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zuojenn
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Beitrag #1, verfasst am 17.11.2009 - 10:34
Danger: Zuo wird sentimental.
Anlass für die Frage ist, dass ich heute vor exakt einem Jahr meine allererste FF begonnen und damit das über ein Jahrzehnt völlig liegengelassene Schreiben neu angefangen habe. Was als kleine Gefälligkeit für jemanden begann, entwickelte sich zu dem mir liebsten Hobby, das ich je hatte. Und schließlich zu einer Obsession.

Ich habe nun nicht als sich gerade selbst findender Teenager zu schreiben begonnen, aber ich muss sagen, dass es mich durchaus verändert hat ...
Früher konnte ich die meisten Menschen in meiner Nähe nicht leiden. Heute kann ich die meisten Menschen in meiner Nähe immer noch nicht leiden ... aber ich beobachte sie. Ich gehe viel offener durchs Leben, sehe wieder viel mehr. Kleinigkeiten, die ich vorher nicht beachtet habe.
Früher war mir manchmal langweilig und ich hab zu viel Zeit mit TV totgeschlagen, war ein richtiger Serien-Junkie. Heute schau ich vielleicht eine Stunde in der Woche fern, oft nicht mal das.
Mein Freundeskreis hat sich konzentriert, d.h. es sind massiv weniger geworden - aber die übrig gebliebenen (oder neu dazu gekommenden) sind mir wichtig.
Ich hab drei Kilo zugenommen und brauche nur mehr fünf Stunden Schlaf, außerdem hab ich das Klarträumen gelernt, weil ich nicht mal im Schlaf von meinen Geschichten loslassen will.
Ich habe jetzt wieder einen Traum! Gut, Träume hatte ich vorher auch, aber das waren alles familienbezogene Dinge (Eigenheim, bestimmter Urlaub mit den Kids, etc.). Jetzt hab ich wieder einen ganz eigenen, nur für mich (c:

Was ist mit euch?
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Beitrag #2, verfasst am 17.11.2009 - 10:56
Ähm jaaa. Bei mir ist das sehr ähnlich.
(Und ich überleg grad heftigst, ob ich das überhaupt hier poste, aber ich machs jetzt einfach)
Ich war eine ganze Zeit lang immer müde, antriebslos, gereizt.
Seitdem ich angefangen habe zu schreiben, hat sich das total gedreht.
Gut, so ergeht es wahrscheinlich vielen, die ein Hobby für sich entdecken, welches Ihnen wichtig ist. Aber in dem Fall ist es wirklich mehr. Ich fühl mich viel lebendiger. Und ich hab regelrecht Angst, es könne eines Tages der Punkt kommen, an dem es mir wer/was wieder weg nimmt. (obwohl ich das ja letztendlich nur selbst kann)
Kontaktscheu bin ich zwar auch, sogar sehr, aber durch die Schreiberei wird es schon etwas besser. Erklären kann ich das irgendwie nicht.
Da ist etwas, dass so lange und so tief in mir vergraben war und ich kann gar nicht beschreiben, was für ein Gefühl es war und noch immer ist, es endlich, endlich, endlich gefunden zu haben!
Und bevor es jetzt zu emotional wird und ich mich wirklich nicht traue, mich noch mehr zu entblößen, (ach verdammt- das hab ich ja schon getan) schleich ich mich mal schnell davon...
Leben heißt nicht warten, bis ein Unwetter vorbeizieht, sondern lernen, im Regen zu tanzen
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Beitrag #3, verfasst am 17.11.2009 - 10:57
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zuletzt bearbeitet am 17.11.2009 - 11:37
GRRRRRRMPF. Ich bin auf den "aktualisieren" Knopf gekommen...... Also noch mal von vorn.

Hallo zuo :o)

Das mit dem Beobachten habe ich bei mir auch festgestellt. Das liegt wohl daran, dass man jede kleine und dabei wichtige Reaktion der Charaktere aufschreibt, um dabei realistisch zu klingen, es plastischer zu gestalten oder auch mal Lügen zu enttarnen... Wendet man das auf "reale" Menschen an, muss ich fast sagen, dass viele unheimlich viel Unsinn erzählen und auch viel unsicherer sind, als (meine) geschriebenen Personen. Das ist mir vorher nicht aufgefallen.

Das mit dem Traum kann ich auch so unterschreiben. Etwas ganz für sich haben... Obwohl ich eigentlich ein Hobby gegen das andere ausgetauscht habe. Als mein Pferd krank wurde, habe ich mit dem Schreiben angefangen, eigentlich aus Langeweile, weil ich plötzlich so viel Freizeit hatte. Im TV habe ich früher auch etliche Serien verfolgt, die mich heute nur bedingt reizen. Natürlich habe ich noch immer 1-2 Lieblinge, aber von denen kaufe ich mir lieber die DVD. Es ist einfach unpraktisch, wenn man gerade mitten in einem Schreibfluss steckt und es plötzlich Zeit für die Lieblingsserie ist. Entweder ich sehe das dann und denke trotzdem die halbe Zeit an meine Geschichte, oder ich schreibe weiter und denke die ganze Zeit daran, was ich bei der Serie nun verpasse ;o) Also die Lösung mit der DVD ist für mich sehr praktisch.

