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Beitrag #51, verfasst am 17.01.2010 - 23:53
Ich denke, wir definieren "Helden" sehr verschieden. Ein Held und eine Hauptfigur sind zwei verschiedene Dinge.

Ich kann auch drei Hauptfiguren haben, von denen eine einen sinnlosen, beiläufigen Tod mitten in der Handlung stirbt. Für die Geschichte selbst mag das wichtig sein und sich auch auf die anderen beiden Figuren auswirken. Aber aus Sicht des toten Charakters wird er sinnlos sein, eben weil er nicht zum Ziel oder Zug kam.

Ein echter Held; jemand, der für etwas kämpft und an eine Sache glaubt, kann genauso unspektakulär in einer Seitengasse verrecken. Er wird dadurch nicht zum Nebencharakter, oder verliert das Heldentum. Ganz im Gegenteil. Ein solcher Tod kann den Leser schockieren, aufrütteln, eben weil es so unfair und böse vom Autoren ist, eine Figur "wegzunehmen", die man mag, mit der man sich identifiziert oder der man einfach wünscht, dass sie ihre Ziele erreicht.
Da ist meine göttliche Allmacht - über Leben und Tod zu entscheiden, wie es mir gerade in den Kram paßt. Wenn dem Leser das nicht gefällt, Pech - hier ist meine Welt, die habe ich geschaffen, und ich bin kein gütiger Gott. Für dich, den Leser, bin ich gar kein Gott, und du verfolgst die Geschicke in meiner kleinen Welt genauso hilflos, wie in deiner eigenen. Wenn ich denke, eine Figur sollte durch einen Unfall sang- und klanglos abtreten, dann ist das so. Aber die Welt - meine, deine - bricht dadurch nicht zusammen. Es geht alles weiter, auch ohne diese Figur.
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Beitrag #52, verfasst am 18.01.2010 - 00:09
"Wenn dem Leser das nicht gefällt, Pech"? Für wen schreibst du bzw. veröffentlichst du denn? Wenn ich Überraschungen einbaue, zum Beispiel, mache ich das nur für den Leser. Mich selber überraschen bringe ich nämlich nur selten fertig ;-)

Ich versuche gerade die Motivation aus deinen Posts rauszulesen. Schreibst du etwa, um zu zeigen, wie hart/unkonventionell/"extrem" du bist?

Aber ja, man kann auch in der Mitte der Story einen Protagonisten ex gehen lassen. Tue ich nur selten, weil schon alleine das "Darstellen" meiner Protas sehr viele Seiten benötigt, und mit einem guten Prota auch ein fantastisches Plot-Device verloren geht.
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Beitrag #53, verfasst am 18.01.2010 - 01:33
Ich bin kein Wunschkonzert. Ich schreibe Geschichten, die ich erzählen will. Wenn ich versuchen würde, es jedem Leser recht zu machen, bliebe vermutlich nicht viel von der Idee übrig. Ist auch schade, wenn Autoren oder sonstwie kreativ schaffende Menschen sich reinreden lassen - was habe ich als Maler von einem Bild, das ganz ganz viele Leute ganz ganz toll finden, aber mir persönlich nichts sagt, nichts bedeutet und letztlich nur auf Wünschen anderer basiert?

Das ist meine Motivation - sehr simpel. Meine Ideen und Geschichten zu erzählen. Ich kann niemanden zwingen, es zu lesen oder zu mögen. Wer lieber ein Wunschkonzert hat, kann ja einfach Autoren lesen, die auch mal den Plot kippen, weil der Leser lieber was anderes hätte. Für mich ist das nichts, aber jedem Tierchen sein Pläsierchen.
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Beitrag #54, verfasst am 18.01.2010 - 10:22
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zuletzt bearbeitet am 18.01.2010 - 10:23
Bei dir ist aber auch alles schwarz oder weiß, oder? Man kann auch die Geschichte schreiben, die man sich erträumt, und ein bisschen auf den Leser reagieren. Ohne meinen Bemühungen für den Leser wären meine Geschichten nur halb so gut. Für einen selber schreibt man ja nur Fluff, wenn man zur Unterhaltung schreibt (kommt jedenfalls bei mir hinten raus, wenn ich nur für mich alleine schreibe).

Ich denke, du redest dir ein, dass dich deine Tendenz dich nicht anzupassen, zu einem besseren Künstler macht. Falsch. Wer sich nicht anpassen kann und auf die Meinung der Kritiker nichts gibt, verliert, und vergeudet letztendlich sein eigenes Talent.
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Beitrag #55, verfasst am 18.01.2010 - 13:06
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zuletzt bearbeitet am 18.01.2010 - 13:11
Hier muss ich mich EchoTracer anschließen.

Es hat nichts mit Kritikunfähigkeit zu tun einen Plot im Kopf zu haben, den man beibehält. Auch weil man ihn gut findet, so viel Ego kann man als Autor ruhig haben.

Wenn eine Figur sterben muss, weil der Plot es verlangt, dann stirbt diese Figur. Da gibt es auch bei mir keine Diskussion und kein Wenn und kein Aber.

Kritik ist angebracht, wenn der Tod oder die Zusammenhänge unglaubwürdig geschildert werden, oder in sich nicht logisch sind. Vor allem Logikdreher hat man immer mal drin. Doch die Handlung von vorne herein abwürgen und umändern, weil es dem Lesern oder einem Leser nicht gefallen könnte sehe ich nicht ein.
Wer nach Input schreibt, soll MMFFs erstellen.

Was genau verstehst du unter Anpassung?
Patrick Süßkinds "Parfüm" ist für mich Individualismus und Talent. Dieser Mann gibt noch nicht einmal Interviews, hat also keinerlei Lesernähe und ist trotzdem genial.
Die zweihunderste Vampir-Romanze im Kielwasser von Bis(s) ist Anpassung. Pure Anpassung und ich würde mich eher erschießen, als jemals einen solchen Schmachtfetzen zu schreiben.
Ein übertriebenes Beispiel.

Darth Pevra schrieb:
Für einen selber schreibt man ja nur Fluff, wenn man zur Unterhaltung schreibt (kommt jedenfalls bei mir hinten raus, wenn ich nur für mich alleine schreibe).


Auch da bitte Differenzierung zwischen "man" und "ich".
Ich schreibe nie Fluff. Wenn ich mich unterhalten will schreibe ich Psychodramen und lote allerlei psychologische Untiefen aus. Belanglose Unterhaltung würde ich kriegen, wenn ich den Fernseher anmachen würde, wenn ich denn einen hätte.

