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Beitrag #101, verfasst am 23.11.2008 - 20:20
Lucie Sakurazukamori schrieb:
Was ist bitte Flamewar?

Einen Kommentar oder ein Review, dass nichts mehr mit konstruktiver Kritik zu tun hat und oftmals nur noch aus Beleidigungen und vor allem persönlichen Angriffen gegen den Autor besteht nennt man ein Flame.  ("Dein Text ist scheiße, weil du scheiße bist.")

Darauf schreibt der beleidigte Autor dann dem Kommentator eine saftige Mail zurück. Und schon hat man einen Flamewar, also einen, über Mails und Reviewfunktion geführten Krieg, bestehend aus Flames.

Das kann dann ziemlich eskalieren. Es wird sich eine Weile privat angegiftet, bis das Ganze über die Reviewfunktion, im Profil, in Foren und/oder Chat öffentlich wird. Manchmal schalten sich dann "Fans" der beteiligten Autoren ein, ergreifen Partei für "ihren Autor" und fangen an die Werke (und Anhänger) des "gegnerischen Autors" nieder zu machen.


Was ist bitte Flamewar?

Einen Kommentar oder ein Review, dass nichts mehr mit konstruktiver Kritik zu tun hat und oftmals nur noch aus Beleidigungen und vor allem persönlichen Angriffen gegen den Autor besteht nennt man ein Flame.  ("Dein Text ist scheiße, weil du scheiße bist.")

Darauf schreibt der beleidigte Autor dann dem Kommentator eine saftige Mail zurück. Und schon hat man einen Flamewar, also einen, über Mails und Reviewfunktion geführten Krieg, bestehend aus Flames.

Das kann dann ziemlich eskalieren. Es wird sich eine Weile privat angegiftet, bis das Ganze über die Reviewfunktion, im Profil, in Foren und/oder Chat öffentlich wird. Manchmal schalten sich dann "Fans" der beteiligten Autoren ein, ergreifen Partei für "ihren Autor" und fangen an die Werke (und Anhänger) des "gegnerischen Autors" nieder zu machen.

Ach du Sch****, sorry aber da viel mir nichts anders ein zu. Wer macht denn so etwas? Na ja, kein Wunder das ich das nicht kannte. Mir ist so etwas zum Glück noch nicht passiert. Du liebe Güte. Danke sehr, dann weiß ich ja jetzt bescheit.
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Beitrag #102, verfasst am 12.12.2008 - 02:52
"I [...] think that doing fan fiction is bad training for any aspiring writer. With the world and the background all provided, the writer does not learn to create these things for himself. Fan fiction is to fiction as paint-by-numbers kits are to painting."

("Ich meine, dass Fan Fiction zu machen schlechte Übung für jeden herangehenden Autor ist. Wenn man Welt und Hintergrund bereits vorgegeben hat, lernt man als Autor nicht, diese Dinge für sich selbst zu erschaffen. Fanfiction verhält sich zu fiktivem Schreiben wie Malen-nach-Zahlen-Kästen zum Malen.")

Dieses provokative Zitat stammt von George R. R. Martin, US-Amerikanischem Autor, der offiziell Fanfiction zu seinen Geschichten verboten hat, teilweise aus diesem Grund, teilweise wegen urheberrechtlichen Bedenken (welche ich etwas abstrus finde, aber bei amerikanischem Recht weiß man nie).

Bevor die Diskussion losgeht, eine Klarstellung: Es geht hier um "aspiring writers". "aspiring" ist schwer zu übersetzen. "To aspire" bedeutet soviel wie "etwas ersehnen, nach etwas streben", mit einem "aspiring author" ist also ein Autor gemeint, der danach strebt, möglichst das beste aus seinen Ideen herauszuholen und möglichst die besten Geschichten zu produzieren, der also stets drauf aus ist, sich zu verbessern. Das bedeutet, dass solche Autoren, die ohnehin nur zum Spaß schreiben oder zur Seelenberuhigung, und die glücklich sind mit dem, was sie schreiben, gar nicht angesprochen sind: Fanfiktion.de ist ein Platz für euch ebenso wie für alle anderen, und das, was ihr aus dem Fanfictionschreiben für euch mitnehmt, will euch keiner schlechtreden. Es ist immer gut, zu schreiben.

Nun zurück zu Leuten wie mir, die nie zufrieden sind mit dem, was sie zu Papier gebracht haben, und Geschichten wieder und wieder nochmal lesen, um Schwächen zu entdecken und auszubügeln, und nichts lieber hören als Kritik, Kritik, Kritik... Ich denke, Mr. Martin hat Recht. Man kann mit Fanfictions zu einem guten Autor in Sachen Handwerk, Stil und Kreativität werden, aber man wird nie ein selbständiger Autor. Sein eigenes Werk von Grund auf zu erschaffen, ist ein wichtiger Schritt.
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Beitrag #103, verfasst am 12.12.2008 - 07:03
Das hört sich für mich sehr heftig nach Ausrede an.
Kein "aspiring writer" würde es bei Fanfiction belassen, sondern früher oder später den Drang haben, etwas eigenes zu schreiben. FF wären für ihn nur Übungen.
Also sehe ich da nichts negtives dran welche zu schreiben, und erst recht keinen Grund, dass als Verbotsgrund zu nehmen.
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Beitrag #104, verfasst am 12.12.2008 - 10:39
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zuletzt bearbeitet am 12.12.2008 - 10:40
Ja, Autorin wäre ich echt gerne und ich bin der Meinung, dass man nicht AutorIn werden kann, wenn man nicht versucht, etwas eigenes zu erschaffen, ABER. Ich schreibe FFs nicht als Übungen, sondern weil ich schlicht und einfach Spaß daran habe. Schreiben ist mein Hobby, Fanfiction ist Unterhaltung.
Ich bezweifle aber ernsthaft, dass aspiring writers, die sich selbst ernst nehmen, Geschichten schreiben, diese als reine Übungen titulieren und kein bisschen Herzblut hineinstecken. Und wenn doch, dann machen sie mehr falsch, als der aspiring writer, der nebenher noch Fanfiction schreibt.
(Gelegentlich muss man das wohl tun, aber wenn man lernen will, gute Geschichten zu schreiben, dann muss man schon etwas Herzblut opfern und mit Leidenschaft bei der Sache sein. Und da ist es auch mehr oder weniger egal, ob es sich um FFs oder eigene Werke handelt.)

