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Beitrag #26, verfasst am 07.09.2008 - 21:35
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zuletzt bearbeitet am 07.09.2008 - 21:38
"anvertrauen"? Ich soll auch noch "Ich anvertraue dir ein Geheimnis" schreiben, statt "Ich vertraue dir ein Geheimnis an"? Hat der Wahnsinn denn nie ein Ende?

Oh GOTT bin ich froh, dass ich nicht Germanistik studiere wie ein Schulfreund von mir.

(Rodo - Ich glaube, die allerwenigsten Deutschen beherrschen ihre Muttersprache, wenn man derartigen Büchern Glauben schenkt. Denn selbstverständlich steht die reine Wahrheit allein in den Büchern, die von ein paar zig Germanistik-Koryphäen (Verzeihung, das soll jetzt sicher Korrifähe heißen) in die Welt geschi... gesetzt wurden.)

(Ich glaube, ich muss wieder ein bisschen runterkommen...)

EDIT: Soviel komplizierter als andere Sprachen ist Deutsch auch nicht. Der gute Mark Twain hat in manchen Dingen schon (humorvoll) übertrieben. Habe ein nettes Buch von einem Amerikaner gelesen, der Deutsch als erste Fremdsprache gelernt hat, und die Sprache bei allen Gelegenheiten preist. Übrigens findet er die Art und Weise, auf die sich Betriebswirte in Deutschland unterhalten (er ist selber Wirtschaftsprüfer) absolut lächerlich, was ich nur zu gut nachvollziehen kann.
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Beitrag #27, verfasst am 07.09.2008 - 21:43
Silfir schrieb:
EDIT: An alle Leute, die einen Blick in mein Profil geworfen haben: ICH WEISS. Seufz.

Du weißt WAS?
Daß du einen seltenen Vornamen hast?
Daß dein Avatar dein gegenteiliges Geschlecht hat?
Daß du mit deiner Story hinterherhinkst?

BTW ich finde wirklich mutig von dir, daß du dich bereits in die Reihen des FEINDES eingeschlichen hast um ihn auszuspionieren. RESPEKT! ;-P

@ Thema: Ich finde diese Art der Rechtschreibung immer noch unheimlich. "Ich anvertraue dir mein Auto"? Wo ist der mit-dem-Kopf-gegen-die-Wand-Smilie?
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Beitrag #28, verfasst am 07.09.2008 - 21:52
Silfir schrieb:
"anvertrauen"? Ich soll auch noch "Ich anvertraue dir ein Geheimnis" schreiben, statt "Ich vertraue dir ein Geheimnis an"? Hat der Wahnsinn denn nie ein Ende?


Nicht sollst, kannst. Meine Grammatik gibt das als Option an. Und sie sagt auch nichts darüber, welches häufiger ist. Nur eben, dass beides geht.

Silfir schrieb:
Oh GOTT bin ich froh, dass ich nicht Germanistik studiere wie ein Schulfreund von mir.

(Rodo - Ich glaube, die allerwenigsten Deutschen beherrschen ihre Muttersprache, wenn man derartigen Büchern Glauben schenkt. Denn selbstverständlich steht die reine Wahrheit allein in den Büchern, die von ein paar zig Germanistik-Koryphäen (Verzeihung, das soll jetzt sicher Korrifähe heißen) in die Welt geschi... gesetzt wurden.)


Hey, ich studiere Grammatik-Hardcore, wenn auch nur im Nebenfach. Meine Germanistik-Freunde müssen längst nicht soviel wissen, wie ich. Außerdem ist eines der Probleme mit Grammatiken des Deutschen, dass es einfach zig regionale Varianten gibt. Wenn man bedenkt, dass das Gebiet, in dem Deutsch gesprochen wird, so klein ist, ist das echt erstaunlich. Es gibt dann zum Beispiel so Ausdrücke wie "wir sind gestanden", was möglicherweise in Österreich sogar Standard ist (bin mir aber nicht sicher).

