Autor
Beitrag
Beiträge: 454
Rang: Annoncenschreiber
•  
Beitrag #26, verfasst am 03.01.2010 - 17:48
Ob mich das Schreiben in irgendeiner Weise verändert hat, kann ich schlecht beurteilen. Schreiben war irgendwie immer ein Teil von mir, seit ich es gelernt habe. Durch das Schreiben konnte ich all meine Fantasie und Geschichten einfangen, sammeln oder festhalten. Es hat sich für mich dann von einer kindlichen Spielerei zu einem Ventil entwickelt, das ich dazu nutzen kann, Dinge zu verarbeiten, Kritik zu üben, Ideen zu formulieren oder ganze Fantasiewelten zu kreieren, die meinem Wunschdenken oder meiner Horrorvorstellung entsprechen.
Lange habe ich gedacht, dass ich das Schreiben für etwas benutzen kann, was ich sonst nicht zum Vorschein bringen konnte, doch diese Sichtweise war falsch. Schreiben ist nur eine Art, wie ich etwas symbolisieren kann. Nur ein Teil, nur ein Weg von sehr vielen, um das in die Welt herauszutragen, was ich gerade mitteilen will. Ich denke, dass das Schreiben für mich ein Hobby ist, so wie andere vielleicht Schach favorisieren. ich investiere viel Zeit und Arbeit, gebe mir Mühe und versuche es stets zu verbessern, aber von einer hervorragenden Berufung zu sprechen, halte ich doch für all zu vermessen.
Ich habe durch und für das Schreiben viel gelernt, was ich sicherlich ohne diese Mühen, viel später oder sogar nie gelernt hätte. Ich konnte in der Vergangenheit davon profitieren und ich denke, dass es mir auch in Zukunft die eine oder andere Nützlichkeit bieten wird.
Aber eine fundamentale Veränderung als solche hat es für mich nie gegeben, denn das Fantasieren war immer ein Teil von mir und Schreiben ist nur eine Option für mich.
"Mein Talent ist doch unverkennbar, oder? Wenn du das nicht siehst, bist du ein Banause. Ein dämlicher, arroganter Banause."
(Mimikry - Die beschissene Leichtigkeit des Scheins - Kapitel V)
sevil
Anonymer Benutzer
•  
Beitrag #27, verfasst am 04.01.2010 - 15:04
Hat mich das Schreiben verändert? Schwer zu sagen, weil ich mit dem Schreiben gleichzeitig das FF-Lesen und vor allem betalesen angefangen habe. Es hilft da auch nicht unbedingt, dass ich zur gleichen Zeit meinen Vater verloren, mein einziges und leidenschaftliches Hobby aufgegeben und mit dem Studium angefangen habe, in eine neue Stadt gezogen bin und mir ein völlig neuen Lebensmittelpunkt aufgebaut habe.

Was ich auf jeden Fall sagen kann ist, dass ich seit meinem Eintritt ins Fandom (also FF und Meta lesen, betalesen und selberschreiben) sehr viel analytischer geworden bin, und zwar nicht nur bei Texten. Das ist sicherlich auch der Uni geschuldet (Germanisten sollten das schon gelernt haben), kommt aber zum größten Teil aus dem Fandom. Wenn ich seit Jahren das erste Mal wieder zu Douglas gehe und mir als allererstes "Welness" auffällt, ist das sicherlich Beta-Berufskrankheit. Ich sehe mehr in Texten, aber auch in Menschen. Ich habe eine Leidenschaft für Hintergründe entwickelt, versteckte Motivationen, unterschwellige Beziehungen, verdrängte Überzeugungen usw.

Irgendwas mache ich aber anscheinend falsch, denn statt weniger zu gucken habe ich mit dem schreiben erst so richtig angefangen. Meistens Serien, meistens auf englisch, meistens aus dem Netz oder von Freunden. Ansonsten will ich demnächst meine Abschlussarbeit über Fanfiction und Fandom schreiben und könnte mir auch vorstellen, in die Richtung weiter zu forschen (wenn man mich denn lässt).