Darth Pevra schrieb:
"Wenn dem Leser das nicht gefällt, Pech"? Für wen schreibst du bzw. veröffentlichst du denn? Wenn ich Überraschungen einbaue, zum Beispiel, mache ich das nur für den Leser. Mich selber überraschen bringe ich nämlich nur selten fertig ;-)


Auch da gilt. "Man" ist nicht "Du" und vor allem nicht ich.
Ich schreibe für mich und schaffe es ständig, mich selbst zu überraschen. Das ist auch der Hauptgrund, warum ich schreibe um zu sehen, was mein Hirn da wieder ausspuckt, mit dem ich nie gerechnet hätte.
Ich schreibe nur für mich, weil es das, was ich schreibe nicht gibt und ich es gerne lesen möchte. Denn in meinem Hauptfandom wimmelt es von Geschichten mit Leserwünschen, die nur darauf abgestimmt scheinen möglichst viele Geschmäcker treffen und es allen Recht zu machen.
Damit mir das nicht passiert mache ich es vor allem mir recht. Dann bin ich glücklich und wenn jemand anders auch glücklich damit wäre: Super.
Wenn nicht, dann gibt es hunderte 08/15 Versionen, die bestimmt irgendwas haben, was ihm gefällt.
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Beitrag #56, verfasst am 18.01.2010 - 15:13
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zuletzt bearbeitet am 18.01.2010 - 15:18
Lucie Sakurazukamori schrieb:
Hier muss ich mich EchoTracer anschließen.

Es hat nichts mit Kritikunfähigkeit zu tun einen Plot im Kopf zu haben, den man beibehält. Auch weil man ihn gut findet, so viel Ego kann man als Autor ruhig haben.

Wenn eine Figur sterben muss, weil der Plot es verlangt, dann stirbt diese Figur. Da gibt es auch bei mir keine Diskussion und kein Wenn und kein Aber.

Kritik ist angebracht, wenn der Tod oder die Zusammenhänge unglaubwürdig geschildert werden, oder in sich nicht logisch sind. Vor allem Logikdreher hat man immer mal drin. Doch die Handlung von vorne herein abwürgen und umändern, weil es dem Lesern oder einem Leser nicht gefallen könnte sehe ich nicht ein.
Wer nach Input schreibt, soll MMFFs erstellen.


Stimme ich zu.

Lucie Sakurazukamori schrieb:
Was genau verstehst du unter Anpassung?
Patrick Süßkinds "Parfüm" ist für mich Individualismus und Talent. Dieser Mann gibt noch nicht einmal Interviews, hat also keinerlei Lesernähe und ist trotzdem genial.
Die zweihunderste Vampir-Romanze im Kielwasser von Bis(s) ist Anpassung. Pure Anpassung und ich würde mich eher erschießen, als jemals einen solchen Schmachtfetzen zu schreiben.
Ein übertriebenes Beispiel.


Unter Anpassung verstehe ich, dass ich mir Gedanken mache, wie mein Kram beim Publikum ankommt, bevor ich ihn reinstelle. Denn ich als Autor habe immer andere Informationen als der Leser, und das möchte ich berücksichtigen. Ich versuche dann, es so für den Leser hinzubiegen, dass er zwar rätselt aber nicht völlig im Dunkeln tappt. Vor einem Plottwist plane ich, wie stark ich ihn andeute und so weiter. Genauso überlege ich mir bei Protatodesfällen und überhaupt allen Szenen, wie das auf der anderen Seite rüberkommt. Das sind Dinge, die ich für mich selbst nicht tun müsste. Ich kenne meinen eigenen Plot ja schon. Diese Mühe mache ich mir ausschließlich für meine Leser.
Das heißt aber noch lange nicht, dass ich zu meinen Lesern nett wäre. Manchmal schockiere und entsetze sie geradezu. Oder ich manipuliere sie von hinten bis vorne. All das nur, um eine möglichst ergreifende Story zu liefern.

Übrigens finde ich das Parfum absolut faszinierend und gut, aber es hat auch ziemliche Schwächen.

Lucie Sakurazukamori schrieb:
Auch da bitte Differenzierung zwischen "man" und "ich".
Ich schreibe nie Fluff. Wenn ich mich unterhalten will schreibe ich Psychodramen und lote allerlei psychologische Untiefen aus. Belanglose Unterhaltung würde ich kriegen, wenn ich den Fernseher anmachen würde, wenn ich denn einen hätte.


Melodramas schreibe ich auch für meine Unterhaltung. Und die sind ebenfalls nicht belanglos, ganz und gar nicht.
Aber im Vergleich zu meinen anderen Werken sind sie halt mies. Kunst wird es erst, wenn man es in eine ansprechende Form bringt. Und ich denke, das wird bei mir nicht anders sein wie bei allen anderen. Manchmal hat man Tage, da fließt pures Gold aus den Fingern. Aber den Rest der Zeit ist das Zeug mit Makeln behaftet. Und da hilft die Frage: Wie würde mein Publikum das sehen? In meinem Fall wäre das meine Schar an anspruchsvollen Kritikern, deren Meinung ich mir vorzustellen versuche.

Lucie Sakurazukamori schrieb:
Auch da gilt. "Man" ist nicht "Du" und vor allem nicht ich.
Ich schreibe für mich und schaffe es ständig, mich selbst zu überraschen. Das ist auch der Hauptgrund, warum ich schreibe um zu sehen, was mein Hirn da wieder ausspuckt, mit dem ich nie gerechnet hätte.


Hin und wieder passiert mir das auch. Aber die Megaplottwists weiß ich schon Monate im Vorraus. Zumindest ist es mir noch nie passiert, dass ich mitten im Finale gedacht habe: He, was ist, wenn jetzt der und der stirbt?
Aber vielleicht ist das bei dir ja anders.

Lucie Sakurazukamori schrieb:
Ich schreibe nur für mich, weil es das, was ich schreibe nicht gibt und ich es gerne lesen möchte. Denn in meinem Hauptfandom wimmelt es von Geschichten mit Leserwünschen, die nur darauf abgestimmt scheinen möglichst viele Geschmäcker treffen und es allen Recht zu machen.
Damit mir das nicht passiert mache ich es vor allem mir recht. Dann bin ich glücklich und wenn jemand anders auch glücklich damit wäre: Super.
Wenn nicht, dann gibt es hunderte 08/15 Versionen, die bestimmt irgendwas haben, was ihm gefällt.


