Autor
Beitrag
Story-Operator
•  
Beitrag #51, verfasst am 17.02.2010 - 18:03
  •  
zuletzt bearbeitet am 17.02.2010 - 18:07
Nein, die Du Perspektive ist und bleibt speziell und sie funktioniert nicht immer. Hat, wie andere schon angeführt haben, nie jemand hier behauptet.  Aber ich persönlich bin der Meinung, dass wenn sie passt und funktioniert, das Ergebnis brillant ist. Besser, als wenn es eine andere Perspektive gewesen wäre.

Übrigens funktionieren Gedankenmonologe für mich durchaus auch in der Du-Perspektive. Vielleicht geht es nur mir so, aber wenn ich mich manchmal in persönlichen WTF Momenten geistig an die Stirn fasse, denke ich eher: Du blöde Kuh, war das jetzt wieder nötig, was du da gemacht hast?
Rollenprofile schreibe ich sehr gerne in der zweiten Person, da ich so der Figur am besten ganz nahe kommen. Aber ich wiederhole mich.

Grundsätzlich gilt hier: Über Geschmack, Vorlieben und individuelle Empfindungen lässt sich nicht streiten.

Darth Pevra schrieb:
Nö. Fanfictions auch nicht. Ernst ist für mich ein Roman. Da denke ich auch viel härter über alles nach.


Hm. Wenn ich mir den Schund betrachte, der als Roman veröffentlich werden kann ... aber gut. Auch eine FF kann ernste Themen behandeln, die Form ist ja nur ein Filter.
Ernst ist, was man ernst nimmt, meine persönliche Meinung. Und ich gebe gerne vielem eine Chance. Denn Arbeit steckt in allen Werken, und ich mag es ganz ehrlich nicht, etwas im Vorfeld abzuwerten oder in niedere Schubladen zu stecken, denn dadurch würde ich das Gefühl haben, meinen Horizont zu beschränken.

EDIT: Stil und Inhalt sind beide wichtig. Meine Intention war eher das mitzuteilen, da ich das Gefühl hatte, einige Aussagen würden darauf hinauslaufen, der Stil wäre unwichtig. Was eben für mich nicht der Fall ist. Ob etwas der beiden, Inhalt und Stil, "wichtiger" ist als das andere ... wage ich zu bezweifeln. Es gleicht sich aus, bzw. gehört zu nah zusammen um irgendwo wirklich ganz gravierende Abstrichen machen zu können.
After Monday and Tuesday even the calender says: W T F ...
Nimm einem Durchschnittsmenschen seine Lebenslüge, so nimmst du ihm zugleich sein Glück - Ibsen
Beiträge: 3755
Rang: Literaturgott
Schreibwerkstättler
Schreibwerkstatt-Autor
•  
Beitrag #52, verfasst am 17.02.2010 - 18:26
Lucie Sakurazukamori schrieb:

Hm. Wenn ich mir den Schund betrachte, der als Roman veröffentlich werden kann ... aber gut. Auch eine FF kann ernste Themen behandeln, die Form ist ja nur ein Filter.
Ernst ist, was man ernst nimmt, meine persönliche Meinung. Und ich gebe gerne vielem eine Chance. Denn Arbeit steckt in allen Werken, und ich mag es ganz ehrlich nicht, etwas im Vorfeld abzuwerten oder in niedere Schubladen zu stecken, denn dadurch würde ich das Gefühl haben, meinen Horizont zu beschränken.


Sicher, so manche Fanfiction ist um einiges besser als so mancher Bestseller. Ich finde ebenfalls, dass die Fanfiction ihren schlechten Ruf nicht verdient. Ich lese selber genug und mir würde nicht einfallen, sie abzuwerten.

Trotzdem geht man ganz anders an sein Werk voran, wenn man seine Geschichte verkaufen will. Kritischer. Regelrecht unbarmherzig. Und das sage ich aus meiner persönlichen Erfahrung heraus, als Autor von Fanfictions und wahrscheinlich bald einem Roman (zu 99,9% fix).

Lapislazuli67 schrieb:
Aber Kurzgeschichten? Ich denke mal, du schließt nicht aus, dass die für andere Autoren durchaus was ernsthaftes sein können, über das sie sehr hart nachdenken, oder?


