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Beitrag #51, verfasst am 02.10.2009 - 21:45
Ein Theaterregisseur aus unserem städtischen Theater sagte neulich mal so schön: "Tiefgründigkeit und große Kunst existieren nicht, denn alles ist trivial."

Wo er recht hat, hat er recht.

Dazu sei gesagt, dass ebenjener Regisseur einen städtischen Kulturskandal verursachte, weil er die männlichen Rollen in einem Klassiker mit echten Fußballfans besetzte, die auch richtig rumgrölen durften.

Mal ganz davon abgesehen, dass - wie hier im Thread schon mehrfach bemerkt wurde - jeder etwas anderes als tiefgründig ansehen mag so ist Kunst oder literatischer Anspruch in seiner Gesamtheit doch gern mal etwas trivial. Okay, ich bin ja ohnehin kein Freund der "Klassiker der Weltliteratur" und bereue es auch jedes mal, wenn ich versuche mich nochmals damit auseinander zu setzen. Schlussendlich endet das nämlich garantiert damit, dass ich ebenjenes Werk so ätzend finde, dass ich es wutentbrannt in die Tonne kloppe und mich über das herausgeworfene Geld ärgere.
Und das liegt einfach darin, dass ich in diesen hochgelobten, ach so tiefgründigen Werken meist nichts anderes entdecke außer viel Wischiwaschi-Gelaber um Liebe, Freiheit und vielleicht noch Brüderlichkeit, ohne Spannung, dafür aber mit Figuren, die so flach sind, dass sie als Pizza durchgehen könnten. Und da hat der oben zitiere Regieseur wieder voll und ganz Recht: Unsere Kultur ist trivial! Und warum? Tja, wahrscheinich deshalb, weil die Leute schon immer gern über triviales geredet und gelesen haben.

Was wäre denn keine Trivialliteratur? Vielleicht der Iraq-Body-Counter? Oder doch lieber die Liste aller AIDS-Erkrankungen in Afrika? Oder die Rote Liste der Tierarten?

PS: Und außer Tolkien kommt mir ohnehin niemand ins Haus.
"Nur wer das Unmögliche fordert wird das Mögliche erreichen, denn wer stets nur das Mögliche fordert wird überhaupt nichts erreichen."
- Michail Bakunin
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Beitrag #52, verfasst am 04.10.2009 - 17:19
Eine Tiefsinnige Geschichte ist für mich eine Geschichte, die zum Nachdenken anregt und sich auch mit schwierigen Themen auseinandersetzt und aus mehreren Sichtweisen betrachtet wird...
Aber der Autor muss vorsichtig sein, dass alles nicht zu "tiefsinnig" wird und sich im Unendlichen verliert bis man die Gedanken und Aussagen nicht mehr nachvollziehen kann.
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Beitrag #53, verfasst am 04.10.2009 - 18:32
Mir stellt sich häufig die Frage, ob eine Geschichte wirklich tiefsinnig sein MUSS.
Bei vielen Büchern wird gemeckert, dass sie keinerlei Tiefgang besäße und deshalb schlecht sei.
Ich habe schon einige Bücher gelesen, die zwar nicht wirklich tiefsinnig waren (zumindest meiner Auffassung nach), aber die mir trotzdem sehr gefallen haben.
Manche Bücher dienen eben nur der Unterhaltung, wollen nicht auf Teufel komm raus eine Botschaft vermitteln.
Solche Bücher sind manchmal äußerst entspannend, wenn man schon zu viele traurige Sachen gelesen hat, die so tief gingen, dass man nicht mehr davon los kommt...
"Loki ist 'ne ausgewachsene Diva. Er will Blumen, er will Paraden, er will ein Monument, das in den Himmel aufragt mit seinem Namen drauf. ... Verfluchter Penner."
("Iron Man" Tony Stark in "Marvel's The Avengers&qu
Smailii1805
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Beitrag #54, verfasst am 04.10.2009 - 18:57
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zuletzt bearbeitet am 04.10.2009 - 18:57
Ehrlich gesagt mache ich mir als Autor über die Tiefsinnigkeit meiner Geschichten keine Gedanken. Ich schreibe sie nicht, um damit eine Botschaft mitzuteilen, sondern einfach um eine Geschichte zu erzählen.

Tiefsinnigkeit ist meiner Meinung nach weder ein Qualitätsmerkmal noch unbedingt notwendig. Wenn ich etwas lese, dann werde ich ganz bestimmt nicht angestrengt nach versteckten Inhalten zwischen den Zeilen suchen, denn das würde mir hundertprozentig den Spaß am Lesen komplett verderben.

Entweder ich sehe ich etwas zwischen den Zeilen oder eben nicht. Das kommt immer darauf an, wie empfänglich man für so etwas gerade ist und ob man mit dem Autor auf der gleichen Wellenlänge ist, ob man gleiche Erfahrungen teilt. Ich bewundere jeden, der versucht auch 'tiefere' Inhalte in seine Texte einfließen zu lassen, denn ich wüsste nicht, wie ich da überhaupt anfangen sollte. Aber wenn man als Autor enttäuscht ist, wenn nicht alle Leser zwischen den Zeilen lesen, dann finde ich das zwar verständlich, denke aber doch, dass sie zu viel erwarten.

Ich will beim Lesen abschalten können und mir nicht ständig Gedanken machen müssen: Hab ich jetzt aufmerksam genug gelesen? Hab ich eine interessante Metapher übersehen? Bin ich zu doof und oberflächlich, um den versteckten Sinn zu erkennen?
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Beitrag #55, verfasst am 04.10.2009 - 19:00
Smailii1805 schrieb:


Ich will beim Lesen abschalten können und mir nicht ständig Gedanken machen müssen: Hab ich jetzt aufmerksam genug gelesen? Hab ich eine interessante Metapher übersehen? Bin ich zu doof und oberflächlich, um den versteckten Sinn zu erkennen?

Das geht mir auch häufg so. Ich bin generell sehr empfänglich für Tiefsinniges, aber viele Andeutungen und Verstrickungen fallen mir erst bei mehrmaligem lesen auf. Ich suche auch nicht danach.

Eine Geschichte ohne "tieferen Sinn" ist in meinen Augen auch nicht unbedingt flach.
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Beitrag #56, verfasst am 12.09.2011 - 14:23
Für mich ist eine Geschichte tiefsinnig, wenn Raum für eigene Interpretation bleibt und der Leser nicht alles "vorgekaut" bekommt, sondern auch an der Richtigkeit der Aussagen und Handlungen der Figuren zweifeln kann (Auch wenn es sich um die des Helden/ der Heldin der Geschichte handelt).  Und - meiner Meinung nach auch ganz wichtig - auch die Körpersprache der Charaktere sollte beschrieben werden, das verleiht zumindest den Figuren Tiefe, ob die Geschichte dadurch tiefsinnig wird, bleibt die Frage.
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Beitrag #57, verfasst am 13.09.2011 - 16:29
Ich finde tiefsinnig ist wenn man sozusagen hinter den Worten den Sinn entdeckt...
wenn du einfach tiefer gehst...
versteht ihr was ich meine?
In der Brust eines jeden Schriftstellers schlägt ein Herz aus Papier ♥
Bluegirl
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Beitrag #58, verfasst am 21.11.2011 - 22:46
Tiefsinnig ist, wenn der Text im Gedächtnis bleibt. Wenn er sich da irgendwie einbrennt und einen nicht mehr loslässt. Wenn man sich seine eigenen Gedanken dazu macht.
 
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