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Beitrag #201, verfasst am 06.08.2010 - 16:27
Wo es mich jedes Mal wieder gruselt, ist, wenn ich so was hier finde:

Er lies von ihr ab.

oder

Er lies die Garage offen stehen.

*wimmernd Augen zu halt*

Das "lies" hat doch was mit LESEN zu tun und nicht mit lassen! Aber ich find es unheimlich oft in diversen Stories + frag mich ständig erneut, wieso oftmals die einfachsten Sachen für manche Autoren nicht mal verbesserungswürdig sind.
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Beitrag #202, verfasst am 07.08.2010 - 10:23
Also, zuerst mal muss ich mich bei euch allen bedanken. Eure Fantasie beim Be- und Umschreiben diverser Fehler/Angewohnheiten etc. hat mir teilweise Lachtränen in die Augen getrieben. Absolut klasse!!!

Über einen Dauerfehler meinerseits bin ich beim Nachlesen auch gestolpert - das Leerzeichen vor den (...) hab ich bis heute nicht gelernt und werde es wohl auch nicht mehr lernen. Aber damit kann ich leben - und meine Leser bisher anscheinend auch ;-)

Was ich als Tipp beisteuern kann sind zwei Dinge:

- Wenn ihr keinen Betaleser, aber vllt. jemanden habt, der eure Leidenschaft soweit teilt, sich eure Werke anzuhören (auch per Telefon - es lebe die Flatrate!), lest sie ihm/ihr vor! Dieses laute Vorlesen lässt mich viel eher über Fehler stolpern als das x-te Lesen. Außerdem lässt sich dabei besser nachvollziehen, ob eine wörtliche Rede in Form und Inhalt zum Chara passt.

- Geduld. Auch ich platze oft vor Ungeduld, wenn etwas nicht so oder so schnell passiert, wie ich es gern hätte. Aber aus Erfahrung gibt es für mich kaum etwas Schlimmeres als eine abgebrochene bzw. brach liegende Story. Versucht, euren Post-Drang zu bezähmen und beendet eure Geschichte, bevor ihr sie veröffentlicht. (Es muss ja nicht immer so lange dauern wie bei meiner aktuellen, die ich 2007 angefangen, ab und zu ein bisschen weiter- und dieses Jahr April-Juni endlich zu Ende getippert habe.)
Genau da liegt nämlich der Hase im Pfeffer: Ich hatte zwar eine Idee, eine ungefähre Vorstellung davon, wie das Ganze ausgehen sollte - aber letztendlich keinen blassen Schimmer, wie mein Protagonist dahin gelangen würde. Als dieser fehlende Plot ausgereift war, konnte ich auch wieder schreiben. Dadurch, dass ich in dem Zusammenhang die alten Kapis alle wieder vorgeholt, durchgelesen und in Kleinigkeiten überarbeitet habe, gibt es trotz der langen Ruhephase keinen Bruch und die rote Linie verläuft so, wie sie soll. (Glaube ich jedenfalls...) Hätte ich damals bereits veröffentlicht, hätte ich wahrscheinlich gar nicht den Mut gehabt, nach drei Jahren mit der Fortsetzung zu winken bzw. sie vielleicht niemals beendet.

Meine allererste FF überhaupt (nicht hier, in einem TV-Serien-Forum) habe ich quasi "live" geschrieben. Das war trotz Spaß und positiver Resonanz Stress, damit es auch alle paar Tage weitergehen konnte. Danach habe ich mir selbst geschworen, niemals unfertige Sachen zu posten und mich seit damals (2002) daran gehalten. Einzige Ausnahme ist eine RPG-Story, die ich mit Kitty gemeinsam schreibe; aber da haben wir ca. ein Jahr Vorlauf, also genug Spielraum *g*

Natürlich gibt es Autoren, die relativ problemlos ihren roten Faden und die dazugehörigen Details im Griff und im Auge behalten, obwohl sie Zug um Zug schreiben + posten. Aber das sind m.E. die erfahrenen Ausnahmen und betrifft keinesfalls die große Masse.
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Beitrag #203, verfasst am 07.08.2010 - 12:25
Was mir hier im Laufe des Threads so auffiel ist, dass viele nur aufzählen, was gar nicht geht - aber ohne eigentlich einen "Tipp" oder "Trick" zu nennen, für die der Thread eigentlich gedacht ist:
Hier geht es eigentlich nicht darum, aufzuzählen, was euch am Stil anderer Autoren nervt (auch Schreibfehler), sondern um konkrete Verbesserungsvorschläge, z.B. Eselsbrücken, Rechtschreibprogramme, Betaleser, Synonymdatenbanken usw.