Ah, du willst dich nicht prostituieren. Das kann ich nachvollziehen, will ich eigentlich auch nicht. Und ich habe dazu auch schon Negativbeispiele gesehen.

Aber das ist es nicht, was ich mit dem vorherigen Post sagen wollte. Ich meinte: "Verbessere deine Geschichte, indem du die Blickwinkel deiner Kritiker analysierst und entsprechend reagierst", und nicht "Verschlimmbessere deinen Plot, um möglichst viele Draco/Harry Fangirls zufriedenzustellen".
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Beitrag #57, verfasst am 18.01.2010 - 15:53
Darth Pevra schrieb:

Aber das ist es nicht, was ich mit dem vorherigen Post sagen wollte. Ich meinte: "Verbessere deine Geschichte, indem du die Blickwinkel deiner Kritiker analysierst und entsprechend reagierst", und nicht "Verschlimmbessere deinen Plot, um möglichst viele Draco/Harry Fangirls zufriedenzustellen".

Das gilt aber doch für alle Ausrichtungen.
Bei mir ist es eher umgekehrt - ich muss mich immer wieder bremsen, weil ich Angst habe, zu "süß" zu werden. Also achte ich bewusst auf eine dünnere Schicht Zuckerguss und darauf, komplettes Friede-Freude-Eierkuchen zu vermeiden. Wird ja sonst auch langweilig...
Trotzdem kann man meine Stories mit der Garantie lesen, daß meine "Helden" am Ende alle überleben. Vielleicht mit ein paar Blessuren und Schrammen, aber im Großen und Ganzen unversehrt. Ich mag "meine" Figuren einfach viel zu sehr, als daß ich sie allzu sehr leiden oder gar sterben lassen könnte. Ich will, daß es ihnen am Ende gut geht - der Weg zu diesem Ende kann schon mal steil und steinig sein, aber ich brauch das gute Ziel.

Auch in meiner Lektüre ist bei einem gewissen Punkt "Drama" einfach Schluss. Im letzten Sommerurlaub hab ich z.B. einen ziemlich dicken Wälzer nach etwa 100 Seiten weggelegt, der Autor hat seine Figuren so durchs Elend gehen lassen, daß ich es einfach nicht mehr ertragen habe.

Ich werde aber auch nie begreifen, warum Menschen (vorzugsweise Frauen) mit Begeisterung Filme angucken, bei denen vorher schon der Taschentuch-Verbrauch angegeben ist. Wenn ich aus dem Kino komme, will ich verzaubert sein, träumen, auf Wolken gehen - aber ganz bestimmt nicht heulen.
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Beitrag #58, verfasst am 18.01.2010 - 17:00
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zuletzt bearbeitet am 18.01.2010 - 17:13
Rowellan schrieb:
Ich werde aber auch nie begreifen, warum Menschen (vorzugsweise Frauen) mit Begeisterung Filme angucken, bei denen vorher schon der Taschentuch-Verbrauch angegeben ist. Wenn ich aus dem Kino komme, will ich verzaubert sein, träumen, auf Wolken gehen - aber ganz bestimmt nicht heulen.

Ich könnte mir vorstellen, dass jeder in Geschichten nach anderen Gefühlen sucht, abhängig davon, was ihm fehlt. Ich hab mir hier mal mit einer Autorin gemailt, zu der ich meinte, mir fehlt in ihrer Geschichte Konflikt. Ihre Antwort war, dass es Konflikt in ihrem eigenen Leben schon genug gäbe und sie das in Geschichten nicht haben mag. Ich hab das erst nicht wirklich verstanden, aber dann hab ich akzeptiert, dass ihre Geschichte manche Dinge "liefern" soll und manche nicht, und hab sie vermerkt für den Fall, dass ich mal was Entspannteres lesen möchte.

//EDIT: Ich merke zur Diskussion oben pflichtschuldigst an, dass ich wie Pevra für Leser schreibe. Sobald ich etwas nur für mich selbst schreibe, spare ich mir Exposition, Twists, etc. und es werden andere Geschichten, die im Internet nichts zu suchen haben. Aber: Wenn ich sage, ich schreibe für Leser, dann meine ich nicht "alle" Leser, ich meine eine bestimmte Zielgruppe, die ungefähr meine Interessen hat. Wenn mir jemand also ein Review mit einer Anfrage nach weniger Konflikt schreibt, um mein Beispiel oben einmal umzudrehen, dann nicke ich verständnisvoll und verneine höflich, weil dieser Reviewer kein Teil meiner Zielgruppe ist und mit anderen Autoren glücklicher wird. Verbiege ich mich für den Leser? Nein. Jedenfalls nie so sehr, dass es wehtut. Ist schließlich ein Hobby. Aber ich weiß, dass er da ist und dass er mitdenkt.
"Writing is like sausage making in my view; you'll all be happier in the end if you just eat the final product without knowing what's gone into it."
— George R.R. Martin
AngeloDestiny
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Beitrag #59, verfasst am 18.01.2010 - 17:07
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zuletzt bearbeitet am 18.01.2010 - 17:11
@Echo Tracer
Ich weiß nicht wie ich es dir erklären soll, sodass du es verstehst. Es ist eine Sache, den man schon seit Kindheit lernt. So wurde es mir erklärt und ich glaube auch wirklich daran. Gott hat die Menschen geschaffen, deswegen kann er ebenfalls Ihnen das Leben wegnehmen, wenn er will. Alles ghört ihn, deshalb hat er auch das Befürdnis die Sachen und Menschen zu sich zurückzuholen. Wenn du der Besitzer von ein bestimmte und wichtige Gegenstand wärst, würdest du es dir nicht zurückholen wollen? Na sicher, wirst du es zurückhaben wollen, wenn du es benötigst. Jeder Mensch oder Gegenstand hat eibe bestimmte Zeit zu leben. Wenn die Zeit vorbei ist, dann stirbt man halt. Der Tod könnte schmerzlos sein oder auch das Gegenteil (leidet viel, bevor man stirbt).

Ich weiß zwar nicht, für was und wieso er sie genau braucht, aber ich bin mir sicher, dass er kein Mensch grundlos sterben lassen wird. Jemand könnte sterben, wenn sein Tod angelangt der andere überlerbt. Alles hat seine Gründ. Nur, dass wir es nicht erkennen, weil wir irgendwie blind sind. Etwas schreckliches könnte geschehen und weil wir mit der Trauer und viele Gefühle beschätig sind, erkennen wir die wahre Gründ nicht wirklich.

