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Beitrag #51, verfasst am 19.10.2009 - 18:22
So ein Flashback kann übrigens übelste Ausmaße annehmen.
Ne Mitpatientin von mir hatte teilweise FBs, die bis zu drei Stunden dauern konnten (so lange wie die Vergewaltigung, die die Ursache dafür war). Dabei hat sie die gesamte Tat wiederleben müssen und war noch stundenlang danach kaum fähig sich ohne Schmerzen zu bewegen.
Das Erlebnis muss sich so stark eingebrannt haben, dass selbst der FB 'Muskelkater' verursachen konnte.
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Beitrag #52, verfasst am 20.10.2009 - 19:00
Also gut:
"Habt ihr in der Richtung schonmal was geschrieben und wie seid ihr 'sensibel' mit dem jeweiligen Thema umgegangen?"  Ja, ich habe schon mal eine Rape-scene geschrieben... Ich wollte mich einfach mal mit diesem schwierigen Thema auseinandersetzen... Ja, ich bin schon sensibel damit umgegangen, weil man bei so einer tiefgehenden Sache einfach Ernst bleiben muss!

Kann man dabei überhaupt 'sensibel' sein ohne das 'Ereignis' zu verharmlosen?
Sensibel mit dem Thema umzugehen bedeutet nicht gleich, es zu verharmlosen!
Man geht sensibel damit um, auch wenn man alle unangenehmen Details beschreibt.
Unsensibel ist es nur, wenn man z.B. Rape selbst als harmlos beschreibt oder wenn man gar schreibt, eine Frau könnte sich in ihren Vergewaltiger verlieben...
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Beitrag #53, verfasst am 21.10.2009 - 09:55
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zuletzt bearbeitet am 21.10.2009 - 09:56
Ich finde, dass sich alles sehr wichtige Themen, die ich häufig in meine Geschichten einbaue, um darauf aufmerksam zu machen, dass wir nicht in einer "heilen Welt" leben.
Hinter eitel Sonnenschein gibt es eben Mobbing, Missbrauch etc.
Was würden dass für Geschichten sein, die sich nur mit glücklich sein beschäftigen?
Schließlich kann man die Probleme nicht verträngen, eine Geschichte würde unrealistisch sein ohne solche Sachen. Jedenfalls meistens.
Natürlich sollte man sensibel damit umgehen, aber nicht verharmlosen. Im echten Leben wird einem schließlich auch nichts in Watte gepackt.
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Beitrag #54, verfasst am 22.10.2009 - 01:04
Ob ich sowas schonmal geschrieben hbe? Ja. Rape. Ich weiß nicht wieso, aber wenn ich mir Serien ansehe, habe ich Geankenblitze, die mich nicht mehr loslassen wollen. Dann schreib ich sie halt auf, egal wo und ich schäme mich deswegen auch nicht.

Ich finde auch nicht, dass man da was 'sensibellisiren' kann. Jeder, der schonmal eine Rape geschrieben hat, oder versuht hat zu schreibe, weiß, dass sie nur dann gut rüberkommt, wenn sie hart genug geschrieben wurde.
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Beitrag #55, verfasst am 22.10.2009 - 10:25
Zwar habe ich als Teenie die üblichen "pubertärer Weltschmerz wird auf erwachsene Figuren projiziert"-Geschichten geschrieben, aber damals wie heute habe ich ein riesiges Problem damit, Themen wie Vergewaltigung, Missbrauch, SVV, etc. zu instrumentalisieren. Das bedeutet nicht, dass sie in meinen Geschichten nie eine Rolle gespielt haben (in "Green Sea of Darkness" geht es so gesehen um Kindesmissbrauch vor dem Hintergrund des atlantischen Sklavenhandels), aber die Notwendigkeit der graphischen Darstellung einer solchen Szene hat sich für mich tatsächlich noch nie ergeben.

Auch an die Perspektive von Opfer oder Täter habe ich mich nie gewagt, einfach weil ich selbst weder das eine, noch das andere war und es mir deshalb auch nicht zutrauen würde, mich diesbezüglich einzufühlen. Ich habe wie fast alle Menschen persönliche Berührungspunkte mit psychischen Erkranungen, meine Perspektive ist jedoch die Angehörigen-Perspektive, und über diese würde ich auch nicht hinausgehen wollen.