Damit keiner das in den falschen Hals bekommt: Das war nicht als Kritik an einzelnen Usern gemient, sondern als allgemeine Information, die ich zu beachten bitte - für "Aufreger" usw. gibt es diverse andere Threads.
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Beitrag #204, verfasst am 15.08.2010 - 04:17
Was ich vielen Autoren dringend ans Herz legen möchte, ist gar nicht so sehr Rechtschreibung, sondern leider sehr häufig die Zeit. Ich habe schon so einige FFs gelesen, in denen der Autor ständig zwischen den Zeiten springt.
Mein persönlicher Tipp dazu: Wenn ich das Gefühl habe, dass ich nicht ganz sicher mit den Zeiten bin, lese ich mir auch während dem Schreiben die letzten drei oder vier Sätze durch. Das vermeidet diese für den Leser wirklich sehr anstrengenden Zeitsprünge. Außerdem fallen mir dabei auch häufig andere stilistische Fehler (wie zum Beispiel Wiederholungen auf). Also besser mal den Schreibfluss unterbrechen (auch wenn es schwerfällt), als am Ende eine Geschichte voller Wiederholungen, Zeitsprünge und unvollständiger Sätze, getreu dem Motto: Erst denken, dann schreiben!
lg
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Beitrag #205, verfasst am 15.08.2010 - 16:03
HarrHarr...
feines Thema,besonders wenn ich hier im Thread bei so manch "Oberlehrer" schon bei den Postings Fehler entdecke. Rück besserwisserei in Richtung Selbstironie.

Ausserdem bitte ich zu unterscheiden:
Handlung
und
Dialoge.

Im gespräch darf man m.M. nach gerne Fehler inbauen.
"Du bist die einzigste für mich!"
"Er ist der einzigste der dafür geeignet ist!"

Klar, ist grammatikalisch falsch.Na und?
Wer redet schon perfektes Deutsch bei einer unterhaltung?
Man beachte die ganzen blöden Serien im TV, komischerweise reden die alle wie auswendig gelernt, kein Stottern,kein Sätze nochmal anfangen, kein ähäh...

Achtet mal drauf wie eure Freunde und Verwandten sprechen.

Ich lasse meine Personen gerne mal so sprechen.
"Äh...äh...ich dachte...ich..."
Oder "Boah,Alter,guckma!Altaaa!"
Besonders wenn ich Leute kenne die wirklich zuweilen SO sprechen.Sehr schön für Parodien oder Komödie geeignet.

Schlimm finde ich nur eine übertriebene Verwendung von "Werner-Deutsch".
"Oldäää, olles klooo,eh? Lassma knaaaaacken,äh!"

Bekomme sogar solche emails.

Ausserdem bekommt man hier keinen Nobelpreis für Literatur, also nicht jedes Komma bemäkeln,bitte. Viele Fehler sind flüchtigkeitsfehler, "Er hatte schon immer einen widrlichen Geschmack was Frauen angeht" ist kein schlechtes Deutsch sondern nur ein Buchstabe der beim tippen untergegangen ist.

Und sowas finde ich auch in Romanen von King, Pratchett, Koontz usw. Da liegts am Übersetzer oder am Setzer selbst. Von mittelmäßigen Übersetzern mal garnicht zu reden, ich fand z.B. den ersten Harry Potter furchtbar geschrieben.