Fünf Stunden Schlaf? Wie machst du das? Wahnsinn, das ist bei mir ganz anders. Ich kann fast sagen, dass ich MEHR Schlaf brauche als früher ;o)

Liebe Grüße,
Medusa
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Beitrag #4, verfasst am 17.11.2009 - 11:10
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zuletzt bearbeitet am 17.11.2009 - 11:10
Interessante Frage.

Zu dem Punkt mit dem Beobachten habe ich festgestellt, dass das auch bei mir zutrifft. Wobei ich mehr analysiere. Ich gehe immer noch wie ein blindes Huhn durch die Gegend - ununterbrochen Tagträume. Aber ich analysiere eben mehr das Verhalten der Personen um mich herum, die Dinge, die ich trotz meiner vielen Tagträume bemerke.

Schlaf brauche ich sehr, sehr viel, aber das hat nichts mit dem Hobby zu tun, denke ich, sondern eher mit meinem Eisenmangel.

Das mit den Träumen hat sich nicht geändert. Ich war schon als Kind ein Junkie, und war es immer. Ohne Phantastereien könnte ich nicht leben. Schreibe ich nicht, spiele ich RPG's. Spiele ich keine RPG's und schreibe ich nicht, male ich eben. Aber bis jetzt ist mir schreiben die beste Möglichkeit geblieben dieses unstillbare Bedürfnis zu stillen.
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Beitrag #5, verfasst am 17.11.2009 - 11:31
Hehe, ja. Ich suche sogar unter real existierenden Menschen MarySues *fg*

Nein, Scherz beiseite. Mir geht es ganz ähnlich wie dir, Zuo.
Wobei ich dazusagen muss, dass mich mein Umfeld vorher schon für ein bisschen seltsam gehalten hat Durchs Schreiben habe ich persönlich sogar eher besser gelernt, mich zu verstellen, wenn es sein muss. Meine ... Aggressionen sind um einiges besser geworden, und ja, irgendwie sehe ich jetzt schon um einiges klarer, was Menschen betrifft ...
Was den Schlaf betrifft ... ich war auch schon vorher extremer Kurzschläfer. Und die Träume ... ich habe mitunter wegen der Träume erst angefangen, zu schreiben ...
Und noch eine Übereinstimmung: ich bin auch besessen davon. Es vergeht kaum eine Minute, in der ich nicht über irgendeine meiner Geschichten nachdenke ...
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Beitrag #6, verfasst am 17.11.2009 - 11:36
Ohjeh, dieses Thema hatte ich gerade gestern erst ;-) ist aber eine andere Geschichte ;-)

Bei mir macht sich das auch noch im Doppelpack bemerkbar.
Bis letztes Jahr hatte ich ein über Jahre hinweg eingeschlichenes Augenproblem. Da habe ich die Welt mehr oder weniger verwaschen wahrgenommen und Menschen nur anhand der Silhouette oder Gesten erkannt. (okay, war vielleicht manchmal besser) ;-)  Lesen ging gar nicht. So verwaschen hab ich mich aber auch teilweise durchs Leben geschleppt.
Ganz so dramatisch, wie es sich anhört war es zwar nicht, aber sehr anstrengend.

Jetzt kann ich wieder "sehen" und "lesen" und habe kurz darauf auch angefangen zu schreiben. Eigentlich nur um zu testen, ob ich das überhaupt hinbekomme.
Meine Wahrnehmungen haben sich gänzlich verändert, was ich natürlich beiden Ereignissen zuschreibe.
Tja aber nun passieren schon mal Sachen, die ich mir früher nicht hätte vorstellen können. Da stehen dann nicht immer nur Mann, Kinder, Haustiere oder sonstige Dinge im Vordergrund. Was jetzt nicht heißen soll, dass ich früher kein eigenes Leben hatte...aber verändert hat es sich schon.

Zu dem "eigenen Traum" fällt mir gerade ein Sketsch von Loriot ein: "Ich mach jetzt mein Jodeldiplom, dann hab ich was Eigenes."  

Gruß
MacBaylie
Das Leben läuft nicht immer rund. Die Erde auch nicht, aber dennoch dreht sie sich weiter.
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Beitrag #7, verfasst am 17.11.2009 - 12:32
Verändert hat es mich nicht. Es hat mir geholfen zu dem Menschen zu werden, der ich im Grunde schon immer war.

Das heißt: Schreiben fühlte sich für mich einfach schon immer "richtig" an. Es war etwas, dass mir erst einmal unglaublich Spaß machte, dass ich, wenn ich das mal so sagen darf, recht gut konnte
und das ich vor allem machen wollte, ohne dass ich es von irgend einer Seite aus gemusst hätte. (Selbst wenn ich es gemusst hätte, hätte ich es gewollt, was bei nicht vielen Dingen der Fall ist, die als Pflicht angesehen werden. Es sei denn, man arbeitet in seinem Traumberuf.)

