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Beitrag #576, verfasst am 08.02.2012 - 21:29
Okay. Danke suede, dann weiß ich das jetzt auch. Also ich zahle meine Gebühren an die Kirche. Der Sinn würde mich jetzt aber trotzdem mal interessieren. Derselbe, wie die Kirchensteuer? Oder irgendwas, was ich nicht verstehe?
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Beitrag #577, verfasst am 08.02.2012 - 21:32
Verwaltungskosten, nehme ich an... Wenn einem nichts einfällt, sind es doch immer Verwaltungskosten...
Natürlich ist das eine Frechheit...
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Beitrag #578, verfasst am 08.02.2012 - 21:34
Verwaltungskosten *hust*
Gute Ausrede.
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Beitrag #579, verfasst am 08.02.2012 - 21:35
@suede: das sag mal meiner Tante und deren Mutter... -.-*
Ich dachte eigentlich auch, dass sich da niemand mehr drüber echauffieren kann, da es nunmal ein Fakt ist, aber wenn Katholiken auch noch Antisemiten sind, dann war es das wohl mit Fakten... -.-
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Beitrag #580, verfasst am 08.02.2012 - 21:44
Lulu Wedekind schrieb:
@suede: das sag mal meiner Tante und deren Mutter... -.-*
Ich dachte eigentlich auch, dass sich da niemand mehr drüber echauffieren kann, da es nunmal ein Fakt ist, aber wenn Katholiken auch noch Antisemiten sind, dann war es das wohl mit Fakten... -.-



Ähm. Aha. Da würde ich ja gar zu gern hören, was die wohl antworten, wenn man fragt, zu welchem Volk Jesus gehört hat .
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

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Beitrag #581, verfasst am 08.02.2012 - 21:45
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zuletzt bearbeitet am 08.02.2012 - 21:45
suede schrieb:
Verwaltungskosten, nehme ich an... Wenn einem nichts einfällt, sind es doch immer Verwaltungskosten...
Natürlich ist das eine Frechheit...


Hier kann man nachschauen, was zu löhnen ist:
http://www.kirchensteuern.de/Texte/AustrittPraktischeFragen.htm

Da der Austritt im Amtsgericht oder Standesamt stattfindet, denke ich nicht, daß die Kirche die Steuer kassiert.
Ich brauchte letztens eine Geburtsurkund und mußte schon 12 Euro für den Wisch löhnen, den die einfach auf dem PC rausdrucken lassen.
Verwaltungskosten paßt also gut. Eine Minute Arbeit und Papier von 5 Cent. Gutes Geschäft nenn ich das. ^^
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Beitrag #582, verfasst am 08.02.2012 - 21:47
Panthera schrieb:

Hier kann man nachschauen, was zu löhnen ist:
http://www.kirchensteuern.de/Texte/AustrittPraktischeFragen.htm

Da der Austritt im Amtsgericht oder Standesamt stattfindet, denke ich nicht, daß die Kirche die Steuer kassiert.
Ich brauchte letztens eine Geburtsurkund und mußte schon 12 Euro für den Wisch löhnen, den die einfach auf dem PC rausdrucken lassen.
Verwaltungskosten paßt also gut. Eine Minute Arbeit und Papier von 5 Cent. Gutes Geschäft nenn ich das. ^^


Hm. Der Link sagt für BW was anderes als der heir: http://www.kirchenaustritt.de/info/
Und auf der Gemeinde-HP steht wie gesagt, bis zu 75€

12€ für eine Geburtsurkunde?! Die spinnen doch!
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Beitrag #583, verfasst am 08.02.2012 - 21:48
@Lapis:

Antwort: Christ. Er war der erste Christ. Punkt. Basta und Aus.
Wie das geht, dass der auf einmal einfach Christ ist, nach der ganzen Geschichte um die Geburt in Bethlehem und so, weiß ich nicht.
Es ist einfach so.

