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Beitrag #1, verfasst am 12.02.2010 - 01:35
Ist die allgemeine Einteilung in gut und böse sinnvoll? Also das es nur zwei klare Seiten gibt oder ist eine Grauzone besser, das man nicht wirklich einer Seite dazugehört? Oder eine Mischung, das Gut, Böse und Grauzone vereint?

Mögt ihr die normale Einteilung der Charaktere/Taten/Ereignisse in gut und böse?
Das z.B die Guten immer die strahlenden, vorbildhaften Helden sind und die Bösen die hässlichen, grausamen Monster.

Oder eher tiefgründigere Charaktere/Taten/Ereignisse bei denen auch die Guten gewisse Laster haben und die Bösen nachvollziehbare Erklärungen für ihre Taten besitzen?
Das der Gute z.B eine ganze Stadt zerstört hat und dabei unschuldige getötet hat, aber dafür andere gerettet hat, während der böse durch ein dramatisches Ereignis oder durch ein Experiment oder Intrige eines wirklichen Bösen erst böse geworden ist (Bestes Beispiel Darth Vader: War im Prinzip nur Opfer einer Intrige/Verschwörung des Imperators)

Was haltet ihr von Geschichten in denen es "Gut gegen Gut" geht oder "Böse gegen Böse"?
Weil jeder sein Ziel für das wirklich Gute hält oder jeder sein Ziel für das wahre Böse.


Erfüllen z.B Antihelden den Bereich Grauzone? Charaktere die sich selbst als böse sehen, ihre eigenen Ziele in den Vordergrund stellen oder eigentlich böse scheinen, aber deren Taten wieder einen positiven/negativen Effekt haben.

Ihr seid gefragt.

Was meint ihr dazu?
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Beitrag #2, verfasst am 12.02.2010 - 09:26
Boah... Du stellst Fragen!

Mir persönlich gefällt dieses Schubladendenken nicht. Ist jeder, der Böses tut automatisch ein verdorbener Charakter? Mir fallen spontan etliche verschiedene Varianten ein, wie eine Figur (oder auch ein real exisitierender Mensch) Gutes oder Böses tun kann. Aber zeigt dieses Verhalten seinen wahren Charakter?

Moralisch und menschlich gesehen könnte man viele meiner Charaktere auch als "Die Bösen" bezeichnen, aber sind sie das wirklich, wenn sie in ihren Augen das Richtige, das Gute tun?
Ein Auftragskiller kann ebenso gut ein liebender, guter Vater sein, auch wenn er einen, gemeinhin als böse bezeichneten, Job nachgeht.

Ich finde es wesentlich interessanter, meinen Charaktären sowohl positive, als auch negative Charakterzüge zu geben. Sie handeln moralisch gewiss verwerflich, allerdings, wenn es um ihre Freunde und nahen Verwandten geht, den Menschen, die ihnen etwas bedeuten, sind sie sanft, liebevoll, versuchen sie nicht zu verletzen, sind rücksichtsvoll, zeigen Mitleid usw...

Also eine strikte Einteilung in gut und böse wird man bei mir nicht finden, da ich darauf achte, nachvollziehbare Charaktere zu kreieren, also gehöre ich wohl eher zu den "Grauzonenschreibern"
Mir gefällt es auch, meinen Figuren eine Vergangenheit zu geben, die einige Dinge ihres Verhaltens erklärt. Erziehung ist da ein ganz wichtiger Punkt. Wie soll aus einem Menschen, dem schon als Kind vorgelebt wird, was in Augen der Eltern gut und böse ist, auf einen anderen Gedanken, zu einer anderen Weltanschauung kommen? und mag es noch so eine abstruse Weltanschauung sein.
Schlimme Erlebnisse können sicherlich auch dafür sorgen, dass ein Mensch sich nicht mehr "gut" verhält.
Rache, als Beispiel. Wenn ein Mensch, den schlimmes Leid zuteil wurde, einen der Verursacher tötet, ist er gut oder böse? Er handelt moralisch, menschlich verwerflich, kurz "böse", aber er macht es in seinen Augen, weil es das Richtige, das "Gute"  ist.

Ganz ehrlich, eine Einteilung in nur gut und böse halte ich für wenig sinnvoll, weil es unrealistisch wirken würde. Niemand handelt nur gut, Mary Sues vielleicht ausgenommen, aber das ist ein anderes Thema, nein, vielmehr machen auch die Guten Fehler und verletzen mal Jemanden. In den Augen dieses Jemands wird das auch böse sein.
Was ich sagen will, es kommt eben vielmehr auf die einzelnen Handlungen der Charaktere an, nicht darauf, ob sie jetzt als "gut" oder "böse" erklärt werden.

P.s. finds witzig, dieses Thema gerade jetzt zu finden, da ich mir gestern Abend erst darüber Gedanken gemacht habe... aber das nur am Rande
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Beitrag #3, verfasst am 12.02.2010 - 09:42
Bei mir gibt es jede Menge grauer Charaktere... einige hellgrau-fast-weiß, andere dunkelgrau-fast-schwarz. Aber wirklich absolut gute und absolut böse Charaktere habe ich nicht. Es gibt zwar den oder anderen Charakter, der die Welt streng in Gut und Böse/Schwarz und Weiß unterteilt und auch so sieht... aber das ist dann nur dessen persönliche Wahrnehmung, und er selbst ist auch grau...

