir ziemlich sicher bin, dass es sich nur um eine Redewendung handeln kann, weil ich zwar den Sinn verstehe, aber die wörtliche Übersetzung keinen Sinn ergibt, suche ich auch gern mal im LEO-Forum. Da habe ich schon sehr viele Sachen gefunden, die ich in meinem Wörterbuch nicht drin habe.


Zum Du/Sie-Problem: Auch bei Übersetzungen aus dem Spanischen kann das Probleme machen. Im Spanischen gibt es zwar die Unterscheidung, aber im Prinzip wird geduzt, außer man betrachtet jemanden mit besonderem Respekt.
Das ist mir bei der Übersetzung aufgefallen, die ich gelesen habe, dass da das "Du" an Stellen verwendet wurde, wo man im Deutschen siezen würde.
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Beitrag #24, verfasst am 22.03.2009 - 12:50
@ Archangel

Andererseits kann ich mir nicht vorstellen, dass er jemanden, den er mit soviel Hass betrachtet und über den er soviel weiß (und fühlt), siezt

"Sie haben meine Eltern getötet. SIE sind ein verrückter!"

Weiss nicht, SIE würde eher passen, wenn er ihn schon vorher gesiezt hätte und dann erst erfuhr, wer er ist

Aber so... also wenn man es genau überlegt, ist es echt schwierig einem Ausländer zu erklären WANN man duzt und wann nicht. In manchen Fällen kommt es ja auch auf das Gefühl an.

Das Verhältnis zwischen beiden reicht nicht aus. Auch die Stimmung,... es passt zum Beispiel, dass Snape zu Potter SIE sagt (naja, wurde bei uns irgendwann gemacht in der schule, so ab 15 oder 16).

Aber er ist dennoch iel jünger, also passt es auch, dass er ihn in einem Wutanfall dann doch duzt

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Beitrag #25, verfasst am 22.03.2009 - 12:51
Duzen/Siezen ergibt sich meiner Meinung nach oftmals aus dem Kontext. Wenn ein Satz mit "Du" zu vertraut klingt, sagen wir, in einer wütenden Situation, dann muss man den Satz eben irgendwie bedrohlicher klingen lassen. Das sind die Herausforderungen, denen man als Übersetzer eben begegnet.

In dem Fall "You killed my parents!" sollte man sich vielleicht die umstehenden Sätze anschauen - kann ich die Satzstellung verändern? Kann ich vielleicht so was schreiben wie "Bei meinen Eltern warst du nicht so zimperlich!" oder "Meine Eltern hast du ja auch getötet!" oder - einfach ein anderes Wort nehmen - "Du hast meine Eltern ermordet!". Das klingt schon ganz anders. Das sind so Sachen, die ich meist erst mal behelfsmäßig übersetze, um sie mir ein paar Tage später noch mal anzugucken, wenn ich nicht mehr so am Englischen klebe; dann ergibt sich meist irgendwas ganz Simples und ich könnte mir an den Kopf klatschen, dass mir das vorher nicht eingefallen ist.
 
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