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AngeloDestiny
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Beitrag #26, verfasst am 17.01.2010 - 20:16
@ Moon Goddess
Das gleiche Problem hatte ich. Ich habe das Problem immer noch. Es ist wirklich traurig, wenn ein Figur sterben muss. Noch schlimmer ist, wenn man sie richtig gemocht hatte. Ich habe bisher nur ein Figur sterben lassen. Okay tausende Engel sind ebenfalls gestorben, aber die kommen eh nicht vor. Es ist mir schwer gefallen die eine sterben zu lassen. Nach langer langer Nachdenken, habe ich es doch getan, denn es wird nicht so gut anhören, wenn sie weiter lebt. Sie muss einfach durch, einfach sterben. Schlimmer ist, dass sie ein Freund hat. Er ist witzig und so weiter, dann stirbt sie. Ich hatte wirklich eine schlechte Gewissen gehabt, weil ich selbst es jammer Schade fand. Ich frage mich was man machen soll, wenn das Problem daran liegt, dass eine Figur sterben muss. Wie soll man wirklich vorgehen?
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Beitrag #27, verfasst am 17.01.2010 - 20:30
*meld*

Ich lasse mein Hauptchara auch richtig leiden, dass meine Leser mich schon oft mit der Frage konfrontiert haben, wie die das aushält ohne sich schon längst etwas angetan zu haben o.O
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Beitrag #28, verfasst am 17.01.2010 - 20:38
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zuletzt bearbeitet am 17.01.2010 - 20:39
@ AngeloDestiny
Dann bin ich wenigstens nicht die einzige, die ihren Figuren gegenüber ein schlechtes Gewissen hat. Ich habe schon an meiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt. Als ich mich nämlich bei einer Freundin ausheulte, ich sei so schlecht drauf, weil ich eine Figur in meiner Geschichte umbringen muss, war ihr Kommentar: Lisa, ich muss dir jetzt etwas sagen, das dich wahrscheinlich überraschen und erschüttern wird: die Figuren sind nicht real" Da dachte ich mir nur: 'Du hast ja KEINE Ahnung!'

Also ich glaube, es würde mir echt schwer fallen, eine Figur einfach zum Spaß umzubringen, wenn das für die Geschichte nicht irgendeinen Sinn hat. Ich fühle mich jetzt schon schlecht, obwohl ich weiß, dass es das Richtige für die Geschichte ist.
Mein größtes Mitleid gilt ebenfalls einer Figur, die dem Sterbenden nahe steht. Sie hat das einfach nicht verdient, ganz alleine zurückgelassen zu werden. Btw habt ihr schon mal Kinder umgebracht? Ich musste mal in einem Oneshot, danach fühlte ich mich echt total mies, obwohl es nicht einmal einen Namen hatte, da es sich nur um eine Nebenfigur handelte. Ach, ich bin ein Monster....
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Beitrag #29, verfasst am 17.01.2010 - 20:39
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zuletzt bearbeitet am 17.01.2010 - 20:41
Und hier ist noch ein Schuldiger im Sinne der Anklage. Zumindest halb schuldig. Der Aspekt mit den Lieblingsfiguren stimmt so bei mir nämlich nicht. Es kann alle Figuren treffen - zwar auch solche, die ich wirklich gern habe, aber ebenso irgendwelche Nebenfiguren oder solche, für die, naja, "sympathisch" nicht gerade das Wort der Wahl ist.

Ich kann es sogar mir selbst nur ganz schwer erklären, was genau für mich die literarische Anziehungskraft des Leidens ausmacht. Ein Teil (auch ohne zu sehr beschönigen zu wollen, denke ich, es ist tatsächlich der größere) ist ehrliches Interesse an der menschlichen Psyche mit all ihrer Stärke und Schwäche. Aber ein Teil, den ich selbst noch nicht wirklich zu packen bekommen habe, ist auch eine morbidere Art von Faszination, das will ich nicht leugnen.

Was Gewalt angeht, bin ich eher ein heimtückischer als ein brutaler Autor. Soll heißen, wenn es mal sein muss, schreibe ich zwar auch einen primitiv ausgeführten Mord oder andere direkte, "dreckige" Gewalt, aber das ist nicht das, was mich wirklich interessiert.
Was mich fasziniert, ist die psychische Zerbrechlichkeit meiner Figuren oder so hinterlistige, subtile Gewalt, dass man sie kaum als solche bezeichnen würde.

Bei mir gibt es z.b. eine Figur, die so lange in völliger Stille gelebt hat, dass sie dadurch nicht nur die Fähigkeit zu schreiben sondern auch sämtlichen Glauben an irgendetwas anderes als das Nichts verloren hat.
Eine andere, die tagelang wach ist, bis sie nach einer Irrfahrt durch Halluzinationen, hilflose Wut und eine überwältigende Sehnsucht nach Ruhe vor Erschöpfung nichtmal mehr weiß, ob sie noch leben will.
Wieder eine andere, die von eigentlich lächerlichen Banalitäten per Assoziationskette so sehr geistig aus dem Fenster katapultiert wird, dass von einer Sekunde auf die andere mal eben sämtliche Gespenster der Vergangenheit wieder auf der Bühne stehen.
Dann natürlich all die Figuren, die um ihren Glauben, ihre Ideale und mit ihrer eigenen unaufhaltsamen Desillusionierung kämpfen.