Ich halte nichts von diesem Schubladendenken. Schließlich sind wir alle nicht nur gut oder nicht nur böse. In Märchen und Epen (wie z.B. Herr der Ringe) mag dieses Schwarz-Weiß-Denken funktionieren, weil man dann ganz genau weiß: Das sind die Bösen! Aber in anderen Genres wirken sie etwas überholt.

Und zu meinem Lieblingssetting (Science Fiction) passt Schwarz-Weiß einfach nicht. Da müssen Grautöne her.
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Beitrag #4, verfasst am 12.02.2010 - 10:52
Also ich habe es lieber, wenn alle Charaktrere erstmal in der Grauzone sind. Und sich dann nach und nach rausstellt, wer etwas mehr in die eine oder andere Richtung tendiert. Gerne auch so, dass man denk person A sein der Böse, aber in Wahrheit sits dann person E. Von daher auch immer her mit falschen Spuren, verwirrenden Aussagen....
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Beitrag #5, verfasst am 12.02.2010 - 11:10
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zuletzt bearbeitet am 12.02.2010 - 11:14
Anmerkung: Nein, ich möchte Leser von z.B. High Fantasy nicht als nicht-anspruchsvolle Leser hinstellen. Ich weiß durchaus, dass es ein paar Genre gibt, in denen das Schwarz-Weiß-Schema zur Berufsbeschreibung gehört, die klammere ich hier explizit aus. Es geht mir nur um Geschichten, die eben nicht in eine solche Genre-Vorgabe fallen.



Grievous schrieb:
Ist die allgemeine Einteilung in gut und böse sinnvoll? Also das es nur zwei klare Seiten gibt oder ist eine Grauzone besser, das man nicht wirklich einer Seite dazugehört? Oder eine Mischung, das Gut, Böse und Grauzone vereint?


Solang man ein junges Publikum hat (Kinderliteratur und so) ist es sicher sinnvoll, die Charaktere zumindest grob in gut und böse einzuteilen. Viele erfahrenere und/oder erwachsene Leser würde allerdings eine reine Unterteilung in Gut und Böse schlicht als furchtbar langweilig erscheinen.

Grievous schrieb:
Mögt ihr die normale Einteilung der Charaktere/Taten/Ereignisse in gut und böse?
Das z.B die Guten immer die strahlenden, vorbildhaften Helden sind und die Bösen die hässlichen, grausamen Monster.
Oder eher tiefgründigere Charaktere/Taten/Ereignisse bei denen auch die Guten gewisse Laster haben und die Bösen nachvollziehbare Erklärungen für ihre Taten besitzen?
Das der Gute z.B eine ganze Stadt zerstört hat und dabei unschuldige getötet hat, aber dafür andere gerettet hat, während der böse durch ein dramatisches Ereignis oder durch ein Experiment oder Intrige eines wirklichen Bösen erst böse geworden ist (Bestes Beispiel Darth Vader: War im Prinzip nur Opfer einer Intrige/Verschwörung des Imperators)


Dein Beispiel hier ist so suggestiv - ich glaube, du beantwortest dir deine Frage damit bereits selbst. ^^;
Zumindest Leser, die nicht alles konsumieren wie Billigfastfood, werden irgendwann in ihren Leserdasein beginnen, Ansprüche zu stellen. Zu diesen Ansprüchen gehört auch: Keine Stereotypen und "Ich will nicht schon am Anfang der Geschichte wissen, wie sie ausgeht."
Charaktere strikt in ein "gut vs. böse"-Schema einzuteilen widerspricht diesen Ansprüchen allerdings oftmals. Man will dann schon Begründungen, warum der Gute gut ist und der Böse böse - und gerade bei diesem Schritt werden die Charaktere nun mal "grau" und Grenzen verwischen sich.


Grievous schrieb:
Was haltet ihr von Geschichten in denen es "Gut gegen Gut" geht oder "Böse gegen Böse"?
Weil jeder sein Ziel für das wirklich Gute hält oder jeder sein Ziel für das wahre Böse.


Ich wage zu bestreiten, dass ein wirklich durchdachter Böser sein Ziel als Böse in dem Sinne ansieht. Vielmehr ist das, was er tut, für ihn "gut" - und sei es nur für die Befriedigung seiner Gelüste. Er erkennt unter Umständen, dass es amoralisch ist, was er da tut, aber trotzdem wird kaum einer von ihnen ernsthaft von sich behaupten "Ich bin der Böse" und dass dann auch zu meinen - außer, er will z.B. die Gegenseite verhöhnen.
Ob etwas gut oder böse ist, liegt immer beim Betrachter - in diesem Fall in der Regel beim Leser oder bei der Erzählerperspektive, die ja in der Regel am "guten" Protagonisten klebt.

Grievous schrieb:
Erfüllen z.B Antihelden den Bereich Grauzone? Charaktere die sich selbst als böse sehen, ihre eigenen Ziele in den Vordergrund stellen oder eigentlich böse scheinen, aber deren Taten wieder einen positiven/negativen Effekt haben.