Was spricht denn dagegen, beides gleichzeitig zu machen? FFs und Originale schließen sich nicht gegenseitig aus.


/Edit: Bilde ich mir das ein, oder ist dieser Post etwas wirsch? Bei Verwirrung kläre ich gerne auf...
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Beitrag #105, verfasst am 12.12.2008 - 11:56
Wir sollten uns jetzt nicht an der Verbotssache aufhängen. Verboten gehören Fanfiction nicht, soweit sind wir uns mal einig.

Was die Sache mit der Leidenschaft angeht: Klar ist es wichtig, mit Herz bei der Sache zu sein. Ich denke aber, viele Leute könnten ihre Ideen auch in Originalen statt in Fanfictions verarbeiten, und tuen es aus verschiedensten Gründen nicht, die vielleicht nicht unbedingt etwas damit zu tun haben, dass sie nur bei einer Fanfiction mit Herz bei der Sache wären. Ich habe den Verdacht, viele auf fanfiktion.de trauen sich den Schritt nicht, weil sie Angst haben, einerseits davor, auf sich allein gestellt eine schlechtere Geschichte zu schreiben, andererseits davor, nicht die immense Leserschaft anzuziehen, die man in den großen Fandoms scheinbar mit Leichtigkeit erwirbt. Ich kann nicht oft genug betonen, wie schade ich das finde.

Cyel schrieb:
(Gelegentlich muss man das wohl tun, aber wenn man lernen will, gute Geschichten zu schreiben, dann muss man schon etwas Herzblut opfern und mit Leidenschaft bei der Sache sein. Und da ist es auch mehr oder weniger egal, ob es sich um FFs oder eigene Werke handelt.)


Wenn es um Dinge wie Stil geht, oder Dialoge, Spannung aufbauen, schlicht alles, was mit dem Erzählen an sich zu tun hat, sicherlich! Aber auch Charaktere, Welt und Hintergründe müssen für eine Geschichte erschaffen werden. Sicher kann man OCs in die Fanfiction einbauen, oder ein AU draus machen, aber das wird nie das selbstständige Erschaffen einer kompletten Welt aus dem Nichts ersetzen.
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Beitrag #106, verfasst am 12.12.2008 - 12:59
Cyel schrieb:
Ich bezweifle aber ernsthaft, dass aspiring writers, die sich selbst ernst nehmen, Geschichten schreiben, diese als reine Übungen titulieren und kein bisschen Herzblut hineinstecken.


Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass ein Schreiberling irgendeinen Text, den er freiwillig schreibt, ohne ein wenig Herzblut und Spaß schreiben könnte.
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Beitrag #107, verfasst am 12.12.2008 - 13:23
Silfir schrieb:
Ich habe den Verdacht, viele auf fanfiktion.de trauen sich den Schritt nicht, weil sie Angst haben, einerseits davor, auf sich allein gestellt eine schlechtere Geschichte zu schreiben, andererseits davor, nicht die immense Leserschaft anzuziehen, die man in den großen Fandoms scheinbar mit Leichtigkeit erwirbt. Ich kann nicht oft genug betonen, wie schade ich das finde.


Aber woher willst du wissen, dass sie sich nicht trauen? Es gibt viele Leute, die wirklich kein Interesse daran haben, eigene Werke zu schreiben. Das wäre vielleicht mal eine Umfrage wert. (Auf einen Autor, der nur für hohe Leserzahlen schreibt und dabei so weit geht, einen ganzen Bereich zu ignorieren, kann ich aber auch grundsätzlich gut verzichten. *Das* finde ich nicht schade.)
Manche schreiben auch Originale, laden sie aber hier einfach nicht hoch.

Und ich finde, wenn man eine Idee sowohl als Original als auch als FF verwirklichen könnte... dann dürfte es eigentlich entweder keine gute Fanfic werden, oder ein Original, dass ein billiger Abklatsch einer bereits existierenden Vorlage sein würde.

Silfir schrieb:
Wenn es um Dinge wie Stil geht, oder Dialoge, Spannung aufbauen, schlicht alles, was mit dem Erzählen an sich zu tun hat, sicherlich! Aber auch Charaktere, Welt und Hintergründe müssen für eine Geschichte erschaffen werden. Sicher kann man OCs in die Fanfiction einbauen, oder ein AU draus machen, aber das wird nie das selbstständige Erschaffen einer kompletten Welt aus dem Nichts ersetzen.


