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Schwarzmaler94
Anonymer Benutzer
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Beitrag #1, verfasst am 02.11.2009 - 19:34
Hi Leute!
Da ich mich in letzter Zeit sehr viel mit meinem Schreibstil auseinander setzte, daran feile und irgendwie auch sein Niveau nicht sonderlich hoch einschätzte wollte ich mal euch Fragen:
Was ist eurer Meinung nach ein richtig guter Schreibstil, was gehört dazu?(Ausser naahtürlisch einwandfreier Grammatik und wenig so möhklisch Räschtschreibfeeler!)
Liebt ihr den Stil von Autoren die mit Wörtern jonglieren oder mögt ihr lieber die schlichtere Version? Mögt ihr Beschreibungen oder sind sie euch zu kitschig? Gehören für euch Metaphern und andere Stilmittel dazu oder könnt ihr getrost darauf verzichten? Lange verschlungene Sätze oder doch eher kurze, blutende Stümmel?
Und was hält ihr von eurem eigenen Stil, wie würdet ihr ihn beschreiben, mögt ihr ihn überhaupt?

Ich hoffe ihr antwortet mir fleißig!
Liebe Grüße!
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Beitrag #2, verfasst am 02.11.2009 - 20:05
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zuletzt bearbeitet am 02.11.2009 - 20:05
Schreibstil ist so eine Sache, denn da hat jeder andere Vorstellungen.

Ich finde, ein guter Stil ist
1) präzise - es werden die aussagekräftigsten Vokabel und Formulierungen verwendet.
2) flüssig - es muss auf der Zunge zergehen, wie ein gutes Risotto
3) flexibel - eine Actionszene muss anders aussehen als ein Dialog oder eine Dramaszene
4) nicht zu komplex, nicht zu einfach

Ja, und dann gibt es noch die Kniffe. Nicht dauernd "war" und "hatte" schreiben, nicht zu viele Adjektive und Adverbien, nicht zu viele Partizipialkonstruktionen, wenig unabsichtliche Wortwiederholungen, etc.

Zu deinen Fragen zu meinen persönlichen Präferenzen:
"Liebt ihr den Stil von Autoren die mit Wörtern jonglieren oder mögt ihr lieber die schlichtere Version?"
Kommt drauf an. Dieses Schwärmerische mag ich nicht so sehr,das langweilt mich recht schnell. Auf der anderen Seite finde ich Tricks wie absichtliche Wortwiederholungen und so weiter nett, und verwende sie auch selber gerne.

"Mögt ihr Beschreibungen oder sind sie euch zu kitschig?"
Ich mag Beschreibungen nicht sehr, und versuche eher wenige einzusetzen. Und wenn, dann eher nüchterne.

"Gehören für euch Metaphern und andere Stilmittel dazu oder könnt ihr getrost darauf verzichten?"
Klar gehört das dazu. Sonst wird der Text langweilig.

"Lange verschlungene Sätze oder doch eher kurze, blutende Stümmel?"
Eher kürzer, zwei bis drei Satzglieder, nur selten mehr, und oft genug weniger. Kommt aber auch auf das geplante Texttempo an.

"Und was hält ihr von eurem eigenen Stil, wie würdet ihr ihn beschreiben, mögt ihr ihn überhaupt?"

Ja, ich mag meinen Stil sehr gerne sogar. Aber ihn selber zu beschreiben fällt mir schwer. Ich nehme an, er ist flüssig, schnörkellos und explizit, steril und minimalistisch. Zumindest sind das die Worte, die im Zusammenhang mit meinem Stil immer wieder vorkommen.
Hat keinen Genierer.
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Beitrag #3, verfasst am 02.11.2009 - 21:35
Jeder hat einen anderen Schreibstil - der eine Schreibstil gefällt mir, der andere eben nicht so. Da sind aber gewiss keine "Regeln" zu befolgen, das ist eher 'ne reine Gefühlssache bei mir. Bei dem einen Autor gefällt mir seine amüsante Art zu schreiben, bei einem anderen die ausführlichen Beschreibungen des Geschehens... es kommt eben immer drauf an. Es muss einfach passen... zur Story.

Was ich aber nicht mag sind Wortwiederholungen in einem Satz oder in Sätzen, die nacheinander kommen. Aber sowas findet man selbst in "gedruckten" Büchern.

Was meinen eigenen Schreibstil betrifft: Den suche ich noch *lach*
zuojenn
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Beitrag #4, verfasst am 02.11.2009 - 23:03
Ich versuche mal, deine Fragen zu beantworten. Auch wenn ich direkt eines dazu sage: Das ist absolutes Laienwissen. Ich habe das Schreiben nicht gelernt, die Schreibratgeber, die ich gelesen habe, belaufen sich exakt auf einen einzigen. Das ist alles rein mein persönliches Gefühl und learning by doing, nach dem ich auch schreibe.

1) Was ist eurer Meinung nach ein richtig guter Schreibstil, was gehört dazu?(Ausser naahtürlisch einwandfreier Grammatik und wenig so möhklisch Räschtschreibfeeler!)