Ich wurde z.B. von meinen Verwandten kritisiert als ich in einer ersten Fassung alle Gedanken der Hauptperson kursiv geschrieben hatte:

Er las das Tavernenschild.
(kursiv) Oh Mann. Wenn der Wein so schlecht ist wie das Gekritzel auf dem Schild,hm,gehe ich wohl besser weiter

So ungefähr.
Jetzt stelle ich fest dass speziell bei King unmengen kursiv geschrieben ist.
Stümper,der. SO verkauft der nie irgendwelche Bücher, zuviel kursiv.

Allerdings sollten Leutchen, die absolut nicht der deutschen Schrift mächtig sind und man tatsächlich die Worte raten muss, stellenweise als Lautschrift geschrieben ( Empaier stäht bilding), doch lieber Abstand davon nehmen Geschichten zu SCHREIBEN.
Als GeschichtenERZÄHLER wären die vielleicht grandios.

Und bei manchen Ebayhandelspartnern wundere ich mich wie die sich überhaupt irgendwo anmelden können, ich meine drei bis fünf schreibfehler (Drei biss fünnf schreibfeler) pro Satz ist etwas reichlich und nicht mit flüchtigkeit zu erklären.

--- Dieser Text wurde nicht nicht auf grammatikalische Richtigkeit geprüft---

Bin schliesslich auch kein Intelleklu...Intlellektel...Intekellektuell...Intle...so'n schlauer.
Die Geschichte zählt, nicht der Erzähler   S.King
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Beitrag #206, verfasst am 15.08.2010 - 16:36
Herrlicher Beitrag.

Denis Kleinert schrieb:

Wer redet schon perfektes Deutsch bei einer unterhaltung?


Präzisierung: Es kommt darauf an, WER redet. Je nach Schicht wird auch unterschiedlich gesprochen. Wobei ich durchaus den Eindruck habe, dass sich das heutzutage mehr vermischt (ich würde übrigens NIE "einzigste" sagen, da rollen sich mir die Zehennägel auf).
Man kann Dialoge also auch über die Sprechweise wunderbar zur Charakterisierung benutzen (was hier auch meines Wissens schon öfter erwähnt wurde).

Denis Kleinert schrieb:
Achtet mal drauf wie eure Freunde und Verwandten sprechen.

Ich lasse meine Personen gerne mal so sprechen.
"Äh...äh...ich dachte...ich..."


Ich lese gerade eine Geschichte beta, da schreibt jemand die Dialoge genauso. Ich find's furchtbar anstrengend zu lesen. Wenn ich jemandem zuhöre, dann muss ich die Geduld aufbringen. Wenn ich lese, neige ich dazu, solche Stellen zu überspringen. In der Beta-Geschichte lass ich diese Dialoge aber weitgehend in Ruhe, weil es irgendwo passt.


Ich finde, man muss irgendwo die Mitte finden zwischen authentischer Sprechweise und vernünftigem Lesefluss.

Denis Kleinert schrieb:
Bin schliesslich auch kein Intelleklu...Intlellektel...Intekellektuell...Intle...so'n schlauer.


Echt mal?
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

Max Frisch
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Beitrag #207, verfasst am 15.08.2010 - 16:39
Denis Kleinert schrieb:
Ausserdem bitte ich zu unterscheiden: Handlung und Dialoge.

Im gespräch darf man m.M. nach gerne Fehler inbauen. "Du bist die einzigste für mich!" "Er ist der einzigste der dafür geeignet ist!"

Klar, ist grammatikalisch falsch.Na und? Wer redet schon perfektes Deutsch bei einer unterhaltung? Man beachte die ganzen blöden Serien im TV, komischerweise reden die alle wie auswendig gelernt, kein Stottern,kein Sätze nochmal anfangen, kein ähäh...


Natürlich. Ich bitte zu unterscheiden: Realistischer Dialog und lesbarer Dialog. ;-)

Niemand spricht hier davon, dass etwas perfekt sein muss. Und in den Serien, die ich schaue, spricht auch niemand perfekt. Aber sie sprechen besser, als wir das im normalen Leben tun. Aus dem gleichen Grund, aus dem mein ereignisloser Sonntag gerade nicht im Kino zu verfolgen ist: Will niemand sehen.  ;-) Geschichten sind ja keine Abbildung der Realität, sondern eine überdrehte Version von ihr, die gemacht wurde, um zu unterhalten, zu bewegen, spannend zu sein, etc. Und wenn man da jeden Satz zweimal lesen muss, dann ist das ein Realismus, für den ich mir nix kaufen kann.