Ich glaube wie gesagt nicht, dass Charaktere, in diesem Falle Antihelden, sich als "böse" betrachten - wie gesagt, Gut und Böse sind Schablonen, die von außen aufgelegt werden, um ein bestimmtes Verhalten zu beurteilen.
Im übrigen - wenn die Taten weder einen positiven noch einen negativen Effekt haben, was für einen Effekt haben sie dann noch?

Aber ansonsten: Ja, Antihelden fallen gewohnheitsgemäß in diese Grauzone - sie haben Eigenschaften, die eben nicht edel und toll und nachahmenswert sind, sondern unangenehm, amoralisch oder schlichtweg falsch - und sie tun dann und wann eben doch das richtige.


Und um meine Meinung noch kund zu tun: Ich mag Geschichten nicht sonderlich, die einfache Schwarz-Weiß-Malerei betreiben. Geschichten sagen mir eher zu, wenn die Seiten flexibel sind und die Charaktere eben nicht nur gut oder nur böse, sondern irgendwas dazwischen. Das macht sie meiner Meinung nach "menschlicher"* und realistischer - und ich lese gerne Charaktere, die irgendwie realistisch sind, von ihrem Aufbau her.


* gilt natürlich nur für Charaktere, die irgendwie ins menschliche Denkschema fallen - n Tentakelmonster kann meinetwegen auch einfach nur böse sein... Will ich dann aber auch nicht unbedingt in der Hauptrolle.
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Beitrag #6, verfasst am 12.02.2010 - 11:11
hallo

Grundsätzlich Grauzonen, weil es Personen die NUR gut oder NUR böse sind, einfach nicht gibt. (und ich lese eigntlich auch kein Storys, in denen dies so extrem getrennt wird)

LG Seraphin
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Beitrag #7, verfasst am 12.02.2010 - 11:48
Also bei mir hat selbst der allerbeste Charakter mindestens eine Schattenseite/ein dunkles Geheimnis/eine schlechte Eigenschaft. Das liegt einfach daran, dass ich dieses Kategorische nicht leiden kann. Es gibt nicht nur Schwarz und Weiß, Heiß und Kalt - es gibt da viele verschiedene Abstufungen und meist liegt das Ganze auch im Auge des Betrachters.
Für den einen mag der Mensch perfekt sein, für den anderen nicht. Das hängt mit den Idealen des Betrachters zusammen. Und ich spiele auch gerne damit und ich finde auch, dass man hinsichtlich dieses Kriteriums gut mit Klischees arbeiten  bzw. diese widerlegen kann.
Es gibt auch diesen treuen, intelligenten Schönling, der andere beraubt oder der grausam sein kann. Genauso wie es dieses garstige, häßliche Mädchen gibt, dass aber tief in Inneren gerne geliebt werden würde.
Im Fantasybereich werden sehr viel häufiger die Figuren einer bestimmten Position zugeordnet, - dann kämpfen auch gerne mal die Guten gegen die  Bösen. Aber es gibt auch immer neutrale Grauzonenbewohner. Und das entspricht dann wieder der Realität.
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Beitrag #8, verfasst am 12.02.2010 - 12:48
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zuletzt bearbeitet am 12.02.2010 - 12:49
Für mich sind gut und böse nur Werkzeuge, keine allgemeingültige moralische Kategorisierung. Als solche sind sie aber überaus nützlich, und ich teile je nach Taten in "Böse" oder "Gut". Dass ein Bösewicht Gründe hat, böses zu tun, macht ihn für mich zu einem gut ausgearbeiteten Charakter, und nicht zu einem Heiligen. Aber böse ist er trotzdem im handwerklich-pragmatischem Sinne (wie gesagt, ich fälle keine Moralurteile). Gründe und Absichten sind vollkommen irrelevant für diese Einteilung.

Was ich schreibe?
Na von moralisierenden Spießern bis zu bitterschwarzen Rächern (in der Protagonistenrolle auch) ist da alles dabei. Natürlich gebe ich Gründe für dieses und jenes Verhalten, also würden es manche wohl als "grau" interpretieren. Ich nicht. Grau in Grau wäre mir viel zu langweilig, ich mag lieber den ganzen Regenbogen. Man muss nicht jeden zu einem zynischen Antihelden umkonstruieren, weil das Publikum einen Grauanspruch hat. Man sollte ihm Schwächen geben, die zu dem Charakter passen. Mein moralischter Charakter ist zum Beispiel recht überheblich und präsentiert sich gerne als der einzig Wissende.