Das erste Adjektiv, was man mit gutem Stil verbindet, ist "flüssig". Ich hab leider keine Ahnung, was genau mit flüssigem Stil gemeint ist, vielleicht kann das mal jemand mit Durchblick genauer erklären.
Mir ist es wichtig, dass es sich angenehm wegliest, das erreicht man mMn mit Abwechslung und überwiegend verständlichen Worten. Der Leser darf gerne mal an einer Formulierung stocken, weil sie ungewöhnlich ist oder zum Nachdenken anregt - aber sowas darf nicht zu oft passieren.
Wiederholungen sollte gewollt eingesetzt werden. Das betrifft sowohl Wortwiederholungen, als auch den Aufbau der Sätze. D.h. möglichst nicht mehrere Sätze hintereinander mit "Sie ..." oder "Ich ..." beginnen, nicht ständig mehrere Sätze hintereinander nach der gleichen Satzkonstruktion aufbauen. Außer du willst genau damit etwas bezwecken.
Eben abwechslungsreich schreiben. Und starke Worte nutzen, einen großen Wortschatz aneignen und ausnutzen.


2) Liebt ihr den Stil von Autoren die mit Wörtern jonglieren oder mögt ihr lieber die schlichtere Version?

Wenn Autoren mit den Worten spielen, Zweideutigkeiten in einfache Sätze legen, oder Widersprüchliches mit Worten verbinden, dann knie ich davor nieder, ehrlich. Ich liebe es, wenn mit Sprache gespielt wird. Ungewöhnliche Metaphern (soweit sie denn stimmig sind), all sowas finde ich toll.
ABER es muss auch zur Geschichte passen. In manch einer Geschichte kann man aus Sätzen Kunstwerke machen, in anderen sind ganz einfache, geradlinige Formulierungen die wahre Kunst.

3) Mögt ihr Beschreibungen oder sind sie euch zu kitschig?

Beschreibungen können total trocken und sachlich ausfallen und müssen gar nichts mit kitschig zu tun haben.
Doch, mir sind Beschreibungen schon wichtig, dabei reichen mir aber meist kleine Details, die die Athmosphäre rüberbringen, bzw. mein Kopfkino aktivieren. dann stelle ich mir den Rest von allein vor.
Oft wird es aber mit den Beschreibungen auch übertrieben. Vor allem, solange die Szene in einer Umgebung spielt, die jeder kennt, kann man da eher etwas sparen. Eine opulente Fantasywelt muss natürlich dementsprechend farbiger beschrieben werden (zumindest, wenn diese Welt auch darsteller ist und nicht nur Kulisse.)


4) Gehören für euch Metaphern und andere Stilmittel dazu oder könnt ihr getrost darauf verzichten?

Ich nehme alles, was ich kriegen kann, ich verzichte auf nichts und versuche, es nicht zu übertreiben.


5) Lange verschlungene Sätze oder doch eher kurze, blutende Stümmel?

Kommt immer drauf an. Wenn sie gut lesbar sind, vergöttere ich lange Schachtelsätze, hab sie mir selbst allerdings wieder abgewöhnt. Wenn ein Autor das allerdings *richtig* kann, wow, dann fließe ich dahin.
Kommt aber wieder auf Geschichte und auf die Szenerie an.

6)Und was hält ihr von eurem eigenen Stil, wie würdet ihr ihn beschreiben, mögt ihr ihn überhaupt?

Ich mag ihn, ja. Allerdings mochte ich meinen Stil von vor einem halben Jahr auch und inzwischen muss ich ganz schwer schlucken, wenn ich das Zeug lese (c;
Ich bin noch in der Findungsphase.
Wie würde ich ihn beschreiben? Boah, Selbsteinschätzung. Hmm ... aufs Wesentliche reduziert, aber dies mit Schnörkeln versehen. Ich liebe starke, treffende Verben, aber auch Adjektive. Und ich probiere unheimlich gerne herum.
Flys Shadow
Anonymer Benutzer
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Beitrag #5, verfasst am 04.11.2009 - 12:23
Hey ihr,

dass guter Stil zu großen Teilen Geschmackssache ist, musste ich selbst erst kürzlich wieder erkennen:
Mir wurd eimmer "vorgeworfen", ich würde grauenhaft verschnörkelte Schachtelsätze mit zu viel unnötiger Info bauen.
Über Monate, ja Jahre, hinweg habe ich daran gearbeitet, da ich selbst ungern solche Sätze in anderen Texten lese. Mittlerweile beherrsche ich beides, schreibe aber meist eher knappe und schlichte Sätze.
Und was nun? Schon kommen die ersten und sagen: Du hast früher doch sooo schöne Schachtelsätze verwendet und einen so schön schwärmerischen Stil gehabt!

Man kann es nicht allen recht machen; deshalb am besten: immer der Stil, der zur Geschichte passt. Dazu muss de eigene Stil eben flexibel sein und darf nie seine persönliche note verlieren, auch wenn er mal ausführlich und mal schmucklos und schlicht ist.

"Liebt ihr den Stil von Autoren die mit Wörtern jonglieren oder mögt ihr lieber die schlichtere Version?"
Ich mag es lieber schlicht; wobei ich es durchaus auch zu schätzen weiß, wenn jemand wirklich gut mit Worten jongliert.

"Mögt ihr Beschreibungen oder sind sie euch zu kitschig?"
Beschreibungen gehören dazu, sollten aber nicht zu viel Raum einnehmen. Seitenlange Reflexionen ohne Handlung sind anstrengend.