Das ist natürlich auch eine Weltsicht, wenn man einfach beschließt, dass das so ist und gut. Man kann mit denen auch nicht diskutieren. Zum einen, weil sie eben so stur sind und auf der anderen Seite, weil die Masse zwischen den Ohren bei beiden einfach... Nicht da ist. Die ist weg. Ist so! :P
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Beitrag #584, verfasst am 08.02.2012 - 21:49
suede schrieb:
Lulu Wedekind schrieb:
suede schrieb:
Und ich dachte, im Osten leben nur Heiden... und liberale Protestanten


Ähm... Die radikalste katholische Hochburg Deutschlands liegt in Thüringen. Ich glaube, in Sonneburg? Eisenach ist auch stark katholisch geprägt.
Auch zu DDR-Zeiten war die Kirche im ländlichen Raum (va in Sachsen und Thüringen) stark ausgeprägt.


Ist das da, wo der Papst bei seinem letzten Besuch war? Dieses winzige, katholische Enklave? Meine Güte, die sind doch nur katholisch - das heißt nicht, dass sie der Gedankenwelt eines "normalen" Menschen irgendwie fremd sind... Wahrscheinlich brauchen die ihren Katholizismus nur, um ihre Identität zu definieren... Oder um Touristen anzulocken mit einer heroischen Widerstandsgeschichte während der Zeit der DDR...


Und ich dumme Gans dachte, die Thüringer locken mit Luther die Touristen an!^^
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Beitrag #585, verfasst am 08.02.2012 - 21:50
MrsAnthony schrieb:
suede schrieb:
Lulu Wedekind schrieb:
suede schrieb:
Und ich dachte, im Osten leben nur Heiden... und liberale Protestanten


Ähm... Die radikalste katholische Hochburg Deutschlands liegt in Thüringen. Ich glaube, in Sonneburg? Eisenach ist auch stark katholisch geprägt.
Auch zu DDR-Zeiten war die Kirche im ländlichen Raum (va in Sachsen und Thüringen) stark ausgeprägt.


Ist das da, wo der Papst bei seinem letzten Besuch war? Dieses winzige, katholische Enklave? Meine Güte, die sind doch nur katholisch - das heißt nicht, dass sie der Gedankenwelt eines "normalen" Menschen irgendwie fremd sind... Wahrscheinlich brauchen die ihren Katholizismus nur, um ihre Identität zu definieren... Oder um Touristen anzulocken mit einer heroischen Widerstandsgeschichte während der Zeit der DDR...


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Beitrag #586, verfasst am 08.02.2012 - 21:52
Hmm... Aber wenn ein Christ gleichzeitig Vegetarier ist, dann bedeutet das doch nicht, dass Vegetarismus plötzlich zur christlichen Lehre gehört...
Nur weil Christen gerne glauben, die Guten zu sein, heißt das ja nicht, dass sie nicht auch intolerant, rassistisch, antisemitisch sein können. Was der eine "christlich" nennt, muss nicht immer im Sinne jedes anderen Christen sein und ob das dann auch noch im Sinne von Jesus ist, steht auf einem völlig anderen Blatt...
Aber wenn deine Tante und deine Großtante (?) wirklich (noch) so denken, dürften sie bei der Mehrheit der Katholiken - und vermutlich auch den meisten anderen, klar denkenden Menschen - auf Kopfschütteln stoßen...
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Beitrag #587, verfasst am 09.02.2012 - 07:30
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zuletzt bearbeitet am 09.02.2012 - 07:31
suede schrieb:
... man gibt sich mit dem Säkularismus zufrieden...


Gezwungener Maßen, weil man keine Machtmittel hat, um dagegen anzugehen. Und warum auch, wenn dieser Säkularismus nicht wirklich durchgezogen wird, und wie schon gesagt, der Staat für kirchliche Institutionen wie Kindergärten, Schulen, Krankenhäuser, ect. aufkommt, die da aber ihre Lehren verbreiten können und über das Personal bestimmen?
Oder vom Staat jährlich Millionen Euro deutscher Steuergelder (nicht Kirchensteuer!) bekommen für Enteignungen zu Napoleons Zeiten, woran kein Politiker rütteln wagt, weil das so ein heißes Eisen wäre.
Und, und und... In manchen Bereichen ist die Säkularisation ein Witz und wenn man so manche Vertreter dieser Institution hört, würden die fix wieder heftig in das Leben der Menschen eingreifen, so sie denn nur die Macht dazu hätten.