Unteranderem aus dieser Erfahrung habe ich den Schritt gewagt in meinem Leben, meinem Berufsleben vor allem, eine künstlerische Richtung einzuschlagen und mich damit gegen den "normalen" Weg (Schule - Studium - Bürojob - Gesicherte Existenz - Geregelter Tagesablauf und was sonst noch so zum "normalen Leben" dazu gehört) , entschieden.
After Monday and Tuesday even the calender says: W T F ...
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Beitrag #8, verfasst am 17.11.2009 - 12:54
ich weiß nicht, ob mich das Schreiben verändert hat ^^
Es hat schon immer zu meinem Leben gehört (mit gaaanz kurzen Unterbrechungen).

Bin jetzt (mal wieder) am umziehen und habe in der untersten Schublade im hintersten Schrank eine Geschichte gefunden, die ich in der dritten Klasse geschrieben habe. Mir sind fast die Tränen gekommen (vor Lachen und vor einer gewissen Traurigkeit). Man, wenn man mal sieht wie man angefangen hat ist das echt zum wegschmeißen ^^

Ansonsten fällt mir auch auf, dass ich mit offeneren Augen durchs Leben laufe, so wie hier schon oft gesagt wurde.
Mir fällt viel eher auf, wenn jemand nur so tut als wär er gut drauf oder irgendwas verheimlichen will.

Und wenn ich irgendwo sitze und auf den Zug oder sonstwas warte, dann seh ich mir auch immer die Leute an und frage mich: "Warum läuft der und der genau jetzt hier lang? Was hat er gerade gemacht? Wo will er hin?"

Und meine Geschichten geistern auch ständig in meinem Kopf rum. Da dümpelt dann so eine Szene vor sich hin, an der ich mir die Zähne ausbeiße und ganz plötzlich (natürlich immer dann wenn nichts zum Schreiben in der Nähe liegt) kommt die Erleuchtung ^^
War doof... merkste selber, ne?
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Beitrag #9, verfasst am 17.11.2009 - 14:10
Ja, ich denke schon.

Ich bin, seit ich schreibe, gelassener. Es ist irgendwie wie ein Ventil für mich, wenn ich traurig bin oder wütend kann ich endlich irgendwie rauslassen. Ich schaue auch genauer hin. Z.B. beobachtete ich kleine Angewohnheiten von Leuten, die ich kenne oder auch nicht, mir fallen Details auf, die ich früher übersehen habe... ich bin ingesamt inspirizierter.

Und, das wichtigste, es macht mich glücklich.

Bevor ich sehr viel geschrieben habe, habe ich auch viel zu viel ferngesehen. Jetzt sitze ich kaum noch vor der Glotze, höchstens ein bis zwei Stunden pro Woche. Und ich mag es so.
Was FSK Aussagen bedeuten:

FSK 12 bedeutet: Der Gute bekommt das Mädchen.
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FSK 18 bedeutet: Jeder bekommt das Mädchen.
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Beitrag #10, verfasst am 17.11.2009 - 16:02
Ich kann mich dem meisten hier nur anschließen.
Das Augenmerk auf die Umwelt ist irgendwie geschärfter, die Fähigkeit sich -wenn man es für nötig befindet- selbst zu verstellen ausgeprägter und glaubwürdiger, der TV-Konsum tendiert gegen 0.^^

Ich habe eigentlich schon immer geschrieben, aber exzessiv wurde es erst durch einen ziemlichen Schicksalsschlag in einer ohnehin bereits ziemlich tristen Situation -dann hatte ich einen Traum und plötzlich war da die Erleuchtung!

Ich war immmer eher in mich zurückgezogen und hatte nur zu den wenigsten Leuten Kontakt -aus Prinzip, weil ich mich unglaublich unwohl in meiner Umwelt gefühlt habe.
Eine handvoll Leute hatte ich zwar(und bin froh, sie bis auf ein, zwei die "ausgetauscht" wurden noch heute zu haben, wenn es mir schlecht geht zum aufbauen und wenn gut zum gemeinsam freuen und Spaß haben) aber das war damals definitiv nicht genug.

Aus einer Art innerer Leere(kp wie ich's sonst nennen sollte...) kam dann zunächst mal eine Zeit, in der ich immer nur den ganzen Tag meinen Lieblingsfilm gesehen habe und einfach hoffte, so ein ganz klein bisschen könnte da auf mich abfärben...kindische Träumerei eben.^^°

Dann kam das Schreiben...und es fühlte sich sofort richtig an!
Ich hab mir alles von der Seele geschrieben, Aggression, Trauer, Angst und Hilflosigkeit in eine einzige Geschichte und viele (auch "bewusste") Träume gesteckt -und kann nur sagen, dass ich dadurch eigentlich erst zu mir geworden bin.
Danach kamen Gedichte en masse, die ich heute bloß noch mit einem Schmunzeln lesen kann.(so viel Herzblut und Erinnerung -rückblickend immer etwas seltsames Gefühl^^)

Heute kann ich viel besser mit meinem Umfeld interagieren, habe keine großen Probleme mehr auf Leute zuzugehen und kommer auch sehr gut mit den meisten aus -Sympathie hin oder her.
Außerdem kann ich mein Gegenüber viel besser einschätzen, was den Umgang mit Menschen wohl auch erleichtert...