"Gehören für euch Metaphern und andere Stilmittel dazu oder könnt ihr getrost darauf verzichten?"
Man kann nicht völlig stilmittelfrei schreiben.
Abgesehen davon verwende ich sie durchaus; meist, ohne es mir vorher bewusst zu überlegen. Wenn es dann dasteht, denke ich mir allerdings manchmal ganz begeistert: "Oh, schau mal, eine Klimax/Alliteration/Metapher!"
(Kennt ihr das auch? Oder benutzt ihr Stilmittel ganz bewusst?)

"Lange verschlungene Sätze oder doch eher kurze, blutende Stümmel?"
Kurz. Mein OpenOffice unterkringelt lange Sätze; früher waren meine Texte damit komplett bunt unterstrichen. Heute erinnert diese funktion mich daran, dass ich meine Leser nicht mit zu vielen langen Schachtelsätzen quälen sollte.
Klar, eine Aneinanderreihung von drei-wort-ätzen ist aber auch nicht schön.

"Und was hält ihr von eurem eigenen Stil, wie würdet ihr ihn beschreiben, mögt ihr ihn überhaupt?"
Wie er ist, das habe ich ja nun mehrfach angedeutet.
Mag ich ihn? Meistens schon. Ich habe hart daran gearbeitet, mir Dinge abzugewöhnen, die mir stilistsich nicht gefallen haben, und bin meist zufrieden mit meinem Stil.
Ab und zu finde ich ihn auch grauenhaft (vor allem bei älteren Texten ...), und wiederum manchmal bin ich nicht nur zufrieden, sondern sogar ganz begeistert von dem ein oder anderen Absatz ;-).
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Beitrag #6, verfasst am 04.11.2009 - 19:04
"Was ist eurer Meinung nach ein richtig guter Schreibstil, was gehört dazu?"
- Das Unwort "flüssig" XD Wenn man ständig aus dem Text fällt und manche Sätze viermal lesen muss, um die Handlung darin zu erkennen, dann ist das für mich ein Zeichen, dass der Schreibstil eben nicht flüssig ist.
- Dass man sich nicht langweilt. Zu viele Details gehen mir schnell auf die Nerven. Das ist absolute Geschmackssache. Aber wenn eine einfache Handlung wie Kaffee machen in sechs elendslange Sätze verpackt wird, nur um den Text länger zu machen, dann ist es für mich persönlich zuviel.
- Sachen wie: ["blablabla!", drehte sie sich um und ging aus dem Zimmer."] zählen zu schlechtem, nein, _fehlerhaftem_ Stil, finde ich.

"Liebt ihr den Stil von Autoren die mit Wörtern jonglieren oder mögt ihr lieber die schlichtere Version?"
- Ich mag beides, aber müsste ich mich entscheiden, würde ich die schlichtere Variante nehmen, weil dieses "mit Wörtern Jonglieren" auch bei wirklich guten Leuten rasch "gewollt" wirkt. Als wolle der Autor mit seinem Können angeben. Und das merkt man beim Lesespaß. Man sollte es nicht übertreiben, finde ich.

"Mögt ihr Beschreibungen oder sind sie euch zu kitschig?"
- Kommt darauf an. Wenn Beschreibungen eher nüchtern ausfallen, oder kurz aber intensiv, bewirken sie in meinem Kopf bei weitem mehr, als ausschweifende, elendslange, detail - und metaphernreiche Erklärungen.

"Gehören für euch Metaphern und andere Stilmittel dazu oder könnt ihr getrost darauf verzichten?"
- Grundsätzlich kann ich darauf verzichten. Aber wenn sie vorhanden sind, stört es mich auch nicht, solange sie nicht ausufern. Beeindruckend finde ich es dann, wenn man sie einbaut, ohne dass sie, naja, eben "gewollt" wirken. Im Prinzip gilt hier dasselbe wie beim "Jonglieren mit Wörtern".

"Lange verschlungene Sätze oder doch eher kurze, blutende Stümmel?"
- Nicht zu lang, nicht zu kurz. Wenn jedes einzelne Adjektiv gestrichen wird, wirkt ein Satz in der Tat auf mich öfter verstümmelt. Extrem lange Schachtelsätze würde ich allerdings auch nicht als guten Stil bezeichnen. Selbst wenn es zum entsprechenden Charakter passt.

"Und was hält ihr von eurem eigenen Stil, wie würdet ihr ihn beschreiben, mögt ihr ihn überhaupt?"
- Mein Stil ist, glaube ich, von Geschichte zu Geschichte verschieden. Mal chaotisch, mal nüchtern und trocken. Natürlich mag ich ihn. Aber ich bin mir darüber im Klaren, dass er verbesserungsbedürftig ist. Man lernt nie aus. Und ja, auch mich trifft manchmal beinahe der Schlag, wenn ich selbst jüngste "Werke" von mir sehe XD
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Beitrag #7, verfasst am 05.11.2009 - 14:27
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zuletzt bearbeitet am 05.11.2009 - 14:27
Ich kann eigentlich mit vielen Stilen.

Ein richtig guter Schreibstil ist einer, bei der ich am Ende des Buches (oder des Textes) sagen kann: es war ein reines Lesevergnügen. Ich habe große Teile des Textes gelesen, ohne mir Gedanken zu machen über den Stil, mir sind maximal einige wenige Satz- oder Wortkonstrukte vergnüglich aufgefallen, ich hatte kein negatives Erlebnis in anderer Hinsicht.