Ich gebe zu, dass ich manchmal wütend bin, weshalb Menschen auf diese Weise sterben. Machen sterben friedlich und dagegen leiden viele, bevor sie dann sterben. Ich frage mich auch, wofür er die Menschen bei sich braucht, aber leider bekomme ich keine Antwort. Ich beschwerde mich auch manchmal, aber man kann nicht dagegen unternehmen um es zu verhindern. So ist das Leben nun mal und beschwerde dich nicht. Alles hat seine wichtige und gute Gründ. So kenne ich das Leben. Das sage ich auch zu vielen, die leiden, weil sie Jemand verloren haben oder einfach zu viel Unglück haben (auch arm sind). Irgendwann wird alles gut laufen.
 

Moon Goddess und Darth Pevra haben es ja so schön erklärt, deswegen brauche ich nicht viel darüber zu sagen. (Sie haben mir die Sätze gestohlen XD)
@ Echo Tracer
("Wenn dem Leser das nicht gefällt, Pech").

Also dass du so denkst, ist ja heftig. Man will ja, dass die Menschen seine eigene Story liest und seine Meinung dazu sagt. Ich schreibe meine eigene Geschichte, die mir sehr gut gefällt. Ich lösche sogar viele Sachen, die mir überhaupt nicht gefallen, denn sie hören sich einfach schrecklich in meine Ohren an. Ich werde es solange korrigieren, bis ich damit zufriden bin, aber ich will auch, dass die Leser ebenfalls davon begeistert sind. Sie sollten es liesen, meine klinen erfundene Welt kennen lernen, lesen was ich zu sagen habe und auch letzternd mögen. Ich schreibe erstens für mich, dann für die Leser.  Ich denke auch viel nach. Ich habe mir immer eine Frage gestellt: Was mögen die Leser, die ich persönlich ebenfalls liebe?.  Wenn ich es weiß, dann setze ich es um. Ich schreibe es auf, dann vergleiche ich es mit meine eigene Vorlieben. Das gute bei mir, ist, dass ich die gleichen Vorlieben habe, wie viele Leser, deswegen ist es nicht schlimm meine eigene Vorlieben und die der Lesern in ein Story zu packen. Wenn sie gleich passen, dann schreibe ich es halt. Falls nicht, dann lasse ich es sein. Ich zwinge niemand es zu lesen, aber gleichzeitig will ich auch, dass viele es lesen. Ich bin glücklich, wenn die Leser mit meine Story zufrieden sind.

Und außerdem überasche ich mich ständig. Ich schreibe manche Sachen, die ich nicht mal zutraue im Realität zu sagen. Nur durch meine Geschichte, schreibe ich meine wahren Meinung, denn ich habe die Freiheit alles zu schreiben was ich möchte.

@ Lucie Sakurazukamori
(Hier muss ich mich EchoTracer anschließen.
Es hat nichts mit Kritikunfähigkeit zu tun einen Plot im Kopf zu haben, den man beibehält. Auch weil man ihn gut findet, so viel Ego kann man als Autor ruhig haben.
Wenn eine Figur sterben muss, weil der Plot es verlangt, dann stirbt diese Figur. Da gibt es auch bei mir keine Diskussion und kein Wenn und kein Aber).


Das ist hart. Wirklich hart. Ich stimme es dir zu, aber wie du es geschrieben hast, finde ich heftig. Wenn ich es lese, dann klingt es herzlos in meine Ohren. Als ob du die Figuren kaltlos sterben lässt. Es dauert immer lange, bevor ich ein Firgur sterben lasse. Wenn sie erst gar nicht vorkommt, dann habe ich keine Probleme damit. Bei mir, ist, dass ich wirklich immer Mitleid mit anderen habe, auch für Figuren, die gar nicht existieren. Ich denke immer wie es Ihnen ergehen wird, wenn sie wirklich leben und wie ich reagieren würde, wenn mir sowas geschieht. Okay, sie sind nur Fantasy, aber ich denke immer so und somit kann ich mich besser in die Personen hineinversetzen. Es ist einfach schwer ein Figur sterben lassen, vor allem wenn man dieses mag.

Es war ja auch so bei der Junge. Ich mag ihn viel zu sehr, deswegen konnte ich ihn unmöglich sterben lassen. Er leidet, aber niemals wird er sterben. Zum Glück hatte ich zwei Möglichkeiten gehabt. Ich habe immer zwei Möglichkeiten wie ich mein Buch schreiben will und wie das Ende aussehen soll. Somit habe ich bessere Wahl ein guten Story und Ende zu schreiben. Teilweise würde ich damit meine Geschichte versauen, wenn er tatsächlich stirbt. Er hat sich ja auch geopfert, deswegen darf er nicht sterben, denn er hat es nicht verdient. Wie seine Brüder schon sagen: Er hat der Tod nicht verdient XD. Ich kann unmöglich schreiben, dass Jemand sich opfert, damit der andere überlebt. Falls ich es schreibe, dann schreibe ich, dass er wiederbelebt wird. Das Mädchen die stirbt, wird auch wiederbelebt, aber erst in der 4. Band (also dauert noch lange, bin erst bei 1. Band) und so kommt es zu eine schöne Wiedersehen. Ich hasse es ein Figur sterben zu lassen, denn es ist sehr schwer. Ich kann es nicht übers Herz bringen, deswegen schreibe ich auch nie über so was. Ich liebe auch meine eigene erfundene Figuren. Sind nicht perfekt, aber ich liebe sie trotzdem.

@ Lucie Sakurazukamori
Gut, dass wir derselbe Meinung sind, über Bis(s). Es gibt viele Sachen, die ich nicht verstehe. Ich verstehe es halt nicht warum eine Autorin über sowas schreibt. Es ist ätzend, wenn sie noch dahin schreibt, dass das Mädchen dermaßen schwach ist, sodass sie ständig gerettet werden muss. Sie darf auch nicht viel selbständig tun. *Und so verliebt sich der Löwe in das Lamm*. Was für ne Schwachsinn. Die Mädchen in meine Geschichte sind überhaupt nicht schwach, vor allem Dämonin. Sogar der Engel kann manchmal nicht mithalten, denn sie tut alles was sie will, auch wenn sie damit Probleme hat.