Hat mich das Schreiben also verändert? Ich schätze schon, aber genausoviel hat mich die Uni verändert oder mein Umzug in eine fremde Stadt.
Beiträge: 648
Rang: Broschürenschreiber
•  
Beitrag #28, verfasst am 10.01.2010 - 16:00
Verändert - wohl eher geprägt. Ich schreibe seit ich 7 bin, also seit 11 Jahren, und als ich zwischenzeitlich mal keine gute Phase im realen Leben hatte, war der Standardsatz in meinem Tagebuch: Ich lebe von meinen Geschichten.

Es hat mich verändert, als ich begann, mich mit Slash zu beschäftigen, weil ich mich plötzlich "selbst gefunden" habe:
http://www.fanfiktion.de/s/48b99c9b000084820c900bb8
(Das ist Schleichwerbung, ich weiß, aber eben nicht für mich. Und es ist die beste Erklärung.)

Ich kann anhand des Geschriebenen auf mich selbst zurückblicken, mich psychologisch nachvollziehen. Was sich zusammen mit mir verändert, sind daher bestimmte inhaltliche Phasen. Ich denke aber, man wird auch irgendwie reifer in der persönlichen ungestörten Auseinandersetzung mit verschiedensten Themen.

Angefangen hat es damit, dass ich gesehene Kinderfilme oder gelesene Kinderbücher um- und weitergesponnen habe (FF also! :-) ) und mich selbst dazugedichtet (Und ja, ich war eine Mary-Sue.) Dann hab ich mir selbst Dinge ausgedacht und sie schließlich aufgeschrieben.

Ich denke, Schreiben ist Kommunizieren. meistens kann man aus einem Text heraus wenigstens teilweise auf die Persönlichkeit des unbekannten Autors schließen, es ist eine psychologische Fundgrube, unverfälscht, ehrlich, noch dazu nicht langweilig. Schreiben ist kein Hobby, Schreiben ist eine Lebenseinstellung.

Ja, jetzt werd ich auch sentimental. :-)
Es MACHT keinen Sinn, es HAT Sinn.

Zusammengesetzte Substantive heißen ZUSAMMENgesetzt, weil man sie ZUSAMMEN schreibt. Das Deutsche ist nicht das Englische.
Beiträge: 7
Rang: Bilderbuchbetrachter
•  
Beitrag #29, verfasst am 10.01.2010 - 18:31
Veränderungen im Leben finde ich ziemlich normal.
Na ja, da ich schon immer gerne Geschrieben habe kann ich keine große Veränderung spüren, außer vielleicht die, dass ich häufiger woanders bin (Wenn ich in die Ferne starre, weißt du, dass ich dich nicht mehr höre) Ja und das mein Freundeskreis sich auf drei wirkliche Freunde beschränkt hat. Ich mache deutlich mehr Nächte durch und bin deshalb so gut wie immer müde.
Hmm. Ja, ich glaube das wars.
Vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass ich häufiger anfange hysterisch zu kichern, weil mir immer irgendwelche lustigen Bilder aus der aktuellen Geschichte im Kopf herumschwirren. Meine Freunde haben das glücklicher Weise akzeptiert und haben mittlerweile aufgehört zu fragen, was mit mir los ist. Sie wissen, das ich verrückt bin. Zum Glück kann ich auch sehr ernst scheinen, was aber eher daran liegt, dass nicht jeder unbedingt wissen soll, *wie* durchgeknallt ich wirklich bin.
Meine Träume,
einer schöner als der andere,
erschaffen und zerstören,
für mich allein.
mrs-edward-cullen
Anonymer Benutzer
•  
Beitrag #30, verfasst am 16.03.2010 - 12:11
ich hab ja schon immer wahnsinnig gerne geschrieben, aber richtig verändert hat es mich verändert, seit ich regelmäßig schreibe und hier auch poste.
ich hab zum einen viele leute kennengelernt, die mir wahnsinnig am herzen liegen und zum anderen eben meine gedanken. in meinem kopf spinnen sich die ganze zeit neue ideen und ich hab mir extra ein kleines büchlein zugelegt, dass ich überall mitschleppe, weil mir irgendwann eine idee kommt^^
Beiträge: 1769
Rang: Journalist
•  
Beitrag #31, verfasst am 17.03.2010 - 13:01
Ja, das Schreiben hat mich verändert - jedoch keineswegs nur zum Positiven.