Anders gesagt: guter Stil ist für mich, wenn ich lese und die Bilder im Kopf nicht durch übergroße textliche Besonderheiten gestört werden.
Trotz der dicken Jacke, konnte ich die Hand fühlen, die sich auf meine Schulter legte. „Ich weiss, was ich meinen ergebensten Fans schuldig bin, Verehrteste.“
(Darth Vader zu Tlana)

- aus "Vaders Groupie" @Tlana Isimi2010
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Beitrag #8, verfasst am 06.11.2009 - 10:44
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zuletzt bearbeitet am 06.11.2009 - 10:46
Das Thema Schreibstil ist manchmal eine echt komplizierte Sache, finde ich.

Was für mich einen guten Stil ausmacht.
- Es muss präzise bzw. flüssig formuliert sein. Dies bedeutet für mich: Die Satzkonstruktionen  dürfen nicht unverständlich/verwirrend sein. Es gibt nichts schlimmeres, als einen Satz zu lesen und nicht auf Anhieb zu verstehen, wer was gerade tut.
- Vermeidungen von Wortwiederholungen, indem man sich zum Beispiel Wortfeldlisten anlegt und diese auch benutzt.
- Außerdem sollte der Autor "irgendwann" auch mal auf den Punkt kommen.
- "Verwende lebendige Verben und Adjektive" - Dieser typische Schulauftrag sollte maßvoll umgesetzt werden.

Zu deiner Frage: "Liebt ihr den Stil von Autoren die mit Wörtern jonglieren oder mögt ihr lieber die schlichtere Version?"
Ich liebe Autoren, die mich mit ihrer Sprache verzaubern können. Vor allem zweideutige Inhalte und Wortspielereien finde ich klasse. Allerdungs nur, wenns auch beherrscht wird.

"Mögt ihr Beschreibungen oder sind sie euch zu kitschig?"
Ich mag Beschreibungen dann, wenn sie nicht zu sehr auffallen. Vor allem die kleinen Details, die nur so ganz lapidar in Nebensätzen eingebaut werden, aber ganz enorm zur Atmosphäre beitragen, haben es mir angetan. Seeehr ausführliche Beschreibungspassagen überspringe ich aber gerne. Vor allem wenn Beschreibungen nur daraus bestehen, lange Attributketten zu bilden!

"Gehören für euch Metaphern und andere Stilmittel dazu oder könnt ihr getrost darauf verzichten?"
Stilmittel sind toll und wenn jemand sie richtig gut einzusetzen weiß, so finde ich das geradezu himmlich!

"Lange verschlungene Sätze oder doch eher kurze, blutende Stümmel?"
Das kommt ein bisschen auf das Thema an. Verschnörlelte, kunstvolle Satzkinstruktionen mag ich in ruhigen Passagen sehr gerne. Wenns aber in einem Text zur Sache geht, verlangsamen sie das Tempo im "Kopfkino" und man langweilt sich. Da will ich lieber schöne, knackige, präzise Satze lesen.  

"Und was hält ihr von eurem eigenen Stil, wie würdet ihr ihn beschreiben, mögt ihr ihn überhaupt?"
Was meinen eigenen Stil betrifft. Hmm, ich mag ihn teilweise. Manchmal klingt eine Passage einfach nur scheußlich, manchmal bin ich von einem Absatz ganz begeistert. Aber wie heißt es so schön: Der Weg ist das Ziel!
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Beitrag #9, verfasst am 06.11.2009 - 11:25
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zuletzt bearbeitet am 06.11.2009 - 11:28
Ich schließe mich da Sol Deande an... Man kann den Stil so spektakulär machen, dass der Leser die Handlung dahinter nicht mehr sieht. Und es wird Leser geben, die damit nicht einmal ein Problem haben. Aber wenn es einem als Autor wirklich um die Geschichte geht, dann sollte man die Fensterscheibe davor nicht unnötig mit Krimskrams zukleistern.

Nennenswerte Ausnahmen: "Extremely loud & incredibly close" besteht im wahrsten Sinne des Wortes aus bemalten Fensterscheiben. Ich meine, hey, die letzten zwanzig Seiten z.B. sind ein Daumenkino. Aber das ist auch irgendwo eine Geschichte über das Geschichtenerzählen, also macht das tatsächlich Sinn, wenn hier das Medium "Buch" ein wenig ausgetestet wird.

Chris Nolans "Memento" ist ein rückwärts erzählter Film, als Zuschauer muss man sich zur Geschichte durchkämpfen. Doch das Gleiche gilt für den Hauptcharakter, der mangels Kurzzeitgedächtnis niemals genau weiß, wie er in eine Situation gekommen ist. Nur dadurch, dass man die Szenen in falscher Reihenfolge sieht, begreift man, wie die Welt für ihn ausschaut.

(Wobei ich mir bewusst bin, dass wir hier über Schreibstil sprechen und nicht über Erzählstruktur. Aber das Prinzip ist ja das Gleiche.)
"Start telling the stories that only you can tell, because there’ll always be better writers than you and there’ll always be smarter writers than you - but you are the only you."
- Neil Gaiman
sevil
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Beitrag #10, verfasst am 09.11.2009 - 15:22
Richtig guter Stil ist immer das, was passt. Das muss nicht immer das sein, was man erwartet, aber es muss passen. Das gilt für die Wahl des Ausdrucks genauso wie für die Wahl der Klamotten, des Restaurants, der Inneneinrichtung oder des Autos (um nur mal ein paar Sachen zu nennen). Ich muss also zum einen eine große Auswahl an Möglichkeiten haben und zum anderen genau die passende auswählen können.