Rechtschreibung... Bei etwas, das ohne Lektor geschrieben und umsonst online verfügbar ist, erwarte ich nicht, dass es fehlerfrei ist. Aber bei zwei Geschichten mit vergleichbarer Handlung, behalte ich mir vor, diejenige mit weniger Fehlern zu lesen. Steckt keine böse Absicht hinter, ist für mich ganz einfach angenehmer. Genau so mit Beiträgen im Forum: Rechtschreibung ist da einfach Höflichkeitssache, zudem ist jeder Beitrag eine Positiv- oder Negativ-Werbung für die eigene Geschichte. Was ich meistens zu verdrägen versuche, wenn ich selbst was tippe... ;-)
"Writing is like sausage making in my view; you'll all be happier in the end if you just eat the final product without knowing what's gone into it."
— George R.R. Martin
zuojenn
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Beitrag #208, verfasst am 15.08.2010 - 16:44
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zuletzt bearbeitet am 15.08.2010 - 16:46
Denis Kleinert schrieb:

Achtet mal drauf wie eure Freunde und Verwandten sprechen.

Ich lasse meine Personen gerne mal so sprechen.
"Äh...äh...ich dachte...ich..."
Oder "Boah,Alter,guckma!Altaaa!"
Besonders wenn ich Leute kenne die wirklich zuweilen SO sprechen.Sehr schön für Parodien oder Komödie geeignet.


Parodien sind eine Sache.
Ansonsten würde ich davon allerdings abraten, bzw. solche Nebengeräusche auf ein notwendiges Minimum reduzieren. Natürlich reden Menschen im wahren Leben mit vielen Ähs und Öhms; sie stocken ständig, verquasseln sich, wiederholen sich, schaffen es nicht, ihre Aussage verständlich zu formulieren ... Die meisten Menschen schaffen es kaum noch, einen Satz ohne "ähm" zu formulieren.
Aber will das wirklich jemand lesen?
Menschen reden auch zu 90% des Tages Trivialitäten und machen Smalltalk, und ihre Leben bestehen aus einer Aneinanderreihung von langweiligen Alltagen.
Alles Sachen, die man in Geschichten nicht wirklich braucht.

Jedes Wort, das unnötiger Weise im Text steht, bringt den Leser unbewusst dazu, in seiner Konzentration nachzulassen und den text immer mehr zu überfliegen.
Von daher würde ich mir bei jedem "Öhm" wirklich überlegen, ob es wirklich sinnvoll ist und seinen Zweck erfüllt. Man kann den Lesern damit nämlich auch wunderbar auf die Nerven gehen. Sicher kann man eine Figur stockend und etwas "dümmlich" daher reden lassen - wenn man das bei ein, zwei Figuren so macht, wirkt das auch. Aber wenn alle Figure ständig "ähm" sagen, mag das realistisch sein, aber es ist trotzdem schlecht geschrieben.

Mark Twain sagte schon: "Schreiben ist leicht. Man muss nur die falschen Worte weglassen."

edit: Jetzt ist Tim mir schon wieder zuvor gekommen. Grr.
Lapsi dagegen darf das, da hatten wir das umgekehrt schon mal *g*.
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Beitrag #209, verfasst am 15.08.2010 - 16:53
So. Gerade habe ich Dawils Ordnungsruf weiter oben gelesen. *Lapis wegen zu viel off-topic auf die Finger hau*.