Grievous schrieb:
Das der Gute z.B eine ganze Stadt zerstört hat und dabei unschuldige getötet hat, aber dafür andere gerettet hat, während der böse durch ein dramatisches Ereignis oder durch ein Experiment oder Intrige eines wirklichen Bösen erst böse geworden ist (Bestes Beispiel Darth Vader: War im Prinzip nur Opfer einer Intrige/Verschwörung des Imperators)


Finde ich nicht. Er hat tausende von Familien getötet. Das steht in keiner Relation zu seinen Gründen. Vader ist eine durch und durch dunkle Erscheinung, und das einzig positive an ihm ist sein Familiensinn. Er ist ein fleischgewordener Alptraum, und ebenso grauenhaft wie Palpatine (wenn auch in eine andere Richtung).
Und das sage ich als gewaltiger Vader-Fan.
Ich verzweifel regelmäßig daran, dass ich im englischen Fandom nur einen weichgespülten Vader vorgesetzt bekomme, der mit der absolut rücksichtslosen Darstellung der OT nichts mehr gemein hat.
Hat keinen Genierer.
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Beitrag #9, verfasst am 12.02.2010 - 12:56
Darth Pevra schrieb:
Grievous schrieb:
Das der Gute z.B eine ganze Stadt zerstört hat und dabei unschuldige getötet hat, aber dafür andere gerettet hat, während der böse durch ein dramatisches Ereignis oder durch ein Experiment oder Intrige eines wirklichen Bösen erst böse geworden ist (Bestes Beispiel Darth Vader: War im Prinzip nur Opfer einer Intrige/Verschwörung des Imperators)


Finde ich nicht. Er hat tausende von Familien getötet. Das steht in keiner Relation zu seinen Gründen. Vader ist eine durch und durch dunkle Erscheinung, und das einzig positive an ihm ist sein Familiensinn. Er ist ein fleischgewordener Alptraum, und ebenso grauenhaft wie Palpatine (wenn auch in eine andere Richtung).
Und das sage ich als gewaltiger Vader-Fan.
Ich verzweifel regelmäßig daran, dass ich im englischen Fandom nur einen weichgespülten Vader vorgesetzt bekomme, der mit der absolut rücksichtslosen Darstellung der OT nichts mehr gemein hat.


Naja, Darth Vader war als Anakin Skywalker noch einer der Guten, und wurde von Palpatine auf die dunkle Seite gezogen, wegen der Sache mit Padmé und weil er dachte, sie würde sterben - und dass er sie nur so retten kann, also durch die Dunkle Seite. Aber die Dunkle Seite hat sie ihm schließlich genommen. Welch grausame Ironie.

Als Darth Vader war Vader allerdings finsterschwarz und ein fleischgewordener Albtraum voller Hass und Zorn auf sich und die Welt, der skrupellos und eiskalt Leben ausgelöscht hat, ohne einen Funken Bedauern.

Und Vader/Anakin ist immer noch mein absoluter Lieblingscharakter bei Star Wars. Sowohl als guter Jedi als auch als bitterböser, tiefschwarzer, grausamer Sith-Lord.
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Beitrag #10, verfasst am 12.02.2010 - 13:29
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zuletzt bearbeitet am 12.02.2010 - 13:55
@Andauril:
Ich glaube, wir sind alle in einem bestimmten Konflikt gefangen, bei diesem Thema, und deine zwei Beiträge veranschaulichen das in ihrem Widerspruch ganz gut: Einerseits wollen wir komplexe Charaktere erschaffen, die nicht in Schubladen passen, andererseits brauchen wir als Leser und Autoren letzlich doch Schubladen, um die Geschichte erfassen zu können.

Vader wird nicht von "gutem Jedi" zu "bitterbösem Sith", das sind Schubladen, er wird von einem sehr fehlerhaften Jedi zu einem Sith mit - wie Pevra sagte - Familiensinn. Wir betrachten hier einen durchaus komplexen Charakter, aber wir erlauben uns trotzdem zu sagen: Jetzt ist er "gut". Und jetzt ist er "böse".

Du kannst Lesern eine Geschichte präsentieren, in der jeder Charakter immerzu aus Schubladen ausbricht und durch und durch Grau ist. Völlig machbar. Aber eine solche Geschichte ist schwerer zu erfassen und läuft in Gefahr, nicht verstanden zu werden, oder den Leser gefühlstechnisch auszusperren. Ich hab den Fehler eigenhändig gemacht und seitdem biete ich Lesern ein paar Ankercharaktere, die erst einmal Weiß und Schwarz erscheinen, einfach damit sich die Leserschaft an was festhalten kann. Umwerfen kann man es ja immer noch, aber für den Moment und speziell für den Einstieg braucht es was Erfassbares und Klares... Glaube ich.

//EDIT: Ich hab zum Beispiel auch kein Problem mit dem eher einfachen Quaritch in "Avatar". Wir sehen ihn aus Jake-Perspektive und damit als Antagonist, und genau diese Rolle spielt er sehr exakt und sehr energisch. Wenn dagegen in "The Dark Knight" der Joker als komplexer Gegenspieler gelobt wird, dann meinen wir damit eigentlich, dass der Joker nicht nur Antagonist ist, sondern auch Impact Character. Will heißen: Batman kämpft mit ihm um ein Ziel UND um ein ganzes Weltbild. Ich glaube (!), man erschafft komplexe Antagonisten, indem man ihnen mehrere Rollen zuweist, ohne dabei ihre ursprüngliche Rolle und deren Klarheit zu opfern.
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Beitrag #11, verfasst am 12.02.2010 - 13:47
Andauril schrieb:

Naja, Darth Vader war als Anakin Skywalker noch einer der Guten, und wurde von Palpatine auf die dunkle Seite gezogen, wegen der Sache mit Padmé und weil er dachte, sie würde sterben - und dass er sie nur so retten kann, also durch die Dunkle Seite. Aber die Dunkle Seite hat sie ihm schließlich genommen. Welch grausame Ironie.