Aufs Schreiben bezogen heißt das, ich kenne nicht nur meine Mittel, sondern auch genau den Zeitpunkt und die Art und Weise, wie ich es einsetzen muss um die größtmöglichste Wirkung zu bekommen. Sehr theroretisch, dafür aber auch allgemein.
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Beitrag #11, verfasst am 09.11.2009 - 20:12
Was ist eurer Meinung nach ein richtig guter Schreibstil, was gehört dazu?(Ausser naahtürlisch einwandfreier Grammatik und wenig so möhklisch Räschtschreibfeeler!)
1) wie hier ja schon alle erwähnten: Der Text muss flüssig sein. Für mich heißt ein flüssiger Text, dass ich gar nicht auf Wortstellung und so weiter achte, sondern einfach LESE und dabei in die Geschichte 'eintauche'. Und zu einem flüssigen Text gehört es auch, dass man keine Wortwiederholungen hat, keine allzu schlimmen Rechtschreibfehler vorhanden sind und die Satzstellung korrekt ist... Denn sonst denke ich ständig "Hää?" und bin überhaupt nicht mehr konzentriert.

2)Liebt ihr den Stil von Autoren die mit Wörtern jonglieren oder mögt ihr lieber die schlichtere Version?
Bei mir ist weniger mehr... Ich staune natürlich schon, wenn jemand ab und zu tolle Formulierungen findet. Aber dennoch reicht mir auch 'die schlichtere Version'

3)Mögt ihr Beschreibungen oder sind sie euch zu kitschig?
Zu viele Ausschmückungen stören mich dann irgendwann doch, ein paar schaden aber nicht. Wenn man es aber übertreibt, dann wird es schnell langweilig und anstrengend.

4)Gehören für euch Metaphern und andere Stilmittel dazu oder könnt ihr getrost darauf verzichten?
Ich finde Metaphern immer wieder toll, für mich gehören sie unbedingt dazu.

5)Lange verschlungene Sätze oder doch eher kurze, blutende Stümmel?
Lange, verschlungene Sätze auf gar keinen Fall! Sowas kann ich nicht leiden und manchmal verstehe ich den Satz am Ende überhaupt nicht mehr. Man muss immer einen Mittelweg finden. 'Kurze, blutende Stümmel' wie es hier ausgedrückt wird (^^) passen aber in manchen fällen auch. Zum Beispiel in einem Zustand der Paralyse... oder bei gewissen One-Shots finde ich diesen Stil sehr passend.

6)Und was hält ihr von eurem eigenen Stil, wie würdet ihr ihn beschreiben, mögt ihr ihn überhaupt?
Ich hab keine Ahnung. Irgendwann habe ich meinen Text so oft gelesen und verbessert, dass ich ihn in- und auswenig kann und er mir zum Halse raushängt. Dann hören sich die Sätze für mich seltsam an... Ich habe also WIRKLICH keine Ahnung.
Nur wenn du deinen eigenen Weg gehst, kannst du von niemandem überholt werden.
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Beitrag #12, verfasst am 10.11.2009 - 00:41
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zuletzt bearbeitet am 10.11.2009 - 00:43
Wenn ich einen Text schnell runterlesen kann und trotzdem alles mitbekomme, dann mag der Text zwar flüssig und stimmig sein; trotzdem würde ich diesen Stil nicht als "gut" bezeichnen.

Richtig gut geschrieben, ergo richtig guter Stil, ist für mich ein Text den ich langsam lesen muss; nicht weil ich sonst den Inhalt nicht verstehen würde, sondern weil ich es will.
Wenn in den Formulierungen Feinheiten stecken, oder Formulierungen einfach so treffend gewählt sind, dass ich diese erst einmal auf der Zunge zergehen sacken lassen muss. Sei es jetzt durch gewählte Metaphern oder durch eine besondere Klarheit und Einfachheit der Sprache.

Man könnte zusammenfassend sagen: Ein guter Stil bringt mich weg von stumpfem Konsum und zurück zur Schönheit der Sprache.
After Monday and Tuesday even the calender says: W T F ...
Nimm einem Durchschnittsmenschen seine Lebenslüge, so nimmst du ihm zugleich sein Glück - Ibsen
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Beitrag #13, verfasst am 10.11.2009 - 08:45
Hmm, ein besonders kunstvoller Text wird aber immer schwerer zu lesen sein als ein eher simpler. Und wenn dann der Inhalt auch noch schwierig ist, dann fordert beides gleichzeitig dem Leser doch recht viel ab - zu viel, meiner Ansicht nach. Ich will eigentlich, dass du dir nicht die Formulierungen auf der Zunge zergehen lässt, sondern dich auf die Informationen konzentrierst. Denn der Inhalt ist für mich immer noch die Hauptsache.
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Beitrag #14, verfasst am 10.11.2009 - 11:39
Ich persönlich mag es auch lieber, wenn der Text eher "einfach" gehalten ist. Es kommt auf meine Sitimmung an, aber generell will ich in Büchern abtauchen, das kann ich aber nicht, wenn ich ständig bei irgendwelchen Formulierungen innehalten muss, die vielleicht intelligent geschrieben sein mögen. Wenn der Text irgendwie zu komplex wird, finde ich das bisweilen zu ermüdend und anstrengend. Nur weil der Stil einfacher gehalten ist, muss es ja nicht 'seicht' geschrieben sein. Vielleicht les ich auch nur die 'falschen' Bücher.
Leben heißt nicht warten, bis ein Unwetter vorbeizieht, sondern lernen, im Regen zu tanzen
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Beitrag #15, verfasst am 10.11.2009 - 16:23
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zuletzt bearbeitet am 10.11.2009 - 16:26
Zu schreiben und nur bloßen Inhalt zu vermitteln ist für mich keine Literatur. Sachtexte vermitteln auch bloßen Inhalt und trotzdem sind sie selten in einem besonders schönen Prosastil geschrieben. Schreiben und guter Stil hat für mich auch etwas mit Kunst zu tun und damit auch einen künstlerischen Anspruch, den ich erfüllt sehen möchte.