Guck dir Italien oder andere Länder an, wo Pfarrer noch gegen irgendwelche Partnerschaftsarten predigen können und die Leute, die anderer Meinung sind, gesellschaftlich sanktioniert werden, weil die lieben Schafe ihrem Schäfer nachplappern und die Schafsherde noch groß genug ist.
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Beitrag #588, verfasst am 09.02.2012 - 11:05
Versucht denn nicht jede Ideologie, in das Leben der Menschen einzugreifen und es zu bestimmen? Sind denn unsere hörigen Medien nicht täglich voll von Predigten, die "neue Werte" propagieren, nach denen wir uns richten sollen?

Ich erlebe zur Zeit eher, dass auch die Kirchen diesen neuen Ideologien hinterherlaufen, um zu beweisen, wie modern und fortschrittlich sie sind.
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Beitrag #589, verfasst am 09.02.2012 - 11:43
MrsAnthony schrieb:
Lulu Wedekind schrieb:
pol shebbel schrieb:
MrsAnthony schrieb:

Eine echte Überzeugung, die den Kirchen auch gut tun würde: deswegen wohl hat der Papst ja sinngemäß gesagt, das er Kirchenaustritte als Chance, und nicht als Bedrohung, sieht. Und da hat er recht: Einem lebendigen Organismus tut es nur gut, wenn abgestorbene Zellen ausgeschieden werden.

Diese Formulierung will mir nicht so recht gefallen. Das kann in gefährliche Gewässer führen (wie du wohl weisst).


Es hat einen Faden Nachgeschmack nach Kreuzzügen, Hexenverbrennung und Euthanasie...


Wenn ich sage, das doch aus der Kirche austreten soll, wer austreten will, lieber jetzt als gleich? Wenn ich der Meinung bin, niemand sollte gezwungen werden, Mitglied einer Kirche zu sein?

Nein. Aber wenn du Menschen mit "abgestorbenen Zellen", also sozusagen mit Abfall vergleichst.
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Beitrag #590, verfasst am 09.02.2012 - 20:13
Rune schrieb:

Und, und und... In manchen Bereichen ist die Säkularisation ein Witz und wenn man so manche Vertreter dieser Institution hört, würden die fix wieder heftig in das Leben der Menschen eingreifen, so sie denn nur die Macht dazu hätten.


Hast du dafür Nachweise? Würde mich mal interessieren, was in anderen Kirchen so gepredigt wird... Bei uns gibt es immer nur nichtssagende, unkonkreten, einschläfernden Reich-Gottes-Phantasien - ohne Drohung, ohne Verdammung... Es geht immer nur darum: "So ist der Mensch nun mal, aber als Christ sollte man versuchen ein gutes Vorbild zu sein... Blah!"
Ich meine, eine Kirche ist nun mal eine Kirche, weil sie ihre Vorstellung von einer besseren Welt verkündet. Das ist schon okay, wenn sie nicht jedes verlorene Schäfchen damit terrorisiert - und den Eindruck habe ich zumindest hier nicht.

Wie es in Italien ist, kann ich nur schwer beurteilen. Aber die Italiener, die in unserer Gegend wohnen, sind eher scheinheilig, als fromm: Die prunkvollsten Hochzeitskleider, die größten Feste, aber nie im Gottesdienst anzutreffen. Selbes gilt für die Kirchen, die ich in Italien besichtigt habe (und das sind weiß Gotte ne Menge gewesen): Man darf nicht mit kurzen Hosen und Top rein, aber ansonsten werden sie als Kunstobjekte vermarktet... Wenig Andacht, wenig Geistliches... Aber ich gebe zu, dass ich noch keinen italienischen Gottesdienst besucht habe...

Was die Kirchensteuer angeht: Ich glaube, hier geht man falsch an die Rechnung heran. Ob ein Kindergarten nur zu einem % mit Kirchensteuergeldern finanziert wird, sagt im Grunde nichts aus. Man muss vom vorhandenen Steueraufkommen ausgehen und sich dann ansehen, wieviel % von diesem Geld an soziale Projekte gehen. Wenn nicht mehr da ist, kann man auch nicht mehr finanzieren...
Ich hab hier mal was gefunden, das Bistum Aachen betreffend:
http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/moenchengladbach/nachrichten/wofuer-die-kirchensteuer-verwendet-wird-1.1199542
Aber ich gebe gerne zu, dass Bischöfe ein unverschämtes Gehalt beziehen und die arbeitsrechtlichen Verstöße in kirchlichen Einrichtungen nicht hinnehmbar sind.