Allerdings muss ich differenzieren, was ich schreibe, weil sich nicht jede Literaturgattung bzw. jedes Genre gleich auf mich als Person ausgewirkt hat.

Etwas, das ich im Peinlichkeits-Thread schon geschrieben habe:

Wind-up Bird schrieb:
Mit ca. 12 - 15 *hust* habe ich gemeinsam mit meiner besten Freundin vor allem fiese Geschichten über unsere Lehrer geschrieben - z.B. über eine extrem übergewichtige Lehrerin, die auf einer Klassenfahrt in der Bustür steckenbleibt ... oder über einen extrem ungepflegten Lehrer, der (Mowgli-Style ^^) im Wald bei einer Stinktierfamilie aufgewachsen ist und nun immer noch glaubt, ein solches zu sein ... oh je. ^^ Na ja, aber irgendwie muss man sich ja rächen.


Was lustig klingt, war es eigentlich gar nicht. Wir gingen auf eine katholische Privatschule - obwohl meine Eltern nicht wirklich gläubig und die meiner Freundin Moslems waren, es war halt die einzige Realschule direkt bei uns im Ort - und es war zum Teil wirklich purer Horror. Was da abgezogen wurde ... davon habe ich heute noch manchmal Alpträume. Insofern war das Schreiben von Verarsche-Geschichten über die verhassten Lehrer nicht nur Spaß für uns, sondern hatte auf uns eine nahezu therapeutische Wirkung. Hier kann ich also sagen, dass mich bzw. uns beide das Schreiben positiv verändert hat - indem es uns einfach half, unser Los besser zu ertragen.

Ähnliches kann ich berichten, wenn es um Lyrik geht. Auch hier verpacke ich fast ausschließlich persönliche Erlebnisse, wenn auch weniger zur emotionalen Verarbeitung, sondern mehr zum "klarer sehen", zum "festhalten" von Ereignissen, die ich dauerhaft behalten möchte. Das macht mich als Mensch natürlich aufmerksamer ... ob es jetzt um schöne private Erlebnisse, üble Krisen oder einfach um die Schönheit der Natur geht. Zudem kostet mich das Verfassen von Gedichten kaum Nerven oder Zeit ... ich schreibe da fast automatisch und freue mich, wenn die Ergebnisse mich einigermaßen zufriedenstellen. Also macht das Schreiben mich auch hier glücklicher mit der Realität, als das ansonsten der Fall wäre.

Ganz anders sieht es allerdings bei Prosa aus. Oh Mann. Seit ich ernstzunehmende Prosa schreibe - 2003/2004 -, bin ich zum Teil ein schrecklicher Mensch geworden. Und das meine ich genau so, wie ich es sage. Wenn ich schreibe, verwandle ich mich automatisch in den Charakter, aus dessen jeweiliger Sicht das Ganze passiert. Und während ich diese fiktive Perspektive nach dem Schreiben früher noch relativ problemlos ablegen konnte, als würde ich einfach aus einem Kostüm schlüpfen, fällt mir die Rückkehr in die Realität zunehmend schwerer, je intensiver die Geschichte bzw. meine Arbeit mit dem Charakter wird.

Das verwirrt und verstört mich, und besonders in den ersten Stunden nach meiner "Rückkehr ins Ich" bin ich absolut mies gelaunt und extrem reizbar. Wer mich da erwischt und irgendwas Wichtiges von mir will, hat schlechte Karten. Daher schreibe ich inzwischen fast nur noch spätabends - wenn ich danach schlafen kann und definitiv keine sozialen Kontakte mehr pflegen muss. Wie mein Mann es in diesen Stunden mit mir aushält ... ich habe keine Ahnung.