Klar, aber jemand, der tatsächlich AutorIn werden will, wird auch von ganz alleine anfangen, eigene Welten zu erschaffen. Ich glaube, ich habe noch nie jemanden gesehen, der oder die eines Tages ein Buch veröffentlichen will, aber nicht mal privat eine komplett selbstständige Geschichte geschrieben, oder es wenigstens versucht hat.

Rune schrieb:
Ich wäre gar nicht auf die Idee gekommen, dass ein Schreiberling irgendeinen Text, den er freiwillig schreibt, ohne ein wenig Herzblut und Spaß schreiben könnte.


Leider ist das die Assoziation, die ich habe, wenn von "Fanfic nur als Übung" geredet wird.
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Beitrag #108, verfasst am 12.12.2008 - 14:08
Vielleicht kann ich Licht ins dunkele der Frage bringen, warum nun jemand nur FF schreibt. Zum größten Teil habe ich das ja schon gesagt. Glaube ich. Ich mag es bisher einfach ganz gerne eine Art „Gerüst“ zu haben, wo ich meine Ideen drum herum entwickeln kann. Man stößt einen Nichtschwimmer ja in der Regel auch nicht einfach ins Wasser und hofft das er nicht untergeht. Wer so etwas tut, handelt in meinen Augen, ziemlich fahrlässig. Ich könnte da jetzt lange ausholen, warum ich deswegen nie schwimmen gelernt habe, aber lassen wir das mal.  :-)

Deswegen ist das Schreiben von FF für mich immer eine Art „Sicherheitsleine“. Hier kenne ich zum größten Tel die Figuren oder stelle sie mir vor, wie ich sie sehe. Wozu sie ja auch ein Stück weit wieder „meine“ werden. Ich hangle mich also daran herum  und lerne ganz langsam schwimmen. Das kann man meiner Meinung sehr gut mit FF, da man sehen kann, wie es andere gemacht haben und man viele Vergleiche mit anderen hat. Die ich mitunter mit „Originalen“ nicht habe.

Natürlich lernt man hier nicht alles, aber das denke ich wäre auch zuviel verlangt. Aber man lernt den Umgang mit Lesern, Stil und ein sehr wichtiger Teil für mich, sich selber kennen. Wie schreibe ich? Brauche ich eine gewisse Organisation? Wo hin will ich eigentlich mit der Story? Da kann ein fest gestreckter Rahmen durchaus eine Starthilfe sein. Die ein Autor ja auch hat, wenn er sie nutzen will, indem er einfach einen Blick in andere Bücher wirft.

Obwohl es schon  stimmt,  langsam aber sicher merke ich, dass es da Punkte gibt, die ich gerne mache würde, sie aber nicht in den Canon der FF passen. Vielleicht ist das dann der Punkt, wo man von der FF zum Original wechselt. Aber noch ist mir das persönlich zu nass und meine Armbewegungen sind eher schwach, als das ich nicht untergehe, weswegen ich vorerst im Nichtschwimmerbecken bleibe.
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Beitrag #109, verfasst am 12.12.2008 - 15:29
Ich gehöre zu denen, die sowohl Originale als auch FFs schreiben. FFs betrachte ich weder als Fingerübung noch brauche ich sie, um ein vorgegebenes Gerüst mit meinen Worten zu verkleiden. Ich bin durchaus in der Lage, eigene Welten zu erschaffen (ich meine das jetzt nicht im Fantasy-Sinne...) und eigene Charaktere zu entwerfen.

Es ist nur so, dass die Originale, die ich hier eingestellt habe, von einer Ausnahme abgesehen sehr wenig gelesen werden und - ebenfalls abgesehen von einer Ausnahme - noch weniger reviewt werden. FFs dagegen werden eifrigst gelesen und bekommen deutlich mehr Reviews. Bei diesen Voraussetzungen fällt die Wahl nicht schwer, was ich hier online stelle.  

Dass die Originale weniger gut oder weniger spannend geschrieben sind als die FFs ergibt sich für mich aus den vorhandenen Reviews jedenfalls nicht. Sie sind aber eigene Welten für sich und haben eben keine Charaktere, die aus anderen Büchern oder aus Filmen bekannt sind.

Ich betrachte das Lese-/Schreibgeschehen hier inzwischen als Markt, der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt, und bei dem sich die Leseklicks bzw. die Reviews als der erstrebte Umsatz bzw. Gewinn darstellen. Freie Arbeiten werden kaum nachgefragt, FFs dagegen umso mehr. Also bediene ich den Markt, auf dem meine Arbeiten nachgefragt werden - und das ist der FF-Markt.

Das mag resigniert klingen, und das ist es bis zu einem gewissen Grad auch.
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Beitrag #110, verfasst am 12.12.2008 - 15:33
Cyel schrieb:
Und ich finde, wenn man eine Idee sowohl als Original als auch als FF verwirklichen könnte... dann dürfte es eigentlich entweder keine gute Fanfic werden, oder ein Original, dass ein billiger Abklatsch einer bereits existierenden Vorlage sein würde.