Konfessionelle Bekenntnisschulen: Irgendwo oben hat jemand drei Links zu dem Thema gepostet. Ich frage mich dabei irgendwie: Wieso lasse ich mein Kind nicht taufen, wenn ich es auf eine konfessionelle Schule geben will? Diese Geschichten sind doch allgemein bekannt. Meine Cousine musste ihr Kind auch taufen lassen, damit es in den Kindergarten der ersten Wahl gehen konnte. Das ist vielleicht nicht nett, aber wer partout diese Einrichtungen nutzen will, braucht ja nur in die Kirche einzutreten. Es gibt eben immer irgendeinen Haken... Und: Wieso will ich mein Kind auf eine konfessionelle Schule schicken, wenn ich von der Konfession nichts halte?
Oft ist es eben auch eine taktische Entscheidung, ob man austritt oder drin bleibt. Es mag einem nicht gefallen und man mag eine Faust im Sack machen, aber die Kirche ist ein großer Arbeitgeber und die kann man sich in der heutigen Zeit auch nicht immer aussuchen.
Jeder will in einen kirchlichen Kindergarten... Wieso will niemand in einen staatlichen? Irgendwas machen die Kirchen ja scheinbar doch richtig...
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Beitrag #591, verfasst am 09.02.2012 - 21:22
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zuletzt bearbeitet am 09.02.2012 - 21:53
suede schrieb:
Hast du dafür Nachweise?


Goggle mal danach. Ich hab keine Zeit dafür. War erst letztes Jahr wieder mal was, was für Aufregung sorgte.

suede schrieb:
Bei uns gibt es immer nur nichtssagende, unkonkreten, einschläfernden Reich-Gottes-Phantasien - ohne Drohung, ohne Verdammung...


Eben. Weil hier die wenigsten das ernst nehmen würden. Lebst du aber in einem Umfeld, in dem ein anderes kulturelles Klima herrscht, dann kannst du die Leute damit noch kriegen.  

suede schrieb:
Was die Kirchensteuer angeht: Ich glaube, hier geht man falsch an die Rechnung heran. Ob ein Kindergarten nur zu einem % mit Kirchensteuergeldern finanziert wird, sagt im Grunde nichts aus. Man muss vom vorhandenen Steueraufkommen ausgehen und sich dann ansehen, wieviel % von diesem Geld an soziale Projekte gehen. Wenn nicht mehr da ist, kann man auch nicht mehr finanzieren...


Ich verstehe deine Aussage nicht ganz. Ich finde es nur ein Unding, das trotz angeblicher Säkularisation der Steuerzahler, ob er nun Atheist, Jude, Moslem oder wer weiß was ist, Werbeveranstaltungen der katholischen Kirche finanziert, wie z.B. mehrere Millionen für den Weltjugendtag, einer gigantischen Werbeveranstaltung der Kirche. Warum muss ich das als Steuerzahler finanzieren, obwohl ich die Ideologie, die da beworben wird ablehne?

Oder warum finanziert der Steuerzahler die Ausbildung von katholischen Priestern? Warum dann nicht auch den Imamen, Rabbinern, Scientologen oder buddhistischen Mönchen das Studium schenken? Warum wird eine Religion bevorzugt?