Und ja, ich bin förmlich bessesen von meinen Geschichten. Ich arbeite immer an ihnen, spinne sie weiter, vor allem die Details, aber egal wo ich bin.^^°
Und spiele diverse Szenen vor meinem inneren Auge mehrere duzent Male durch, bis ich sie zu Papier bringe.

Schreiben ist für mich mehr als nur ein Hobby, ich sehe es als die einzige Möglichkeit sich wirklich frei zu entfalten -und das fasziniert mich so daran!
Das Gefühl praktisch eine ganze Welt in Händen zu halten und damit machen zu können was man will, das ist doch schon wirklich genial!^.-

Ich leide immer total mit meinen Figuren mit, auch wenn ich ihnen nicht selten schlimmes antue, aber irgendwie schwingt da auch noch so meine persönliche Erfahrung mit, dass Niederschläge nur den Charackter festigen und ausprägen, glaub ich.

Also kurz: ja, es hat mich in beinahe jeder Hinsicht verändert!^^
Ich bin nicht mehr so übertrieben zurückgezogen, wenn auch garantiert kein Mensch, der Massen liebt, und viel offener und harmonischer, viel mehr mit mir zufrieden und absolut glücklich, jedes Mal, wenn ich etwas schreibe.^^

Neben meinen wirklich Freunden und meinem Lieblingssport ist es so ziemlich mein einziges Hobby geworden, und eines, dass ich nicht vor habe wieder aufzugeben!^^
***Hüte dich davor in die Fußstapfen anderer zu treten, sonst hinterlässt du selbst keine.***
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Beitrag #11, verfasst am 17.11.2009 - 16:11
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zuletzt bearbeitet am 17.11.2009 - 16:20
Ob mich das Schreiben verändert hat, ist schwer zu sagen, da ich eigentlich schon seit Jahren immer wieder an Geschichten schreibe und das eigentlich ein fester Bestandteil meines Lebens ist.

Was ich jedoch bemerkt habe ist, dass ich Menschen auf eine ganz eigene Art und Weise wahrnehme. Da sind zum einen diese 08/15-Typen, deren Gesichter ich mir beim besten Willen nicht mehr vor Augen rufen kann, auch wenn ich 5 Minuten vorher noch mit ihnen geredet habe. Und dann gibt es da noch Menschen, die von Anfang an mein Interesse wecken - auch wenn sie mir nicht einmal sympathisch sind - von denen mir jede kleinste Bewegung in Erinnerung bleibt. Ich ertappe mich auch oft dabei, wie ich diese Menschen dann in Geschichten einbaue oder ihre Angewohnheiten, ihre typischen Bewegungen, ihr Aussehen u.Ä. auf Charaktere in meinen Geschichten übertrage.
Ich war mir dessen gar nicht so bewusst, sondern habe eher zufällig gemerkt, dass ich das mache.

Außerdem brauche ich zum Schreiben Einsamkeit und geistige Unterforderung. Ich schreibe am meisten (und wie ich finde am besten), wenn mein Gehirn ansonsten nicht so viel leisten muss. Deswegen finde ich es auch unheimlich schwer, neben der Schule bzw jetzt neben dem Studium noch sonderlich viel zu schreiben. Für Tagebuchnotizen reicht es natürlich, aber wenn ich zB an einer Geschichte schreibe, komme ich besser voran, wenn es eine lernfreie Zeit ist und ich ausgeschlafen bin.

Des Weiteren habe ich bemerkt, dass sich Schreiben und viele soziale Kontakte für mich nur schwer vereinen lassen. Wenn ich in einer Schreibphase bin, will ich niemanden treffen, weil mir das zu viel ist. Bin ich wiederum viel unterwegs, schreibe ich weniger. Ich denke, das liegt daran, dass ich beim Schreiben und während intensiver Schreibphasen meinen Charakteren so nah bin und so viel über sie nachdenke, dass das Schreiben selbst für mich zu einer sozialen Interaktion mit meinen Figuren wird. Treffe ich mich aber dann noch mit Freunden, empfinde ich das oftmals als anstrengend. Wie jemand neben Job und Freundeskreis noch fähig ist, regelmäßig gute Geschichten hervorzubringen, ist mir ein Rätsel.

Wenn ich jemals ein Buch schreiben will, muss ich mir ein Jahr Urlaub nehmen und in eine verlassene Waldhütte ziehen :)
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Beitrag #12, verfasst am 17.11.2009 - 23:10
Bei mir trifft der umgekehrte Fall zu - wie wohl bei den meisten, nur empfinden sie es anders:

Nicht ich habe mich durch das Schreiben verändert, sondern das Schreiben durch mich.