Das kann ich so nicht ganz nachvollziehen. Eine Idee kann ja aus vielem bestehen, beispielsweise auch aus einem bestimmten Element, dass man für interessant hält und in einer Geschichte unterbringen möchte. Ob das dann eine Fanfiction ist oder nicht, hängt ja von dem Element ab. Ein Beispiel für eine solche Idee ist die, einen Charakter zum Vollwaisen zu machen, um die besondere Situation, die das mit sich bringt, in einer Geschichte einsetzen zu können. Man kann sowohl in einer Fanfiction als auch in einer Originalfiction Vollwaisen vorkommen lassen; das einzige, was am Ende zählt, ist die Ausführung.

Es gibt ja oft Fanfictions, die einerseits wirklich gut geschrieben sind, sich andererseits aber so sehr vom Original entfernt haben, dass man nicht umhin kommt, zu denken "Daraus hätte man ja gleich ein Original machen können".

Für mich ist es eigentlich so, wenn man schon Fanfiction schreibt, dass man möglichst auch Elemente unterbringen sollte, die eben spezifisch mit dem Fandom zu tun haben; die rote Fäden aufgreifen, die sich durch den Canon ziehen, Aspekte erforschen, für die den eigentlichen Autoren die Zeit gefehlt hat. Es gibt aber eben auch allgemeine Ideen, die sich sowohl mit den Charakteren einer Fanfiction verwirklichen lassen als auch mit selbst erfundenen. Wenn man eine Fanfiction schreibt, aber das Fandom kaum bis gar nicht aufgreift, sollte man sich ernsthaft überlegen, stattdessen auf Original überzugehen.

Anders ausgedrückt: Es gibt Ideen, die sich für Fanfictions eignen, und Ideen, die sich für alle Geschichten eignen, und Ideen, die sich nur mit einer eigenen Geschichte realisieren lassen. Ich habe gar nichts dagegen, dass man Fanfictions schreibt, um die ersteren Ideen umzusetzen - im Gegenteil, das ist eine gute Sache. Aber an und für sich - wenn ich nicht Ideen habe, die nur in einer Fanfiction umzusetzen sind, dann schreibe ich Original.

Es ist für mich auch erfrischend. Ich weiß, was ich erschaffe, gehört mir. Ich hab mich nicht auf die Schultern von irgendjemandem gestellt, sondern alles, was ich zu Papier gebracht habe, ist meinem eigenen Kopf entsprungen. Ob es gut ist, weiß ich nicht, aber ich habe Respekt davor, dass ich es selbst hinbekommen habe. Denselben Respekt habe ich gegenüber jedem Originalschreiber. Das soll ich auch gar nicht gegen Fanfictionautoren richten; eine gute Fanfiction nötigt mir ebenso Bewunderung ab (und ich lese auch ab und zu Fanfiction). Das von-Grund-auf-selbst-Erschaffen ist es eben, das mir wichtig ist.
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Beitrag #111, verfasst am 12.12.2008 - 15:41
Gundolf schrieb:
Ich gehöre zu denen, die sowohl Originale als auch FFs schreiben. FFs betrachte ich weder als Fingerübung noch brauche ich sie, um ein vorgegebenes Gerüst mit meinen Worten zu verkleiden. Ich bin durchaus in der Lage, eigene Welten zu erschaffen (ich meine das jetzt nicht im Fantasy-Sinne...) und eigene Charaktere zu entwerfen.

Es ist nur so, dass die Originale, die ich hier eingestellt habe, von einer Ausnahme abgesehen sehr wenig gelesen werden und - ebenfalls abgesehen von einer Ausnahme - noch weniger reviewt werden. FFs dagegen werden eifrigst gelesen und bekommen deutlich mehr Reviews. Bei diesen Voraussetzungen fällt die Wahl nicht schwer, was ich hier online stelle.  

Dass die Originale weniger gut oder weniger spannend geschrieben sind als die FFs ergibt sich für mich aus den vorhandenen Reviews jedenfalls nicht. Sie sind aber eigene Welten für sich und haben eben keine Charaktere, die aus anderen Büchern oder aus Filmen bekannt sind.

Ich betrachte das Lese-/Schreibgeschehen hier inzwischen als Markt, der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt, und bei dem sich die Leseklicks bzw. die Reviews als der erstrebte Umsatz bzw. Gewinn darstellen. Freie Arbeiten werden kaum nachgefragt, FFs dagegen umso mehr. Also bediene ich den Markt, auf dem meine Arbeiten nachgefragt werden - und das ist der FF-Markt.

Das mag resigniert klingen, und das ist es bis zu einem gewissen Grad auch.


Ich geb umunwunden zu, dass ich diese (nicht unberechtigte, weiß Gott!) Einstellung deprimierend finde, weil sie das illustriert, was mich auch dazu bewogen hat, den Thread zu eröffnen. Fanfictions haben auf fanfiktion.de offenbar schlicht einen viel höheren Stellenwert. Die Community ist dort aktiver, die Autoren bekommen mehr Feedback... Und das, obwohl sich die Originalschreiber im Grunde noch mehr Mühe machen, und es eher die Originalschreiber sind, die wirkliches Interesse an Kritik haben. (Ich möchte niemandem mit dem Satz auf den Schlips treten, aber es ist schon so, dass bei den Fanfictionschreibern der Anteil derer, die nur zum Spaß schreiben und dementsprechend mitunter keine Kritik hören wollen, höher ist.)