Silfir schrieb:
EDIT: Soviel komplizierter als andere Sprachen ist Deutsch auch nicht. Der gute Mark Twain hat in manchen Dingen schon (humorvoll) übertrieben. Habe ein nettes Buch von einem Amerikaner gelesen, der Deutsch als erste Fremdsprache gelernt hat, und die Sprache bei allen Gelegenheiten preist. Übrigens findet er die Art und Weise, auf die sich Betriebswirte in Deutschland unterhalten (er ist selber Wirtschaftsprüfer) absolut lächerlich, was ich nur zu gut nachvollziehen kann.


Stimmt auch wieder, aber es gibt da so ein paar Problemstellen. Das Abtrennen von Präfixen in bestimmten Situationen ist eine davon, gerade, weil es eben nicht immer gemacht wird, und nicht bei jedem Verb. Ich glaube außerdem, dass jeder, der Deutsch einigermaßen gut beherrscht, von der Sprache nur begeistert sein kann.
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Beitrag #29, verfasst am 07.09.2008 - 22:17
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zuletzt bearbeitet am 07.09.2008 - 22:19
Mark Soul schrieb:
Silfir schrieb:
EDIT: An alle Leute, die einen Blick in mein Profil geworfen haben: ICH WEISS. Seufz.

Du weißt WAS?
Daß du einen seltenen Vornamen hast?
Daß dein Avatar dein gegenteiliges Geschlecht hat?
Daß du mit deiner Story hinterherhinkst?

BTW ich finde wirklich mutig von dir, daß du dich bereits in die Reihen des FEINDES eingeschlichen hast um ihn auszuspionieren. RESPEKT! ;-P

@ Thema: Ich finde diese Art der Rechtschreibung immer noch unheimlich. "Ich anvertraue dir mein Auto"? Wo ist der mit-dem-Kopf-gegen-die-Wand-Smilie?


All das. Schließlich steht es in meinem Profil.

(Der erste, der was gegen Belldandy sagt, kann übrigens eine gescheuert kriegen.)
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Beitrag #30, verfasst am 07.09.2008 - 22:27
Ja, in Süddeutschland zählen auch "sitzen" "stehen" u. ä. anscheinend als Bewegungsverben und werden mit "sein" gebildet.

Aber z. B. "missverstehen" ist so eine Sache. "Ich verstehe es miss." klingt schon ziemlich seltsam und hätte es nicht ein Sprachpedant benutzt, hätte ich es als falsch eingeschätzt.

Was "die breite Masse" anbelangt- die leidet inzwischen u. a. an Apostrophitis, auch wenn sie das so nicht in der Schule gelernt gehabt hatten.
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Beitrag #31, verfasst am 07.09.2008 - 22:53
Julichris schrieb:
Aber z. B. "missverstehen" ist so eine Sache. "Ich verstehe es miss." klingt schon ziemlich seltsam und hätte es nicht ein Sprachpedant benutzt, hätte ich es als falsch eingeschätzt.


miss- ist immer untrenntbar. Zumindest laut Helbig/Buscha. Das ist das tolle an den Regeln, man muss immer wissen, welche welche übertrumpft.

Julichris schrieb:
Was "die breite Masse" anbelangt- die leidet inzwischen u. a. an Apostrophitis, auch wenn sie das so nicht in der Schule gelernt gehabt hatten.


Urgh, diese böse Apostrophitis. Und hey, man hat das in der Schule gelernt. Im Englisch-Unterricht. Und da die meisten ihr Sprachwissen da erwerben, sollte einen das eigentlich nicht verwundern. Das Doppenperfekt und Doppel-PQP befindet sich übrigens gerade erst in der Entwicklung und ist ein ziemlich neuer Trend, der in der mündlichen Rede durchaus Sinn macht. Das streckt den Satz nämlich und macht es so leichter, ihm zu folgen, wenn man meinem Professor glauben schenken will.
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Beitrag #32, verfasst am 08.09.2008 - 00:06
"gehabt haben" habe ich auch schon benutzt, aber immer nur, um das Wort "haben" an sich in den Plusquamperfekt oder Perfekt zu setzen. Ich denke gar nicht viel darüber nach, weil es mir logisch erscheint - es gibt "haben" das Verb, und "haben" das Hilfsverb. Kann natürlich sein, dass das Englische, wo "I had had" und ähnliche Kombinationen üblich sind, daran schuld ist.