Ich meine, es ist doch so, dass persönliche Erlebnisse und Gefühlswelten sich immer in den Geschichten niederschlagen. Deshalb haben auch die scheinbar ausgeflipptesten Fantasygeschichten meist einen realen Hintergrund.
Das merke ich besonders, wenn ich alte Geschichten von mir lese. dann merke ich überhaupt erstmal wie sehr ich mich selbst entwickelt habe. Die Themen veränders sich mit fortschreitendem Alter. Klar, mit 14/15 interessieren einen nun mal völlig andere Dinge als mit 19 oder 20.
Bei mir kommt noch hinzu, dass ich persönlich in den letzten 5 Jahren durch mein körperliches und geistiges Leiden eine so große Umstellung und Lebenswandlung durchmachen musste, dass sich das zwangsläufig auch im Schreiben auswirkt. Stilistisch wie inhaltlich. Dazu kommt noch ein veränderter Lesegeschmack (Ich habe aber auch "erst" mit 15 angefangen aktiv zu lesen.) und veränderte Lebensphilosophie etc.

Ich denke, jeder der hier meint "das Schreiben habe sein Leben verändert" meint doch eigentlich, dass sein Leben sich veränderte und im Zuge dessen auch sein Schreiben. ;)
"Nur wer das Unmögliche fordert wird das Mögliche erreichen, denn wer stets nur das Mögliche fordert wird überhaupt nichts erreichen."
- Michail Bakunin
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Beitrag #13, verfasst am 17.11.2009 - 23:59
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zuletzt bearbeitet am 17.11.2009 - 23:59
CyberneticNemesis schrieb:

Ich denke, jeder der hier meint "das Schreiben habe sein Leben verändert" meint doch eigentlich, dass sein Leben sich veränderte und im Zuge dessen auch sein Schreiben. ;)


Nein, das denke ich nicht. Ich für meinen Teil habe erst dieses Jahr angefangen zu schreiben und seitdem hat sich mein Leben nicht sonderlich verändert. Eigentlich gar nicht. Dafür habe ich mich selbst aber verändert, eben durch das Schreiben. Wie bei den Beispielen oben schon beschrieben, teilwese veränderte Sichtweise, anderes Zugehen auf die Mitmenschen...

LG Medusa
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Beitrag #14, verfasst am 18.11.2009 - 10:43
Ich hoffe, es haelt mich jetzt keiner fuer einen unsentimentalen Klotz, aber ich denke nicht, dass das Schreiben mich persoenlich als Mensch veraendert hat (okay, vielleicht steht das ja auch proportional zu der Menge, die man schreibt *g).

Ich habe erst vor 3 Jahren (und schon weit weg von der Teenie- oder Tweenie-Zeit) mit dem Schreiben angefangen und betrachte es wirklich "nur" als ein wunderschoenes Hobby, aber eben ohne tiefere Bedeutung fuer mein normales Leben.

Es gibt allerdings 2 Dinge, die die Schreiberei generell in meinem Leben veraendert hat ...

Zum einen habe ich durch sie viele neue Freunde gefunden (sowohl im Internet als auch im RL), und zum anderen habe ich dadurch meine Rechtschreibung verbessert, denke ich ... *gg* hat leider aber auch den Nachteil, dass ich jetzt viel mehr auf Fehler von anderen achte ... *seufz*
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Beitrag #15, verfasst am 18.11.2009 - 17:34
Ich schreibe jetzt seit .... puh... ähm... 8 oder 9 Jahren? seit etwa 4-5 Jahren wirklich regelmäßig... und ich kann sagen, dass ich mich ziemlich verändert habe. Ich habe als fantasievolles Kind vorgearbeitet und richtig als depressiver Teenager angefangen, mittlerweile bin ich einigermaßen erwachsen und über die "Alle Last der Welt liegt auf meinen zarten Schultern" - Phase hinaus! (zum Glück!^^)
Schreiben war für mich immer eine gute Art der Selbsttherapie, Dinge, die ich nicht aussprechen konnte, habe ich niedergeschrieben. Mein Schreiben hat sich durch mein Leben verändert und mein Leben auch durhc mein Schreiben. Ich bin aufmerksamer und unaufmerksamer zugleich!^^ Ich beobachte meine Umgebung genau, aber wenn ich in der kreativen Phase bin, bin ich nicht ansprechbar! XD
"Zum Menschsein gehört Menschlichkeit.
Doch totes Fleisch fühlt das nicht."
-"Emotionslos" in den 120ern
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Beitrag #16, verfasst am 18.11.2009 - 18:10
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zuletzt bearbeitet am 18.11.2009 - 18:12
Hm, kann ich schlecht sagen, da ich eigentlich immer schon geschrieben habe...(im Kindergarten hab ich Bildergeschichten gemalt) und ich mich selbst ohne Schreiben also gar nicht "kenne". Früher- teilweise auch noch heute- dient Schreiben für mich aber auch dazu, Wut/Emotionen über Sachen rauszulassen, die ich real nicht ändern kann. So hab ich immer schon gern Leute, die ich nicht leiden kann, in eine Geschichte eingebaut und dort dann grausam getötet oder zumindest richtig Pech haben lassen.
Mit 14 gab es da zB ein Mädel in der Parallelklasse, die ich absolut nicht ausstehen konnte, und dann kam diese Pute *g* auch noch mit meinem Schwarm zusammen...also schrieb ich eine Geschichte darüber, wie sie erstochen im Schulkeller aufgefunden wird, die Polizei kommt etc. Naja, die Geschichte hat nie wer zu sehen bekommen, war wohl auch nicht besonders gut geschrieben.