Manchmal wünsche ich mir wirklich, ich könnte "aussteigen". Das Geschreibsel hinschmeißen und sagen: So, ab jetzt spiele ich Badminton. Das jedoch schaffe ich nicht. Ich kann nicht erklären, was mein eigentlicher Antrieb beim Schreiben ist - aber er ist da und lässt sich nicht abschalten.

Positiv an der ganzen Sache ist allerdings: Ich habe mich durch das eigene Schreiben auch zu einer sehr viel leidenschaftlicheren Leserin entwickelt, als ich das vorher war. Auch in Geschichten anderer Autoren kann ich inzwischen eintauchen wie in eine Parallelwelt, deren Charaktere sehr nah an mich heranlassen und sie ein Stück weit mit mir tragen, wenn ich gerade nicht lese. Diese Liebe zu fiktiven Figuren anderer Schreiberlinge ... das ist für mich etwas unheimlich Schönes. Und momentan gibt es da gleich drei Kandidaten, von denen ich mitunter sogar träume.

Mein derzeitiger eigener Hauptcharakter verfolgt mich natürlich auch ... und wenn ihn reale Personen dabei stören, kann ich sehr angepisst reagieren. Glücklicherweise hatte ich noch nie einen wirklich großen Freundeskreis, und die wenigen ernsthaft wichtigen Menschen in meinem Leben haben es aufgegeben, mich beim Schreiben zu stören ...

Ähm, ja. So viel Seelenstrip für heute. ^^
Some people just need a high-five. In the face. With a chair.
Beiträge: 12
Rang: Bilderbuchbetrachter
•  
Beitrag #32, verfasst am 17.03.2010 - 16:00
Ich habe schon früher viel geschrieben.
Aber erst seit diesem Jahr angefangen, geschriebenes Online zu stellen. Dadurch hat sich wirklich so manches geändert.
Im Positiven natürlich.
Seitdem ihc FF´s schreibe und diese hier veröffentliche fühle ich mich auf irgendeien Art erleichtert und besser.
ich hatte shcon immer Probleme damit, Geschichten, welche ich schreibe, meinen Freunden zu zeigen.
darum ist es für mich einfacher sie unter einem Pseudonym ins Internet zu stellen.
Und siehe da, ich bin seitdem oft viel besser daruf, denn wenn es mir gerade schlecht geht, und ich lese liebe Reviews die ich bekommen habe, dann steigt meine Stimmung sogleich wieder.

Somit kann ich nur sagen, durch das Schreiben hat sich alles in mir soweit verändert, dass es mir Emotional tatsächlich besser geht.
Auch im RealLife wie man so schön sagt, bin ich um einiges Gelassener, seit ich meine Geistigen Ergüsse (xD) iregendwo loswerden kann!
Wenn die meisten sich schon armseliger Kleider und Möbel schämen, wieviel mehr sollten wir uns da erst armseliger Ideen und Weltanschauungen schämen. (-Abert Einstein-)
Beiträge: 4178
Rang: Literaturgott
•  
Beitrag #33, verfasst am 17.03.2010 - 21:28
Das Schreiben hat mich sher verändert. Unter anderem hat sich meine Rechtschreibung enorm verbessert und ich fühle mich einfach wohl, wenn ich schreiben kann.
Die Furcht ist mein Mantel! Die Nacht mein Revier!
Beiträge: 1400
Rang: Groschenromanschreiber
•  
Beitrag #34, verfasst am 18.03.2010 - 00:47
Ich hab erst gestern festgestellt, dass vermehrtes Selbstschreiben (geschrieben hab ich immer schon irgendwas, allerdings kommt vieles erst über das erste Kapitel hinaus, seit ich dieses Archiv kenne) vor allem mein Leseverhalten verändert hat.
Ich stand in einer wirklich großen Buchhandlung mit üppig bestücktem Fantasy-Regal und irgendwie sprang mich aber auch so gar nichts an... Sehr sehr ungewöhnlich für mich, mit leeren Händen wieder abzuziehen - und irgendwie schade.
Beiträge: 1222
Rang: Auftragsschreiber
•  
Beitrag #35, verfasst am 18.03.2010 - 01:45
Das Schreiben hat mich in vieler Hinsicht verändert...
Bin in Rechtschreibung z.B. viel besser geworden. Kann mich auch wörtlich besser ausdrücken. Das Tastaturtippen beherrsche ich mittlerweile wie eine 1
Bin jedoch auch stiller geworden und habe mich in meine Welt zurückgezogen....
Mensch, mach dein lautes Leben leiser.
Beiträge: 131
Rang: Datentypist
•  
Beitrag #36, verfasst am 18.03.2010 - 01:55
Irgendwie... ja es hat mich verändert.