Oder warum werden über 10 Milliarden Euro jährlich für die "kirchlichen" Sozialeinrichtungen vom Steuerzahler bezahlt, die die Kirche mit 10% mitfinanziert um damit das Recht erkauft zu haben zu bestimmen, wie da gearbeitet wird, was das für eine Ideologie verbreitet wird und wer da eingestellt wird? Die verbieten Betriebsräte, und feuern Leute, damit sie sie für niedrige Löhne danach wieder einstellen können. (Caritas als Beispiel) Oder entscheiden, dass sie nur Leute ihrer Religionszugehörigkeit, die nach ihren Moralvorstellungen leben einstellen. (Oder kündigen die, wenn es rauskommt, dass die anders leben.) Wegen den 10%, die die Kirche beisteuert können die bestimmen, dass z.B. keine homosexuellen, andersgläubigen oder geschiedenen Arbeitnehmer eingestellt werden. Das ist nicht nur moralisch unrecht, dass verstößt auch gegen das allgemeine Gleichbehandlungsgesetz. Stell dir vor, jeder Arbeitgeber gründet seine eigene Kirche aus Wirtschaftsinteressen und würde dann ein eigenes Arbeitsrecht mit irgendwelche benachteiligenden Gesetzen einführen. ("Wir stellen keine Frauen ein." oder "Wir stellen nur Leute ein, die nachweisen, dass sie in 3. Generation deutsche Vorfahren haben.")  

Verstößt das nicht gegen dein Rechtsempfinden? Das würde bei keiner anderen Institution durchgehen, wird aber bei der katholischen Kirche geduldet werden, weil die immer noch so einiges versteckt an Macht haben. (Nicht nur die Politiker mit dem "C" im Parteinamen klüngeln mit denen.)  

suede schrieb:
Wieso lasse ich mein Kind nicht taufen, wenn ich es auf eine konfessionelle Schule geben will?


Zum Beispiel weil eine Taufe ein Sakrament ist und wenn man Religion ernst nimmt (Solche Menschen soll es geben, sowohl christliche als auch andersgläubige), das eine ziemlich unmoralische Angelegenheit wäre, das Kind allein aus praktischen Gründen eine Zeremonie über sich ergehen zu lassen, an die man nicht glaubt.  
Genau dazu aber werden die Leute aber gezwungen. Die katholische Kirche ist ein gigantisches Wirtschafts- und Verwaltungsunternehmen, das mit den Lehren des Mannes, auf den die sich berufen, schon lange nichts mehr zu tun hat.

suede schrieb:
Diese Geschichten sind doch allgemein bekannt. Meine Cousine musste ihr Kind auch taufen lassen, damit es in den Kindergarten der ersten Wahl gehen konnte. Das ist vielleicht nicht nett, aber wer partout diese Einrichtungen nutzen will, braucht ja nur in die Kirche einzutreten. Es gibt eben immer irgendeinen Haken...


Diesen Haken müsste es aber nicht geben!
So haben viele in der Mitte des letzten Jahrhunderts sicher auch gedacht. "Ich finde die Partei zwar scheiße, aber lasse mein Kind trotzdem in die HJ gehen, da es sonst Nachteile hat." Mit Demokratie hat so etwas nicht zu tun.  

suede schrieb:
Und: Wieso will ich mein Kind auf eine konfessionelle Schule schicken, wenn ich von der Konfession nichts halte?


Stell dir vor, du bist eine berufstätige oder alleinerziehende Mutter und die einzige Schule, zu der dein Kind alleine mit dem Buss fahren kann, ist eine konfessionelle.
Wie sollst du Geld und Zeit aufbringen, dass Kind in den Nachbarort mit der staatlichen Schule fahren zu lassen? Da hast du eine der vielen möglichen Antworten.

suede schrieb:
... aber die Kirche ist ein großer Arbeitgeber und die kann man sich in der heutigen Zeit auch nicht immer aussuchen.


Ist sie eben nicht! Sie steuert nur 10% und ihre Ideologie zu staatlichen Einrichtungen bei.
Und das mit dem "in der heutigen Zeit nicht aussuchen können" höre ich auch immer wieder von Arschlöchern von Chefs, die auf der Schiene fahren. "Dir passt es nicht, das ich von dir verlange, deine Mittagspause auf zehn Minuten zu verkürzen und jeden Morgen unentgeltlich eine halbe Stunde früher anzufangen? Du kannst doch froh sein, dass ich dir als Arbeitgeber überhaupt Arbeit gebe!"
Möchtest du dich argumentativ auf deren Seite stellen?
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Beitrag #592, verfasst am 09.02.2012 - 23:32
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zuletzt bearbeitet am 10.02.2012 - 00:17
pol shebbel schrieb:
MrsAnthony schrieb:
Lulu Wedekind schrieb:
pol shebbel schrieb:
MrsAnthony schrieb:

Eine echte Überzeugung, die den Kirchen auch gut tun würde: deswegen wohl hat der Papst ja sinngemäß gesagt, das er Kirchenaustritte als Chance, und nicht als Bedrohung, sieht. Und da hat er recht: Einem lebendigen Organismus tut es nur gut, wenn abgestorbene Zellen ausgeschieden werden.