Fanfiktion.de ist ein guter Ort, gerade auch für Originalfictions. Ich wünschte bloß, es würde ein noch besserer werden.
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zuojenn
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Beitrag #112, verfasst am 12.12.2008 - 16:37
Ich habe jahrelang nur eigene Sachen geschrieben. Um ehrlich zu sein habe ich von "Fanfictions" erst vor ein paar Wochen erfahren, zuvor wäre ich nie auf die Idee gekommen, eine zu schreiben.
Erst recht keine Fortsetzungsgeschichte - hallo, ich bin die, die Fortsetzungen hasst! Meist rauben sie dem Roman den Zauber (siehe Biss ... uarg!)
Und dann kam das Buch, das ich fortsetzen wollte. Weil es mir einerseits so gut gefiel, aber andererseits zu vieles daran offen blieb und fehlte. Gut, ich gebs zu, ich wollte mehr Romantik  :-)

Ich muss sagen, es war schon einfacher, als etwas eigenes. Weil der Roman neben den Charakteren schon recht viel Inspiration für eine Fortsetzung gibt. Daher war die Sache (130 Word-Seiten) innerhalb von nicht mal zwei Wochen fertig. Dafür brauch ich in eigenen Geschichten teilweise Jahre.
Aber eine FF hat auch durchaus ihre eigenen Schwierigkeiten, die man in einer eigenen Story nicht hat. Mein Anspruch war, dass die Charaktere die gleichen bleiben, wiedererkannt werden, sich aber auch soweit es die Story erfordert/ erlaubt, weiterentwickeln.
Dass die Charaktere auf der letzten Seite, nach allem was passiert ist, immer noch die sind, in die sich der Leser im Ursprungsroman verliebt - wenn auch älter, reifer, erfahrener - ist eine Herausforderung. Das fand ich schwierig, und das hat für mich einen großen Teil des Reizes ausgemacht.
Mit ein Grund warum ich persönlich absolute OOC-Storys nicht nachvollziehen kann. Wo ist dann die Schwierigkeit?

Die reviews fand ich zunächst gar nicht so wichtig, sonst hätte ich mir wohl ein bekannteres Objekt ausgesucht. Ich muss aber zugeben, dass ich mich trotzdem sehr darüber gefreut habe, da ich so viele nie erwartet hätte.
Und jetzt, da ich  anfange eine meiner eigene Storys vorzustellen, und die Reviews weit weniger sind, finde ich das tatsächlich etwas schade. Tröstlich zu lesen, dass das erstmal üblich ist ;-)
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Beitrag #113, verfasst am 12.12.2008 - 16:47
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zuletzt bearbeitet am 12.12.2008 - 16:48
Gundolf schrieb:
Ich betrachte das Lese-/Schreibgeschehen hier inzwischen als Markt, der sich aus Angebot und Nachfrage ergibt, und bei dem sich die Leseklicks bzw. die Reviews als der erstrebte Umsatz bzw. Gewinn darstellen. Freie Arbeiten werden kaum nachgefragt, FFs dagegen umso mehr. Also bediene ich den Markt, auf dem meine Arbeiten nachgefragt werden - und das ist der FF-Markt. Das mag resigniert klingen, und das ist es bis zu einem gewissen Grad auch.


Die Meinung klingt - so klar ausformuliert - irgendwie ganz schrecklich, ich stelle aber fest, dass ich die Dinge genau so sehe.

Ich erzähle gerne Geschichten. Wann immer ich vor zwei Türen stehe, und hinter der einen ist ein Raum mit Zuhörern und der andere ist leer... Dann gehe ich in den Raum mit Zuhörern. Und wenn man dort speziell Elemente einer Fiktion hören will, die ich zufällig selbst auch mag... Umso besser.

Mr. Martin hat völlig Recht, manche Dinge kann man in der Fanfiction nicht üben. Andere aber schon. Und wenn ich in der Fanfiction weniger Übung in Sachen World-Building bekomme, dafür aber Feedback in Sachen Spannungsaufbau... Dann ist das ein Deal, mit dem ich fürs Erste ganz gut leben kann.
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Beitrag #114, verfasst am 12.12.2008 - 17:46
phazonshark schrieb:
 
Ich erzähle gerne Geschichten. Wann immer ich vor zwei Türen stehe, und hinter der einen ist ein Raum mit Zuhörern und der andere ist leer... Dann gehe ich in den Raum mit Zuhörern. Und wenn man dort speziell Elemente einer Fiktion hören will, die ich zufällig selbst auch mag... Umso besser.

Mr. Martin hat völlig Recht, manche Dinge kann man in der Fanfiction nicht üben. Andere aber schon. Und wenn ich in der Fanfiction weniger Übung in Sachen World-Building bekomme, dafür aber Feedback in Sachen Spannungsaufbau... Dann ist das ein Deal, mit dem ich fürs Erste ganz gut leben kann.


Mir geht es ja auch ebenso wie dir, was die Zuhörer betrifft. Die FFs, die ich schreibe, beruhen auf Filmen, die ich wirklich liebe und die ich immer wieder sehen kann.

Was die Übungsmöglichkeiten in Sachen Spannungsaufbau betrifft: Stimmt sicher auch.
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Beitrag #115, verfasst am 14.12.2008 - 11:56
Eine anspruchsvolle FF ist in sofern leichter als dass man sowie Einstieg als auch Rahmenbedingungen gestellt bekommt.

Bei einer eigenen Geschichte muss man um auf das Niveau einer FF zu kommen was Hintergründe, Charaktere usw. angeht sehr viel mehr denken und selbst erfinden.

Im Grunde genommen würde ich sagen dass beide, ff und orginal  höchstens gleichschwer zu schreiben sind.