SM hat sich nach meine Meinung zu viel auf die Leser konzentriert. Sie wusste aber nicht was sie in BD schreiben soll, deswegen hat sie so ne Unsinn geschrieben. Man sollte etwas lassen, wenn man nicht weiter kommt. Erst nachdenken, dann weiter schreiben. Aber sie hat zuerst an weitere Erfolg gedacht.
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Beitrag #60, verfasst am 18.01.2010 - 17:37
@Darth

Wir - die Hobbyautoren - stehen unter keinem Druck. Wie schon an anderen Stellen von anderen Autoren oft gesagt wurde: Dies ist das Paradies. Wir sind nicht von Verlagen, Trends oder Verkaufszahlen abhängig. Wir haben die absolute Freiheit, die bei professionellen Künstlern von diesen Faktoren eingeschränkt ist; mal mehr, mal weniger. Wer einen gewissen Ruhm hat, kann sicher auch freier arbeiten, als ein Künstler, der sich gerade erst einen Namen gemacht hat und unter einem Erwartungsdruck steht.
Kurz gesagt, mir geht nichts verloren, wenn jemand lieber eine andere Geschichte liest. Es kratzt vielleicht ein wenig am Ego, wenn andere Autoren mehr gelesen werden, aber da muß man eben entscheiden, ob man sich zwecks Streicheleinheiten fürs Ego anpasst. Mir geht dadurch finanziell, für meine Karriere, nichts verloren. Kurz, ich kann es mir erlauben, zu schreiben, was ich will.

Das ist ja so schön an der Hobbytätigkeit. Selbst wenn kein Schwein liest, was ich schreibe, werde ich nicht verhungern und ich kann trotzdem meine Rechnungen bezahlen.
Hauptberuflich muß ich mich gelegentlich an Trends anpassen und kann nicht immer nur das machen, was mir gefällt. Weil es eben auch ums liebe Geld geht. Brotlose Kunst ist toll, aber diesen Luxus kann ich mir nur als Hobby leisten. Man macht nicht einfach "das Hobby zum Beruf" - man zahlt auch einen Preis dafür, wenn man von seinem kreativen Schaffen leben will. Für mich ist das Schreiben Ausgleich dazu - machen, was ich will.

Ob mich das zu einem besseren Künstler macht, keine Ahnung. Es ist einfach mein Kompromiß zwischen Kreativität und Marktwirtschaft.

Fluff zur persönlichen Unterhaltung? Das kann passieren, klar. Aber mir passiert es sehr selten. Was ich hier schreibe und veröffentliche ist zu meiner persönlichen Unterhaltung. Ich lade es hoch, weil es vielleicht auch andere unterhält, aber nicht, um damit berühmt zu werden und davon leben zu können. Andere mag Fluff besser unterhalten, und es spricht nichts dagegen, wenn sie das zu ihrer Unterhaltung schreiben.
Ich kann mich selbst ebenfalls ganz gut überraschen. Wir Autoren reden ja immer davon, wie uns Figuren ans Herz wachsen, sie zu uns sprechen und wir uns mit ihnen identifizieren. Ist bei mir nicht anders, ich lebe mich auch ein; meine Charaktere entwickeln auch ein gewisses Eigenleben, und entsprechend überraschen sie mich auch gelegentlich.

Ich kann deine aggressive Haltung da auch nicht nachvollziehen. Ich schreibe dir ja nicht vor, dass du es genauso halten mußt. Viele Leser werden vermutlich auch dankbar für deine Herangehensweise sein und sich freuen, dass du auf ihre Wünsche eingehst. Für mich ist das aber nichts, und wird es auch nie sein. Sei doch froh, dass wir hier auf dieser Plattform so viele Meinungen und Vorlieben unter einen Hut kriegen. Ich fände es langweiliger, wenn alle Autoren sich strikt an die gleichen Regeln und Vorgehensweisen halten würden. Wenn alle das schreiben, was die Mehrheit der Leser wünscht, bräuchten wir keine Kategorien, keine Genres, und könnten alles einfach in einen Topf werfen.

@Angelo

Du mußt nichts erklären. Wenn das, was du glaubst und schreibst, für dich richtig ist und Sinn macht, reicht das völlig. Ich will dieses Topic jetzt auch nicht auf die Abwege einer Debatte um Religion führen. Glaube ist immer ein persönliches Thema, und da gilt einfach leben und leben lassen, oder halt glauben und glauben lassen.
Ich werde deine Ansichten so wenig verstehen, wie die eines Gläubigen mit einer anderen Religion. Und du wirst meine nicht nachvollziehen können, was auch nicht schlimm ist. Wenn zwei Dinge wirklich völlig überbewertet werden, wenn es darum geht, Menschen einzuschätzen, dann sind es Religion und Musikgeschmack.
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Beitrag #61, verfasst am 18.01.2010 - 19:20
Darth Pevra schrieb:
Aber das ist es nicht, was ich mit dem vorherigen Post sagen wollte. Ich meinte: "Verbessere deine Geschichte, indem du die Blickwinkel deiner Kritiker analysierst und entsprechend reagierst", und nicht "Verschlimmbessere deinen Plot, um möglichst viele Draco/Harry Fangirls zufriedenzustellen".<


Natürlich. Das sind wir auf dem selben Nenner. Ich meine wirklich das, was ich zu Anfang meines letzten Post geschrieben habe und du mir zustimmst:
Kritik ist angebracht, wenn der Tod oder die Zusammenhänge unglaubwürdig geschildert werden, oder in sich nicht logisch sind. Vor allem Logikdreher hat man immer mal drin. Doch die Handlung von vorne herein abwürgen und umändern, weil es dem Lesern oder einem Leser nicht gefallen könnte sehe ich nicht ein.


Und so weiter und so fort.

Man sollte nichts verschlimmbessern, ich denke jedoch wirklich, dass ich an meinem Plot gar nichts ändern sollte.
Den Kritiker sehen bei mir immer nur ein Endprodukt. Ein WiP, aber ein Endprodukt. Wenn ich etwas in den Plot schreibe, dann hängt dort ein Rattenschwanz an Folgen daran, den ich nicht umwerfen kann, ohne die Geschichte grundlegend zu ändern. Daher kann und werde ich immer nur auf das "Wie" eingehen, nicht auf das "Was." .

AngeloDestiny schrieb:
Das ist hart. Wirklich hart. Ich stimme es dir zu, aber wie du es geschrieben hast, finde ich heftig. Wenn ich es lese, dann klingt es herzlos in meine Ohren. Als ob du die Figuren kaltlos sterben lässt.