Psychische Erkrankungen sind für mich nicht romantisch und auch kein gelungenes Stilmittel, um Charaktere aneinander zu binden. Gerade für indirekt Betroffene ist es m.E. oft wirklich schwer, bestimmte Handlungsweisen der erkrankten Person nachzuvollziehen und richtig zu deuten. Anders als in vielen Fanfictions halten Opfer von (sexueller) Gewalt nämlich nur ungern Monologe über das, was ihnen passiert ist. So sehr man auch helfen und verstehen will, oft bleibt einfach nur die Hilflosigkeit und letztlich die Erkenntnis, dass man dem Betroffenen trotz aller Liebe nicht helfen kann. Wenn man diese Erkenntnis erlangt hat, ist man allerdings oft schon selbst therapiebedürftig - zumindest ging es mir so.

Ich habe daher schon das Bedürfnis, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, hätte aber dabei immer das Gefühl, über mich oder nahe stehende Personen zu schreiben, und das möchte ich - zumindest im Internet - nicht. Dazu fehlt mir auch die Distanz, die m.E. trotz aller Liebe zu den Figuren noch notwendig ist, um eine gute Geschichte zu erzählen.
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Beitrag #56, verfasst am 23.10.2009 - 23:46
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zuletzt bearbeitet am 23.10.2009 - 23:47
Ich gehe nicht sensibel mit Themen um, über die ich schreibe. Mir geht es eher darum, eine unterhaltsame Geschichte zu schreiben als darum, in allen Einzelheiten breitzutreten, wie traumatisiert meine Hauptperson ist.

Bisher hatte ich auch keine Motivation, über Vergewaltigung oder Inzest zu schreiben. Bei einem Mobbingopfer kann man, denke ich, auf Flashbacks verzichten.
shannaenray
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Beitrag #57, verfasst am 25.10.2009 - 16:36
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zuletzt bearbeitet am 25.10.2009 - 16:37
Hallo an Alle,

auch ich schreibe über Höchst-Sensible Thematiken. Das Problem, was bei dem Schreiben über solche Themen entstehen kann ist, das man unbewusst den Namen der betroffenen Person nennt. Daher ist eine meiner Regeln eine fiktive Person zu nehmen und auch einen anderen Namen. Damit verletze ich keinen und kann trotzdem ein Thema voll ausschöpfen. Es ist eine riskante Gratwanderung wenn man über Missbrauch und Gewalt schreibt. Es geht dabei nicht nur um das physische Leid, was der Charakter erfährt, sondern vor allem auch um seine Seele und wie der Charakter sich entwickelt.

Bsp: Narayan alias Shanna en Ray ist einer meiner komplexisten Charaktere. Durch den Missbrauch und das Leid was sie erfährt bekommt sie eine seltene Form der Schizoiphrenie gepaart mit ungebändigter kalter Wut. Aber sie hat gelernt es zu steuern, was man besonders sieht als sie gegen Bruce Wayne ohne Maske antritt. Weil sie glaubt, das er an dem Gemetzel im Kloster mitverantwortlich ist. Es ist eine der wenigen Momente, wo sich auch Bruce Wayne ohne Maske bewähren muss.

Zur Zeit arbeite ich an der Eigenständigen Geschichte von Narayan, die durch ihre kriminelle Vergangenheit zu einer der ersten Sternenwanderer wird. Ich kann so viel sagen, das es um eine Sekte, Atlantis und um Rache geht. Mehr kann ich zur Zeit nicht verraten...
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Beitrag #58, verfasst am 25.10.2009 - 20:21
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zuletzt bearbeitet am 25.10.2009 - 20:21
Lennart schrieb:

Das gilt natürlich auch für Rechtsextremismus, sexueller Missbrauch, körperliche Misshandlung, Mobbing, Suizid, Selbstverletzung, psychische Erkrankungen etc.

Meine Fragen sind jetzt:
Habt ihr in der Richtung schonmal was geschrieben und wie seid ihr 'sensibel' mit dem jeweiligen Thema umgegangen?
Kann man dabei überhaupt 'sensibel' sein ohne das 'Ereignis' zu verharmlosen?


Ich schreibe weniger von phyisischer Gewalt, sondern viel eher mit psychischem. Warum soll man nicht über etwas schreiben, dass es gibt? Ob das nun eine gespaltene Persönlichkeit ist (die sehr viele meiner Charakter zumindest ansatzweise aus verschiedenen Gründen entwickelt haben) oder eine "schlichte" Depression, die sich bei uns ja schon zur Volkskrankheit entwickelt hat (das sage ich ohne es entwerten zu wollen). Außerdem, wenn man über eine Kriegssituation schreibt besonders im Bereich der Fantasy, kann ein Hauptcharakter, der ja dagegen ankämpfen will sicherlich nicht einfach so über das Schlachtfeld wuseln ohne sich nicht dabei schlecht zu fühlen. Und ich glaube auch nicht, dass es völlig Spurlos an ihm vorüberzieht alla "aus den Augen aus dem Sinn".