Diese Formulierung will mir nicht so recht gefallen. Das kann in gefährliche Gewässer führen (wie du wohl weisst).


Es hat einen Faden Nachgeschmack nach Kreuzzügen, Hexenverbrennung und Euthanasie...


Wenn ich sage, das doch aus der Kirche austreten soll, wer austreten will, lieber jetzt als gleich? Wenn ich der Meinung bin, niemand sollte gezwungen werden, Mitglied einer Kirche zu sein?

Nein. Aber wenn du Menschen mit "abgestorbenen Zellen", also sozusagen mit Abfall vergleichst.


Ich vergleiche die Kirche mit einem lebenden Organismus, ja!
In der Bibel wird die Gemeinde als Leib Christi bezeichnet.
Und ich möchte nicht, das jemand gezwungenermaßen Mitglied irgendeiner Kirche sein muß, ich bin auch gegen die Kindertaufe.
Ansonsten war ich mit meinen bewußt rüden Ton eventuell zu hart, aber weißt Du was? Mich nervt dieses Wehklagen über die bösen Kirchen, die die Leute zu irgendwas zwingen wollen, einfach. Wer nicht in der Kirche bleiben will: geh mit Gott oder ohne ihn, aber geh! Hab ich doch selbst schon gemacht, geht also!
Meine Waffe ist das Wort, und ich scheue auch nicht davor zurück, es zu benutzen!

Mick Brisgau-der letzte Bulle
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Beitrag #593, verfasst am 10.02.2012 - 00:14
suede schrieb:
Konfessionelle Bekenntnisschulen: Irgendwo oben hat jemand drei Links zu dem Thema gepostet. Ich frage mich dabei irgendwie: Wieso lasse ich mein Kind nicht taufen, wenn ich es auf eine konfessionelle Schule geben will? Diese Geschichten sind doch allgemein bekannt. Meine Cousine musste ihr Kind auch taufen lassen, damit es in den Kindergarten der ersten Wahl gehen konnte. Das ist vielleicht nicht nett, aber wer partout diese Einrichtungen nutzen will, braucht ja nur in die Kirche einzutreten. Es gibt eben immer irgendeinen Haken... Und: Wieso will ich mein Kind auf eine konfessionelle Schule schicken, wenn ich von der Konfession nichts halte?
Oft ist es eben auch eine taktische Entscheidung, ob man austritt oder drin bleibt. Es mag einem nicht gefallen und man mag eine Faust im Sack machen, aber die Kirche ist ein großer Arbeitgeber und die kann man sich in der heutigen Zeit auch nicht immer aussuchen.
Jeder will in einen kirchlichen Kindergarten... Wieso will niemand in einen staatlichen? Irgendwas machen die Kirchen ja scheinbar doch richtig...


Also erstmal glaube ich nicht, daß "konfessionelle" Schulen eine Taufschein verlangen können. Ich selbst bin auf eine katholische Schule gegangen, da war Religionsunterricht Pflicht, es gab aber noch Evangelische Religion zur Auswahl und die Konfessionslosen durften (mußten) sich für eines der beiden Fächer entscheiden.
Im Sinne der Integration finde ich es nicht schlecht, wenn Kinder anderen Glaubens sich mit dem westlichen Glauben auskennen lernen, er ist schließlich Teil der Kultur (Ostern, Weihnachten und so weiter). Religionsunterricht bedeutet ja nicht, daß diese Kinder missioniert werden.

Also ich hab mir den Kindergarten nach der Nähe ausgesucht. Das ist zufällig ein katholischer Kindergarten, da hab ich nur drei Minuten Fußweg. Mein Kind ist nicht getauft, mein Mann konfessionslos und ich bin noch die letzte katholische Bastion in der Familie. ^^
Allerdings würde ich wohl sofort austreten, müßte ich Kirchensteuer zahlen. Ich behalt den Eintrag noch, weil ihn später eventuell beruflich brauche.