Würde ich, ohne mit der Wimper zu zucken. Es gibt für mich nichts schlimmeres, als ein auf Biegen und Brechen geretteter Lieblingscharakter des Autoren.
Es ist schön, wenn man merkt, dass der Autor sich emotional in seine Geschichte begibt. Aber eine gute Geschichte braucht für meinen Geschmack immer auch genügend Abstand und die damit Hand in Hand gehende Weitsicht des Autors. Ein von Emotionen aufgeweichter Tunnelblick endet oft mit dem Verlust von Größe und nicht selten auch Logik, weil die Figur irgendwie wieder reingeschrieben werden muss, koste es, was es wolle.
Auch erwischt man Leser damit schön auf dem kalten Fuß, wenn sie davon ausgehen: Ach, den lässt sie bestimmt nicht sterben.
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Beitrag #62, verfasst am 18.01.2010 - 19:29
@ EchoTracer

Gut, dass ich dir nicht erklären muss.

@ Lucie Sakurazukamori
Jeder hat sein eigene Vorlieben XD. Du lässt sie ohne mit der Wimper zu zucken sterben. Währenddessen denke ich richtig nach, bevor sie sterben. Es kommt auch darauf an, wie der Mensch ist. Ob er Mitleid mit andere hat oder nicht. Wenn der Autor keine Mitleid mit andere hat, dann lässt er seine Figuren kalt sterben. Ich habe Mitgefühle, deswegen benehme ich mich so.
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Beitrag #63, verfasst am 18.01.2010 - 19:36
  •  
zuletzt bearbeitet am 18.01.2010 - 19:39
AngeloDestiny schrieb:
@ EchoTracer

Gut, dass ich dir nicht erklären muss.

@ Lucie Sakurazukamori
Jeder hat sein eigene Vorlieben XD. Du lässt sie ohne mit der Wimper zu zucken sterben. Währenddessen denke ich richtig nach, bevor sie sterben. Es kommt auch darauf an, wie der Mensch ist. Ob er Mitleid mit andere hat oder nicht. Wenn der Autor keine Mitleid mit andere hat, dann lässt er seine Figuren kalt sterben. Ich habe Mitgefühle, deswegen benehme ich mich so.


Hm, meinst du jetzt Mitleid mit Mitmenschen in der Realität?
Also ich finde, es besteht immer noch ein Unterschied zwischen realen Menschen (z.B. Erdbebenopfern in den Nachrichten oder Bekannten, denen etwas Trauriges widerfährt) und einer selbst erfundenen Figur in einer Geschichte.
Ich kann mir z.B. die Augen ausheulen, wenn ich traurige Fernsehberichte sehe, aber bei meinen eigenen, erfundenen Charas bleib ich auch relativ kalt.

Ich hab da zwar auch ein paar Lieblingscharas. Und sie sterben bei mir recht selten. Aber hin und wieder kommt es halt doch vor, wenn es zur Story gehört.
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Beitrag #64, verfasst am 18.01.2010 - 19:38
Ich möchte Lucie Sakurazukamori mal beipflichten. Wenn ich es für nötig halte, dann lasse ich Charaktere auch ohne mit der Wimper zu zucken sterben. Seien wir doch mal ehrlich, wir sprechen von fiktiven Charakteren. Diese Leute gibt es nicht, sie empfinden nichts, man kann ihnen nicht wirklich etwas antun ... also muss man auch kein Mitleid im eigentlichen Sinne mit ihnen haben. Das ist der Unterschied zwischen Fiktion und Realität. Wie ein Autor dahingehend mit den Charakteren umgeht, lässt meiner Meinung nach keinerlei Rückschlüsse darauf zu, wie er als Mensch ist. Wir sprechen hier ja von Buchstaben, die auf Papier gebracht werden und nicht von real existierenden Personen.
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Beitrag #65, verfasst am 18.01.2010 - 19:45
  •  
zuletzt bearbeitet am 18.01.2010 - 19:47
AngeloDestiny schrieb:
Es kommt auch darauf an, wie der Mensch ist. Ob er Mitleid mit andere hat oder nicht. Wenn der Autor keine Mitleid mit andere hat, dann lässt er seine Figuren kalt sterben. Ich habe Mitgefühle, deswegen benehme ich mich so.


Ob jemand als Autor Mitgefühl mit seinen Figuren hat und ob die selbe Person privat Mitgefühl mit realen Menschen hat, hängt nicht unbedingt zusammen.

Da kann gut und gerne jemand mit Figuren Dinge anstellen, die ihm, wenn sie einer realen Person passieren, durchaus leid tun.

Umgekehrt geht's auch, dass jemand über den Umweg seiner Figuren beim Schreiben Gefühle aktivieren kann, zu denen er, wenn es ihn real betrifft, vielleicht gar keinen richtigen Zugang hat. Nicht nur auf Mitgefühl bezogen, das kann alles mögliche sein.


Edit: Zu lange am Zitat rumgewerkelt - da haben's schon andere gesagt.
Wir alle haben unsere Seele dem Teufel verkauft.
Die Frage ist, welchen Teil davon wir vor dem Handel beiseite schaffen konnten.
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Beitrag #66, verfasst am 18.01.2010 - 19:49
Hm, ich mache aber auch nicht von Lesermeinung abhängig, ob, wann wie und warum jemand stirbt.
Und wenn jemand der Blitz beim Kacken trifft: in einer Geschichte hat immer alles irgendwo einen Sinn bzw mischt die Karten neu, und wenn der Tod noch so erbärmlich und unheroisch ist.

Klar: Mir sind fundierte und sachliche Kritiken wichtig. Zum Bleistift, wenn mir jemand sagt - das wirkt zu konstruiert oder, das ist überzogen, oder das war zu vorhersehbar ...
Aber jemanden am Leben lassen, obwohl die Geschichte dessen Tod vorsieht?
Nein. Keine Chance, und wenn man ihn noch so gerne mag und ich ihn selber aus der Seele schneiden muss ...


Grüße,
Vargr
"Wer die Dunkelheit fürchtet, kennt nicht die Grausamkeit des Lichts.."
AngeloDestiny
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Beitrag #67, verfasst am 18.01.2010 - 20:05
Hmm... wenn der Person sterben muss, dann lasse ich ihn oder sie auch sterben. Das Problem ist nur, dass ich Schwierigkeiten habe, wenn eine Figur sterben muss, was ich auch versuche zu ändern, aber erfolglos. Wenn sie es verdient haben, dann sterben sie ja auch.