Und jetzt kehren wir bitte zurück zu "Tipps und Tricks" und diskutieren zum Beispiel hier weiter...
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

Max Frisch
zuojenn
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Beitrag #210, verfasst am 15.08.2010 - 18:04
Ist das off Topic, wenn jemand einen Tipp gibt und man dann diskutiert, ob dieser Tipp sinnvoll ist oder nicht?
Find ich sehr topic, *Klugscheißer Brille aufsetz* denn Tipps und Tricks müssen ja nicht für jeden hilfreich sein und eine beidseitige Betrachtung kann helfen, die individuell passenden Empfehlungen aus dem großen Angebot herauszufiltern "Klugscheißerbrille wieder abnehm und in der Innentasche des Sakkos verschwinden lass*.
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Beitrag #211, verfasst am 15.08.2010 - 18:13
zuojenn schrieb:
Ist das off Topic, wenn jemand einen Tipp gibt und man dann diskutiert, ob dieser Tipp sinnvoll ist oder nicht?
Find ich sehr topic, *Klugscheißer Brille aufsetz* denn Tipps und Tricks müssen ja nicht für jeden hilfreich sein und eine beidseitige Betrachtung kann helfen, die individuell passenden Empfehlungen aus dem großen Angebot herauszufiltern "Klugscheißerbrille wieder abnehm und in der Innentasche des Sakkos verschwinden lass*.


Ja, ich verstehe, was du meinst.
Nur sollte dieser Thread eigentlich einfach nur der Sammlung verschiedenster Tipps und Tricks dienen.

Über Sinn, Unsinn und Umsetzung kann man ja in den entsprechenden Threads zu Schreibstil usw diskutieren.
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

Max Frisch
zuojenn
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Beitrag #212, verfasst am 15.08.2010 - 18:24
Jetzt sind wir völlig off Topic *fg*
Aber wenn's einzig eine Sammlung wäre, dann fände ich das übel.

Denn wenn mich ich als noch ahnungsloser Anfänger durch diese Tipps wühle, einen Tipp aufnehme, der erstmal einleuchtend klingt und dem keiner widerspricht, dann kann es schnell passieren, dass ich das übernehme, ohne zu hinterfragen.
Dann züchten wir uns im schlimmsten Fall quasi weitere Autoren ran, über deren Texte sich dann im "schlechte Qualität-Thread" mokiert wird.

Der Thread hier ist einer der wenigen als "Wichtig" markierten. Ich finde, er steht damit auch ein wenig fürs Forum, er gehört zu den Aushängeschildern.
Von daher sollte gerade *hier* eine gewisse "Qualitätskontrolle" erfolgen - zumindest in Form vom Hinterfragen zweifelhafter Ratschläge. Finde ich.

Würde jemand schreiben: "Hey, toller Tipp für alle, die nicht wissen ob es irgendwie oder irgentwie heißt - ihr könnt in euren Geschichten einfach i-wie schreiben!!!einseinself" würde wir dies schließlich auch kommentieren müssen.
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Beitrag #213, verfasst am 15.08.2010 - 18:29
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zuletzt bearbeitet am 15.08.2010 - 18:30
zuojenn schrieb:
Jetzt sind wir völlig off Topic *fg*
Aber wenn's einzig eine Sammlung wäre, dann fände ich das übel.


Der Thread ist aber (wie auch einige andere) als reine Sammlung ausgelegt. Dies bitte ich zu beachten - für Diskussionen gibt es, wie Lapis schon richtig erwähnt hatte, diverse andere Threads.
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Beitrag #214, verfasst am 26.08.2010 - 10:08
Hi!
Hab mal eine Frage zum Erzählstil einer Story. Ich sitze grad an einer und kann mich nicht entscheiden, wie ich das schreiben will.
Also sicher ist, dass der Hauptcharakter erzählt! Aber ich weiß nicht, ob er das in der Gegenwart oder in der Vergangenheit tun soll.
In den FF´s wird ja gern die Gegenwart verwendet, aber anhören (bzw. lesen) tut sich beides gut.
Ich stell mal zwei kurze Beispiele ein.

Gegenwart:
Ich horche auf und schließe für einen Moment die Augen. Leichte Schritte sind von oben zu hören und ein süßlicher Duft steigt mir in die Nase, der mir angenehm vertraut vorkommt. Ein freudigen Lächeln umspielt meine Lippen.
„Eelis ist noch bei dir?“,frage ich überrascht. Ich hätte nicht erwartet, dass er Vater so lange die Treue halten und bei ihm bleiben würde.
„Ja, er ist noch hier.“
„Weiß er, dass ich da bin?“
„Nur, dass du kommen wolltest, aber nicht, dass du schon da bist.“
„Gut“, murmele ich.