Sowas sind Szenen, die mich interessieren zu schreiben. Die ich entweder verstehe oder verstehen will. Oder von beidem ein bisschen.
Ich kann sowas ernst nehmen, aus Sicht einer etwas philosophisch veranlagten Figur schreiben, die ihre Erfahrungen wirklich zu ergründen versucht, oder ich kann es schamlos ästhetisieren, Figuren dafür nehmen, die das, was sie da so voyeuristisch anstarren, eigentlich gar nicht begreifen. Und ganz plump irgendwelche Idioten mit Hau-drauf-Mentalität kann ich auch mal schreiben, wenn ich mich an irgendwas abreagieren muss - fängt dann aber nach ein paar Kapiteln an, mich selbst zu nerven, weswegen mir die anderen Möglichkeiten langfristig doch lieber sind.

Beim Lesen ist das ähnlich. Ich kann das, was man für gewöhnlich unter Gewaltdarstellungen versteht, lesen und wenn was Originelles dran ist, eine ungewöhnliche Perspektive, psychologisches Gespür oder ähnliches mich auch dafür begeistern, aber auch da interessiert mich meistens mehr das Leiden, das aus ausweglosen Situationen entsteht, Manipulierbarkeit, Desillusionierungen etc. - ich bin immer neugierig, wie Leute sowas umsetzen.

Das einzige, was ich nur ungern lese und auch nur schreibe, wenn es wirklich nicht anders geht, weil es für die Figur einfach keinen anderen glaubhaften Ausweg gibt, sind ausführlichere Sterbeszenen als dass man es halt am Rande erfährt. Kommt dann immer noch auf die Umstände an oder auf die Art, wie es geschrieben ist, aber in dem Bereich gibt es schon ein paar Sachen, die ich mir als Leser nur zumute, wenn sie in einer Geschichte auftauchen, bei der mir erst im Laufe des Lesens klar wird, dass sowas vorkommen wird und die ich dann schon zu gut finde, um mich davon vertreiben zu lassen.
Wir alle haben unsere Seele dem Teufel verkauft.
Die Frage ist, welchen Teil davon wir vor dem Handel beiseite schaffen konnten.
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Beitrag #30, verfasst am 17.01.2010 - 20:59
Kein Figur hat es wirklich verdient zu sterben. Ich lasse sie nur sterben, wenn es nötig ist. Warum sollte ein Figur sterben, wenn es kein Sinn ergibt? Es muss Sinn ergeben, bevor die Figur stirbt. Wenn ich sauer oder glücklich bin, schreibe ich erst nicht. Ich werde mein Wut auf die Figuren lassen, sodass sie mehr leiden werden. Das ist auch das gleiche, wenn ich glücklich bin. Ich will das ganze ohne mein eigene Gefühle reinzupacken, schreiben. Sie sollten fair leiden und fair glücklich sein.

Ich sage immer, dass sie nicht real sind, aber trotzdem habe ich Mitleid mit Ihnen, sodass ich lange nachdenken muss ob ich bereit bin sowas zu schreiben. Ich lasse sie leiden, aber dafür leide ich ebenfalls daran. Als sie tot ist und wie ich die Gefühle ihrer Freund geschrieben habe, war schlimm. Ich selbst war dermaßen traurig gewesen, als ich es geschrieben habe. Ich meine, dass ich auch wütend und sehr traurig wäre, wenn ein wichtiger Person von mir stirbt. Da hat man nur Mitleid. Die anderen, die sowas nicht schreiben, können es nicht wirklich verstehen.

Ich sage mein Bruder ständig, dass meine Figuren leiden zu sehr, aber es muss sein. Er meint so, dass sie nicht Real sind, deswegen muss ich kein Mitleid mit Ihnen haben. Sie verstehen es halt nicht. Also wenn ein Auto ein Figur sterben lässt und ohne Grund, dann werde ich halt wütend. Ich kann mich nicht mehr in die übrigen Personen hineinversetzen. Keiner soll ohne Grund sterben.
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Beitrag #31, verfasst am 17.01.2010 - 21:07
Und wo ist da die vielbeschworene Realitätsnähe? Menschen sterben jeden Tag, ohne dabei Helden zu sein, sich für ein höheres Ziel zu opfern oder sonstwas. Sie sterben einfach, ganz banal, ganz grundlos. Oft ohne großes Aufsehen zu erregen.