Für Leute die ein ooc unter eine Geschichte schreiben die nicht als "Humor" gekenntzeichnet ist das FF- schreiben eindeutig die falsche Richtung. Was will ich denn mit einem bösen Legolas der Arwen umbringt um Aragorn heiraten zu können?

Wenn Autoren die Figuren schon schriftlich vergewaltigen müssen sollen sie es doch bitte mit ihren eigenen machen.


Liebe Grüße, Vil ;)
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Beitrag #116, verfasst am 31.05.2010 - 17:19
hachjaaaa ... der ewige kampf original versus ff *seufz* eigentlich wollte ich erst gar nichts dazu schreiben und hatte gepflegt vor, mich zu drücken ... aber irgendwie scheint mein hirn wohl anderer meinung zu sein ... also geb ich jetzt doch mal meine meinung zum besten *g*

ich finde nicht, dass das eine schlechter/besser/schwerer/leichter (what ever...) zu schreiben ist, als das andere. beide "versionen" haben so ihre tücken, die nicht unterschätzt werden sollten

bei fanfiktion hat man rahmenbedingungen, charaktere usw. schon vorgegeben - was den vorteil hat, dass man sich schon mal nicht mehr wirklich viele gedanken über den background machen muss ... aber das heißt nicht, dass es deswegen "locher easy going" ist. es sind genug stolpersteine vorhanden, die erst einmal überwunden werden müssen - falsche zeitliche einordnung, logikfehler, ooc-gefahr, charakter-/bzw. verhaltensfehler usw. sind nur einige der vielen hürden, die sich einem so unverfroren in den weg stellen.

bei originalen müssen die charaktere geformt, die hintergründe ausgedacht und noch so einiges anderes ausgetüftelt und bedacht werden, was wahnsinnig viel mühe, arbeit und nerven kostet - allerdings hat hier der autor/die autorin viele freiheiten (es muss sich nicht an bestimmte, wesentliche grundkerne gehalten werden)

ich bin also der meinung, dass das original und die fanfiktion ihre daseinsberechtigung haben, sondern beides genug arbeit macht, um einem den schweiß auf die stirn zu treiben.

was einem nun besser gefällt, ist jedem selbst überlassen und sollte nicht verurteilt werden.

ich persönlich ... nur so als info (könnte ja sein, dass es jemanden interessiert *g*) schreibe (zur zeit jedenfalls ... kann sich ja alles noch ändern) ausschließlich ff (stargate atlantis). warum?  weil ich durch die ff die möglichkeit habe, die charaktere abenteuer oder einfach one-shot oder szenen erleben zu lassen, die ich gern im fernsehen gesehen hätte.
Ich hoffe, dass mir nie ein Tier ein Loch in den Kopf bohrt und seine Eier darin ablegt. Denn später denk ich vielleicht, ich hätte eine gute Idee, und dabei schlüpfen nur die Jungtiere. (Jack Handey)
zuojenn
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Beitrag #117, verfasst am 01.06.2010 - 11:52
zuojenn schrieb:
Ich habe jahrelang nur eigene Sachen geschrieben. Um ehrlich zu sein habe ich von "Fanfictions" erst vor ein paar Wochen erfahren, zuvor wäre ich nie auf die Idee gekommen, eine zu schreiben.
Erst recht keine Fortsetzungsgeschichte - hallo, ich bin die, die Fortsetzungen hasst! Meist rauben sie dem Roman den Zauber (siehe Biss ... uarg!)
Und dann kam das Buch, das ich fortsetzen wollte. Weil es mir einerseits so gut gefiel, aber andererseits zu vieles daran offen blieb und fehlte. Gut, ich gebs zu, ich wollte mehr Romantik  :-)

Ich muss sagen, es war schon einfacher, als etwas eigenes. Weil der Roman neben den Charakteren schon recht viel Inspiration für eine Fortsetzung gibt. Daher war die Sache (130 Word-Seiten) innerhalb von nicht mal zwei Wochen fertig. Dafür brauch ich in eigenen Geschichten teilweise Jahre.
Aber eine FF hat auch durchaus ihre eigenen Schwierigkeiten, die man in einer eigenen Story nicht hat. Mein Anspruch war, dass die Charaktere die gleichen bleiben, wiedererkannt werden, sich aber auch soweit es die Story erfordert/ erlaubt, weiterentwickeln.
Dass die Charaktere auf der letzten Seite, nach allem was passiert ist, immer noch die sind, in die sich der Leser im Ursprungsroman verliebt - wenn auch älter, reifer, erfahrener - ist eine Herausforderung. Das fand ich schwierig, und das hat für mich einen großen Teil des Reizes ausgemacht.
Mit ein Grund warum ich persönlich absolute OOC-Storys nicht nachvollziehen kann. Wo ist dann die Schwierigkeit?

Die reviews fand ich zunächst gar nicht so wichtig, sonst hätte ich mir wohl ein bekannteres Objekt ausgesucht. Ich muss aber zugeben, dass ich mich trotzdem sehr darüber gefreut habe, da ich so viele nie erwartet hätte.
Und jetzt, da ich  anfange eine meiner eigene Storys vorzustellen, und die Reviews weit weniger sind, finde ich das tatsächlich etwas schade. Tröstlich zu lesen, dass das erstmal üblich ist ;-)


Ah, ist das lustig, jetzt über den Beitrag zu stolpern, den ich vor 1 1/2 Jahren geschrieben habe.
Inzwischen sehe ich das etwas anders. Die oben genannte FF ist mir nur deshalb so leicht gefallen, weil ich mit den Charakteren überhaupt keine Probleme bekommen *konnte* - da diese (mit etwas mehr Ahnung betracht) doch im Original recht simpel gestrickt waren.