Ich wachse mit jeder Geschichte mit.
Während dem schreiben von jeder Geschichte werde ich "erwachsener". Die Gedanken ändern sich, die Interessen werden andere oder helfen zum teil sogar, trauer ganz zu vergessen.

Gerade meine aktuelle Geschichte hatte einiges an mir verändert.
Meine Interessen sind nicht mehr so gewaltig nur auf Hubschrauber gelenkt.
Jedenfalls konnte ich endlich meine Situation zu akzeptieren und das beste aus dieser zu machen.
Ich denke mal, ich verdanke es hauptsächlich der Geschichte, das ich nun eine etwas andere Richtung eingeschlagen habe. Meine Charaktere können auch nicht einfach alles erreichen was sie wollen und können sich träumerei nicht erlauben.

Keine Ahnung, ich werde sehen was weiter passiert. Jedenfalls bis jetzt bin ich mit den veränerungen zufrieden. ^^
LillyLune
Anonymer Benutzer
•  
Beitrag #37, verfasst am 18.03.2010 - 21:26
Ganz ehrlich- NEIN, das Schreiben hat mich nicht groß verändert.

Ich hab nur einfach ein weiters Hobby gefunden und mein Kopf ist seitdem von all den unfertigen Geschichten befreit, die nun alle auf dem Arbeitsspeicher meines PC' liegen ;)

Allerdings habe ich gemerkt, das meine Ausdrucksweise sich sowohl im Sprechen als auch in der Schule im Aufsätze schreiben ein wenig verbessert hat (Was nicht heißt, dass ich jetzt gerne Aufsätze schreibe!!).
Beiträge: 1188
Rang: Auftragsschreiber
•  
Beitrag #38, verfasst am 18.03.2010 - 21:33
Ich bin tatsächlich aggressiver geworden, seit ich schreibe. Vor allen in Phasen, in denen ich nicht vorwärts komme.
Ich rauche viel mehr. Und trinke viel zu viel Kaffe.
Ich bin pingeliger bei der Auswahl neuer Bücher geworden. Früher hab ich nach jedem Groschenroman gegriffen, heute fällt es mir schwer, etwas geeignetes zum Lesen zu finden.
Ich bin unzufriedener geworden. Mit allem. Und euphorischer.
Und ich bin paranoider geworden. Meine Charaktere stalken mich. Sie verfolgen mich überall hin.
Ich schlafe schlechter.

Hm, das Schreiben hat mich wohl eher negativ verändert.

Aber zumindest hast sich meine Artikulation und mein Wortschatz extrem verbessert. Ich bin neugieriger geworden. Ich hinterfrage mehr.
Ich LERNE mehr, da ich ständig recherchieren muss.