Wie ich schon sagte, das "Warum" ist in meiner Einteilung vollkommen irrelevant. Ich betrachte den Ist-Zustand. Deswegen sage ich auch, dass Elrika Cavella böse ist, ein Charakter, der einmal eine liebende Mutter war.

Und ja, Anakin Skywalker war ein Guter. Wenn auch einer mit Schattenseiten.
Hat keinen Genierer.
zuojenn
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Beitrag #12, verfasst am 12.02.2010 - 14:06
Ich glaube, ich bin über den Punkt hinaus, an dem ich mir noch Gedanken über diesen Schwarz-Weiß-Grau-Konflikt mache.
Gute Geschichten kann man auf jede Art erzählen, denke ich und rein gute Figuren (mal ehrlich: Ein paar unsympathische Eigenschaften machen noch keine Grauzone) müssen weder platt noch unbeschriebene Blätter sein.

Ich hab eine Geschichte, in der agiert eine finstere Figur gegen die andere. Mittendrin befindet sich die - auch nicht bessere - Gegenseite und die einzig "gute" Figur entscheidet sich zwischen Pest und Cholera, was in einem - vorläufigen - Happy End endet. Romantisches Happy End mit einem Kerl, der sie zuvor benutzt, belogen und betrogen hat und weit mehr unschuldigem Blut an den Händen hat, als sie sich vorstellt (und das ist schon jede Menge).
Sehr einseitig düster, würde ich sagen, die Moral war gerade ausverkauft. (Die Leser werden mich lynchen, ich hab sehr große Angst).

Andererseits habe ich aber auch kein Problem damit, eine ganze Geschichte lang nur Personal mit guten Absichten agieren zu lassen und den Antagonisten vollkommen im Schatten stehen zu lassen, indem er ganze zwei Absätze lang in eine - skizzierte - Erscheinung tritt und ansonsten durch Abwesenheit glänzt. Die Guten haben derweil mit sich selbst zu tun, und damit Gutes zu tun, was sie leider irgendwie recht unterschiedlich definieren ...

Grautöne ... ja. Aber man darf es auch hier nicht übertreiben. Eine Geschichte, in der jede Figur grau ist, kann auch schnell genau daran zugrunde gehen.
In Geschichten geht es halt auch um Extreme, denn das Gewöhnliche haben wir alle jeden Tag zu Hause. Gleißendes Weiß und finsteres Schwarz stechen mehr ins Auge, als ein ausgewogener Grauton, den dann alle Figuren an sich tragen.
Keine Ahnung, aber am besten macht man sich über sowas möglichst wenig Gedanken, sondern erzählt die Geschichte, wie sie sein sollte.
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Beitrag #13, verfasst am 12.02.2010 - 14:38
Hi!

Also ich schließe mich zuojenn da an: Bei mir gibt es keine Gedanken über Schwarz-Weiß-Grau, sondern das Ursachen-Wirkungsprinzip vom Aufeinanderprallen verschiedener Charaktere und Umstände.

Was ist denn "Gut" und "Böse"?

Muss das wirklich losgelöst von der Geschichte unserer eigenen Moral entsprechen, oder ist es viel mehr nicht lediglich das verständliche, nachvollziehbare, den Zielen uns sympathisierender Charaktere dienende Geschehen?
Muss "Böse" wirklich eine abstrakte "Antimoral" erfüllen, oder sind es nicht einfach die Gegensätze zu obrig genanntem?

Man kann Robin Hood aus der Sicht des Sheriffs beschreiben, indem man seine Handlungsgründe und den nominativen Rahmen seiner Denkweise vertraut macht und Robin Hood als den introganten, manipulativen Terroristen darstellen.
Was ist denn Osama Bin Laden anderes für "uns" westliche Welt? Jemand, der uns Schaden zufügt. Ein grausamer, Opfer mal eben so einkalkulierender Schädling, der einfache Menschen geschickt manipuiert und seinen Zielen zunutze macht.
Und man kann es so machen, wie es landläufig gemacht wird, und einfach Robin Hoods Spuren folgen - was den Sheriff zwangsläufig zu einem Bösewicht macht, denn er handelt ja gegen die Überzeugung unseres Sympathisanten und mit mitunter ziemlich unmenschlichen Methoden.
Genau das tun aber auch diejenigen, die sich gegen "uns" richten - sicherlich mit der selben Überzeugung, wie wir mit Robin Hood bangen.

*hüstel*

Platt wird es, wenn man der jeweiligen Seiten das "gut" und das "böse" von vorne rein aufzwängt.
Oder unsere persönliche Wert- und Moralvorstellung in einen Rahmen wirft, der sie gar nicht tragen kann.

Also ich könnte bei mir gar nicht mal sagen, ob ich wirklich grau schreibe.

Meine Charaktere sind sich und ihrer Überzeugung treu, verurteilen, fühlen sich bedroht, kriegen Dinge in den falschen Hals. Hassen.
Ich spiele gerne mit Motivationskonflikten.
Konfrontriere sie damit, wie zerbrechlich und subjektiv "gut" und "böse" letztendlich ist.
Wie es sich anfühlt, auf einer Seite zu stehen und manchmal auch zu erkennen, dass es moralisch die untragbarere ist.
Ist das grau?
Andererseits habe ich auch ne Menge Charaktere, die moralisch wirklich "Abartigkeiten" fertig bringen - aber aus ihrer Sicht wirklich einwandfrei handeln.