Vergabgenheit:
Ein Geräusch über mir ließ mich aufhorchen. Für einen Moment schloss ich die Augen. Leichte Schritte waren von oben zu hören und ein süßlicher Duft stiegt mir in die Nase. Beides kam mir angenehm vertraut vor und ein freudigen Lächeln umspielt meine Lippen.
„Eelis ist noch bei dir?“, fragte ich überrascht. Ich hätte nicht erwartet, dass er meinem Vater so lange die Treue halten und bei ihm bleiben würde.
„Ja, er ist noch hier.“
„Weiß er, dass ich da bin?“
„Nur, dass du kommen wolltest, aber nicht, dass du schon da bist.“
„Gut“, murmelte ich.

Der Satzbau ist nicht gaz identisch, aber darum gehts mir ja grad auch nicht. Welche Schreibweise würdet ihr als Leser bevorzugen? ... Ich bin absolut unschlüssig *seufz*
Jeanome
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Beitrag #215, verfasst am 26.08.2010 - 11:58
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zuletzt bearbeitet am 26.08.2010 - 12:14
desdemona77 schrieb:
Hi!
Hab mal eine Frage zum Erzählstil einer Story. Ich sitze grad an einer und kann mich nicht entscheiden, wie ich das schreiben will.
Also sicher ist, dass der Hauptcharakter erzählt! Aber ich weiß nicht, ob er das in der Gegenwart oder in der Vergangenheit tun soll.
In den FF´s wird ja gern die Gegenwart verwendet, aber anhören (bzw. lesen) tut sich beides gut.
[...]
Welche Schreibweise würdet ihr als Leser bevorzugen? ... Ich bin absolut unschlüssig *seufz*

Im Zweifel: Präteritum. Bei einer längeren Geschichte: Präteritum. Wenn du nicht ganz genau weißt, was du tust und warum du es tust: Präteritum.

In der Gegenwart zu erzählen, ist hier zwar sehr beliebt, aber die Ergebnisse sind leider meist nicht sehr ansprechend. Oft mangelt es schon an der konsequenten Umsetzung. Durchgehend im Präsens zu verharren, ist weder die leichteste noch eine an sich natürliche Erzählhaltung. Gerade bei einem Ich-Erzähler macht es einen gewollten, gekünstelten Eindruck, und man sollte einen guten Grund dafür haben.

Das Hauptproblem scheint mir aber, dass Dauerpräsens im Lauf der Zeit ziemlich ermüdend auf den Leser wirken kann (vor allem, wenn es in lange Passagen inneren Monologs ausartet). Bei einer Kurzgeschichte oder einem kleinen Schreibexperiment von begrenztem Umfang kann man das schon mal machen, aber ansonsten würde ich persönlich davon abraten. Sobald man eine Geschichte mit nennenswerter Handlung erzählen will, sollte man im Normalfall das Präteritum als Erzählzeit wählen.

Im Präsens schreiben ist wie tanzen: Wer es dauernd und grundlos tut, läuft Gefahr, lächerlich auszusehen. Ich würde auf jeden Fall davor warnen, den Schwierigkeitsgrad einer längeren Präsenserzählung zu unterschätzen. Privatmeinung.

Letzten Endes ist es aber auch Geschmackssache, und, so wenig hilfreich das klingt, du solltest auf die Weise erzählen, die dir am ehesten liegt und am besten zur Geschichte passt. Das Präteritum ist einfach üblicher und für den Durchschnittsleser gewohnter. Unschwer zu erraten: Von deinen beiden Textpassagen gefällt mir persönlich die zweite besser (ohne auf die Rechtschreibfehler eingehen zu wollen). Aber das ist, wie gesagt, bis zu einem gewissen Grad Geschmackssache.

