JessiSL schrieb:
Hallo auch :)
Ich hätte da zwei Fragen zum psychologischen Bereich, falls das der falsche Thread dafür is einfach Bescheid sagen.
Jedenfalls wäre meine erste Frage ob jemand hier weiß was ein Psychologe macht wenn ein Patient extreme Verlustängste hat, d.h wenn er sich z.b an seinen Zwilling oder so extrem klammert und in Panik ausbricht der ähnliches wenn er diesen nicht sehen kann.
Meine zweite Frage wäre dann noch ob jemand weiß welche verschiedene Reaktionenes es gibt wenn man einen geliebten Menschen verliert, z.b von den Eltern, Freunden, der Schwester oder des Zwilling des Verstorbenen, und wie man damit umgeht
Da stellt sich erst einmal die Frage, ob es sich dabei um Kinder oder Erwachsene handelt.
Verlustängste betreffen meist den Lebenspartner, über Zwillinge habe ich noch nie etwas gelesen.
In jedem Fall leidet die dependente Persönlichkeit unter mangelndem Selbstwert. Man assoziiert mit solchen Fällen eine ablehnende Mutter oder eine überbelohnende Erziehung.
Solchen Fällen kann man gut mit Verhaltenstherapie beikommen, dazu muß der Patient bereit sein, aktiv an sich zu arbeiten (und man muß andere Störungen wie Depressionen ausschließen).
In der Psychologie wird ein Vier-Stadien-Modell der Trauerbewältigung benutzt.
1. Phase der Trauer: Nicht-Wahrhaben-Wollen und VerleugnungWir wollen es nicht wahrhaben - wir wollen es verleugnen, dass ein lieber Mensch gestorben ist. Wir stehen unter Schock und bewegen uns wie in Trance. Viele Menschen sind wie erstarrt. Der Schock sitzt tief. Diese Phase kann wenige Stunden bis - vor allem bei plötzlich eingetretenen Todesfällen - mehrere Wochen dauern.
2. Phase der Trauer: aufbrechende GefühleDer Schmerz und die Verzweiflung haben uns voll erreicht. Wir werden von Gefühlsschwankungen heimgesucht. Wir können es uns nicht vorstellen jemals wieder glücklich zu werden. Wir reagieren gereizt und beneiden andere Menschen. All diese Gefühle sollten nicht unterdrückt werden, ansonsten führen sie nicht selten zu Depressionen und Schwermut. Dieses ist die schlimmste und zugleich auch schmerzlichste Phase in der Trauerbewältigung. Diese Phase kann ein paar Wochen aber auch mehrere Monate dauern.
3. Phase der Trauer: langsame NeuorientierungLangsam beginnen wir uns wieder neu nach außen zu orientieren. Zeitweise können wir wieder nach vorne schauen, und uns auch an etwas erfreuen. Starke Stimmungsschwankungen können aber immer noch auftreten. Unser Körper findet langsam sein Gleichgewicht. Diese Phase kann Wochen, Monate oder Jahre dauern.
4. Phase der Trauer: neues GleichgewichtWir sind zu einem neuen seelischen und auch körperlichen Gleichgewicht gelangt. Allmählich kehrt Ruhe und Frieden in unsere Seele zurück. Wir werden den Verstorbenen nie ersetzen oder gar vergessen können, aber wir lenken unseren Blick auf das, was wir jetzt im Leben haben können.
Natürlich gibt es Menschen, die in einer Phase länger feststecken als andere. Jeder trauert anders, durchläuft aber dieselben Stadien.
Je nach Persönlichkeit wird offen getrauert oder in aller Stille. Je näher einem der Verstorbene steht, desto härter trifft einen der Verlust. Aber natürlich kann man keine Patentrezepte dafür geben. Es kommte auf den Fall an. Es ist ein Unterschied, ob eine Mutter ihr Kind durch einen Unfall verliert oder die eigenen Eltern im hohen Alter sterben.