Inzwischen fallen mir FA sehr viel leichter als FF. Ich habe an einer 5.000 Wörter starken (Avatar)-FF tatsächlich länger gesessen, als an meinem Debütroman (mit 90.000 Wörtern).
Nun liegt das vielleicht auch daran, dass man zu einem Film erst eine Schreibe entwickeln muss, die irgendwie "passt", während man in einem Buch einen Stil vorgemalt bekommt, den man übernehmen kann (ich mag FF tatsächlich am liebsten, wenn wirklich alles zum Original passt), aber ich finde es schon schwieriger, mich in eine fremde Figur einzufühlen, als im meine eigene, für die ich die Regeln mache.
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Beitrag #118, verfasst am 01.06.2010 - 12:31
Also ich persönlich denke, wenn man es gut machen möchte, dann ist beides anspruchsvoll. Mir liegen FFs auch mehr, die sehr nahe an der Originalhandlung und an den Charakteren gehalten sind. Ich selbe habe mit FFs angefangen und dann irgendwann festgestellt, dass mich die Charaktere irgendwie behindern, da ich eben nahe an der Vorlage bleiben wollte, bot sich irgendwann kein Spielraum mehr für mich. Ich wollte Situationen schaffen, in denen ich absolut frei entscheiden konnte, wie der Protagonist handelt. Das ist bei FFs nur bedingt möglich. Außerdem schreibe ich gerne Slash und das war mit den Charakteren aus Numb3rs nicht möglich. Bei dem zweiten Fandome, Criminal Minds, schon eher. Aber wenn die wirklichen Charaktereigenschaften erhalten bleiben sollen, dann gehen bestimmte Dinge einfach nicht. Ich möchte nicht ausschließen, dass ich irgendwann auch mal wieder eine FF schreiben werde, nur momentan kann ich mich bei FAs einfach mehr austoben.

Zu sagen, FFs seien einfacher stimmt sicher nicht wirklich. Denn man muss sich schon sehr mit einem Fandome beschäftigen, wenn man die Charaktere etc. gut treffen will. Und wer das schafft investiert auch eine Menge Arbeit. Beides hat seinen Reiz und bei beidem kann man sehr gute Sachen, aber auch den sprichwörtlichen Griff ins Klo finden.
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Tifla: "Aaah."
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Beitrag #119, verfasst am 01.06.2010 - 14:50
Ich kann nicht ganz verstehen, wie FF 'so zur Übung' funktioniert. Ich habe lange, lange freie Arbeiten geschrieben, bevor ich mit Fanfiction angefangen habe. Dass ich vorher nicht 'zu faul' war, mir eigene Universen und Figuren zu überlegen, macht es jetzt leichter, das vorgegebene 'Gerüst' eines Fandoms zu bearbeiten. Also genau der gegenteilige Effekt. Zumindest wenn gute FFs (das heißt für mich - sehr nah am Original) rauskommen sollen, hilft eher das Hintergrundwissen, das man in FAs gesammelt hat.
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Beitrag #120, verfasst am 02.06.2010 - 13:18
Mit FF angefangen. Was etwas nervt ist, dass man aus FF nicht mehr machen kann, weil die Rechte bei Dritten liegen.
Dann hier einen Prosa angefangen aber wieder mittendrin aufghört, weil es keine Rezis gab. Da hatte ich keine Lust mehr... ,-)
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Beitrag #121, verfasst am 02.06.2010 - 18:13
Warum sollten Originale besser seiner als FFs, oder eben umgekehrt? Es gibt auf beiden Seiten gute und schlechte Autoren, und eher lese ich eine gute FF als Stephanie Meyer, um mal ein Bsp. zu nennen. Ich habe jahrelang nur FFs geschrieben, bin dann zu den Originalen gewechselt und mittlerweile mache ich beides, weil es mir einfach Spaß macht.

Und ich stimme Tifla zu, denn ich finde FFs nicht einfacher, im Gegenteil. Für mich waren die Originale immer leichter, weil ich da mit meinen Charakteren machen konnte, was ich wollte. In FFs habe ich Vorgaben, die ich nicht untergraben kann, zumindest wenn ich Wert darauf lege nah am Menschen zu bleiben, und wer das als 'einfacher' empfindet - nun, ich bin anderer Meinung.

Gleiches gilt für das Thema Recherche. Freie Werke - oh Jubel. Natürlich recherchierte ich, allein schon, weil ich keine leichten Themen habe, aber ich habe mit meiner aktuellen FF sehr schnell gelernt, dass es viel mehr Zeit kostet, mit den Infos auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Gut, ich schreibe eine Geschichte über eine Rockband auf Tour, das ist etwas Anderes, als wären sie im Urlaub, ich weiß, dennoch - meine FFs haben mir in den letzten Monaten den doppelten, wenn nicht gar dreifachen Aufwand an Recherche beschert, als meine vorherigen Originale.