Edit: Nebenbei: Diese Art Anfragen solltest du vielleicht nächstes Mal eher in »Gegenseitige Schreibhilfe« posten. Tipps und Tricks ist eigentlich für was anderes da.
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Beitrag #216, verfasst am 26.08.2010 - 14:01
Danke für deinen Rat, Jeanome
Da es eine längere Geschichte werden soll, wird es wohl auf Präteritum hinaus laufen (Danke, jetzt weiß ich auch wieder wie das heißt. Schule ist einfach schon zu lange her...)
Ich denke zwar, dass ich keine Problenme hätte, beide Schreibweisen konsequent anzuwenden, aber es ist vermutlich, wie du sagtest, leichter für den Leser. Wobei mir im Präsens zu schreiben leichter fällt, als im Präteritum. Aber ich will es mir ja nicht leichter machen, sonder möchte das wählen, was besser klingt und anspruchsvoller ist.
Dass da noch Schreibfehler drin sind, war mir klar. Ist gerade erst geschrieben worden und muss später natürlich noch korregiert werden.
Auf jeden Fall hast du mir damit schon mal sehr geholfen. Wenn ich mal wieder eine Frage habe, dann kommt die auch in die richtige Kategorie. Hab die vorhin vermutlich nur nicht gesehen.
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Beitrag #217, verfasst am 04.01.2011 - 18:55
Ein Fehler, der sich bei mir häufiger einschleicht:


Gerade wo ich ihn sah, wollte ich gehen.

Anstatt: Gerade als ich ihn sah, wollte ich gehen.

Das Wo bezieht sich immer auf eine Ortsangabe, eigentlich einfach zu merken

Ein typischer Schweizer Fehler, wie mir gesagt wurde.
--> übrigens auch etwas, das mir widerstrebt. Schreibt man wirklich alle Länderbezeichnungen gleich gross?
Dass etwas schwer ist, muss ein Grund mehr sein, es zu tun. - Rilke
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Beitrag #218, verfasst am 20.02.2011 - 11:40
Syusuke schrieb:
Ein Fehler, der sich bei mir häufiger einschleicht:

Gerade wo ich ihn sah, wollte ich gehen.
Anstatt: Gerade als ich ihn sah, wollte ich gehen.


Das ist ja noch in Ordnung, aber so wie es meine Schwester macht, rollen sich mir manchmal die Fußnägel hoch. Scheinbar ist es ihr zu viel, "wo" und "obwohl" zu trennen:
"Der Andi hat das gemacht, wo ich es ihm verboten hab." Chrm-chrm. Aha. Also genau dort, wo du es ihm verboten hattest? Wie provokant... xDD

Syusuke schrieb:
Schreibt man wirklich alle Länderbezeichnungen gleich gross?


Ich denke, das kommt darauf an, in welchem Kontext das verwendet wird. Wenn du sagst: "Er ist Deutscher", dann groß. Wenn du sagst: "Er ist ein deutscher Mann", dann klein.
Und mit der Schweiz ist das sowieso nochmal anders, soweit ich weiß. Irgendwie ist die Schweiz da wohl eine Ausnahme. "Ein Schweizer Fehler"... hört sich besser an als "Ein schweizerischer Fehler." Aus manchen Worten kann man eben keine Adjektive machen, ohne sich anzuhören wie...
Ach, was soll's. Ich weiß das eigentlich auch nicht so genau, wurde nur gerade von meiner Meinen-Senf-dazugeb-Sucht überwältigt xDD
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Beitrag #219, verfasst am 15.04.2011 - 00:53
Syusuke schrieb:
Schreibt man wirklich alle Länderbezeichnungen gleich gross?


Ich denke wenn ein Land oder eine Nationalität gemeint ist (z.B. 'Schweden ist ein schönes Land', 'Er ist Deutscher'), dann wird es groß geschrieben, da es ja ein Nomen ist.

Wenn es als Adjektiv hergenommen wird (z.B. 'Das englische Rezept'), dann wird es logischerweise klein geschrieben.

Wegen der Ausnahme mit 'Schweiz', dass weiß ich leider selber nicht, aber man sagt ja auch 'der schweizer Käse' und nicht 'der schweizerische Käse'.
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Beitrag #220, verfasst am 18.04.2011 - 21:57
Wobei ich "Schweizer Käse" als feststehenden Ausdruck groß schreiben würde...