Der schlichte, grundlose Tod ist wesentlich realistischer, als das tragische Dahinscheiden eines Helden oder das wohlverdiente Ableben eines Schurken.
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Beitrag #32, verfasst am 17.01.2010 - 21:13
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zuletzt bearbeitet am 17.01.2010 - 21:17
Das Leiden muss Sinn und Zweck haben. Der grundlose Tod kann gerne grundlos sein, wenn er aufrüttelt, seine Kreise zieht und nicht im wahrsten Sinne des Wortes grundlos im Rest der Handlung ersäuft.

Herzlos, rigoros, kompromisslos wenn es der Plot verlangt, nicht der Charakter.
Stichwort Charakterbashing.
-> Auch erachte ich leiden lassen als wenig sinnvoll, um eine andere Figur gut dastehen zu lassen.
Bei Hurt/Comfort sollte auch der Hurt eine gewisse logische Entwicklung durchmachen, eine Veränderung zeigen, wachsen.

Schwierig ist auch der Seiltanz zwischen graphisch und voyeuristisch. Man sollte immer fragen, was wirklich geschildert werden muss. Meist sind es die Folgen, welche die Tiefe der Verletzung zeigen, nicht die Verletzung selbst.
Besonders bei Vergewaltigungen, die einigermaßen sensibel geschildert sind, reißt die Schilderung der eigentlichen Tat wieder alles ins Negative, vor allem, wenn sie als Rückblick eingefügt wird. Denn was passiert ist, weiß man längst als Leser, warum also noch einmal mit der Kamera draufhalten und den Zoom möglichst scharf stellen, möglichst nah dabei sein. Ich möchte lesen, mitfiebern, ja, aber keinem Katastrophentourismus beiwohnen.
Wenn ich gaffen wollen würde, dann würde ich Verkehrsfunk hören und führe mit meiner Kamera an Unfallorte oder suchte mir im Internet Splatterpornos und Snuff.
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Beitrag #33, verfasst am 17.01.2010 - 21:17
EchoTracer schrieb:
Und wo ist da die vielbeschworene Realitätsnähe? Menschen sterben jeden Tag, ohne dabei Helden zu sein, sich für ein höheres Ziel zu opfern oder sonstwas. Sie sterben einfach, ganz banal, ganz grundlos. Oft ohne großes Aufsehen zu erregen.

Der schlichte, grundlose Tod ist wesentlich realistischer, als das tragische Dahinscheiden eines Helden oder das wohlverdiente Ableben eines Schurken.


Da kann ich zu 1000% zustimmen. Nichts kommt der Realität näher, als Menschen die gund- und sinnlos leiden, oder sterben. Die meisten Menschen sterben still, leise und alleine und die Menschen, die Leid erfahren, tun dies meist, ohne dass sie etwas dafür können, es verdient haben, oder es einem höheren Sinn dient.
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Beitrag #34, verfasst am 17.01.2010 - 21:17
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zuletzt bearbeitet am 17.01.2010 - 21:19
EchoTracer schrieb:
Und wo ist da die vielbeschworene Realitätsnähe? Menschen sterben jeden Tag, ohne dabei Helden zu sein, sich für ein höheres Ziel zu opfern oder sonstwas. Sie sterben einfach, ganz banal, ganz grundlos. Oft ohne großes Aufsehen zu erregen.

Der schlichte, grundlose Tod ist wesentlich realistischer, als das tragische Dahinscheiden eines Helden oder das wohlverdiente Ableben eines Schurken.


Da hast du mich falsch verstanden (falls du dich jetzt auf meinen Beitrag beziehst). Meine Figur wird eigentlich einen recht simplen Tod sterben, den man hätte vermeiden können, da es mehr oder weniger ein Unfall ist. In dieser Hinsicht ist er also nichts Zwangsläufiges, wie zB in den Harry Potter Büchern, wo einer der Kontrahenten am Ende sterben muss. Aber er ist auch nicht komplett unnötig für die Geschichte.

Was ich meine ist, dass ich die Figur nicht sterben lassen würde, wenn das hinsichtlich des Plots keinen Unterschied machen würde. Wenn ich eine Figur töte, dann denke ich mir nicht: 'Oh, schon lange keiner mehr gestorben hier, lass mal die Figur vom nächsten Auto überfahren'
Es geht nicht darum, ob ein Tod dramatisch ist, die Figur kann auch an etwas ganz Banalem sterben, aber ich mag es nicht, wenn in Geschichten Leute umgebracht werden und dann hat das für den weiteren Verlauf überhaupt keine Bedeutung.
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Beitrag #35, verfasst am 17.01.2010 - 21:25
Tifla schrieb:


Da kann ich zu 1000% zustimmen. Nichts kommt der Realität näher, als Menschen die gund- und sinnlos leiden, oder sterben. Die meisten Menschen sterben still, leise und alleine und die Menschen, die Leid erfahren, tun dies meist, ohne dass sie etwas dafür können, es verdient haben, oder es einem höheren Sinn dient.