Schwierig ... und ich glaube, es ist wirklich alles eine Sache der Darstellung, ob es "wirkt" oder nicht.


Grüße,
Vargr
"Wer die Dunkelheit fürchtet, kennt nicht die Grausamkeit des Lichts.."
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Beitrag #14, verfasst am 12.02.2010 - 16:31
Vargr schrieb:
Also ich schließe mich zuojenn da an: Bei mir gibt es keine Gedanken über Schwarz-Weiß-Grau, sondern das Ursachen-Wirkungsprinzip vom Aufeinanderprallen verschiedener Charaktere und Umstände.


Dem würde ich mich fast anschließen.
Das einzige, was ich da ausklammern muss, ist die Aussage, dass es gar keine Gedanken über Schwarz-Weiß-Grau gibt. Natürlich stecken die immer mal wieder dazwischen, wenn ich die Moral meiner Charaktere hinterfrage. Aber oftmals versuche ich das dann wegzuschieben und sage mir: "Dein Charakter hat seine Gründe. Er ist nicht aus dem Nichts auf seine Handlungsweise gekommen. Ob seine Moral nun "gut" oder "böse" ist, liegt immer noch im Auge des Betrachters."

Ich muss auch sagen: Ich finde es sehr reizvoll, einen Konflikt darzustellen, bei dem der Leser im Endeffekt beide Seiten verstehen kann und vielleicht gar nicht mal mehr weiß, welchem Charakter er eher die Daumen drücken soll.

Aber das funktioniert nicht immer. Wird das zu weit ausgereizt, kann das der Geschichte ziemlich schaden. So geschehen bei einem - den meisten hier wahrscheinlich unbekannten - Beispiel, dem Manga "Naruto". Als ich angefangen habe, den zu lesen, war ich begeistert, weil auch den grausamen, kalten Charakteren und denen mit "bösen" Absichten eine gut begründete Motivation und/oder traumatische Umstände in der Vergangenheit mitgegeben wurden - sodass man ihr Verhalten nachvollziehen konnte.
Inzwischen ist der Manga jedoch ... etwas, ähm, ausgeufert und das Motiv wiederholt sich zu oft: Jeder "Bösewicht" bekommt entweder eine traumatische Vergangenheit verpasst oder hat einen Knacks weg und will mit seiner Zerstörung den Menschen eigentlich nur vor Augen halten wie grausam sie ist und sie auf diesem Weg zurück zum Frieden führen.
Durch diese Vorgehensweise werden alle Grausamkeiten irgendwo neutralisiert. Wenn das nicht bald die Kurve kriegt und in eine andere Richtung umschlägt, läuft es in meinen Augen Gefahr lächerlich zu werden.
Naja, man kann sich an dem Gedanken festhalten, dass einer der ehemals "guten" Hauptcharaktere sich langsam aber sicher zu einem völlig fanatischen Psychopathen entwickelt und das auf seine Weise einen Ausgleich dazu schafft. .... Hey, wenn ich da jetzt noch mal drüber nachdenke, ist das wirklich genialer als ich bisher dachte ...

Wie auch immer. Ich hoffe, es ist rausgekommen, was ich eigentlich sagen wollte, nämlich dass man ab und zu auch einfach mal ein Arschloch in seinen Geschichten braucht, das wirklich nur darauf aus ist, seine sadistischen Gelüste zu befriedigen. Oder eben einen psychisch wirklich zerrütteten Charakter, der nicht heimlich auf Weltfrieden aus ist, sondern egoistische Ziele verfolgt. Natürlich kann man jetzt wieder darüber streiten, ob nicht alle unsere Handlungen im Endeffekt egoistischer Natur sind, aber diese Art von Egoismus meinte ich jetzt nicht ;P
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Beitrag #15, verfasst am 12.02.2010 - 16:38
Bei menschlichen Protas tue ich mich schwer, jemanden 100% böse oder 100% gut zu "schneidern".

Einfacher fällt das bei dämonischen/übernatürlichen Protagonisten.
Alles, was du über mich gehört hast, stimmt: Arrogant, stinkfaul, kleinkariert, von Geburt an schon borniert, fies, hundsgemein, dekadent, ordinär, banal, ohne jegliche Moral...
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Beitrag #16, verfasst am 12.02.2010 - 17:33
Das „Gut und Böse“-Schema kommt in jeder Geschichte vor. Es kommt nur darauf an, wie komplex eine Geschichte ist. Bei meist kurzen Märchen beschränkt man sich auf diese beiden Seiten: die böse Hexe und die guten Kinder. In Büchern und Filmen machen nicht die Vertreter dieser beiden Seiten den Mittelpunkt der Geschichte aus, sondern ihre Handlanger.

Am Beispiel „Star Wars“, dem wohl modernsten Märchen, kann man das ganz gut sehen. Der Imperator ist der Böse, die Jedi (speziell Obi Wan) stellen die Guten dar. Han Solo als Pirat und Schmuggler ist ein zwielichtiger Charakter, der zum Guten tendiert, daher auch so interessant ist. Darth Vader ist das Pendant, denn auch er wechselt am Ende die Seiten, wenn auch etwas zu spät.