Über den Ausdruck "nicht wirklich" haben sich auch schon Leute mokiert, weil dieser aus dem Englischen kommt. Und? Ist es ein schlechter Ausdruck? Ist er unverständlich? Klingt er unnatürlich? Nicht wirklich, oder?
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Beitrag #33, verfasst am 08.09.2008 - 09:17
"Ich erkenne an" und dererlei sind also veraltet?

Schön. Das heißt, ich schreibe veraltet und dennoch auf eine art und Weise, die die Leserschaft anspricht.
Ich bin auf dem besten Weg, ein Klassiker zu werden. ;)
Halte immer die augen offen - ehe man sie dir eines Tage noch aussticht.
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Beitrag #34, verfasst am 14.09.2008 - 18:52
Jup, das ist so. Deutsch stirbt aus. Schaut zu, zündet euch eine Zigarette an und glotzt blöde wenn es seinen letzten röchelnden Atemzug tut.

PS: Kapiert einer von euch diese ganzen Rechtschreibreformen? Alle zwei Jahre neu, oder was?

Na super. Toll versaut.
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Beitrag #35, verfasst am 01.10.2008 - 14:04
Silfir schrieb:
Wenn es etwas gibt, was mich jedes Mal wahnsinnig macht, wenn ich drüber stolpere, dann folgendes Verbrechen:

"Ich anerkenne, dass..."

Ich aufsehe zum Himmel und anklage den Herrn. Ja, ich aufrege mich. Ich durchdrehe gleich! Hoffentlich durchsetzt sich das nicht...

Denkste. Ich musste bei einem Blick in den Artikel über "anerkennen" bei der Wiktionary festellen, dass offenbar dieses verabscheuungswürdige "Ich anerkenne" bzw. "du anerkennst" oder "er/sie/es anerkennt" die Standardfassung ist. Mehr noch, "Ich erkenne an" gilt jetzt auch noch als "veraltend". Wie konnte das passieren?! Ich weiß, dass sich Sprache weiterentwickelt. Aber bedeutet das automatisch, dass jeder Fehler, wenn er nur oft genug gemacht wird, sich in Wörterbücher schleichen darf?


Sowas gibts? Ist mir noch nie untergekommen...
Allerdings finde ich dieses 'Was bringt sich das?' extrem nervig, aber jedes Mal wenn ich etwas derartiges anmerkte, antwortet mir irgendjemand, dass sich 'sich' auf die Sache bezieht...was mir nicht ganz einleuchtet.
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Beitrag #36, verfasst am 01.10.2008 - 19:41
"Was bringt sich das" klingt doof. Ich weiß nicht mal, was das heißen soll.

"Was bringt das mit sich" - da, viel besser.
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Beitrag #37, verfasst am 01.10.2008 - 19:44
Silfir schrieb:
"Was bringt sich das" klingt doof. Ich weiß nicht mal, was das heißen soll.


Geht mir genauso. Aber manchmal ist eine grammatische Form auch so veraltet, dass sie nur noch in einer einzigen Gegend benutzt wird. Mir wurde nämlich mal von Bekannten gesagt, dass "Das ist mir" und "Wem ist das?" korrektes Deutsch sind. Ob ich das glauben soll, weiß nicht aber nicht.
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Beitrag #38, verfasst am 01.10.2008 - 23:34
Es mag da durchaus regionale Besonderheiten geben, aber "Das ist mir" ist jedenfalls nicht korrektes Hochdeutsch.
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Beitrag #39, verfasst am 16.05.2010 - 13:48
oh gott...so was beknacktes hab ich ja noch nie gelesen...ich kanns kaum fassen, dass "ich anerkenne..." usw. überhaupt als grammatikalisch richtiges deutsch durchgeht *kopfschüttel* also...mal ehrlich ... wenn so was durch nen tippfehler/flüchtigkeitsfehler passiert ... gut und schön ... so kanns ja jedem mal gehen, aber das solche formulierungen bewusst verwendet werden ... nee .... echt nicht.
Ich hoffe, dass mir nie ein Tier ein Loch in den Kopf bohrt und seine Eier darin ablegt. Denn später denk ich vielleicht, ich hätte eine gute Idee, und dabei schlüpfen nur die Jungtiere. (Jack Handey)
 
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