Stimmt. Aber eben auch nicht "Verkaufs-ernst" sondern nur "ernst-ernst".
Hat keinen Genierer.
Foren-Operator
Story-Operator
•  
Beitrag #53, verfasst am 17.02.2010 - 18:29
  •  
zuletzt bearbeitet am 17.02.2010 - 18:31
Darth Pevra schrieb:

Lapislazuli67 schrieb:
Aber Kurzgeschichten? Ich denke mal, du schließt nicht aus, dass die für andere Autoren durchaus was ernsthaftes sein können, über das sie sehr hart nachdenken, oder?


Stimmt. Aber eben auch nicht "Verkaufs-ernst" sondern nur "ernst-ernst".


Hm. Also ein Familienmitglied von mir hat gerade eine an eine Literaturzeitschrift "verkauft" ... *hust*
Klar kriegt man keine Tausende dafür - aber wie viele Romanschreiber kriegen die?
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

Max Frisch
Beiträge: 3755
Rang: Literaturgott
Schreibwerkstättler
Schreibwerkstatt-Autor
•  
Beitrag #54, verfasst am 17.02.2010 - 18:32
Lapislazuli67 schrieb:

Hm. Also ein Familienmitglied von mir hat gerade eine an eine Literaturzeitschrift "verkauft" ... *hust*
Klar kriegt man keine Tausende dafür - aber wie viele Romanschreiber kriegen die?


Punkt. In Ordnung, das hatte ich nicht bedacht.
Hat keinen Genierer.
zuojenn
Anonymer Benutzer
•  
Beitrag #55, verfasst am 17.02.2010 - 18:42
Zm OT:
Pevra, du wirst lachen, aber an meiner letzten FF (dem kurzen Avatar-Teil) saß ich länger, als an 5 Kapiteln des aktuellen Romans.
Ich für meinen Teil unterscheide da nicht mehr (davon abgesehen, dass mir FF schwerer fällt), wobei ich gestehen muss, dass ich meine Anfänge nicht ernst genommen habe, FF sowohl FA betreffend.

Und zum Thema:
Ich wurde gefragt, ob ich mich an einer Erotik-Anthologie beteiligen möchte, und überlege die ganze Zeit, das "Du" mal in einer solchen Story auszutesten *grübel*. Ich könnte mir vorstellen, dass das was hat.
Beiträge: 3755
Rang: Literaturgott
Schreibwerkstättler
Schreibwerkstatt-Autor
•  
Beitrag #56, verfasst am 17.02.2010 - 18:52
OT:
Du bist auch das Zuo.

Thema:
Wirkt das da nicht ultra-schmalzig?
"Du blicktst ihm in die Augen, die wie nebelverhangene Silbersterne funkeln."
Wurgs.
Hat keinen Genierer.
Beiträge: 6399
Rang: Literaturgott
•  
Beitrag #57, verfasst am 17.02.2010 - 19:04
  •  
zuletzt bearbeitet am 17.02.2010 - 19:05
Das würde aber auch in jeder anderen Form hmmm ...
Scherz.
Destiny comes to those who listen and fate finds the rest.
zuojenn
Anonymer Benutzer
•  
Beitrag #58, verfasst am 17.02.2010 - 19:06
*giggle*
Würde das in einer anderen Perspektive weniger schwülstig kommen?

Aber ich glaube *hüstel* diese Art von "Erotik" ist auch nicht gefragt.
Beiträge: 3755
Rang: Literaturgott
Schreibwerkstättler
Schreibwerkstatt-Autor
•  
Beitrag #59, verfasst am 17.02.2010 - 19:10
Die anderen Möglichkeiten sind auch nicht schön, aber der Du-Satz ist eindeutig der schlimmste.
Hat keinen Genierer.
Beiträge: 279
Rang: Kreuzworträtsler
•  
Beitrag #60, verfasst am 18.02.2010 - 14:39
hab noch nie davon gehört.. das klingt irgendwie komisch.. man spricht sene charas doch nicht an, also ich tu das nicht.. es sei denn das ist einer von diesen "chara streitet mit erzähler"-Fällen, aber die sind doch eher als gagas gedacht..

nee, also nix gegen dich, nur mit der perspektive kann ich mich noch weniger anfreunden als mit der ich-perspektive
Das Schreiben ist ein süßer wunderbarer  Lohn, aber wofür? Es ist der Lohn für Teufelsdienst.  - Franz Kafka
Beiträge: 203
Rang: Zeitungskonsument
•  
Beitrag #61, verfasst am 18.02.2010 - 16:21
zuojenn schrieb:

Ich wurde gefragt, ob ich mich an einer Erotik-Anthologie beteiligen möchte, und überlege die ganze Zeit, das "Du" mal in einer solchen Story auszutesten *grübel*. Ich könnte mir vorstellen, dass das was hat.