Bei James Bond funktioniert das „Böse vs. Gut“-Prinzip seit Jahrzehnten erfolgreich. Bei der Serie „Babylon 5“ ist es sogar das Hauptthema, doch auch da machen die Charaktere, die mit den „Schatten“ und „Vorlonen“ – also mit Gut und Böse – in Berührung kommen, die eigentliche Handlung aus.

Oder nehmen wir Cap. Sisko von Deep Space Nine. Ein durchweg „guter“ Charakter. Trotzdem verschweigt er, wer hinter dem Mord an sechs Personen steht, weil er nur so die Romulaner auf seine Seite ziehen kann.

In diesem Sinne habe ich absolut nichts gegen eine Schwarzweißmalerei, sofern die Handlung und die restlichen Charaktere die Grautöne liefern. Aber ich habe auch absolut nichts gegen Märchen, denn dafür habe ich eine Schwäche.

LG, Muggelchen
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Beitrag #17, verfasst am 12.02.2010 - 18:18
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zuletzt bearbeitet am 12.02.2010 - 18:19
Bin ein absoluter Grauzonen-Fan^^

Schwarz-Weißmalerei ist ganz und gar nicht mein Ding, und um ein Buch dieser Art toll zu finden, muss es schon richtig genial sein.
Bei einem der geilsten Bücher, die ich je gelesen habe, waren die Rollen eigentlich klar verteilt - es gab eine Heldin, die einen Tyrannen besiegen wollte/sollte/musste. Motive waren Rache, Gerechtigkeit etc. Schon im Lauf des Buches wurde immer mal wieder die Frage aufgeworfen, ob es nach dem Sturz des Tyrannen wirklich besser sein würde, und ob ein im Krieg erkämpfter Frieden wirklich ein richtiger Frieden sein kann.
Ich war beim Lesen immer wieder entsetzt über die Gräueltaten des Tyrannen, und als er am Schluss persönlich auftrat und seine Beweggründe offenbarte, wusste ich nicht mehr, wer denn nun Recht hatte. Beide und keiner. Die "Guten" haben den Krieg zwar gewonnen, aber einen hohen Preis bezahlt, und von einer friedlichen Welt konnte keine Rede sein, ebensowenig war von der Freiheit und Gerechtigkeit, für die gekämpft wurden, am Ende noch viel übrig (siehe meine Signatur, stammt aus dem Buch). Die Heldin selbst konnte sich über ihren Sieg auch nicht mehr freuen.

Es ist einfach nicht möglich, absolut zwischen Gut und Böse zu unterscheiden, weshalb ich es auch nicht mag, wenn in der Literatur von dem "perfekten Guten" die Rede ist.
Wer keinen Schatten hat, steht im Dunkeln.
"Loki ist 'ne ausgewachsene Diva. Er will Blumen, er will Paraden, er will ein Monument, das in den Himmel aufragt mit seinem Namen drauf. ... Verfluchter Penner."
("Iron Man" Tony Stark in "Marvel's The Avengers)
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Beitrag #18, verfasst am 12.02.2010 - 18:40
MySecretsKeeper schrieb:

Naja, man kann sich an dem Gedanken festhalten, dass einer der ehemals "guten" Hauptcharaktere sich langsam aber sicher zu einem völlig fanatischen Psychopathen entwickelt und das auf seine Weise einen Ausgleich dazu schafft. .... Hey, wenn ich da jetzt noch mal drüber nachdenke, ist das wirklich genialer als ich bisher dachte ...

Das hab ich hier auf FF.de mal bei einer Eragon-FF gelesen.
Es ging um die Anführerin einer Widerstandsgruppe gegen Galbatorix - im Prinzip also auf der richtigen Seite. Sie war nur so verbohrt in ihrem Hass, daß sie zum Schluss alles geopfert hat, ihre Freunde, am Ende sogar ihren eigenen Sohn.
War spannend zu lesen, wie diese Person immer weiter in ihren Wahnsinn abkippte...

Ich selbst tu mich ja zugegebenermaßen etwas schwer mit Grautönen. High Fantasy lädt einfach zum klassischen Gut-Böse-Märchen-Schema ein. Allerdings mag ich diese Gauner-Charaktere, die ihre Ziele auch schon mal etwas rücksichtsloser verfolgen.
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Beitrag #19, verfasst am 12.02.2010 - 19:30
@Rowellan

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Ich selbst tu mich ja zugegebenermaßen etwas schwer mit Grautönen. High Fantasy lädt einfach zum klassischen Gut-Böse-Märchen-Schema ein.
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Hihiiii, da bist du bei mir ja erstaunlich lange "bei der Stange" geblieben :-)


Grüße,
Vargr
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Beitrag #20, verfasst am 12.02.2010 - 19:34
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zuletzt bearbeitet am 12.02.2010 - 19:34
Ich mein doch beim Selberschreiben

Beim Lesen ist mein Spektrum da viiiiiiieeeeel weiter.
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Beitrag #21, verfasst am 12.02.2010 - 19:53
@phazonshark

In Sachen Quaritch kann ich dir nicht zustimmen. Quaritch ist nicht ein unbedingt rein Klischeehafter Bösewicht.