Ohne eine Grundsatzdiskussion starten zu wollen und ins OT zu gleiten:
Es wäre furchtbar, wenn nur Menschen leiden, die es "verdienen." Denn das würde bedeuten, jemand entschiede darüber, wer es verdient hat und wer nicht.
Manche Dinge hat niemand verdient und trotzdem gibt es sie.
Manche Dinge sind dafür zu schön, um sie fassen zu können, aber darüber beschwert sich niemand.
Wenn, dann ist alles sinnlos, aber dann kann man sich gleich die Kugel geben.

Wie MoonGoddess auch sagt, "sinnlos" im Sinne von wirklich "sinnlos" kann es in der Literatur nicht geben. Im realen Leben mag man den "Sinn" nicht sehen, in der schönen, fiktiven Welt sind jedoch wir Autoren die Demiurgen und wir müssen wissen, warum wir etwas schreiben.
Denn sonst versinkt unser Werk in der absoluten Belanglosigkeit und wird zurecht als unlogisch und willkürlich eingestuft, mit dem Vorwurf, man hätte den Faden in der Geschichte verloren.
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AngeloDestiny
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Beitrag #36, verfasst am 17.01.2010 - 21:27
@ EchoTracer
Menschen sterben nicht wirklich ohne Grund. Gott braucht sie, deswegen holt er sie zu sich (Ich bin katholisch und evangelisch, deshalb glaube ich an sowas).Das mit Menschen ist real, aber versteht es doch. Wenn Jemand liest, dass ein Figur ohne einen Grund stirbt, wie wird er dann reagieren? Was wird er sagen?

Bestimmt, was ist das für ein herzloser Autor. Er lässt sein Figuren grundlos, herzlos sterben.

@ Lucie Sakurazukamori
Ich gebe zu, dass der Engel (Hauptfigur) dadurch gelernt hat, als diese Mädchen gestorben ist. Das Mädchen und ihr Freund (beide Engel) hatten Streit. Sie wollte allein sein und er verstand es nicht. Das gleiche Problem hatte der Engel mit die Dämonin. Er hat durch den Tod von diese Mädchen gelernt, dass er seine Freundin Zeit lassen soll. Das war eine der Gründe, weshalb sie auch sterben muss. Aber es gibt noch ein anderer Grund und dieses ist ihr Freund.

Ich will nicht als durchgeknallt angesehen werden, deswegen sollen sie mit eine vernünftige Grund sterben. Ich habe auch ein Herz und habe Mitleid mit anderen.
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Beitrag #37, verfasst am 17.01.2010 - 21:40
Das ist eine Sache, dir mir unheimlich schwerfällt. Ich lasse Figuren gerne leiden, aber sie sterben lassen tue ich überhaupt nicht gern.
Ich plane eine FA, in der ganz am Ende ein Hauptchara sterben wird, das steht fest, unverrückbar. Und obwohl gerade eben das erste Kapitel geschrieben ist, der Plot noch kaum ausgereift und ich dementsprechend noch keine wirklich enge Beziehung (wie das klingt...^^) zu den Charakteren aufgebaut habe, ist mir der Gedanke, Person X sterben zu lassen, total unangenehm. Sein Tod ist bereits jetzt wichtig für den Plot und zugleich vollkommen sinnlos.
Ich mag den Kerl, obwohl ich ihn noch kaum kenne und ich weiß, dass ich beim Schreiben Rotz und Wasser heulen werde.

Und das mit dem gerne leiden lassen ist auch so eine Sache, wenn man's genau nimmt. Ich will zugleich realistisch schreiben und eine alternative Welt schaffen, die leichter ist als unsere, um dem Leser (und mir) ein paar Stunden Realitätsflucht zu ermöglichen - aber ein reines Paradies zu schaffen wäre langweilig.
Wenn alles perfekt ist, gibt es nichts, was der Leser mitempfinden kann, und dann ist das Interesse an der Story schnell weg. Und ich hätte auch keine Lust, so etwas zu schreiben.
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Beitrag #38, verfasst am 17.01.2010 - 21:54
@ Falko
Wenn es für das ganze wichtig ist, dann muss es sein. Du muss zuerst nachdenken ob es gut für dich ist, wenn er stirbt, dann wirst du es wissen ob die Leser es auch gut finden. Du kennst ihn nicht richtig, aber magst ihn. Trotzdem muss er sterben, auch wenn es hart klingt.

Die eine die gestorben ist, ist nur zweimal vorgekommen, aber es war schwer für mich sie sterben zu lassen, da ich sie auch mag und ihre Beziehung zu ihr Freund süß und witzig finde, aber sie muss sterben, weil es sein muss. Es hat ja auch lange gedauert, bevor ich es endlich geschaft habe, der Satz *Aries ist tot* zu schreiben. Meine Hände hatten angefangen zu zittern und ich war auch traurig.