Ein Religionsbekenntnis bedeutet schließlich nicht, daß ich diesen Glauben auch aus voller Überzeugung praktiziere. Wer als Kind getauft wurde, hat ja erst mit Erreichen der Vollährigkeit die Möglichkeit, aus der Kirche auszutreten. Und viele tun es aus Bequemlichkeit oder Opportunismus nicht.
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Beitrag #594, verfasst am 10.02.2012 - 00:21
Panthera schrieb:

Ein Religionsbekenntnis bedeutet schließlich nicht, daß ich diesen Glauben auch aus voller Überzeugung praktiziere. Wer als Kind getauft wurde, hat ja erst mit Erreichen der Vollährigkeit die Möglichkeit, aus der Kirche auszutreten. Und viele tun es aus Bequemlichkeit oder Opportunismus nicht.


Und die nerven mich!
Allerdings, das muß ich gestehen, neige ich dazu, die Brücken hinter mir auf geradezu brutale Weise abzubrechen, wenn ich nicht mehr zurück will, da ist sicher jeder anders gestrickt.
Meine Waffe ist das Wort, und ich scheue auch nicht davor zurück, es zu benutzen!

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Beitrag #595, verfasst am 10.02.2012 - 00:50
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zuletzt bearbeitet am 10.02.2012 - 00:53
MrsAnthony schrieb:
Und die nerven mich!
Allerdings, das muß ich gestehen, neige ich dazu, die Brücken hinter mir auf geradezu brutale Weise abzubrechen, wenn ich nicht mehr zurück will, da ist sicher jeder anders gestrickt.

Nun ja, Kirche ist für mich Mittel zum Zweck, das sehe ich ganz emotionslos.
Das sähe natürlich anders aus, wenn mich mein zukünftiger Arbeitgeber bedrängen würde, zu meinem Glauben Stellung zu nehmen. So weit ginge ich dann doch nicht, Glauben heucheln zu wollen. Wenn der Eintrag "röm-kath." für mich von Nutzen ist, dann bleibt er eben mal noch eine Weile stehen. Austreten kann ich immer noch.
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Beitrag #596, verfasst am 10.02.2012 - 01:15
Rune schrieb:

suede schrieb:
... aber die Kirche ist ein großer Arbeitgeber und die kann man sich in der heutigen Zeit auch nicht immer aussuchen.


Ist sie eben nicht! Sie steuert nur 10% und ihre Ideologie zu staatlichen Einrichtungen bei.
Und das mit dem "in der heutigen Zeit nicht aussuchen können" höre ich auch immer wieder von Arschlöchern von Chefs, die auf der Schiene fahren. "Dir passt es nicht, das ich von dir verlange, deine Mittagspause auf zehn Minuten zu verkürzen und jeden Morgen unentgeltlich eine halbe Stunde früher anzufangen? Du kannst doch froh sein, dass ich dir als Arbeitgeber überhaupt Arbeit gebe!"
Möchtest du dich argumentativ auf deren Seite stellen?


Mag sein, dass sie nur 10% der Kosten der konfessionellen Schulen trägt, trotzdem ist sie es, die dort die Leute einstellt und feuert, also ist sie der Arbeitgeber, Punkt und Ende. Und den kann man sich nicht mehr einfach aussuchen, egal, wie du Suede hier moralisch zu erpressen versuchst. Nur weil dein Chef ein Arschloch ist, beschreibt er damit nicht weniger dieselbe Realität, die Suede beschreibt. Es gibt auch viele Arschlöcher, die dieselbe Musik hören wie du.
Wer bei wachsender Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt und schrumpfendem Stellenangebot eine entlohnte Beschäftigung findet sollte in der Tat froh darüber sein. Es ist jedenfalls besser, als mit Harzt4 am Existenzminimum zu leben und sich deshalb auch noch die Unverschämtheiten wirtschaftlich gesicherter Großbürger anhören zu müssen.
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Beitrag #597, verfasst am 10.02.2012 - 01:24
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zuletzt bearbeitet am 10.02.2012 - 01:27
Kirchen und kirchliche Gemeinschaften als Arbeitgeber sind in der Tat ein Kapitel für sich: ich kann euch gar nicht sagen, was ich da schon erlebt habe,... Nun ja, da hab ich halt gekündigt, Altenpflegerinnen finden noch relativ leicht anderswo einen Job.
Das kirchliche Arbeitsrecht steht aber zu Recht zur Debatte, auch vor den EU-Gremien, nicht zuletzt wegen Wettbewerbsverzerrung.