Ich kenne psychisch kranke Leute, scheue mich aber nicht Täter oder Opfer zu schreiben. Das mag für den ein oder anderen ev. geschmacklos vorkommen.

Verharmlosen? Es kommt drauf an. Bei Nebencharakteren kann man es verharmlosen indem man es einfach erwähnt. Bei Hauptcharakteren geht das einfach nicht. Im Gegenteil ich finde es wichtig wenn man Extremsituationen auch als solche darstellt. Sonst wirkt es auf Dauer unrealistisch.

Was ich absolut nicht schreibe weil es mir zuwider ist, ist sexueller Missbrauch.

Ich möchte darauf Hinweisen, dass eine Fantasygeschichte kaum mehr Stoff hergibt wenn man diese kritischen Zonen komplett weglässt (sei das Rassismus oder eben Gewalt).
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Beitrag #59, verfasst am 26.10.2009 - 20:53
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zuletzt bearbeitet am 26.10.2009 - 20:54
Sionon Klingensang schrieb:
Ich gehe nicht sensibel mit Themen um, über die ich schreibe. Mir geht es eher darum, eine unterhaltsame Geschichte zu schreiben als darum, in allen Einzelheiten breitzutreten, wie traumatisiert meine Hauptperson ist..

Ein Trauma ist aber eine äußerst 'unterhaltsame' Angelegenheit, aufgrund seiner Komplexität.
Oder hab ich deine Aussage falsch verstanden?
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Beitrag #60, verfasst am 31.10.2009 - 14:58
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zuletzt bearbeitet am 31.10.2009 - 15:17
Als jemand der gelernt hat, dass nichts leichter ist als als Extrem zu gelten (sag etwas was anderen nicht passt und schon bist du Extremist) schreibe ich natürlich auch entsprechend extreme Sachen. ;) ;) ;)

Wenn ich so sehe, was hier im Thread angesprochen wird muss ich sagen, dass wohl vor allem das als extrem gilt, was unter einem Tabu steht. Sprich; wir empfinden Dinge als extrem über die wir eigentlich nicht reden wollen.
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Beitrag #61, verfasst am 28.01.2012 - 17:56
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zuletzt bearbeitet am 28.01.2012 - 17:58
Ich habe es leider erlebt, dass es nicht zu extremen Themen bzw. Bereichen kommen muss, um die Leute in Aufruhr zu versetzen.

Es reicht schon aus wenn man eine FF darüber schreibt, worin Peter Pan sein erstes Mal hat. In den Augen einiger Leute geht sowas überhaupt nicht, weil Sex in diesem Thema nur etwas Schlimmes mit sich bringt. Es ist dann nicht nur so, dass dann die körperliche, sondern auch die seelische Unschuld dahin ist. Des bedeutet dann auch, dass man von diesem Moment an kein Kind mehr ist und erwachsen werden muss. Dann ist es aus und vorbei mit dem Heile-Welt-Getue und mit dem Gerede, dass die Babys vom Storch kommen.

Man tut zwar so, als ob man mit dem Thema Sex sehr offen umgeht, doch die Realität sieht so aus, dass man daraus gerne wieder ein Tabu-Thema machen möchte.

Leider treffe ich immer noch auf genug engstirnige Eltern, die ihren Kindern bzw. Töchtern die Pille verbieten wollen, weil sie glauben, dass das eine Garantie ist, dass die lieben Sprösslinge auch bloß nicht auf die Idee kommen Sex mit ihrem Partner zu haben. Und eher man sich versieht kommt das Mädel mit einem Braten in der Röhre nach Hause und die Jugend ist dann weg.