Es hat was, aber bei mir z.b. nur wenn DU dann etwas mit einer Figur machst, die mir irgendwie "entgegenkommt".

Ich hab noch keine Fiktion dieser Art gelesen, bei der "mein" Gegenüber eine fiktive Figur war und die mir auch nur irgendetwas in meinem Erotikzentrum aktiviert hätte. Da kann ich oft nur sagen: nett geschrieben, aber der Anknüpfungspunkt im Kopf war nicht zu finden (und ich bin ausgewiesene Kopferotikerin). Ist ähnlich wie bei Humor: Wenn der Autor nicht im Schlüssel-Schloss-Prinzip zum Leser findet, dann wird auch nichts draus.

Ist aber auch nur meine persönliche Meinung dazu.
Trotz der dicken Jacke, konnte ich die Hand fühlen, die sich auf meine Schulter legte. „Ich weiss, was ich meinen ergebensten Fans schuldig bin, Verehrteste.“
(Darth Vader zu Tlana)

- aus "Vaders Groupie" @Tlana Isimi2010
Beiträge: 297
Rang: Kreuzworträtsler
•  
Beitrag #62, verfasst am 18.02.2010 - 16:49
Ich finde die Du-Perspektive sehr interessant, allerdings wahrscheinlich eher aus experimentellen Gründen. Etwas Längeres darin lesen, würde ich wohl auch nicht wollen.

Ich selber habe einmal eine Kurzgeschichte (also wirklich nur so 300 bis 400 Wörter) darin geschrieben, das war eher verwirrend. Lag vielleicht aber nicht nur daran

Ansonsten neige ich dazu, Gedichte generell  in der Du-Perspektive zu schreiben. Ich kann gar nicht sagen warum, aber es passiert einfach und nachher guck ich drüber und stelle fest, es ist schon wieder "du". Und dann lässt es sich manchmal auf Grunde des Reimes oder irgendwas nicht rückgängig machen. Inzwischen achte ich mehr darauf, aber früher ist mir das wirklich ganz oft ungewollt und unbewusste so passiert.
Bombing for peace is like fucking for virginity!!
Beiträge: 330
Rang: Aktenwälzer
•  
Beitrag #63, verfasst am 18.02.2010 - 17:25
Ich habe bis jetzt erst eine einzige Geschichte gelesen, in der jedes zweite Kapitel in der Du-Perspektive geschrieben wurde. Aber ich kann versichern, dass ich selten so eine emotional berührende Geschichte gefunden habe. Mich hat die Sichtweise der Autorin auch nicht einen Moment gestört, eher war es einfacher, sich in den Hauptcharakter hineinzudenken.
Vermutlich ist es schwerer, diesen Stil durchgängig beizubehalten, als ich es mir vorstelle...schließlich benutzen relativ wenig Autoren diese Perspektive.
"Normalität, klar. Darüber könnten wir zuhause bis zum Sankt-Nimmerleins-Tag reden." - "Was ist normal?" - "Was ist Zuhause?" - "Wer ist Sankt Nimmerlein?"
Beiträge: 9
Rang: Bilderbuchbetrachter
•  
Beitrag #64, verfasst am 28.02.2010 - 12:49
Es hängt von der Umsetzung ab.

Ich las mal eine Geschichte, in der der Prot männlich war, was für mich als Frau eben etwas merkwürdig war. Bei "Du" fühlt man sich ja schon irgendwie angesprochen. Außerdem hatte der Prot einen sehr eigenartigen Charakter, der eben gar nicht zu mir passte.

Ich glaube diese Perspektive ist eher für Kurzgeschichten gedacht, die allgmeingültige Charaktere haben, wo jeder ein Bisschen von sich selbst findet. Gut ist auch, wenn es eine Geschichte ist, die ein Bisschen zum Nachdenken anregt.