Ich meine nicht, dass der Text verschnörkelt oder komplex sein muss, er kann wie gesagt auch ganz einfach und schlicht sein. Das hat wenig mit Komplexität oder Kunstfertigkeit zu tun, eher mit der Vermittlung eines besonderen Sprachgefühls des Autors, wenn man so will. Und wie gesagt, dieser Stil kann auch ganz einfach sein.

Die Geschichte sollte sich durch den Stil natürlich erzählen; wie gesagt: Es geht nicht darum, dass ich beim Lesen nachdenken muss, weil ich sonst den Inhalt nicht verstehe, sondern darum, dass ich darüber nachdenken will.  Vielleicht auch, dass ich den Text wegen dem Stil, nicht wegen dem Inhalt, gerne zwei mal lesen möchte, weil er mir so gut gefällt.
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zuojenn
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Beitrag #16, verfasst am 10.11.2009 - 16:40
Ich kann ehrlich gesagt beides sehr genießen, aber wenn ich die freie Wahl habe, dann bevorzuge ich auch einen Text, den ich mir auf der Zunge zergehen lassen kann. Solche Bücher lese ich immer mehrmals: Einmal schnell und hastig, weil ich wissen will, wie's weiter- und zu Ende geht; und dann einmal ganz genüsslich. Wie in einem Schaumbad aus Worten versunken ...

Ich muss zugeben, dass mir ein verzaubernder Stil mit ungewöhnlichen, aber treffenden Formulierungen* ausreicht, um ein Buch toll zu finden. Da kann der Plot x-mal dagewesen sein, da brauch ich keinen Überraschungseffekt und keinen tieferen Sinn in der Geschichte. Wenn die Sprache schön und süffig ist (und die Charaktere nicht schlecht), dann kann mir das mitunter vollkommen ausreichen, damit ich mich in einen Text verliebe.
Ich liebe die deutsche Sprache und liebe es, sie zu genießen.

Ein sehr einfach aufgemachter Text hat es schwerer, mich zu fesseln. Da braucht die Geschichte schon sehr viel mehr, um mich zu packen und ich sehe über Längen wesentlich weniger wohlwollend hinweg.

Allerdings muss ich zugeben, dass mir dieses "Abtauchen" zunehmen schwerer fällt, denn bei jeder von mir so geliebten, ungewöhnlichen Formulierung brennt sich sofort der Selbstvorwurf in meinen Pelz: Warum ist dir das nicht selbst eingefallen?!


* damit meine ich Formulierungen oder Metaphern, die ich bislang noch nie gehört habe, über die ich aber auch nicht Ewigkeiten nachdenken muss. Das "Wow - wie schön!" muss im gleichen Moment mit dem "Ist logisch/ Hab ich verstanden" im Kopf ankommen.
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Beitrag #17, verfasst am 10.11.2009 - 17:01
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zuletzt bearbeitet am 10.11.2009 - 17:03
Lucie Sakurazukamori schrieb:
Zu schreiben und nur bloßen Inhalt zu vermitteln ist für mich keine Literatur. Sachtexte vermitteln auch bloßen Inhalt und trotzdem sind sie selten in einem besonders schönen Prosastil geschrieben. Schreiben und guter Stil hat für mich auch etwas mit Kunst zu tun und damit auch einen künstlerischen Anspruch, den ich erfüllt sehen möchte.

Ich meine nicht, dass der Text verschnörkelt oder komplex sein muss, er kann wie gesagt auch ganz einfach und schlicht sein. Das hat wenig mit Komplexität oder Kunstfertigkeit zu tun, eher mit der Vermittlung eines besonderen Sprachgefühls des Autors, wenn man so will. Und wie gesagt, dieser Stil kann auch ganz einfach sein.


Ist für dich keine Literatur? Ist das nicht ein bisschen hart geurteilt? Für manche zählt der Inhalt, die Substanz einfach mehr als das Stilistische. Wenn ich zwischen Inhalt und Stil wählen muss, nehme ich immer ersteres. Ich kann dem Fluff, der Ästhetik, auch was abgewinnen, bin aber einfach kein schöngeistiger Mensch sondern extrem pragmatisch. Mit Kunst hat ein kahler Stil immer noch was zu tun, sofern die Inhalte kreativ sind. Es gibt mehrere Wege, seine Kreativität auszudrücken, als nur in schönen Formulierungen. Dasselbe Prinzip gilt übrigens auch in der Malerei, wo's mehrere Richtungen gibt, in der die Ästhetik in den Hintergrund rückt.