Es ist schon richtig, dass man mit dem Thema Sex nicht so leichtfertig umgehen sollte, aber ich finde es zum kotzen, wenn einige Leute meinen sich wie Heilige aufführen zu müssen für die Sex nur eine Sünde ist. Und selbst wenn beim Sex keine Liebe im Speil ist, dann ist man noch lange kein schlechter Mensch deswegen.
Erzähl mir nicht permanent, dass Drachen nur Viecher aus der Fantasywelt sind, sondern wage es auch dieses Wesen in einem anderen Kontext zu betrachten.
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Beitrag #62, verfasst am 28.01.2012 - 22:28
Ich persönlich habe mittlerweile ein riesen Problem damit, was so mancher hier in seinen Geschichten als BDSM beschreibt. Da gibt es Folterszenen in dreckigen Kellern, Vergewaltigungen, Misshandlungen, Schläge, Fesseln. Und das alles wird dann als BDSM bezeichnet. Anscheinend gibt es Leute, die sich so gar nicht mit der Materie auskennen und denken, BDSM bedeute schlichtweg Fesseln, Foltern und Schmerz. Das alles verpaart mit Sex.

BDSM ist eine Sexpraktik, die sich vorrangig dadurch auszzeichnet, dass sie immer kontrolliert und in beiderseitigem Einverständnis geschieht. BDSM ist die Abkürzung für Bondage & Discipline, Domination & Submission, Sadism & Masochism. Wo bitte steht da was von Abuse?

Wer Geschichten über gefesselte, vergewaltigte und geschlagene Frauen/Männer schreibt, schreibt Geschichten über Fesselungen, Vergewaltigung und Schmerzen. Er schreibt KEIN BDSM.

Macht eure Hausaufgaben.
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Beitrag #63, verfasst am 28.01.2012 - 22:28
Über extreme Sexthemen und über selbstschädigendes Verhalten habe ich bisher noch nicht geschrieben und habe es auch nicht vor.
Was Mobbing, Zwangsehen, Unterdrückung von Frauen, eine Nichtanerkennung der eigenen Kinder als Persönlichkeiten, die Betrachtung anderer Gruppen als minderwertig und Terrorismus und die Anwendung nicht rechtsstaatlicher Mittel beim Kampf dagegen betrifft- darüber habe ich bereits geschrieben-, halte ich es so: Ich achte darauf, dass herüberkommt, dass ich von diesen Sachen nichts halte, indem ich das Leid von Opfern der jeweiligen Sache beschreibe, in der Geschichte gute Charaktere diese Taten verurteilen und möglicherweise den Opfern helfen lasse. Ihre Untaten führen zumindest bei manchen Tätern schließlich zu Nachteilen und dem Scheitern ihres Plans und (bei Verbrechen) Strafen.
Ich versuche auch, nicht zu übertreiben. Wenn ich etwa über Mobbing schreibe, dann lasse ich die gemobbte Person nicht jahrelang herumlaufen, ohne dass auch nur ein anderer Mensch sich ihrer annimmt, obwohl ich weiß, dass es solche Fälle gibt. Zu viele in Texten beschriebene Extremfälle für die jeweilige Sache verstellen den Blick auf das betreffende Problem an sich, weil sie zu viele Leser erschrecken und behindern vielleicht manche Leute dabei, zu erkennen, wo es anfängt.

Mit freundlichen Grüßen
Samira-Fan
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Beitrag #64, verfasst am 29.01.2012 - 17:56
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zuletzt bearbeitet am 29.01.2012 - 17:59
Ich schreibe generell nur über extreme Themen. Alles was 'dark' ist, gefällt mir, wenn es gut geschrieben ist.

Sensibler Umgang; nun... wenn man aus der Sicht des Mörders/ Pädophilen/ Vergewaltigers schreibt, ist es vielleicht nicht besonders sensibel per se. Das heißt aber nicht, daß die Story schlecht ist.

Schreibt man aus der Sicht des Opfers muß es sensibel sein um überhaupt Sinn zu machen, es sei denn, das Opfer selbst ist ein Psychopath.

Jedes Trauma hinterläßt schwere Spuren und gerade das ist doch interessant zu erforschen.

Ich verstehe gar nicht warum jemand ein extremes Thema anprechen (anschreiben) würde ohne die schweren Folgen zu analysieren.
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Beitrag #65, verfasst am 29.01.2012 - 19:08
Lotiolentus schrieb:

Schreibt man aus der Sicht des Opfers muß es sensibel sein um überhaupt Sinn zu machen, es sei denn, das Opfer selbst ist ein Psychopath.

Jedes Trauma hinterläßt schwere Spuren und gerade das ist doch interessant zu erforschen.

Ich verstehe gar nicht warum jemand ein extremes Thema anprechen (anschreiben) würde ohne die schweren Folgen zu analysieren.