Es ist ja auch langweilig, wenn das ganze emotionenlos, und ein paradies ist. Wo bleibt die Tränen, das Leiden? Niemand wird sagen, dass er/sie in Paradies.
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Beitrag #39, verfasst am 17.01.2010 - 21:55
EchoTracer schrieb:
Und wo ist da die vielbeschworene Realitätsnähe? Menschen sterben jeden Tag, ohne dabei Helden zu sein, sich für ein höheres Ziel zu opfern oder sonstwas. Sie sterben einfach, ganz banal, ganz grundlos. Oft ohne großes Aufsehen zu erregen.

Der schlichte, grundlose Tod ist wesentlich realistischer, als das tragische Dahinscheiden eines Helden oder das wohlverdiente Ableben eines Schurken.


Wir schreiben aber Fiktion und nicht Realität. Und in der Fiktion zählt der dramaturgische Sinn, also, nützt oder schadet es meiner Dramaturgie? Und wenn ein beliebter Prota im ersten drittel der Geschichte an einem Gehirnaneurisma draufgeht, macht das dramaturgisch keinen Sinn. Nein, eher anti-Sinn.
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Beitrag #40, verfasst am 17.01.2010 - 21:58
Entschuldigt die dumme Frage, aber wzh ist "whump"???
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Beitrag #41, verfasst am 17.01.2010 - 22:00
Darth Pevra schrieb:

Und wenn ein beliebter Prota im ersten drittel der Geschichte an einem Gehirnaneurisma draufgeht, macht das dramaturgisch keinen Sinn. Nein, eher anti-Sinn.


Wär aber mal was anderes. Einfach mal die Hauptfigur nach den ersten zehn Seiten aufgrund irgendeiner Krankeit oder eines ganz idiotischen Unfalls umkommen lassen und schauen, wie die Leser reagieren
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Beitrag #42, verfasst am 17.01.2010 - 22:01
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zuletzt bearbeitet am 17.01.2010 - 22:02
AngeloDestiny schrieb:
@ Falko
Wenn es für das ganze wichtig ist, dann muss es sein. Du muss zuerst nachdenken ob es gut für dich ist, wenn er stirbt, dann wirst du es wissen ob die Leser es auch gut finden. Du kennst ihn nicht richtig, aber magst ihn. Trotzdem muss er sterben, auch wenn es hart klingt.

Ja, absolut, und deshalb steht mein Entschluss ja fest. Sein Tod ist wichtig, aber ich weiß ich werde weinen, weil ich auch jetzt schon einen Kloß im Hals habe, wenn ich mir die Todesszene vorstelle (ich hab die krankhafte Angewohnheit, geplante Szenen im Kopf durchzuspielen, Wort für Wort - nix Notizen) und die Tränen der weiblichen Hauptperson.
Ach, ich bin ja so masochistisch

Moon Goddess schrieb:
Darth Pevra schrieb:

Und wenn ein beliebter Prota im ersten drittel der Geschichte an einem Gehirnaneurisma draufgeht, macht das dramaturgisch keinen Sinn. Nein, eher anti-Sinn.


Wär aber mal was anderes. Einfach mal die Hauptfigur nach den ersten zehn Seiten aufgrund irgendeiner Krankeit oder eines ganz idiotischen Unfalls umkommen lassen und schauen, wie die Leser reagieren

Ehrlich gesagt hab ich darüber schon ernsthaft nachgedacht
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Beitrag #43, verfasst am 17.01.2010 - 22:10
Falko schrieb:

Ehrlich gesagt hab ich darüber schon ernsthaft nachgedacht


Tja, das Blöde ist nur - wie schreibst du dann weiter? Die Geschichte kann ja nach zehn Seiten (ausgenommen Oneshot) nicht zu Ende sein, und wenn sich aus dem Tod des Protagonisten eine neue Geschichte ergibt, wäre er nicht mehr sinnlos und würde nicht diesen einmaligen wtf-Effekt erzielen.
Man müsste dann wirklich hart bleiben und so tun, als wäre überhaupt nichts passiert. Wie viele Leser würden das wohl bis zum bitteren Ende mitmachen? :)
AngeloDestiny
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Beitrag #44, verfasst am 17.01.2010 - 22:11
Ohh dann wirst du sicherlich heulen. Sein Tod ist ja auch traurig, vor allem die Reaktion von diese weibliche Hauptperson. Autoren, die ihre Figuren lieben, werden weinen, wenn ein Figur sterben muss. Entweder man heult oder man ist traurig. Es ist einfach so, für alle Autoren, die wenigstens ein Herz besitzen und Mitleid mit andere haben.