Z.B die Antagonisten sterben oft, da habe ich keine Probleme damit. Antagonisten lasse ich gerne sterben, aber wenn es eine Protagonist trifft, dann fällt es mir halt schwer es zu schreiben. Okay, sie sind nicht real, aber trotzdem muss man doch ein wenig traurig sein, wenn einer da stirbt. Man wird nie wieder über der Person schreiben können.

Das ist genauso wie bei Menschen. Wenn ich Jemand tot sehe oder in ein Bericht lese, dass ein Mensch gestorben ist, dann habe ich wirklich Mitleid. Aber ist halt schlimmer, als bei Fiktion.

Echt, ich hasse es, wenn ein Figur stirbt, deswegen stirbt nur eine. Aber sie muss sterben, weil es sein muss. Ich passe ja auch halt, dass alle gut läuft. Ich muss es gut finden und die anderen genauso.
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Beitrag #68, verfasst am 18.01.2010 - 20:06
Darth Pevra schrieb:

Falko schrieb:
Ehrlich gesagt hab ich darüber schon ernsthaft nachgedacht


Wofür? Zum Leser-ärgern? Dann wundert's mich, dass du deine Texte noch nicht mit Rechtschreibfehlern "aufgepeppt" hast :P

Ich dachte mir tatsächlich sowas ähnliches wie "Das wär doch mal was, die Leser mit sowas zu schocken." Ich mag es, wenn auch Fiktion realistisch dargestellt wird - und den Prota von einem Auto überfahren zu lassen, ist nunmal realistisch.
Machen tue ich es deshalb nicht, weil ich meine Protas in der Regel noch brauche =P
Und ich weiß, dass ich den Autoren, der sowas veranstaltet, un abhängig davon, was ich jetzt geschrieben habe, gern erwürgen würde ;)
Es ist echt faszinierend, wie kompliziert es ist, wenn man sowohl die Sichtweise das Autors, als auch die des Lesers nachvollziehen kann
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Beitrag #69, verfasst am 18.01.2010 - 20:30
Meine Figuren sind nie ganz sicher. Es gibt keine Garantie, dass jeder alles überlebt, nur weil es meine Lieblingsfiguren sind. Das hat nichts damit zu tun, dass ich sie leid bin oder quälen will, oder anderen Figuren (oder gar Lesern, die sie mögen) eins auswischen will. Der Tod kann sehr viel über das Leben, Wirken und Nachwirken einer Figur aussagen und gerade die Abwesenheit kann eine Geschichte in eine neue Richtung lenken.

Nehmen wir mal ein stereotypes Beispiel - der große General, ein Volksheld, der sein unterdrücktes Land befreit.

Tod 1: Er opfert sich in der Schlacht für einen Mitstreiter, um diesen den endgültigen Sieg erringen zu lassen.
Tod 2: Er siegt in der Schlacht, seine Kameraden fallen wie die Fliegen, aber er selbst lebt glücklich bis ans Ende seiner Tage und stirbt friedlich im Bett.

Ein "Heldentod" - die Figur verhält sich heroisch, "verpasst" aber das große Finale.
Ein besinnlicher Tod, der Leser und Figur in Ruhe abschließen läßt.

Zwei völlig verschiedene Ausgänge. In beiden Fällen ist der General am Ende tot, aber wie er gestorben ist, wirkt sich unterschiedlich auf die rückblickende Meinung aus. Der große Held hat zwar das Finale verpaßt, aber wird vermutlich als Legende in die Folklore eingehen. Der besinnlich Verstorbene hat vielleicht geholfen, sein Land aufzubauen, eine neue Generation zu lehren oder sich einen schönen Lebensabend als Gärtner gemacht.
Wenn ich ihn auf Biegen und Brechen überleben lasse, findet seine Geschichte nie einen Abschluß und das wirkt sich auf den Charakter als Ganzes aus.

Natürlich habe ich Figuren, die einfach eine geringere Wahrscheinlichkeit haben, sich aus dem Land der Lebenden zu verabschieden. Weil ich ihre Geschichte noch nicht ganz erzählt habe. Wenn dem so ist, finde ich in ihrem Tod mehr Frieden, als darin, sie noch irgendwo im Hintergrund stehen zu haben und ins Belanglose verschwinden zu lassen, weil es nichts mehr über sie zu sagen gibt. Oder eben etwas, dass erst nach ihrem Tod eintreten kann, ich es aber nicht schreiben kann, weil ich es nicht übers Herz bringe, diesen letzten Schritt zu gehen.

Den Tod "verdient" letztlich jeder. Jedes Leben verdient einen Abschluß. Nichts ist schwerer zu ertragen, als die Ungewißheit. Einfach mal Aktenzeichen XZ gucken oder was in der Art. Eltern von verschwundenen Kindern wünschen sich oft eine Bestätigung "Mein Kind ist tot", einfach um irgendeine Gewißheit zu haben und der Tod noch immer besser ist, als "was wäre wenn"-Fragen, die nie beantwortet werden. Oder das Konzept der Unsterblichkeit, wenn der Charakter sich an irgendeinem Punkt mit der Klarheit konfrontiert sieht, alle seine Freunde eines Tages zu überleben; ein sich ewig wiederholender Kreislauf, der eben nur mit dem eigenen Tod durchbrochen werden kann.

Als Autor gefällt es mir wesentlich besser, einen liebgewonnenen Charakter in Würde (persönliche Definition) abtreten zu lassen, als auf die Frage "Wann taucht denn xyz wieder auf?" antworten zu müssen: "Gar nicht mehr. Ich habe nichts mehr über ihn zu erzählen." Das wäre mein schriftstellerisches Gegenstück zum Kind, das einfach verschwunden ist.
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Beitrag #70, verfasst am 18.01.2010 - 21:11
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zuletzt bearbeitet am 18.01.2010 - 21:14
AbgeloDestiny schrieb:
@ Lucie Sakurazukamori
Jeder hat sein eigene Vorlieben XD. Du lässt sie ohne mit der Wimper zu zucken sterben. Währenddessen denke ich richtig nach, bevor sie sterben. Es kommt auch darauf an, wie der Mensch ist. Ob er Mitleid mit andere hat oder nicht. Wenn der Autor keine Mitleid mit andere hat, dann lässt er seine Figuren kalt sterben. Ich habe Mitgefühle, deswegen benehme ich mich so.


Ich denke über alles richtig nach, da der Plot in sich logisch sein muss und alle Faktoren aufeinander abgestimmt sein müssen.

Der Rest ist Schwachsinn. Purer Schwachsinn.  

Du kannst nicht einfach behaupten, ich habe kein Mitgefühl, nur weil ich fiktive Figuren in meiner Geschichte sterben lasse.