Und Phantasie hatte ich immer schon viel zuviel...
Narzisstisch, egoistisch, arrogant, materialistisch und gestört. Noch irgendwelche Fragen?!?
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Beitrag #17, verfasst am 18.11.2009 - 18:22
Nun, bei mir war es ähnlich wie bei Bryanna. Ich habe mir schon früh Geschichten ausgedacht und immer wieder Fragmente aufgeschrieben, allerdings ohne dabei wirklich eine zusammenhängende Geschichte zu schreiben. Das hat sich eigentlich erst geändert, als ich in die weiterführende Schule kam. Da habe ich dann gemerkt, dass viele der Fragmente zusammenpassen könnten...der Rest war dann eher ein riesiges Puzzlespiel als wirkliches Schreiben
Verändert hat es mich sicher. Meistens habe ich mit meinen Geschichten irgendetwas ausgedrückt, was ich Interessant fand, und mir dann innerhalb meiner Geschichten Gedanken darüber gemacht (Deswegen ergeben auch viele Fragmente heute kaum noch einen Sinn für mich - weil ich damals andere Interessen hatte als heute...)
Ich denke, das ich mich dahingehend verändert habe, mir mehr Gedanken über mein Umfeld zu machen und feststehende Dinge zu hinterfragen. Ob das gut oder schlecht ist, kann jeder für sich selbst entscheiden...
Tod, Terror, Zorn, Weisheit, Macht.
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Beitrag #18, verfasst am 19.11.2009 - 19:57
Oh über diese Thema habe ich mir erst vor einigen Tage selbst Gedanken gemacht.

Mich selbst hat das Schreiben schon verändert. Es ist nicht so das nicht schon immer etwas geschrieben habe. Eben in der Schule einige Aufsätze, das war meine liebste (und einzige) Hausaufgabe die ich gemacht habe. ^^
Doch seit ich vor 9 Jahren ernsthaft mit dem Schreiben angefangen habe, merke ich schon das es mich verändert. Auch ich nehme die Menschen bewusster wahr zumindest beobachte ich die Leute mehr. Klar am Liebsten verstecke ich mich noch immer hinter einem Buch und höre dabei Musik. Doch ich lege es öfter beiseite als füher um den Menschen zuzusehen. Und dabei ertappe ich mich immer öfter dabei, das ich ihre Handlungen schon ihn Worte umforme und für ihre Mimiken Worte suche die genau das ausdrücken was sie wohl gerade empfinden.
Aber ich glaube charakterlich hat es mich am Meisten verändert. Ich bin viel selbstsicherer geworden, nicht zuletzt durch den Zuspruch von vielen netten Leuten. Und auch das jonglieren mit Worten hat mir gut getan, ich bin nun viel schlagfertiger als früher.
Allerdings hat es nicht nur gute Seiten, wie alles im Leben. Bei mir artet das Schreiben schon regelrecht aus. Ich habe soviel Spaß am Schreiben das ich keinen Abend auskomme ohne etwas zu schreiben. Wenn ich das nicht kann wegen unterschiedlicher Gründe, werde ich regelrecht nervös und frustriert. Vor allem bei einer Schreibblockade ist es schlimm.
Allerdings ist das kein Problem für mich, da ich gerne Schreibe, es ist eine Art Therapie für mich. Ich schreibe mir damit jeden Tag meine Probleme von der Seele, selbst wenn ich kein einziges Wort darüber schreibe.^^
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Beitrag #19, verfasst am 19.11.2009 - 22:29
Bei mir ist es etwas schwieriger, denn eigentlich schreibe ich schon seit ich denken kann. Etwa mit 6 Jahren habe ich meine ersten Gedichte und "Geschichten" geschrieben und das eigentlich kontinuierlich weiter betrieben - mal mehr und mal weniger.
Aber wenn ich jetzt zurückdenke zu dem Zeitpunkt, an dem ich begonnen habe, ernsthafter zu schreiben: Ja, ich habe mich sehr verändert.

Ich beobachte ebenfalls gerne Menschen, überlege, was sie wohl für Wünsche, Sorgen und Gedanken haben, packe das Ganze gedanklich in Worte und wende mich dann wieder schmunzelnd ab.
Ich bin träumerischer geworden. Manchmal bekomme ich von meiner Umwelt nichts mehr mit, weil ich mich so in meiner eigenen kleinen Welt zurückziehe. Ich träume auch scheinbar viel lebhafter, erinnere mich morgens an jedes Detail und schreibe das auch gerne nieder. Manchmal entstehen daraus auch kleine Fanfiktions ;)
Ich kann nicht mehr lesen, ohne eine Geschichte in kleine Teile zu zerpflügen und darüber zu diskutieren. Während ich früher Bücher still in meinem Kämmerlein gelesen habe (auch das tue ich gerne), brauche ich jetzt immer jemandem, dem ich davon erzählen kann.