Ich kann nicht nachvollziehen, wieso viele Leser/Autoren/etc. ständig einen Wettbewerb daraus zu machen scheinen, dass FFs 'weniger Wert wären', um es mal so auszudrücken. Ich sehe das nicht so. Der einzige Unterschied besteht darin, dass ich meine FF nicht einfach an einen Verlag verkaufen kann, was ich eh nicht will.

Es gibt hier viele gute Autoren, die weitaus bessere Werke schreiben, als verlegte Autoren - ist jedenfalls meine Meinung. Für mich gibt es da kein besser oder schlechter. Entweder eine Story gefällt, oder sie tut es nicht. Ob der Autor nun eine FF geschrieben hat, oder ein Original, ist dabei völlig belanglos.
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Beitrag #122, verfasst am 02.06.2010 - 18:22
Meiner persönlichen Meinung nach sind FFs per se nicht automatisch von schlechterer Qualität oder inhaltlich weniger anspruchsvoll, als Originale. Zu "Fluch der Karibik" gibt es zumindest im englischsprachigen Bereich eine Fülle an Geschichten, die wesentlich besser recherchiert sind, als die Filme selbst.

Allerdings ist der Hintergrund wohl ein anderer. Obwohl es natürlich Leute gibt, die FFs schreiben, um für eine Autorenkarriere zu trainieren, entsteht ein Großteil der Geschichten in dieser Sparte wohl aus Spaß an der Freude - aus Liebe zu einem Fandom und den zugehörigen Welten und/oder Charakteren.

Der Fanaspekt fällt bei Originalen mehr oder weniger komplett weg, wobei bestimmte Fandoms auch hier als Inspirationsquelle weiter wirken können (ich habe das Gefühl, Tolkien stand für viele Fantasy-Originale Pate).
Lynea
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Beitrag #123, verfasst am 02.11.2011 - 18:32
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zuletzt bearbeitet am 02.11.2011 - 18:37
<Outet sich als auschließlicher Original Schreiber^^
Ich denke, wenn man will, kann man für beide Seiten gute Argumente finden.
Zum einen ist es auf gewisse Weise ein leicht machen, ein gelungenes Buch oder eine tolle Serie usw einfach mal nach Belieben so umzuschreiben, wie man es sich wünscht.
Man kehrt damit den Regeln, denen dieses Werk vom Erstautor unterliegt, den Rücken.
Man braucht sich nicht zu ärgern oder hinzunehmen, dass aus Charakter a,b.. so wenig gemacht wurde. Man muss nicht hinnehmen, dass ein Werk "ganz gut" war, aber irgendwie nicht befriedigend, da man durch eigene Handlungsstränge oder zum Teil eigene Charaktere, dem Werk den Rahmen verpasst, denn man selbst gut findet.
In einem anderem Licht beschienen, könnte man jedoch auch argumentieren, dass FF der schwere Weg des Schreibens ist oder zumindest der anspruchsvollere.
Da trotz aller Ideen und Begeisterungen, gewisse Grundelemente eingehalten werden müssen.
Ein Charakter der stets krank und schwach war, was zb durch eine Krankheit definiert wurde, kann schwerlich auf einmal aufwachen, gesund sein und munter durch die Gegend hüpfen.
Das wäre einfach ein Widerspruch/ ein vollkommenes umschreiben eines Basic Faktes.
So gesehen, müssen also FF Schreiber die "Kunst" beherrschen, sich innerhalb eines gewissen Rahmens auszuleben. Sie müssen ihre Ideen und Wünsche glaubhaft auf der bereits gegebenen Basis eines Anderen aufbauen und dürfen gewisse Rahmenlininen dabei nicht überschreiten.
Auf Originale lässt sich dasselbe Muster anwenden.
Man könnte behaupten "ach ist ja leicht", da man sich alles ausdenken *darf* und keine Rücksicht auf Grenzen nehmen muss.
Man könnte jedoch dagegen argumentieren, dass man zunächst erstmal die gewaltige Kreativität besitzen muss, sich alles auszudenken. Da gibt es keine Hilfe, wenn man eine tolle Idee hat und zunächst einmal eine Welt, Rassen, Religion und vieles mehr erschaffen muss, damit es überhaupt losgehen kann. Zudem ist es auch schwerer in einer vollkommen frei erschaffenen Story einen Roten Faden zu haben und auch beizubehalten.
Unterm Strich wenn man sich beiden gegenüber aufgeschlossen zeigt, denke ich, dass man "Original" und "FF" nicht gegenüberstellen darf. D.h. man darf eventuell schon, aber ich finde nicht, dass man eines von der Wertung über das andere stellen kann.
An dieser Stelle gibt es für mich kein Sieger oder Verlierer.
Beide Schreibwelten (-Stile?), haben ihre Vor- und Nachzüge und im Endeffekt ist es nur eine Frage des persönlichen Geschmackes, was von beiden man lieber mag.
Wobei man persönlichen subjektiven Geschmack, eben nicht gleichsetzen sollte mit Fakt.
Was ich an dieser Stelle jedoch noch positiv zu FF bemerken möchte ist,
dass es eine vermutlich fantastische Übung ist, wenn man es anstrebt, Auftragsschreiber im einen oder anderen Sinne zu werden.
FF dürfte doch sehr schulen (im hochwertigen FF Fall zumindest), seine Kreativität bewusst zu lenken und trotz Rahmen, auszuleben.
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Ich bin nach wie vor überzeugte Original Jüngerin^^, aber ich kann beide Seiten in dem Fall sehen und respektiere sie.
 
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