Realität und Fiktion sind zwei grundverschiedene Dinge!

Ich kann schließlich auch aus der Sicht eines leidenschaftlichen SS-Führers schreiben, ohne ein Nazi werden zu müssen. Ohne ein Mann werden zu müssen, um dabei zu bleiben. Und ich bringe sicherlich keine Menschen um, wenn mein Protagonist einen Mord begeht. Es geht um Glaubwürdigkeit, Abstand und Differenzierung zwischen was ist und was ich erfinde.

Tut mir Leid, aber wenn du Mitgefühl hast, dann sparst du an Sensibilität. Diese Aussage von dir, diese Kategorisierung ohne das du mich im realen Leben kennst, war nicht gerade die feine Art und alles andere als Einfühlsam. Nicht jeder Mensch ist in allem gleich und nicht alles, was auf dich zutrifft, trifft automatisch auf andere zu. Ganz einfache Grundregel.
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Beitrag #71, verfasst am 18.01.2010 - 21:24
Hmmm ... ich lasse meine Figuren nicht gerne leiden. Ich bringe es irgendwie meistens nicht wirklich übers Herz. Kann sein, dass ich zu sentimental bin ... Aber ich quäle mich nicht so gerne, und ich ertappe mich dabei, meine Charaktere teilweise wirklich fast so wie meine Kinder zu betrachten, oder von mir aus Seelenstücke von mir. Zumindest wenn sie mich lange begleiten. Mit Samthandschuhen fasse ich meine Hauptcharaktere nicht immer an. Das ist auch unmöglich in den Genres, die ich schreibe. Aber ich kann wirklich nicht sagen, dass es mich eiskalt lässt.
Ich heule aber durchaus auch bei Geschichten und Filmen. Obwohl es alles Schauspieler und erfundene Charaktere sind ^^

In Kurzgeschichten habe ich allerdings weniger "Skrupel". Da stirbt schon der Eine oder andere grausig. Wobei ich allzu harte Themen auch dort vermeide. Meistens.
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Beitrag #72, verfasst am 18.01.2010 - 21:56
@Angelo
Was mir jetzt keine Ruhe läßt... Einerseits sagst du, Leute die ihre Figuren sterben lassen, haben kein Mitgefühl; sprich du nimmst diese Annahme daher, dass die Leute so schreiben, wie sie in der Realität selbst sind. Andererseits sagst du, du bist Katholikin - und dein Profil gibt an, du findest Dämonen "hot", sprich deine Einstellung zu Religion in der Realität ist, was das Schreiben betrifft, ins Gegenteil verkehrt. Was denn nun?!

Ich für meinen Teil bin da mal ganz offen: Ich schiebe diesen Zwiespalt auf dein Alter. Du hast offensichtlich noch eine Menge zu lernen und auszuprobieren, an erster Stelle sicher, zwischen Realität und Fiktion zu unterscheiden und in deinen Aussagen konsequent zu sein. Daher finde ich es alles auch nicht so tragisch oder nehme irgendwas persönlich/werde auf weiter auf die These eingehen, dass ich (als Charakterkiller) kein Mitgefühl hätte. Wir waren alle mal 16 und mußten alle erst unsere Meinung festigen. Daher nur der gutgemeinte Ratschlag: Nicht gleich pauschalisieren.
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Beitrag #73, verfasst am 18.01.2010 - 22:03
Ich glaube, Angelo meint "kein Mitgefühl für die Figur". Ich denke nicht, dass sie eine grundsätzliche Eigenschaft damit anspricht, sondern allein der fiktiven Charaktere gegenüber.

Ich bin in der Hinsicht vermutlich krank. Es gibt nur wenige reale Menschen, die es schaffen, mir so nahe zu kommen, wie fiktive Figuren das können. Am ehesten noch Mailbekanntschaften (die sind im Alltag einfach praktischer zu schließen und nerven nicht, im Gegensatz zu Nachbarn oder sonstigen ... Leuten.
Menschen aus meiner persönlichen Umgebung sind mir (leider) oft egal, Familie und Freunde mal außen vor. Gestörte Empathie *schulterzuck*.
Aber bei Buch- oder Filmfiguren bekomme ich schon das Heulen, wenn denen das Eis in den Dreck fällt.
AngeloDestiny
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Beitrag #74, verfasst am 18.01.2010 - 22:07
@ Lucie Sakurazukamori
Ich wollte grade schreiben, dass du dich nicht damit angegriffen fühlen sollst, weil ich dich ja nicht kenne, aber du hast es schon erwähnt. Ehrlich ich kenne dich nicht, deswegen werde ich niemals sagen, dass du Herzlos bist. Du kannst Mitleid mit andere haben, oder auch nicht. Woher soll ich das wissen? Ich meinte damit andere Autoren. Die meisten Autoren, die meine Freunde sind, lassen ihre Figuren herzlos sterben. Sie meinten, dass sie keine andere Wahl haben, deswegen brauchen sie nicht traurig zu sein. Ich bin da ein anderer Meinung. Ich kann das nicht, weil ich so bin.

Realität und Fiktion sind verschiedene Dinge, aber ich bin trotzdem traurig oder weine, wenn einer in ein Film oder Buch stirbt. Ob es Realität oder erfunden ist.

Aber muss dich nicht angegriffen fühlen.
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Beitrag #75, verfasst am 18.01.2010 - 22:12
Kenne ich. Ich nehme es auch nicht persönlich, wenn mir mangelnde Empathie vorgeworfen wird, denn es stimmt großteils. Das ist mir so egal, ob jetzt in China ein Sack Reis umfällt oder eine wildfremde Person vor den Zug springt. Das nervt mich höchstens, wenn ich in dem Zug sitze.

Trotzdem hat das nichts mit meinem allgemeinen Mitgefühl gegenüber fiktiven Personen zu tun. Ich liebe Charakterstudien, das Erkunden von Emotionen in Bezug zu Ereignissen, wenn auch auf einer eher philosophischen als zwischenmenschlichen Ebene. Ob ich "Mitleid" mit einer fiktiven Figur habe, hängt nicht davon ab, ob *ich* sie erfunden habe/töte, sondern wie sehr ich mich mit ihr identifizieren kann. Nur weil ich eine Figur erfunden (und damit die Macht, sie zu töten) habe, heißt das ja nicht, dass ich sie mag. Andererseits mag ich Figuren von anderen durchaus und fühle auch mit, wenn ihnen etwas schlimmes passiert.
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