Eigentlich muss ein weiterer Figur sterben, aber ich kann das nicht tun. Sein Charakter ist süß, schüchtern und er ist erst 14 (auch Engel). Es ist so schlimm, sodass ich es nicht schreiben kann, dass er stirbt, deswegen habe ich mich für den zweite  Weg entschieden. Einen langen Weg, aber besser.
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Beitrag #45, verfasst am 17.01.2010 - 22:15
@Angelo: Religöse Systeme dieser Art sind mir absolut unverständlich. Daher kann ich - als Leser oder Mensch - nicht nachvollziehen, wie jemand einen Sinn darin sieht (oder es gar auf einen Gott schiebt), wenn irgendwer auf dem Weg zur Arbeit vor ein Auto läuft und tot ist. Das ist ein sinnloser Tod, denn er ändert nichts. Das Leben, die Welt, die Geschichte geht ohne diese Person/diesen Charakter weiter.
Andererseits - die bewußte Entscheidung eines Menschenrechtlers (nur als Beispiel) für seine Überzeugung in den Tod zu gehen - Hinrichtung durch ein Regime, das er kritisiert; setzt - zumindest bedingt - ein Zeichen, erregt Aufmerksamkeit. Dieser Tod ist, unabhängig davon, wie ich persönlich diese Methode und die Ziele dahinter finde, für die Person selbst sinnvoll. Sonst hätte sie ihn nicht so bereitwillig in Kauf genommen.

Auf das Drama der Fiktion übertragen:

Ein Charakter, der auf dem Weg zur großen Finalschlacht mal im Wald pinkeln geht und dabei von Wölfen zerfleischt wird, stirbt nicht nur einen sinnlosen Tod, sondern auch einen relativ albernen. Geschmackssache, klar, aber wir sind ja bei einem Beispiel.
Stirbt dieser Charakter nicht im Wald, sondern aufopfernd in besagter Schlacht, macht dieser Tod für die Geschichte Sinn und schließt für Charakter und Leser etwas ab.

Das heißt aber eben nicht, dass der "sinnlose" Tod grundsätzlich falsch ist. Spielt diese Geschichte nicht in einem bewaldeten Fantasy-Gebiet, sondern einem realistisch geschriebenen Krieg, ist es durchaus vertretbar, wenn der Held sich nicht vor die alles entscheidende Kugel wirft, sondern irgendwo in der Schlacht von einem Querschläger zu Tode gebracht wird. Oder einer seiner Begleiter. Seine Frau, sein Kind, sein Bruder, seine Mutter einfach so bei einem nicht weiter erklärten Angriff stirbt. Diese "sinnlosen" Tode tragen zum Realismus der geschilderten Umstände bei, hinterlassen einen schalen Nachgeschmack - rufen also Emotionen beim Leser hevor. Natürlich sind sie nicht puschelig und romantisch, wie der sterbende Harry Potter, der seinem Freund einen letzten Gruß zuhaucht, bevor er das Zeitliche segnet. Aber das ist eher das überspitzte Drama, das mich langweilt. Diese überdramatischen, romantisierten Tode hat man schon so oft in so vielen so ähnlichen Formen gelesen, dass sie zumindest bei mir nicht die gewünschten Emotionen von Trauer, Mitleid und Ergriffenheit hervorrufen, sondern maximal ein Gähnen. Der sinnlose realistische Tod ist mir da wesentlich lieber als der kitschige Heldentod.
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Beitrag #46, verfasst am 17.01.2010 - 22:29
Mhm ... also ich muss ehrlich zugeben, ich habe noch nie eine Träne vergossen, wenn ich habe jemanden sterben lassen. Auch nicht, wenn in einer Geschichte, oder einem Buch, das ich las, bzw. in einem Film den ich sah, jemand gestorben ist. Ich wüsste auch nicht, warum ich da weinen sollte ...

Lucie Sakurazukamori schrieb:
Wie MoonGoddess auch sagt, "sinnlos" im Sinne von wirklich "sinnlos" kann es in der Literatur nicht geben. Im realen Leben mag man den "Sinn" nicht sehen, in der schönen, fiktiven Welt sind jedoch wir Autoren die Demiurgen und wir müssen wissen, warum wir etwas schreiben.
Denn sonst versinkt unser Werk in der absoluten Belanglosigkeit und wird zurecht als unlogisch und willkürlich eingestuft, mit dem Vorwurf, man hätte den Faden in der Geschichte verloren.


Da hast Du natürlich recht und ich denke, jeder Autor wird irgendwie begründen können, warum er in seinen Geschichten jemanden leiden oder sterben lässt. Persönlich überlege ich mir sicher auch, ob es sinnvoll für meine Geschichte ist, den Charakteren Leid zuzufügen. Vielleicht kommt es auch etwas darauf an, wie man „Sinn“ für sich definiert. Für Außenstehende mag es z.B. nicht sinnvoll erscheinen, wenn ein Charakter irgendetwas schlimmes erlebt, für den Autor hingegen mag es sehr wohl Sinn ergeben. Für mich hat „Sinn“ nicht nur mit etwas heroischem, aufopferndem etc. zu tun, sondern kann einfach auch bedeuten, dass man zeigen möchte, das schlimme Dinge einfach passieren. Wenn z.B. jemand in einer Geschichte ein Bahngleis überqueren möchte und von einem Zug erfasst wird. Kann sein, dass das mit der eigentlichen Handlung nicht viel zu tun hat und auch keine besonderen Auswirkungen auf die Protagonisten hervorruft. Aber die Person ist trotzdem tot. Manche mögen so was als sinnlos erachten, ich persönlich finde, so was kann eine Geschichte realistischer machen und für mich ergibt das dann durchaus Sinn.