Das sind die Punkte, die mir spontan einfallen würden. Und es erinnert mich daran, dass ich unbedingt weiter an meinen momentanen Projekten schreiben sollte +denk+ +loswusel+
Hebt man den Blick,
so sieht man keine Grenzen.
--
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Beitrag #20, verfasst am 20.11.2009 - 00:27
Mir gehts ähnlich wie vielen hier. Ich habe schon immer geschrieben und bevor ich schreiben konnte, habe ich mir Geschichten ausgedacht. Eigentlich läuft das heute noch so. Schreiben ist für mich also nur die Umsetzung von Kopfkino, wenn man so will.

So gesehen - ich denke schon, dass ich ein grundlegend anderer Mensch wäre, wenn ich nicht schreiben würde. Manchmal wüsste ich gerne, wie dieser Mensch wäre. Meine Persönlichkeit ist so stark mit dem Geschichtenerzähler in mir verwoben, dass es tatsächlich Einfluß auf meine Betrachtung des Lebens an sich hat. Kurz, ich bin arg verträumt. Eine von diesen Personen, die durchs Leben geht und auf ihr Abenteuer wartet.

Ich denke nicht, dass ich genauer beobachte - ich denke mein Alta-Ich, also meine nichtschreibende Persönlichkeit, wäre ein besserer Beobachter. Einfach weil er nicht ständig von den Geschichten in seinem Kopf abgelenkt wäre. Und vermutlich sehr viel rationaler.

Ich glaube allerdings auch, dass ich Handlungen und Motive meiner Mitmenschen besser nachvollziehen kann, einfach weil man gewisse Szenarien für sich bzw seine Protas ja immer und immer wieder durchspielt. Allerdings läuft man da auch Gefahr, zu sehr objektiver Beobachter der realen Welt zu werden. Und für alles und jeden Verständis haben zu wollen, weil man ja glaubt nachvollziehen zu können, warum jemand dieses oder jenes tut.

Im Übrigen geht es mir beim Lesen inzwischen ähnlich wie Nalgask - ich analysiere zu viel, anstatt vor mich hin zu genießen. Allerdings könnte das auch damit zu tun haben, dass ich zwischen meinem elften und meinem zwanzigsten Lebensjahr Unmassen an Büchern verschlungen habe. Da wird es schwierig, sich noch von bestimmten Wendungen überraschen zu lassen. Weil man das meiste schon mal gelesen hat und irgendwie schon ahnt, auf was es hinauslaufen wird. Kurz, ich bin ungeduldiger geworden.
Auch aus Steinen, die dir in den Weg gelegt werden, kannst du etwas Schönes bauen.  Erich Kästner
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Beitrag #21, verfasst am 16.12.2009 - 02:01
Das ist eine gute Frage.  Ich gehöre nicht zu den "Vieischreibern" und habe auch nicht geschrieben, seit ich es kann. Bei mir war es auch nur "Kopfkino aufs Papier bringen".
Seit ich "etwas älter" bin, besseres Wissen über Texte habe und etwas besser auch meine einige Vergangenheit mit etwas Abstand betrachten kann, finde ich meine Beobachtungen in meinen Werken wieder. So ist aus Kopfkinofixierung ein Werkzug zur Selbstverständnis geworden.
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Beitrag #22, verfasst am 16.12.2009 - 04:30
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zuletzt bearbeitet am 16.12.2009 - 04:30
Das Schreiben hat mich auf jeden Fall verändert. Ich denke ich bin dadurch selbstbewusster geworden. Zum geschriebenen Wort hatte ich immer schon eine besondere Beziehung, so klischeehaft sich das auch anhören mag.
Als ich noch nicht schreiben konnte, musste mir mein Dad den PC richten, damit ich nach herzenslust in die Tasten kloppen konnte. Dann als ich es lernte, habe ich Seitenweise nur Buchstaben aufgemalt. Als es dann endlich so weit war und ich es wirklich konnte, aber ich ganze Bücher kopiert, sie einfach abgeschrieben. Mit 10 war dann mein erster Versuch eine eigene Geschichte zu schreiben (natürlich gescheitert xD).

Warum ich aufgehört habe zu schreiben, weiß ich eigentlich nicht konkret. Alles was mir blieb waren Tagträume, epische Szenarien, die sich ganz in meinem Kopf abspielten und mir den Ruf als Träumerin einbrachten. Richtig angefangen habe ich erst wieder mit 19. Es ging mir nicht gut und es war für mich auch Selbsttherapie, kann ich im nachhinein sagen. Es war unglaublich schön. Schon ab dem ersten Kapitel war mir klar, dass das Schreiben für mich mehr ist als ein Hobby, mehr als eine bloße Beschäftigung - es ist meine Bestimmung xD

Meine erste Story hier auf FF.de wurde fast gänzlich im Flow geschrieben. Sobald ich anfing vergaß ich Zeit und Ort, dann sah ich meine Geschichte nicht nur, ich lebte sie. Sie war mir wichtiger als essen und schlafen, Studium wurde hintan gestellt. Diese Story war mein Beweis dafür, dass ich schreiben kann und immer werde und diese paar Monate die sie mich ganz gefangen nahm, waren die schönsten meines Lebens. Seither habe ich noch viel geschrieben und auch vervollständigt, die Ideen verlassen mich nie, eigentlich habe ich sogar zu viele.