Nun, ich habe mal aus der Sicht eines Vergewaltigungsopfers geschrieben, ohne zu "analysieren". Ich habe die Folgen nur dargestellt, aber dem Leser kein Kochrezept gegeben, wie sie tickt. Ich habe außerdem nur angedeutet, dass es sich überhaupt um ein Vergewaltigungsopfer handelt, und nur darauf hingewiesen, dass "irgendetwas nicht stimmt".
Der Leser sollte nach Möglichkeit selbst draufkommen, und meine Betaleserin ist das dann auch.
Hat keinen Genierer.
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Beitrag #66, verfasst am 29.01.2012 - 19:16
Darth Pevra schrieb:


Nun, ich habe mal aus der Sicht eines Vergewaltigungsopfers geschrieben, ohne zu "analysieren". Ich habe die Folgen nur dargestellt, aber dem Leser kein Kochrezept gegeben, wie sie tickt. Ich habe außerdem nur angedeutet, dass es sich überhaupt um ein Vergewaltigungsopfer handelt, und nur darauf hingewiesen, dass "irgendetwas nicht stimmt".
Der Leser sollte nach Möglichkeit selbst draufkommen, und meine Betaleserin ist das dann auch.



Genau so mag ich es auch. 'Show, don't tell'

Ich finde es ziemlich genial, wenn der Leser solche Dinge selbst finden muß, das ist auch 'sensibel' nur eine andere andere Art. Allerdings ist es recht schwer, solch subtile Methoden schriftlich festzuhalten... finde ich jedenfalls.
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Beitrag #67, verfasst am 29.01.2012 - 20:11
Ich habe einmal (war vom Canon vorgeschrieben) einen Mord beschreiben und mein Hauptcharakter wurde auch so halb vergewaltigt. Da ich mich damit (zum Glück ^^) mal gar nicht auskenne, es aber gar nicht leiden kann, wenn man im Text merkt, dass ein Autor sich mit einem Thema auseinandersetzt, von dem er null Ahnung hat und irgendetwas zusammenspinnt, das dann wirklich unrealistisch kommt, habe ich auf das einzige zurückgegriffen, was ich wusste: -es sollte aus dem Affekt heraus geschehen -ein schon längst verstorbener Bekannter von mir war 40 Jahre, nachdem er im 2. Weltkrieg jemanden erschossen hat, immer noch fertig und hat ganz kurz, aber dafür immer wieder darüber geredet und -Eine Frau, die vergewaltigt wurde hat einmal erzählt, wie sie damit umgegangen ist. Die Aussagen habe ich dann in den Text eingearbeitet. Dadurch hört sich das alles ziemlich kalt und wenig gut an, aber wenn ein Leser mit seiner Fantasie selber noch mehr hineinliest, ist mir persönlich das lieber, als wenn ich alles völlig falsch darstelle.
Ich weiß nicht, ob das gerade die allerbeste Lösung ist, aber so mach eich das...
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Beitrag #68, verfasst am 30.01.2012 - 13:42
Hmm ... meine Geschichten drehen sich eigentlich hauptsächlich um psychische Abgründe, die aus traumatischen Erlebnissen entstanden sind - vielleicht, weil es mich einfach fasziniert, was soetwas aus einem Menschen machen kann oder wie es ein Mensch schafft, das Trauma daran zu überwinden und wieder leben zu lernen.

Ob ich damit sensibel umgehe?
Menschen, die sich von gelesenem Triggern lassen, sollten meine Geschichten nicht unbedingt lesen, weil meine Schreibe angeblich sehr bildhaft und nahegehend ist. Andererseits bemühe ich mich, konstruktiv zu schreiben - also nicht zu vermitteln, dass es aus diesem Sumpf keinen Ausweg mehr gibt, wenn man einmal hineingerät.