Wenn allerdings an einem Ort keine annehmbare staatliche Schule existiert, hat der Staat versagt, nicht die Kirche.
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Beitrag #598, verfasst am 10.02.2012 - 02:12
Wettbewerbsverzerrung? Ist es nicht tendenziell unattraktiver, neben den üblichen Anforderungen an fleiß, Pünktlichkeit etc. noch den moralischen Vorstellungen des Arbeitgebers entsprechen zu müssen?
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Beitrag #599, verfasst am 10.02.2012 - 07:20
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zuletzt bearbeitet am 10.02.2012 - 07:34
ScharfeSchafe schrieb:
Mag sein, dass sie nur 10% der Kosten der konfessionellen Schulen trägt, trotzdem ist sie es, die dort die Leute einstellt und feuert, also ist sie der Arbeitgeber, Punkt und Ende.


Dem ist so, sicher. Aber ich finde es falsch. Punkt. Ende. Genauso falsch wie ich es fände, dass irgendwelche Wirtschaftssponsoren, die Forschungen oder Sportveranstaltungen mit ihrer Werbung mit 10 % mitfinanzieren damit meinen das Recht erworben zu haben über die Forschungsergebnisse bestimmen zu können, oder den Ablauf des Sportevents.
Für die Werbung (im Falle der Kirche der Mission) haben sie bezahlt, und die sollen sie auch machen dürfen, aber alles andere nicht.

ScharfeSchafe schrieb:
Und den kann man sich nicht mehr einfach aussuchen, egal, wie du Suede hier moralisch zu erpressen versuchst.


Ich erkundige mich nach Suedes Rechtsempfinden, und du unterstellst mir moralische Erpressung. Du bist so niedlich!  Nur an deiner Polemik solltest du noch etwas feilen. Oder, wenn du ernst genommen werden willst, auch an deiner Haltung. Einerseits einen auf Rebell machen bei Zuständen, die dir nicht in den Kram passen, aber bei einer Angelegenheit, die dich entweder nicht interessiert oder bei der du auf der Seite derer stehst, die unrechtes tun einfach zu sagen: "Tja, das ist halt so, find' dich damit ab." macht dich noch unglaubwürdiger.


@ Allgemeinheit: Hier noch mal was zur Kirche als Arbeitgeber:

http://www.focus.de/finanzen/karriere/arbeitsrecht/tid-16756/arbeitgeber-kirche-von-naechstenliebe-keine-spur_aid_468469.html

http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/recht-und-gehalt/arbeitgeber-kirche-wo-das-streikrecht-nicht-heilig-ist-1515455.html

http://www.labournet.de/branchen/dienstleistung/allg/kirche.html
Je mehr Leute es sind, die eine Sache glauben, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Ansicht falsch ist. Menschen, die recht haben, stehen meistens allein. - Sören Kierkegaard
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Beitrag #600, verfasst am 10.02.2012 - 08:12
Ich sage nicht, dass es richtig ist oder dass man sich damit abfinden soll, wie die Kirche mit ihren Angestellten umgeht, ich sage nur dass Suede die Realität richtig beschreibt. Es ist überdies sehr wohl moralisches Erpressertum, jemanden zu fragen, ob er sich "an die Seite von" "Arschlöchern von Chefs" stellen will.
P.S.: "Rechtsempfinden" ist Lynchjustiz, denn Recht wird immer noch nach Gesetzestexten und nicht nach Bauchgefühl gesprochen. Was du meinst ist Gerechtigkeitssinn.
Wie es selten Komplimente gibt ohne Lüge, so finden sich auch selten Grobheiten ohne alle Wahrheit - Karl Marx
 
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