Wenn ich könnte, würde ich mein Geld nur mit schreiben verdienen. Irgendwann verfasse ich bestimmt auch ein Buch, das ich in einem Verlag veröffentlichen kann, im Moment nur nicht. Jetzt muss ich mich doch mal um meine Ausbildung auch kümmern ;)

Aber es ist wie es ist: Das Schreiben ist meine Berufung. Es gibt mir die Möglichkeit, meine Gedanken in eine Form zu bringen, die auch andere verstehen können und vielleicht lernen sie daraus sogar etwas (ich habe so gut wie immer moralische und philosophische Grundtöne in meinen Stories verarbeitet). Wenn ich schreibe, kann ich an meiner eigenen Persönlichkeit basteln und sie feilen, damit sie einmal ein schönes Juwel wird, auf das ich stolz sein kann :)
Schon so manche zweifelhafte Frage konnte ich besser verstehen, einfach nur dadurch, dass ich mich mit ihr befasste, ein Szenario schuf und zusah, wohin mich die Geschichte führt. Texte verändern einen Autoren ganz bestimmt, ich bin der festen Überzeugung, weil ich es selbst erlebe.
"Tell me what thy lordly name is on the Night's Plutonian shore!"
Quoth the Raven, "Nevermore."
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Beitrag #23, verfasst am 16.12.2009 - 12:18
Oh ja, nicht viel aber etwas^^ ... das ist manchmal lustig, wenn man in den Storys so altkluge Sachen hinschreibt und dann wirklich auch gezielt antworten kann, wenn jemand was fragt ... es hat auch was gutes, wenn man für Storys sich informieren muss, dann lernt man gleich, aber mehr nicht.^^
Irgendetwas fehlt da ... ach ja! Mein Interesse.
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Beitrag #24, verfasst am 17.12.2009 - 11:29
Ich glaube nicht, dass Schreiben wirklich mein Wesen verändert hat. Phantasiereich war ich eigentlich schon immer. Allerdings ist Schreiben eine perfekte Möglichkeit, das auszuleben und bringt viel mehr, als sich irgendwelche Sachen auszudenken, von denen man selbst irgendwann nichts mehr hat (einfach weil sie in Vergessenheit geraten) und anderen bringt es überhaupts nichts, was auch wieder auf einen selbst zurückfällt. Denn wer möchte nicht gerne wissen, was andere von den eigenen Ideen halten?
Was das Schreiben aber sehr wohl verändert hat, sind meine Ausdrucksweise und mein Sprachstil. Wenn man viel mit Formulierungen zu tun hat und sich damit beschäftigt, wie man etwas am besten darstellt, wirkt sich das irgendwann auch in der Ausdrucksweise aus, sie wird konkreter, man stellt Dinge einfach schöner formuliert dar. Für die Schule ist das auf jeden Fall sehr nützlich. ^^
Schreiben ist jedenfalls ein sprachlich fördernder Prozess. Das in Verbindung mit dem Spaß den man dabei hat, kann einen schon dazu bringen, sich viel damit zu beschäftigen - wenn da auch erstmal eher die Freude als der Nutzen im Vordergrund steht. *gg* Wobei man mit dem Nutzen schön argumentieren kann, wenn man wieder einmal gefragt wird, warum man nur so viel Zeit damit verbringt, im stillen Kämmerlein vor sich hinzutippen ... :)
Amor Lux Veritas - Sic itur ad atra
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Beitrag #25, verfasst am 03.01.2010 - 01:38
Ich war früher ein wandelndes Film- und Fernsehlexikon. Habe meine gesamte Freizeit praktisch vor der Flimmerkiste verbracht und mir schon damals zu vielen Sachen Geschichten ausgedacht, die aber nie aus meinem Kopf entlassen wurden. Aber irgendwann kam dann der 1. Laptop und klein Kayleen entdeckte das Schreibprogramm. ;-) Der Rest ist Geschichte, wie es immer so schön heißt. *schmunzel*

Ja, ich glaube, dass das Schreiben mich verändert hat. Es hat mir in den letzten Jahren viele Erfahrungen beschert, die ich sonst nie gemacht hätte. Gute wie auch schlechte, alles hat seine zwei Seiten. Ich bin dadurch praktisch erwachsen geworden und habe mir damit ein Leben aufgebaut.

Das Schreiben ist heute mein Ventil, um das zu verarbeiten, was mir im tagtäglichen Leben über den Weg läuft. Ich möchte es nicht mehr missen.
 
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