Emotional gings mit Beginnen des Schreibens wohl den Bach runter. Intellektuell bin ich auf einem neuen Höhenflug. Wuuusaaaaaaaaaaaaa!
Don't be a racist. Be like Mario. He's an italian plumber, made by japanese people, who speaks english an looks like a mexican. And runs like a jamaican. And jumps like a black man. And grabs coins like a jew...
Beiträge: 206
Rang: Zeitungskonsument
•  
Beitrag #39, verfasst am 18.03.2010 - 23:01
Mich hat das Schreiben ziemlich verändert.
Wenn mich jetzt irgendetwas sehr beschäftigt, aufregt, berührt schreibe ich ein Gedicht darüber. Das ist für mich eine Art Ventil, um mich auszudrücken. Außerdem schreibe ich jetzt endlich mal einen Teil der Geschichten auf, die ich früher nur ausgedacht und in meinem Kopf "gelagert" habe. Wenn ich keine Zeit zum schreiben habe, fühle ich mich gestresst.
Außerdem hilft mir das Schreiben, mein Durchhaltevermögen zu verbessern - ich gebe manchmal zu schnell auf, und jetzt habe ich mir in den Kopf gesetzt, eine Geschichte durchzuhalten und auch wirklich bis zum ende zu schreiben (meine älteren Schreibversuche endeten immer damit, dass ich die Geschichte abgebrochen habe). Mein derzeitiges "Baby" () ziehe ich durch, das habe ich mir ganz fest vorgenommen.
Und außerdem habe ich auch noch die Handlung für einen Roman im Kopf, und überlege, ob ich nicht im November bei NaNoWriMo mitmachen sollte... Meine Freund halten mich für durchgeknallt, weil sie sich nicht vorstellen können, dass man innerhalb von einem Monat einen Roman schreiben kann.
"We are all in the gutter, but some of us are looking at the stars."
- Oscar Wilde
Beiträge: 18113
Rang: Literaturgott
•  
Beitrag #40, verfasst am 23.03.2010 - 09:25
Ob mich das Schreiben verändert hat, kann ich in diesem Sinne gar nicht wirklich beantworten, denn es begleitet mich, seitdem ich anfing, Buchstaben sinngemäß aneinander zu reihen.
Geschichten schreiben gehört zu meinem Alltag und wenn ich es einmal nicht tue, dann fühle ich mich nicht gesund.

LG
THARA
Ikea-Motto als Schreiberling: Träumst du vom Schreiben, oder erzählst du schon?
Beiträge: 424
Rang: Paragraphenreiter
•  
Beitrag #41, verfasst am 23.03.2010 - 20:30
Es hat mich nich unbedingt verändert, aber das Schreiben hat mir geholfen mich selbst zu verändern beziehungsweise mit Veränderungen klar zu kommen. Es tut mir einfach gut Gedanken schriftlich festzuhalten, auch wenn ich sie später oft, einfach um damit abzuschliesen, in den Müll werfen oder verbrenne. Auch in Geschichten, ob nun lange oder auch nur kurze, kann ich vieles Verarbeiten, daher ist das Schreiben für mich eine Art abzuschalten und Probleme zu bewältigen.
"When Eddie said he didn't like his teddy, You knew he was a no-good kid."
Beiträge: 47
Rang: Bildzeitungsleser
•  
Beitrag #42, verfasst am 24.03.2010 - 19:39
Ja, es hat mich sehr verändert. Sowohl positiv als auch negativ.
Ich schreibe, seit ich 7 oder so bin, aber so richtig viel geschrieben hab ich dann erst mit 12. Daran orientiere ich mich jetzt einfach mal. Also ich beobachte mehr, so wie viele hier wahrscheinlich auch. Irgendwie machen mich kleine Situationen glücklicher, ich denke mehr nach und ich habe endlich etwas, das ich ganz für mich habe und das mir Spaß macht. Schreiben fängt mich immer wieder auf - wenn ich vollkommen am Boden zerstört bin - oder es hält mich fest, wenn ich glücklich bin. Es ordnet meine Gedanken und lässt mich in viele verschiedene Rollen schlüpfen. Es hat mich meinen Eltern noch ein Stück näher gebracht und meine Fantasien bringen mir endlich etwas und stopfen nicht nur meinen Kopf voll. Zudem bin ich - nachdem mich mein Deutschlehrer auf dem Blatt beinahe verprügelt hat, dafür, dass ich eine Analyse zu sehr ausgeschmückt hab - auch bei Aufsätzen besser geworden, meine Rechtschreibung und so haben sich auch verbessert.
Nun, schlechtere Dinge... Ich habe einige Freunde verloren - gut, das sehe ich eigentlich auch noch als gute Sache, weil die Freunde, die ich hab, dafür umso enger sind. Aber andere schlechte Sachen sind, dass ich durch meine Gedanken manchmal so blockiert bin. Ich denke über alles nach, nehme einige Dinge dann vielleicht zu ernst und mach mir immer über alles Sorgen. Manchmal, wenn ich in die Rolle eines meiner Protagonisten schlüpfe, komme ich da gedanklich über einige Zeit nicht mehr hinaus und werde mitunter überheblich oder was weiß ich. Und ich werde hin und wieder auch als Stubenhocker bezeichnet, weil ich viel Zeit vor dem Computer beim Schreiben verbringe. Das kommt dann aber auch meist nur von den Leuten, die es einfach nicht versuchen, mich zu verstehen und auf deren Meinung ich pfeife.
Beiträge: 73
Rang: Schreibkraft
•  
Beitrag #43, verfasst am 24.03.2010 - 22:02
Ja, hat es und nicht nur im positiven Sinne. Mit geht es in einem Punkt ähnlich wie dir zuojenn: ich schaue fast kein TV mehr. Alles mehr als öde geworden, hier in meinen Tasten steckt viel mehr Fantasie. Meine Figuren begleiten mich den ganzen Tag, verändern ihre Storyline, leben in mir und durch mich.