Grüße,
Vargr
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Beitrag #69, verfasst am 30.01.2012 - 15:18
Hey,...
also ich weiß, das passt nicht ganz in den Thread aber ich muss das loswerden...
Es eght um eben diese Themen in FFs und der Umgang damit.
Vorallem bei OCs die Richtung Mary Sue gehen (schimme Vergangenheit etc). Da wird sowas einfach in einem Nebensatz erwähnt.
Es gibt auch in FFs diese Halb-Vergewaltigungen (so nenne ich das mal) weil eigentlich will sie ihn auch und doch wieder nicht und so...
Ich meine, wenn ich eine Geschichte nicht direkt um dieses Thema dreht ist es okay wenn man nicht so tiefsinnig schreibt. Aber wenn dann sowas wie Vergewaltiung bzw. Suizid doch passiert ist der Umgang damit völlig falsch. Es wird danach einfach irgendwie unter den Tisch fallen gelassen und die Personen zeigen keine Folgen von solchen Ereignissen auf und wenn doch dann total in die falsche Richtung wie ich finde (Stichwort: Stockholm Sydrom etc)
Okay, das ist hier vielleicht wirklich der falsche Thread und ihr dürft das auch gerne wieder löschen...
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Beitrag #70, verfasst am 30.01.2012 - 17:37
Punk-Kiwi schrieb:
... und wenn doch dann total in die falsche Richtung wie ich finde (Stichwort: Stockholm Sydrom etc)


Das Stockholm-Syndrom wird oft einfach nicht richtig, bzw falsch verwendet. Oft liest man, wie sich ein Vergewaltigungs-/Missbrauchsopfer in seinen Peiniger verliebt, sich emotional abhängig macht, ihn sogar verteidigt, unterstützt und seine Machenschaften vertuscht. Im Sinne des Stockholm-Syndroms jedoch dient ein solches Verhalten (oft unbemerkt) dem eigenen Selbstschutz.
Die Opfer sind nicht wirklich, warhaftig verliebt. Sie nehmen die Realität verzerrt wahr, sympathisieren mit dem Täter, weil er oft der einzige soziale Kontakt ist, den sie haben. Dass ein Vergewaltiger oder Missetäter in seinem Opfer aufrichtige Liebe für ihn hervorrufen kann, bezweifle ich sehr stark und ich halte dies auch für völlig realitätsfremd.
Jemand, der die komplette Selbstaufgabe und -kontrolle eines Menschen durch einen gewaltätigen Peiniger damit legitimiert, dass das Opfer ihn doch "liebt", sollte sich meiner Meinung nach ein bisschen mehr mit der Materie an sich, sowie Kindheitstraumata befassen, die ein solchen Verhalten auslösen und aufrechterhalten können.

Ich halte es beispielsweise für eine Frechheit, selbst in Fanfictions zu behaupten, dass ein Opfer Vergnügen daran hat, vergewaltigt und misshandelt zu werden, weil es den Täter liebt. Es gibt Menschen, die es deshalb, vielleicht sogar mit positiven Gefühlen, über sich ergehen lassen, weil sie in ihrer Kindheit von einem nahestehenden Familienmitglied missbraucht wurden. Hat der Vater zum Beispiel seine Tochter in jungen Jahren regelmäßig vergewaltigt und ihr vorgegaukelt, dies aus Liebe zu tun, bzw behauptet, der Geschlechtsverkehr sei ein Beweis seiner innigen Liebe, kann sich ein Kind sehr lange einreden, dass dies der Wahrheit entspricht und ein Mensch, der es vergewaltigt, Liebe für es empfinden muss, wodurch eine Gegenliebe und eine Abhängigkeit wie früher zum Vater ausgelöst werden kann.
Aber eine so plausible Begründung findest du ja doch sehr selten in Stories. Da heißt es nur plump "Die Vergewaltigung ist doch okay, schließlich ist der Vergewaltiger sehr sexy, darum muss es dem Opfer doch zwangsläufig gefallen!"
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Beitrag #71, verfasst am 06.02.2012 - 16:28
Hey,
ich weiss nicht,ob dir  das weiterhilft,aber ich habe in die Richtung Misshandlungen und Suizid schonmal was veröffentlicht. Ich glaube,es geht bei der Bezeichnung,,Sensibel,, nur darum,dass man sollche dinge vorsichtig angeht, also nicht zusehr ins Detail gehen,abwr auch auf keinen Fall verharmlosen. Sollche Dinge,wie zu schreiben,dass man sich nicht so anstellen solle und. ähnliche Meinungsäußerungen sind natürlich ein absolutes NoGo!! Ich denke,man muss einen mittelweg finden,zwischen Tatsachen darlegen und Schonung der Leserschaft.
Ich muss vielleicht dazu sagen,dass ich selbst schon erfahrungen in diese Richtung gemacht habe. und ich das bei meinen Geschichten nutzen konnte. Ich habe die Atmosphäre einfach so beschrieben,wie ich sie empfunden habe. Vielleicht nützt es dir ja was,wenn du es dir mal durchliest.
Ich hoffe,ich konnte dir helfen.
LG
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