Klar, das versuche ich auch. Aber für mich tritt das in den Hintergrund, wenn ich eine Geschichte erzählen will. Ich schreibe nun mal eher für die, die Abenteuer im Kopf erleben wollen. Und eben eher nicht für die, die nur schöne Worte lesen wollen. Das klingt jetzt vielleicht etwas happig, aber ich mag's nicht, wenn mir dann gesagt wird, dass das keine Literatur sei. Ich finde, du nimmst dir da doch etwas heraus, mit diesem Urteil.

Als letzten Punkt erwähne ich noch, dass es völlig okay ist, wenn du andere Prioritäten setzt. Aber das heißt nicht, dass die dann genauso für alle gelten müssen, oder?
Hat keinen Genierer.
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Beitrag #18, verfasst am 10.11.2009 - 23:49
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zuletzt bearbeitet am 10.11.2009 - 23:51
Wo habe ich geschrieben, dass es andere genauso halten müssen? ^^

Okay, Moment mal.

Auszeit!

Nur um eines festzuhalten: Der Titel dieses Threads lautet:" Richtig guter Schreibstil."

Ergo, es geht hier um Stil und nicht um Inhalt.

Natürlich sind Inhalte wichtig. Natürlich machen Literatur auch großartige Ideen aus, aber das ist ein anderes Thema.

Die Fragestellung zu deinem Thread müsste vielleicht lauten; Was ist euch wichtiger, Inhalt oder Stil?

Doch wenn es rein um den Stil geht, dann bevorzuge ich das, was ich ja schon geschrieben habe. ^^

Nebenbei bemerkt: Inhalte zu vermitteln ist ja wohl das Minimum. Es kann auch sein, dass mein Anspruch etwas höher ist als der anderer Leser, aber ein Autor schreibt natürlich in erster Linie, um seine Geschichte zu erzählen. Dazu bedarf es aber meiner Meinung nach keines besonderen, im Sinne von besonders gut oder herausragend,  Stils. Da reicht ein guter, flüssiger Erzählstil völlig.

Die Arbeitsgrundlage eines Autors sind für mich Ideen und Wörter. Die Ideen in Wörter zu verpacken ist die Grundstufe, die Basis, die langsam ausgefeilt wird.  
Aber die Ideen in die perfekten Wörter zu verpassen ist für mich die große Kunst.

Wenn es richtig, richtig guter Stil sein soll, dann braucht es für meinen, ganz allein meinen, (^^) Geschmack einfach noch ein bisschen mehr.
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Schwarzmaler94
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Beitrag #19, verfasst am 11.11.2009 - 16:00
WOW!
ich hätte ja nie gedacht das mir Leute antworten, cool, danke
aber wirklich interessant das es so viele verschiedene Meinungen gibt!
Um mal selbst meinen Standpunkt zu äußern (was zwar niemanden interessiert, aber die Arroganz des Menschens ist nunmal unendlich wie dieser Thread doch gut zeigt! ^^ NICHT BÖSE GEMEINT!!! Ist ja auch gut so^^)
Ich selbst bevorzuge Texte mit zehn Seiten Beschreibungen (das ist wohl der Hauptgrund dafür das ich Stephen King vergöttere, aber naja, das ist ein anderes Thema^^) und ich liebe Wortspielerein, Metaphern und andere Stilmittel, und ich muss auch offen zugeben: wenn mir der Stil gefällt, dann ist mir der Inhalt größten Teils egal   ! Das ist zwar bestimmt nicht Sinn und Zweck des Ganzen aber wenn es mir Grundsätslich um den Inhalt einer Story geht, dann könnte ich auch die Bravo lesen, die ist nämlich:
1. Total billig, oder wo gibt es Bücher für 1.30?
2. Sehr lustig (Doktor Sommer)
3. Sehr dramatisch (Schicksals Reportagen)
und dann wären wir auch schon bei der nächste Frage (die ihr unabsichtlich Diskutiert habt, aber die Fersehen sind sowieso am produktivsten^^):
Was ist wichtiger?
Inhalt? Oder doch die Wörter in die das ganze gepackt ist?

Dazu muss ich sagen ich finde die meisten unausgepackten Geschenke spannender und schöner als die aufgerissenen, und viele Kinder spielen lieber mit den Geschenkkartons und dem Papier als mit der teuren neuen Rennautobahn oder der Barbiepuppe^^
Parables and Primes
Anonymer Benutzer
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Beitrag #20, verfasst am 11.11.2009 - 16:20
Die Worte runden doch lediglich die Idee ab. Machen sie mitunter sogar perfekt und sorgen für die Stimmung, den Flair und alles. Aber eine tolle Idee können sie in meinen Augen nicht ersetzen.
Sicher kann eine gute Idee durch plumpe und farblose Wortwahl auch einiges an ihrer Einzigartigkeit verlieren, aber für mich bleibt ein toller Einfall ein toller Einfall. :]
Das einzige, was für mich noch weitaus bedeutender ist als die Geschichte, das sind die Charaktere.
Als Mensch, als neugieriger noch dazu, genieße ich es, die Entwicklung und charakterliche Entfaltung der Handelnden mit zu erleben. Die Idee, wenn sie sich bestenfalls noch verselbstständigt, formt diese Personen ja zu einmaligen Figuren und über die lese ich gern. =)
witch
Anonymer Benutzer
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Beitrag #21, verfasst am 11.11.2009 - 16:21
Stil? Ich denke, wichtig ist, dass man als Autor überhaupt einen hat ... und dieser bei den Lesern einen Wiedererkennungseffekt auslöst. Stil muss wachsen und sich entwickeln. Man lernt ständig dazu und das ist auch richtig so.