Die positiven Veränderungen: ich lebe intensiv meine Träume, führe sie fort, kann mich auf sie konzentrieren, lese viel aufmerksamer, beobachte genauer, fühle mich jünger, habe eine Obsession entdeckt, ich entdecke neue Menschen, die mir viel bedeuten.

Die Nachteile sind nicht weniger einschneidend und gravierend: ich verbringe  viel zu viel Zeit vor dem Rechner oder abwesend in Tagträumen, die ich sinnvollerweise mit meiner Familie respektive Kinder verbringen sollte/könnte. Meine Freundschaften dünnen sich aus.

Oh und ich hatte das Schreiben schon einmal mit knapp 15 versucht und es war die beste Entscheidung meines Lebens es dabei zu belassen. Vor einem halben Jahr entdeckte ich es wieder. Wieder eine der besten Entscheidungen meines Lebens. Und seit ich Schreibe habe ich immer öfter den Wunsch, aus meinem Leben auszusteigen. Ohne Altlasten neu anfangen zu können. Am liebsten in einer meiner mir geschaffenen Welten. Doch ich bin (noch) realitätsbezogen genug, dass ich weiß, dass das eine Rettungsfantasie ist und niemals machbar wäre.
Das Lamm, das sich fressen läßt, stärkt nur die Gemeinschaft der Wölfe.
- ein Freund -
Beiträge: 61
Rang: Bildzeitungsleser
•  
Beitrag #44, verfasst am 25.03.2010 - 19:58
Oh ja, hat's mich...

Zunächst kann ich die Rechtschreibung viel besser als vorher und auch in ganz normalen Chaträumen, wie ICQ stört es mich total wenn ich ein Wort falsch schreibe..
Zudem ist es für mich auch ein sehr merkwürdiges Gefühl, wenn ich einen Aufsatz schreiben muss, dass ich das Geschriebene nicht mal so eben durch die Wordkorrektur schicken kann!

Auch bin ich viel in meinen Gedanken versunken und bastel in meinem Kopf bereits die nächsten Kapitel zusammen.

Mehr ist mir momentan aber nicht aufgefallen, außer, dass sich mein Wortschatz ausgeprägt hat und manchmal Wörter ausspreche, die man normalerweise nur auf Papier bringt und nicht frei im Sprechen benutzt wird.
Man versucht, über die Runden zu kommen, ist ein Sklave des Geldes und dann stirbst du.-
                                        The Verve - Bitter
 
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.3-6311