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Beitrag #426, verfasst am 08.07.2010 - 14:54
KayleenMoreno schrieb:

Kommt es nur mir so vor, oder haben Leser derzeit vermehrt 'Angst' überhaupt noch etwas zu schreiben.


Das wäre echt superschade.

KayleenMoreno schrieb:

Und nur weil ich selbst gern lange Reviews schreibe, erwarte ich das doch nicht automatisch von meinen Lesern.


Ich glaube das beste ist, wenn man dazu ein paar Worte im eigenen Profil zu verliert. Wenn du da erklärst, über was für eine Art Review du dich freuen würdest, haben die Leser vielleicht keine Hemmungen.
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Beitrag #427, verfasst am 07.12.2010 - 20:33
Ein Gespenst geht um in der Welt der FF-Boards; es hört auf den Namen "Autorensterben".

Denn auf vielen Autorenboards - nicht nur den reinen FF-Boards wie FF.de - sterben die Autoren mehr oder weniger aus. Fast als habe man Angst. Die Frage ist jedoch wovor, doch bevor ich dazu komme ein kleiner Situationsbericht:

Viele der Stammleser- und Autoren haben sich angemeldet als sie 15/16 waren und jetzt sind sie erwachsen geworden. Ergo haben sie auch andere Interessen.
Was kann man also gegen die stetige Abwanderung von Autoren aber auch Lesern tun?

Ganz einfach: Nachwuchs werben und vor allem junge Autoren nicht immer damit abschrecken, dass alle Junghobbyschreiber ohnehin Dumpfbacken sind, die nix können. Lieber sollte man sich Bemühen diese Leute zu fördern anstatt ihnen permanent Doofheit zu unterstellen. Das wird auf beinahe allen Boards leider Gottes so gemacht. (sei es MyFF, FF.de, FF.net usw.) Da ist die alte Riege mit mehr Erfahrung, die die Texte der Jugend sieht, die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und ruft "ihr seid ja alle dumm!"
Dass da junge Autoren dann abgeschreckt sind, wenn sie bereits von anfang an so derart abgestempelt werden ist klar.

Lasst den jungen Leuten doch überhaupt erstmal die Zeit sich zu entwickeln! Ihr seid schließlich auch nicht als erfahrene Autoren auf die Welt gekommen.

Und die Unbelehrbaren: Die muss man dann eben in ihrem eigenen Saft schmoren lassen, wenn sie nicht wollen. Ist schließlich ihr Ding.

Ich finde das hat im Endeffekt auch viel mit Umgang der Autorengenerationen untereinander zutun. So manch erfahrener sollte sich vielleicht versuche in einem netten Ton in die Jungautoren hineinzuversetzen anstatt mit aller Härte des Zynismus dessen Geschichten zu zerreisen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt, was so mancher offenbar nicht wirklich mit sich bringt.

Oder um es mit einen Sprichwort zu beschreiben, dass eigentlich jeder von uns bereits im Kindergarten beigebracht bekommt: "Was ich nicht will, das man mir tu das füg ich auch keinem anderen zu."

Mit anderen Worten wenn ich angemessene und im Tonfall nette Reviews schreibe kann ich auch eher darauf hoffen mit dem betreffenden Autor in Dialog zu  treten. Und bevor ich jetzt ausgebuht werde: Ich meine damit nicht, dass ihr jetzt Kuschelreviews schreiben und Leuten Honig ums Maul schmieren sollt. Ich meine damit jenen menschlich-empatischen Umgang, der für jeden doch eigentlich selbstverständlich sein sollte. Oder glaubt hier jemand ersthaft, dass zynisch-spitze bis regelrecht bösartige Reviews irgendeinen Autoren - egal ob jetzt Nachwuchs oder alter Hase - dazu veranlassen mit einem höflich in Kontakt zu treten? Wenn da z.T. beleidigt und wirklich persönlich angegriffen wird? Selbst wenn das Projekt an dem man schreibt umstrittig ist und den einen oder anderen nicht gefällt ist das ja kein Grund gleich eklig zu werden.

Und ein weiteres Problem was so ziemlich alle Boards haben: Es wird nicht mit den Autoren diskutiert, sondern über sie. Prinzipiell ist die heutige Diskussionskultur - wenn man sie überhaupt noch so nennen will - darauf beschränkt das Gegenüber möglichst effektvoll nieder zu machen und sich selbst ins Rampenlicht zu stellen. Von Dialog und Diskussion kann da gar nicht die Rede sein. (Und es ist kein Internetproblem, sondern ein gesellschaftliches: siehe Tilo Sarazin und dessen arg wortgewandte Äußerungen)

Was mich an meisten an den meisten Reviews stört ist die Tatsache, das geradezu gebetsmühlengleich auf Re/Gra herumgehakt wird - sicher die ist wichtig -, aber selten genug werden die Autoren überhaupt nach den inhaltlichen Beweggründen gefragt, sondern es werden über den Kopf des Autoren hinweg irgendwelche wilden Behauptungen aufgestellt und dabei so getan als sei der Autor gar nicht da. Und als sei er kein mensch, sondern ein "Etwas". Es wird einfach permanent aneinander vorbeireviewt. Anschließend verhärten sich die Fronten und dann hat man eine Situation wie wir sie momentan auf vielen Boards haben. Die Jungen wandern ab und die Alten behaupten die Jungen seien unfähig. Ich denke mit mehr K-O-M-U-N-I-K-A-T-I-O-N wäre so manchem geholfen. Und es würde viele Probleme und Streiteren von alleine aus dem Weg gehen.

Und zum Schluss ein paar Worte an die Jungautoren: Traut euch! Ich will euch hier auch Mut machen und vor allem müsst ihr, die zwangsläufig die Zukunft von Boards wie FF.de sind, euch auch als diese Zukunft begreifen lernen und was noch viel wichtiger ist ihr müsst dranbleiben. Egal wie schlimm die ersten Schreibversuche und die darauffolgenden Reviews sein können. Wir sind alle nicht als Meister vom Himmel gefallen. Selbst diejenigen nicht, die das ständig von sich behaupten und so tun als seien sie als "Superlektor" aus dem Bauch der Mutter geschlüpft.
Aber das setzt vorraus dass ihr euch einbringt, den Dialog sucht und mit uns sachlich diskutiert. Wobei ich diese Worte jetzt an Neulinge sowie alte Hasen wende. Denn da haben beide Seiten enormen aufholbedarf, wenn ich das mal so sagen darf.

Und wo ich ganz oben von Angst sprach. Deshalb schreiben viele nicht mehr. Immer muss man damit rechnen das irgendein Superlektor mit übersteigerten Selbstwertgefühl aufbrausend daherkommt, alles und jeden niedertrampelt nur um sich selbst in ein besseres Licht zu rücken. Da macht das Schreiben in den Boards einfach keinen Spaß mehr und die Autoren ziehen es dann wieder vor ganz altmodisch im stllen Kämmerlein zu schreiben und sie maximal den besten Freunden und Eltern zu zeigen.

Denkt mal darüber nach. Reviews gehen uns alle an - nicht bloß die Autoren, die sie bekommen.
"Nur wer das Unmögliche fordert wird das Mögliche erreichen, denn wer stets nur das Mögliche fordert wird überhaupt nichts erreichen."
- Michail Bakunin
 
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