Darüber zu diskutieren, wie sinnvoll oder sinnlos Leid und Tod im wahren Leben sind, ist sicherlich OT. Aber ich denke, die persönliche Einstellung eines Autors fließt dahingehend in eine Geschichte mit ein, dass er sich den Themen „Leid“ und „Tod“ anders widmet. Die Frage, ob man die Darstellung und Umsetzung solcher Themen in Geschichten als sinnvoll oder sinnlos erachtet, hat sicher etwas mit der persönlichen Einstellung im wahren Leben zu tun.
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Beitrag #47, verfasst am 17.01.2010 - 22:38
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zuletzt bearbeitet am 17.01.2010 - 22:42
Rattentod schrieb:
@phazonshark: Verstümmelungen können in meinem Genre durchaus vorkommen, und ich habe auch nichts dagegen, solange es gut begründet ist. Wenn ein Protagonist im großen dramatischen Endkampf einen Arm verliert, oder einer Maschinistin ein Finger fehlt, der ihr irgendwann mal zwischen die Zahnräder geraten ist, ist es völlig in Ordnung so.

Jup. Mein Kommentar richtete sich gegen Autoren, die ihr Augenmerk hier auf die Verstümmelung gelegt hätten - und nicht auf den dramatischen Endkampf, in dem Mensch gegen Mensch und Weltbild gegen Weltbild steht. Mit deinem Modell hätt ich als Leser jetzt kein Problem, ebenso wenig wie ich eins mit "Imperium schlägt zurück" hatte. :-)

Irgendwo weiter oben wurde das Stichwort "Weltliteratur" nochmal aufgegriffen und ja, "Art is angsty". Und klar, man kann die Tiefen menschlichen Leids bis zum Gehtnichtmehr erforschen und den Protagonisten über 300 Seiten hinweg absolut nichts dagegen unternehmen lassen und ihn einfach nur langgezogen sterben lassen... Aber sowas ist für Literaturpreise, nicht für jemanden wie mich, der psychologische Einsichten gerne in Form einer Geschichte serviert hätte und nicht roh. Aber das ist natürlich Geschmackssache (Weia, auch Metaphern können langgezogen sterben...), ich werd da niemandem in seine Meinung reinreden und wollte mich nur nochmal erklärt haben.
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Beitrag #48, verfasst am 17.01.2010 - 22:48
EchoTracer schrieb:

Das heißt aber eben nicht, dass der "sinnlose" Tod grundsätzlich falsch ist. Spielt diese Geschichte nicht in einem bewaldeten Fantasy-Gebiet, sondern einem realistisch geschriebenen Krieg, ist es durchaus vertretbar, wenn der Held sich nicht vor die alles entscheidende Kugel wirft, sondern irgendwo in der Schlacht von einem Querschläger zu Tode gebracht wird. Oder einer seiner Begleiter. Seine Frau, sein Kind, sein Bruder, seine Mutter einfach so bei einem nicht weiter erklärten Angriff stirbt. Diese "sinnlosen" Tode tragen zum Realismus der geschilderten Umstände bei, hinterlassen einen schalen Nachgeschmack - rufen also Emotionen beim Leser hevor.

Naja, du kannst deinen Helden in einer eher bedeutungslosen Schlacht lange vor dem großen Finale nur schwer sterben lassen, wenn du noch weiterschreiben willst. Es sei denn, dieser Tod hat einen Sinn, eine andere Figur will ihn beispielsweise rächen und wird zur neuen Hauptfigur. Oder aber die Geschichte ist dann zu Ende, aber mitten in der Geschichte kannst du keinen sinnlosen Heldentod bringen.
Ich glaube, die Leser wären recht unzufrieden, wenn der Held ganz unspektakulär abtritt und dann ist die Geschichte aus. Es wäre auch realistischer, dass Frodo im zweiten Teil von HdR verhungert/verdurstet/mal eben von einem Ork erschlagen wird etc.
Aber dafür werden ja keine Geschichten geschrieben. Ich lese doch kein Buch, in dem es darum geht, wie die alte Nachbarin von xy dahinsiecht, nur weil das realistisch ist. Geschichten werden geschrieben, weil der Autor etwas zu erzählen hat. Dabei sollte es zwar nicht völlig unrealistisch zugehen, aber so viel Realismus, dass der Held ganz sinnlos mitten in der Geschichte abtritt, will ich dann auch nicht. Ein tragisches Ende ist natürlich schon wieder etwas anderes.