Durch die "Du-Perpektive" soll der Leser sich ja angesprochen fühlen, was auch recht gut gelingen kann. Einen weiteren Vorteil fällt mir für diese Persektive sonst nicht ein.
Ich hab keinen Bock mehr...
... deshalb such ich mir jetzt einen.
zuojenn
Anonymer Benutzer
•  
Beitrag #65, verfasst am 28.02.2010 - 13:28
Hm, mir fällt gerade ein, dass eine meiner Kurzgeschichten in einer Ich-Du-Form erzählt ist. Wobei mit dem Du aber nicht der Leser angesprochen ist, daher würde ich es nicht als Geschichte in der zweiten Person einordnen. Eher darf der Leser zuhören, wie der Ich-Erzähler der anderen Figur die gemeinsame Geschichte erzählt.
Einige Reviewer sagten, dass sie die Perspektive ungewöhnlich fanden, was ich überhaupt nicht verstanden habe, weil es für mich eine typische Ich-Erzählung war. Das "Du" darin ist mir selbst überhaupt nicht bewusst aufgefallen.
Beiträge: 132
Rang: Datentypist
•  
Beitrag #66, verfasst am 02.03.2010 - 00:07
hm... ich mag eigentlich den du-stil. er ist sehr speziell, aber das macht den reiz aus. ich selber habe auch zwei one-shots in du-form geschrieben. (die eine, die erste, aus purer neugier... wir hatten die erzählformen in der schule durchgenommen und natürlich zu ich-form und er-sie-es-form einige beispiele aufgeschrieben nur die du-form wurde höflich beiseite gelassen... da nahm es mich wunder, ob ich eine geschichte in du-form schreiben könnte... das ergebnis, falls es jemand interessiert *schleichwerbung mach* *hüstel*, die geschichte "schicksalswahl" auf meinem profil, die andere geschichte ist "wenn schicksal angst macht..." dass in beiden titeln schicksal vorkommt ist zufall, so nebenbei *schleichwerbung vorbei*) ich glaube auch, dass eine längere geschichte schlecht möglich ist...
ausser meinen eigenen texten bin ich nur einmal auf eine du-geschichte gestossen. zum unterschied zu den anderen finde ich, die du-form ist sehr direkt, der erzähler spricht den leser direkt an und fordert diesen auf zu was auch immer...
die du-form finde ich einfach schwierig einzusetzen, damit es eine gute geschichte gibt, die er-sie-es-form (um politisch vollkommen korrekt zu sein ^.~) und die ich-form ist viel einfacher beim einsatz und auch für den leser angenehmer (er kann selber etwa entscheiden, wie nah ihm die geschichte gehen soll) ich verwendete die du-form in geschichten in denen ich den leser fast "zwingen" wollte in den erzähler hineinzufühlen, bei mir sind dabei sehr bedrohliche, emotional starke momente entstanden...
ich würde es empfehlen, es einmal zu versuchen, man schreibt ganz anders als man sonst schreibt, irgendwie bewusster... ^.^
Siehst du den Horizont?
Direkt überm Boden fängt der Himmel an.
Und wär' ich dort,
dann würd' ich wetten,
dass ich ihn erreichen kann.
Doch hier, hat es den Anschein,
bin ich dafür zu klein.

Thomas D
Beiträge: 27
Rang: ABC-Schütze
•  
Beitrag #67, verfasst am 14.03.2010 - 21:57
Hmm, das ist schon etwas sehr speziell, ich glaube ich könnte das kein ganzes Kapitel durchhalten.
In einem eindringlichen Gedicht, dass den Leser direkt ansprechen soll, könnte sich das vielleicht ganz gut machen, aber in einer richtigen Geschichte würde das auf Dauer... anstrengend und irgendwie auch unangenehm werden.
mrs-edward-cullen
Anonymer Benutzer
•  
Beitrag #68, verfasst am 16.03.2010 - 11:37
ich finde auch, diese erzählart ist sehr speziell.

ich würde nie sagen, dass du das lassen solltest oder so, ich meine, wenn sie dir und deinen fans gefällt, was gibt es daran auszusetzen?

es ist nicht meins, das muss ich auch zugeben und ich würde diesen stil auch nicht wählen, ich schreibe lieber aus der ich-perspektive, manchmal mit wechselnden sichten, aber neuderdings auch sehr gerne mit dem allwissenden erzähler.

ich finde es gut, dass du dein ding machst, es muss dir gefallen^^
luna-child
Anonymer Benutzer
•  
Beitrag #69, verfasst am 14.05.2010 - 17:40
Diese "Du-Perspektive" ist sehr schwer zu lesen und irritiert auch desöfteren, darum finde ich sie meist nur bei so Wahlgeschichten gut.
"Wahlgeschichten" (weiß nicht, wie die wirklich heißen^^) sind welche, indem am Ende des Kapitels du entscheiden musst, wie die Story weitergeht und du kannst zwischen drei oder mehreren Möglichkeiten wählen.
Beiträge: 103
Rang: Bravoleser
•  
Beitrag #70, verfasst am 14.05.2010 - 21:20
Meines Erachtens nach funktioniert die Du-Perspektive nur, wenn
a) die Hauptfigur ein passiver, beinahe unbeteiligter Beobachter ist, der das Geschehen sozusagen präsentiert bekommt (der Leser hat dann immernoch die Möglichkeit, sich seine eigenen Gedanken zu machen), oder
b) wenn der Leser an entscheidenden Punkten die Möglichkeit bekommt, selbst zu wählen, wie die Geschichte weitergeht.