Hatte Tolkien einen "guten" Stil? Man ist ganz wirr im Kopf, wenn man den Herrn der Ringe gelesen hat. Aber es ist eindeutig Tolkien. Oder Grisham? Die Bücher wirken oft erschreckend nüchtern, gefühllos und direkt heraus. Trotzdem sind sie toll. Wood, Hohlbein, Hennen, Rowling .... ich weiß nicht, ob man ihren Stil als "gut" bezeichnen kann. Auf jeden Fall werden ihre Bücher wie wild gelesen. "Gut" ist also relativ. Der eine macht lange, verschachtelte Sätze, der andere erzählt kurz, knapp und präzise. Manche versinken in endlosen Beschreibungen, andere lassen sie einfach weg. Was ist nun besser? Das sollte jeder Leser für sich selbst entscheiden, denke ich.

Versucht einfach Euren eigenen Stil zu finden und zu entwickeln, sodass Ihr Euch dabei "gut" fühlt. Experimentiert herum. Probiert Euch aus. Sich zu verstellen oder andere zu kopieren bringt meiner Meinung nach überhaupt nichts.

Tschüß, Eure WITCH
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Schreibwerkstatt-Autor
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Beitrag #22, verfasst am 11.11.2009 - 16:23
Lucie Sakurazukamori schrieb:

Aber die Ideen in die perfekten Wörter zu verpassen ist für mich die große Kunst.

Wenn es richtig, richtig guter Stil sein soll, dann braucht es für meinen, ganz allein meinen, (^^) Geschmack einfach noch ein bisschen mehr.


Das geht nur leider oft nicht, und das musste ich erst vor kurzem feststellen. Da ging es um militärische Strategie, in einem Science Fiction Setting, mit schwierigen Fakten und Erklärungen. Sowas kann man entweder verständlich darstellen, oder stilistisch schön. Beides gleichzeitig geht nun mal nicht. Und anderes zu denken erscheint mir ein bisschen - illusorisch. Ich will nicht, dass meine Leser den Text drei mal lesen müssen, um ihn zu verstehen. Schlimm genug, dass sie ihn vermutlich zwei mal lesen müssen.

Bei Drama-Szenen und Romanzen kann man sich wunderbar stilistisch austoben, aber manchmal lässt es der Inhalt einfach nicht zu, wenn er mal über das ultrasimplistische hinausgeht.
Hat keinen Genierer.
witch
Anonymer Benutzer
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Beitrag #23, verfasst am 11.11.2009 - 17:40
Da hast Du vollkommen recht.

Es kommt sehr darauf an, WAS man gerade schreibt. Ich selbst schreibe hin und wieder zum Beispiel sehr gerne kleine Geschichten für Kinder. Was ist jetzt hier ein guter Stil? Die Geschichten müssen kindgerecht sein, dürfen die Leser also nicht überfordern und müssen gut verständlich geschrieben werden. Da ist es dann vorbei mit dem "Austoben". Keine Fremdworte mehr, keine Spitzfindigkeiten oder Drahtseilakte beim Satzbau. Und doch soll es eine liebevoll geschriebene  Erzählung werden.

Für Kinder schreibt man ganz anders, als für ältere Leser. Und das ist oft gar nicht so leicht, denn man hat den Kleinen gegenüber eine "gewisse moralische Verpflichtung" und sollte keinen Schrott produzieren. Das ist hier vermutlich sogar wichtiger, als in jeder anderen Kategorie!

Oder was meint Ihr?

LG, WITCH
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Rang: Bildzeitungsleser
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Beitrag #24, verfasst am 11.11.2009 - 18:37
Für mich ist ein richtig guter Schreibstil, wenn sich die Wörter auch mit Wortspielen oder Methaphern so dicht verweben, dass man einen regelrechten Film beim Lesen vor Augen hat. Zum Beispiel schreibt Rebbeca Gablé wie ich finde richtig gut. Ihre Schreibweise ist sehr eng verknüpft und leicht zu lesen und zu verstehen. Ich finde auch die Sprache wichtig. In historischen Romanen und auch in Fantasyromanen wird meistens eher eine "ältere" oder "floskelhaftere" Sprache, so nenne ich das jetzt mal, verwendet. Während in Kinderbüchern oder "normalen" Büchern eine ganz alltägliche Sprache verwendet wird, was auch die Dialoge betrifft.
Grober Unfug
Anonymer Benutzer
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Beitrag #25, verfasst am 13.11.2009 - 00:49
Hehe, da bin ich ja mal ein arrogantes Ferkelchen und sage einfach "Guter Schreibstil ist der, der mir gefällt, der was in mir anspricht."
Und da ist es mir auch reichlich egal, was Andere sagen...

lg,
unfug
 
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