Sagen wir, um dein oben genanntes Beispiel zu übernehmen, deine Geschichte spielt im Krieg und der Held stirbt in einer Schlacht, allerdings stirbt er keinen tragischen Heldentod. Dann können aber nur zwei Dinge folgen: die Geschichte ist zu Ende, dann ist die Moral der Geschichte, wie furchtbar Krieg ist oder wie kostbar das Menschenleben ist, da es so schnell vorbei sein kann usw. Du erzählst also die Geschichte eines Soldaten und die Geschichte endet mit seinem Tod, dann ist der Tod aber nicht mehr sinnfrei, denn sonst könnte die Geschichte ja nicht beendet sein und die Leser am Boden zerstört/nachdenkend/wütend zurücklassen.
Oder aber der Held stirbt in der Mitte des Buches und es geht weiter: dann muss sein Tod irgendeine Konsequenz für die Geschichte haben, es sei denn, er war gar nicht der Held.

Was das töten von Nebenfiguren angeht: gut, wenn man über Krieg oder große Schlachten schreibt, ist das etwas anderes. Da muss man schon hin und wieder ein paar opfern, aber auch nicht völlig sinnfrei, da man dem Leser damit ja verdeutlichen will, wie tragisch und dramatisch das alles ist, wie furchtbar böse Krieg ist und damit man sie zum Mitfiebern bringt. Im Idealfall verstärkt ihr Tod dann noch die Entschlossenheit des Helden oder schürt seine Racheglüste. In jedem Fall macht alles für die Geschichte wieder einen Sinn.
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Beitrag #49, verfasst am 17.01.2010 - 22:57
EchoTracer schrieb:

Das heißt aber eben nicht, dass der "sinnlose" Tod grundsätzlich falsch ist. Spielt diese Geschichte nicht in einem bewaldeten Fantasy-Gebiet, sondern einem realistisch geschriebenen Krieg, ist es durchaus vertretbar, wenn der Held sich nicht vor die alles entscheidende Kugel wirft, sondern irgendwo in der Schlacht von einem Querschläger zu Tode gebracht wird. Oder einer seiner Begleiter. Seine Frau, sein Kind, sein Bruder, seine Mutter einfach so bei einem nicht weiter erklärten Angriff stirbt. Diese "sinnlosen" Tode tragen zum Realismus der geschilderten Umstände bei, hinterlassen einen schalen Nachgeschmack - rufen also Emotionen beim Leser hevor. Natürlich sind sie nicht puschelig und romantisch, wie der sterbende Harry Potter, der seinem Freund einen letzten Gruß zuhaucht, bevor er das Zeitliche segnet. Aber das ist eher das überspitzte Drama, das mich langweilt. Diese überdramatischen, romantisierten Tode hat man schon so oft in so vielen so ähnlichen Formen gelesen, dass sie zumindest bei mir nicht die gewünschten Emotionen von Trauer, Mitleid und Ergriffenheit hervorrufen, sondern maximal ein Gähnen. Der sinnlose realistische Tod ist mir da wesentlich lieber als der kitschige Heldentod.


Ein Querschläger in einem Kriegsdrama, das ohnehin schon demonstriert, wie sinnlos etc. Krieg ist, ist für mich ein dramatischer Tod. Dramatisch, weil hier eine starke Aussage getroffen wird und Emotionen erzeugt werden. Und sinnlos sind diese Tode ganz und gar nicht im dramaturgischen Sinn. Ich würde den Tod seines Kindes/Mutter/Schildkröte unter diesen Umständen sogar hochdramatisch nennen. Und ja, das ist auf jeden Fall geschicktes Schreiben.

Aber sinnloser (im dramaturgischen Sinn) + realistischer Tod wäre das:
Paul geht über die Straße, als ihn plötzlich ein Auto überfährt. Und das passiert, sagen wir mal, in einem Krimi.

Was du nicht magst, ist eher das Melodrama. Da ziehen manche Leute die Grenzen enger, andere weiter. Was dem einen zu melodramatisch ist, ist dem anderen zu steril. Schwierig.

Falko schrieb:
Ehrlich gesagt hab ich darüber schon ernsthaft nachgedacht


Wofür? Zum Leser-ärgern? Dann wundert's mich, dass du deine Texte noch nicht mit Rechtschreibfehlern "aufgepeppt" hast :P
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Beitrag #50, verfasst am 17.01.2010 - 23:02
Darth Pevra schrieb:

Ein Querschläger in einem Kriegsdrama, das ohnehin schon demonstriert, wie sinnlos etc. Krieg ist, ist für mich ein dramatischer Tod. Dramatisch, weil hier eine starke Aussage getroffen wird und Emotionen erzeugt werden. Und sinnlos sind diese Tode ganz und gar nicht im dramaturgischen Sinn. Ich würde den Tod seines Kindes/Mutter/Schildkröte unter diesen Umständen sogar hochdramatisch nennen. Und ja, das ist auf jeden Fall geschicktes Schreiben.

Genau das wollte ich in meinem vorigen Post sagen, nur hast du es besser auf den Punkt gebracht :)
 
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