In jedem anderen Fall wirkt die Du-Perspektive aufdringlich, wenn nicht sogar anmaßend ("Versucht der Autor mir etwa vorzuschreiben, wie ich in einer bestimmten Situation zu fühlen, zu denken und zu handeln habe?"). Nicht schön.
"Ich hoffe, ich konnte damit alle Klarheiten beseitigen..."
Beiträge: 1748
Rang: Journalist
•  
Beitrag #71, verfasst am 14.05.2010 - 22:09
Naja, ich persönlich mag die Du-Perspektive nur in DesGs (Du-entscheidest-selbst-Geschichten).
Ansonsten nicht so sehr... was vielleicht daran liegt, dass der Autor/die Autorin ja nicht die Persönlichkeiten der Leser kennt und es deshalb einfach schwierig ist, sich "seine" Reaktion in bestimmten Situationen vorzustellen (ich hoffe, man versteht, was ich meine).
Zum Beispiel: "Du schreckst vor diesem Anblick zurück." oder so. Wenn man vor so einen Anblick im wirklichen Leben nicht zurückschrecken würde, das aber in der Story halt so ist...
"Oh, the tiger will love you. There is no sincerer love than the love of food."
(George Bernard Shaw)
Beiträge: 240
Rang: Spiegelleser
•  
Beitrag #72, verfasst am 15.05.2010 - 10:43
Es ist etwas, an das sich viele nicht herantrauen. Aber es ist ein Erzähler, eine außenstehende "Person", die dem Charakter schildert, was passiert, als wäre er blind.
Ich finde es gut, aber kann mir nicht votstellen, dass das bei längeren Geschichten gut kommt. Kann natürlich anders sein, aber ich finde, dieser "Du-Stil" kommt besser bei "Flüsterstimmen".

Ein Beispiel wären meine beiden "Band der ewigen ...." FFs, wo quasi das "Gewissen", sofern ich das so nennen kann, zu der besagten Person spricht und ihr offenbart, was sie sich nicht traut zu denken oder auszusprechen.

Es sollte natürlich stark vom Thema abhängen, muss eben alles miteinander harmonieren, aber schlecht ist das auf keinen Fall. Ist eben etwas Ungewohntes, was nicht viele tun (habe zumindest noch nicht viele gesehen) und wenn man es gut hinbekommt, warum nicht :)
Beiträge: 650
Rang: Broschürenschreiber
•  
Beitrag #73, verfasst am 31.05.2010 - 18:59
Ich finde diese Perspektive sehr interessant. Leider ist sie zum Einen kaum verbreitet und wird zum Anderen, so denn überhaupt, nur mangelhaft umgesetzt. Ich selbst hatte einmal eine in Planung, ich weiß allerdings nicht, ob ich sie jemals schreiben werde. Dabei wäre nicht der Leser angesprochen worden, sondern eine Figur, es wäre etwas tagebuchartig geworden... Ich jedenfalls bin beständig auf der Suche nach guten Geschichten in dieser Perspektive.
Es MACHT keinen Sinn, es HAT Sinn.

Zusammengesetzte Substantive heißen ZUSAMMENgesetzt, weil man sie ZUSAMMEN schreibt. Das Deutsche ist nicht das Englische.
Beiträge: 500
Rang: Graffitiwriter
•  
Beitrag #74, verfasst am 02.06.2010 - 13:17
also...ich persönlich kann mit der du-perspektive genauso wenig anfangen, wie mit der ich-perspektive - aber das ist natürlich reine geschmackssache
Ich hoffe, dass mir nie ein Tier ein Loch in den Kopf bohrt und seine Eier darin ablegt. Denn später denk ich vielleicht, ich hätte eine gute Idee, und dabei schlüpfen nur die Jungtiere. (Jack Handey)
 
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.5-6987