Ich finde aber, dass gerade Groß- und Kleinschreibung teiweise echt schwierig ist. Mir ist nicht immer klar, wann ich eine festgelegte Bezeichnung wie "Brandenburger Tor" verwende und wann es einfach eine häufig verwendete Kombination aus Adjektiv und Substantiv ist.
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Beitrag #221, verfasst am 27.04.2011 - 10:08
"Sie hackte nach."

Richtig: "Sie hakte nach."

Nur Holz wird gehackt. ;)
"Wer am Tag träumt, wird sich vieler Dinge bewusst, die dem entgehen, der nur in der Nacht träumt."

- Edgar Allan Poe
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Beitrag #222, verfasst am 27.04.2011 - 11:26
Barbie Bateman schrieb:
"Sie hackte nach."

Richtig: "Sie hakte nach."

Nur Holz wird gehackt. ;)



Och, man kann auch den Boden aufhacken, um dort was zu pflanzen :D
Was ich als OP lese, bekommt nur in den seltensten Fällen ein Review

Freundlicher, höflicher Umgang ist erwünscht. Wenn nicht, kann ich ebenfalls bissig werden.
Prinzip angewendet: Wie man in den Wald ruft, so schallt es heraus
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Beitrag #223, verfasst am 27.04.2011 - 13:57
B-chan schrieb:
Och, man kann auch den Boden aufhacken, um dort was zu pflanzen :D


Stimmt! :)
Wobei mir gerade noch etwas einfällt.

"Laub zusammen haken."

Richtig: "Laub zusammen harken."
"Wer am Tag träumt, wird sich vieler Dinge bewusst, die dem entgehen, der nur in der Nacht träumt."

- Edgar Allan Poe
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Beitrag #224, verfasst am 08.05.2011 - 18:24
Kommas sind eigentlich ganz, ganz einfach zu setzen.

1. Aufzählungen werden natürlich mit Kommas abgetrennt.

2. Auf jeder Seite eines Kommas steht genau eine finite Verbform (also z. B. "er sagte", "sie könnte gestolpert sein" etc.). Nicht zwei, nicht keine, eine.
Andersherum: Bei mehreren finiten Verbformen in einem Satz steht dazwischen irgendwo ein Komma ("ich dachte mir, das könnte dir gefallen").
Folgen zwei finite Verbformen direkt aufeinander, steht dazwischen immer, immer, immer ein Komma ("weil das so ist, muss das immer so sein").

3. Ausnahme: Appositionen. Das sind Einschübe, also Erklärungen, die man z. B. auch in Gedankenstriche oder Klammern setzen könnte und die den Satz durcheinanderbrächten, trennte man sie nicht mit Kommas ab. ("Tim, ein hagerer blonder Junge, betrat den Raum")
Wichtig: Eine Apposition wird immer von beiden Seiten mit Kommas begrenzt, nicht nur vorn und nicht nur hinten! ("Tim, ein hagerer blonder Junge betrat den Raum" wäre genauso falsch wie "Tim ein hagerer blonder Junge, betrat den Raum"). Die Kommas klammern die Apposition gewissermaßen ein, es heißt ja schließlich Einschub.
Es MACHT keinen Sinn, es HAT Sinn.

Zusammengesetzte Substantive heißen ZUSAMMENgesetzt, weil man sie ZUSAMMEN schreibt. Das Deutsche ist nicht das Englische.
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Beitrag #225, verfasst am 08.05.2011 - 21:09
@ Opalkatze: Ich will keines Falls besserwisserisch rüber kommen, aber wenn du schon Kommaregeln erklärst, dann solltest du auch wissen, dass die Mehrzahl von Komma Kommata ist, nicht Kommas.

Ich habe nicht gerade den neusten Duden, aber ich denke, da wird sich nichts geändert haben.
"Kommas" ist umgangssprache und wenn ich das sehe, bekomm ich die Krätze.

Versteh das jetzt bitte nicht falsch, das ist nichts gegen dich, aber ich musste das jetzt einfach los werden.
Ein Wolf verschenkt nur einmal sein Herz, denn er kann nur einmal richtig lieben.
Eines Tages wird der Mensch auf 'seine' Erde blicken und etwas Sonderbares sehen: abwesende Tiere.
 
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