Denn er hegt nicht wirklich einen großen Hass gegen die Navi. Ansonsten hätte er beim Angriff auf den Heimatbaum gleich auch auf die Navi selber gefeuert.

Die Brandbomben(raketen) und die normalen Raketen haben ja auch nur auf die Wurzel abgezielt und nicht auf die Navi, gut er hat zwar gesagt "putzt sie weg" aber das kann sich ebenso gut auf die Baumwurzeln beziehen.

Wenn er wirklich Hass auf sie gehabt hätte, hätte er sie gleich mit ausgelöscht. Da wäre auch vom taktischen Standpunkt aus gut gewesen (klingt grausam ich weiß). Den dann wäre das wirklich ein Exempel an andere Naviclans in der Nähe zu den Omotiycaya eine Warnung gewesen : "Entweder ihr lasst uns unsere Arbeit machen oder wir vernichten euch genauso."
Und darüber hinaus wäre es dann auch nicht zum Krieg zu dem Zeitpunkt gekommen.

Zumal der Angriff auf den Baum der Seelen aufgrund des vllt bevorstehenden Angriffs der Navi eher zur Selbstverteidigung diente.


BTT

Man kann eigentlich niemanden in Gut und Böse direkt einteilen wenn man es so sieht. Im Prinzip hat jeder von uns was böses wie auch was gutes in sich.

Es gibt Geschichten da sind die Rollenklar verteilt. Aber da muss man auch differenzieren. Tun die Bösen nur etwas was ihrer eigenen Vorstellung nach gut ist und besser in ihren Augen.
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Beitrag #22, verfasst am 12.02.2010 - 22:07
Ich komme meist ganz ohne definierte "Böse" aus. Helden können sich auch ganz hervorragend selbst im Weg stehen.
Aber wenn eine Nebenfigur etwas Böses tut, dann mache ich mir nicht die Mühe, ihr noch eine positive Eigenschaft zu geben, nur damit sie vielschichtiger wirkt.
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Beitrag #23, verfasst am 12.02.2010 - 22:34
Sionon Klingensang schrieb:
Ich komme meist ganz ohne definierte "Böse" aus. Helden können sich auch ganz hervorragend selbst im Weg stehen.
Aber wenn eine Nebenfigur etwas Böses tut, dann mache ich mir nicht die Mühe, ihr noch eine positive Eigenschaft zu geben, nur damit sie vielschichtiger wirkt.


Grundsätzlich gebe ich dir Recht, Helden bringen schon genug Probleme mit sich, aber etwas Böses macht eine Geschichte, wie ich finde, immer etwas interessanter.

Allerdings empfinde ich Schubladen-Bösewichte und die dazugehörigen Helden immer etwas flach. Ein Mensch, Vampir, Elb oder Alien ist nicht einfach nur böse, es hat sich eine Entwicklung in ihm vollzogen. Auch wenn diese letztendlich zum 'Seitenwechsel' führt, kann ein Individuum doch nicht immer nur böse sein. (Ausnahme bilden vielleicht die Orks aufgrund von unzureichender Intelligenz) Ich bin der Ansicht, dass jeder Mensch gute und weniger gute Eigenschaften in sich vereint und diese herauszustellen fände ich bei beiden Parteien wichtig. Ich denke die meisten haben Angst davor, dass ein Lord Voldemort oder ein Darth Vader ihnen zu freundlich aus der Feder springen könnte und scheuen sich deswegen davor tiefer in die Persönlichkeiten einzusteigen, obwohl das, wie ich finde, ein echter Durchbruch wäre.
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Beitrag #24, verfasst am 12.02.2010 - 22:40
Ich mag es nicht wenn es klar in Gut und Böse eingeteilt ist, das ist langweilig.
Bei meinen Geschichten sind sogar die Bösen gut oder sie haben gute Hintergründe. Vielleicht hasst man sie, doch man kann ihre Hintergründe immer nachvollziehen.
Deswegen... Grauzone.^^

Allerdings kam ich bis jetzt nie in die Bedrängnis einen wirklich Bösen zu benötigen. Meine Personen können sich ganz gut selbst gegenseitig ausspielen. ^^
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Beitrag #25, verfasst am 12.02.2010 - 22:56
Sheyleen schrieb:
Ich denke die meisten haben Angst davor, dass ein Lord Voldemort oder ein Darth Vader ihnen zu freundlich aus der Feder springen könnte und scheuen sich deswegen davor tiefer in die Persönlichkeiten einzusteigen, obwohl das, wie ich finde, ein echter Durchbruch wäre.


*Hust*
Nicht wirklich. Voldemort wird doch immer wieder als ein ganz ein Lieber dargestellt, und mit Vader ist es dasselbe in Grün. Unglücklicherweise verlieren diese Charas aber oft durch die positive Darstellung mehr, als sie gewinnen. Die werden dann in Opferrollen gepresst, anstatt, dass ihre Motivationen beleuchtet werden.
Ich lese einen Vader nur gerne, wenn er gleichzeitig genug von seiner Grundpersönlichkeit behält (mörderisch usw.) und DENNOCH nachvollziehbar dargestellt ist.
Hat keinen Genierer.
 
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