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#91, verfasst am 06.12.2008 - 20:30
Ich schreibe, seit ich überhaupt schreiben kann... und ich schreibe seit jeher über ein und dasselbe, allein von mir und niemand anderem erdachten Universum. Die Grundhandlung ist die Gleiche, ich habe unzählige Variationen davon. Variationen, die ich immer wieder verworfen habe, neu begonnen habe. Ich schreibe, seit ich den passenden Namen kenne, und ich habe diese Geschichte noch nie zur Beendung gebracht.
Ich habe mich des öfteren gefragt, warum.
Weshalb schreibe ich, obwohl ich diese Geschichten niemandem zu lesen gebe? Obwohl es in meinem Umfeld niemanden gibt, der mich wirklich versteht, und die beiden einzigen Personen meilenweit entfernt sind?
Warum schreibe ich, wenn ich eh ständig neu anfange? Welchen Sinn hat es, eine an und für sich "Unendliche Geschichte" zu schreiben?
Wieso schreibe ich, wenn ich eh kaum Rückmeldungen bekomme? Wenn es mir prinzipiell egal ist, ob andere diese Geschichte lesen, weil es mein Universum, mein Rückzugsort ist?
Ich schreibe für mich. Und sonst niemanden. Ich genieße es, manchmal in die Rolle anderer zu schlüpfen, mich dort zu sehen, meine geheimen Wünsche, Selbstvorwürfe und Seelenschmerzen dort zu verarbeiten. Schreiben ist für mich Zuflucht und Himmel gleichermaßen, selbst Bücher können das nicht für mich sein. Denn dort bin ich nur ein Gast, aber in meiner Welt lebe ich. In jeder einzelnen Variation meiner Geschichte, selbst in allen anderen, gibt es einen einzigen Charakter.
Von Geschichte zu Geschichte hat er immer dasselbe Aussehen, nur mit leichten Variationen in der Kleidung und manchen Charakterzügen. Er ist ich, er zeigt mich, wie ich gerne wäre und wie ich bin, Charakterzüge, die meine Mitmenschen nicht kennen, weil ich, wie jedermann, meine Maske trage.
Diesen Charakter gab es bereits, als mir nicht einmal bewusst war, wer er tat. Etwas Besonderes war er für mich schon immer, ebenso, wie sein Name für mich absolut einzigartig für mich auf der Welt ist.
Aber warum schreibe ich?
Um mir zu zeigen, wie ich gerne wäre. Um Träume zu verwirklichen, auf deren Erfüllung ich niemals eine Chance habe.
Es war stets mein Traum, Militärpilot von Kampfflugzeugen zu werden. Jedesmal, wenn ich sie höre oder sehe, schlägt mein Herz gleichzeitig höher und schmerzt. Also schrieb ich eine Geschichte, wo er Pilot war. Und seitdem ist es nicht mehr so schlimm.
Meine Geschichten sind Biografien, Tagebücher und Träume zugleich. Manchmal träume ich ganze Romane, die ich dann auf der Stelle niederschreibe. Und diese Existenz ist für mich alles, was mich hier hält. Könnte ich nicht mehr schreiben, hätte sich mein eigenes Universum or mir verschlossen, selbst meine zwei besten Freundinnen könnten mich nicht mehr hier halten. Das Schreiben und Malen, dieses Ausdrücken meiner Träume und Fantasie, ist das, was ich mehr als alles andere liebe.
"I am the voice of Never-Neverland, the empty crib of Peter Pan, a silent kite against the blue, blue sky, every chimney, every moonlit sky - I am the story that will read you real, every memory that you hold dear ..."