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Beitrag #1, verfasst am 03.06.2010 - 12:44
Falls es ein solches Thema schon gibt, verweist mich bitte darauf.^^

Ich habe momentan ein echtes Problem, bei dem ich selbst nicht mehr weiter weiß. Ich habe in letzter Zeit so unglaublich viel geschrieben, dass ich mir "leer" vorkomme, antriebslos und beinahe depressiv. Ich bekomme kaum noch den Hintern hoch, um einen einzigen vernünftigen Satz zu schreiben, fange an diese Arbeit zu hassen, habe verlernt, meine Geschichten und Protagonisten zu mögen. Wenn ich dann doch schreibe, verfalle ich in eine Art widerlichen Zynismus und möchte am liebsten alles "schlechtschreiben".
Bereits abgeschlossene Werke betrachte ich mit Freudlosigkeit. Selbst Werke, die ich eigentlich mag und die auch andere mögen, würde ich am liebsten gegen die Wand klatschen und als Datenleichen verrotten lassen. Ich habe hunderte Ideen, bin aber zu faul um sie aufzuschreiben. Jedesmal wenn mich jemand fragt, ob bald ein neues Kapitel kommt, bin ich unglaublich gestresst und bekomme Kopfweh. Kurzum: Ich habe Angst, weiterzuschreiben, weil ich fürchte, Erwartungen nicht gerecht zu werden.

Hiermit erbitte ich ein wenig Hilfe, falls es anderen auch so geht. Was habt ihr gegen die Antriebslosigkeit und die Angst vor den eigenen Geschichten unternommen? Ich habe es mit einer Schreibpause versucht, aber auch da dümpelte mir ständig im Kopf herum, ich könnte jemanden enttäuschen oder hinterher noch mehr unter Zeitdruck kommen. Außerdem muss ich eine Geschichte bis Herbst beendet haben und ständig tickt in meinem Hirn eine virtuelle Uhr, gleich einer Bombe, die jeden Moment hochgehen kann.

Hilfe.  >.<
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Beitrag #2, verfasst am 03.06.2010 - 12:49
Wie lang war denn deine Schreibpause?
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Beitrag #3, verfasst am 03.06.2010 - 12:50
In meinem Schreibratgeber (Frey) steht für diese Art der Blockade drinnen, dass man die Wut laut herausschreien soll, dem Computer damit anbrüllt, dass es einem ganz egal sei, was die anderen vom Manuskript halten. Dass sich die Verlage ihre Absagen in den Hintern schieben können usw.

Keine Ahnung, ob das klappt, aber ich schätze, man kann es mal ausprobieren.
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Beitrag #4, verfasst am 03.06.2010 - 13:13
Ich kenne eine ähnliche Phase, hatte sie erst kürzlich. Wie übrigens viele in den letzten Monaten, so zumindest mein Eindruck.
"Leer" trifft es gut, Lustlos, Nullbock.
Keine Ahnung, woran es lag. Vielleicht am Druck, wenn man plötzlich weiß, man *muss* etwas abliefern (und dabei hatte ich nicht mal ein Datum fix). Es war komisch bei mir: Denn ich habe mich auf die vor mir liegenden Szenen gefreut und sie mir oft im Kopf ausgemalt - aber das Schreiben war plötzlich so lästig. Alles wurde lästig - selbst das lesen und reviewen (meine Güte, da hab ich soo viel nachzuholen!)

Vielleicht machst du dir zu viel Druck mit der Erwartung der Leser hier. Da bin ich inzwischen radikal: Was grad nicht läuft, läuft nicht. Was nichts taugt, kommt weg. Es tut mir zwar leid, aber das ist nunmal der Nachteil am kostenlosen Online-Lesen: Morgen kann es weg sein.

Eine Schreibpause hat mir übrigens nicht geholfen - kein bisschen. Eher wurde der Frust noch bohrender, weil das Wissen dazu kam, nicht weiter zu kommen.
Ich habe dann in kleinen Schritten gedacht und mich gezwungen, zumindest 500 Worte am Tag zu schaffen. Nur Rohversion - ohne Überarbeitungen. So ging es weiter, langsam zwar, aber es ging weiter. Und jedes geschaffte Kapitel war dann doch wieder ein kleiner Schritt Richtung "es wird".
Von einem Tag auf den anderen war ich dann wieder "da" und es fluppte.

Was mir geholfen hat: Lesen, lesen, lesen.
Genrefremdes; Dinge, die man zuvor nie in die Hand genommen hätte.
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Beitrag #5, verfasst am 03.06.2010 - 13:30
Ich habe über zwei Monate hinweg sehr wenig geschrieben, in den letzten drei Wochen gar nicht. Ich hab stattdessen auch versucht, einfach mal seichte Lektüre zum Abschalten zu lesen oder mich irgendwie anderweitig zu beschäftigen. Dauernd erwische ich mich beim Tun von ablenkenden Dingen, nur um nicht schreiben zu müssen. Zum Beispiel habe ich angefangen, exzessiv World of Warcraft zu spielen, obwohl ich das vorher nie getan habe und eigentlich auch keine große Lust darauf habe. Aber wie Zuo schon sagte, ständig sagt der kleine Mann in meinen Kopf: "Warum tust du das? Warum schreibst du nicht, Warum zögerst du es noch weiter hinaus? Warum, warum, warum?"

Dabei denke ich nicht, dass ich schlecht bin. Ich finde, ich schreibe ganz gut und meine Manuskripte wurden ja auch genommen. Ich bekomme viel positive Resonanz. Ich freue mich auch darüber. Ich sitze nicht vor dem PC, schreibe etwas und lösche es dann wutentbrannt wieder, weil ich denke das es Mist ist. Ich lese es eher durch und denke mir "Wozu das Ganze? Das ist nicht das, was ich schreiben will."

Ich bin recht temperamentvoll und schreie daher gern auch mal laut in meinem Kellerloch herum, wenn mich was ärgert.^^ Frust rauslassen klappt daher; für den Moment. Ich habe ein Ventil für den größten Ärger benutzt, aber es staut sich immer neu an. Ich bekomme kein Gehör von meiner Familie, wenn ich mit ihnen darüber reden will. Sie sagen, ich labere zu viel.

Ich habe mir auch vorgenommen, täglich eine Word-Seite zu schreiben. Nur dann passiert es, dass ich einen Tag oder mehrere Tage gar nichts schreibe und mich damit herausrede: "Morgen schreibst du einfach das doppelte, ist doch nicht so schlimm."

Und dann passiert es, das ich vor dem PC sitze und über Stunden hinweg auf eine leere Seite starre und mich davor drücke, indem ich fernsehe, meine E-Mails checke oder herumgoogle. Und ich gehe ins Bett mit dem Gedanken, dass das einfach alles scheiße istund ich große Lust habe, alle meine Protagonisten einfach über die Klinge springen zu lassen oder ihnen sarakstische blöde Worte in den Mund legen will, weil ich mich danach fühle.
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Beitrag #6, verfasst am 03.06.2010 - 13:35
Hast du denn irgendwas auf dem Herzen, das GAR nichts mit Schreiben zu tun hat? Liebeskummer, Probleme in Schule/Beruf, Krankheiten, Todesfälle ect.? (musst jetzt hier nicht antworten)

Ich meine nur: für mich klingt das, also ob du EIGENTLICH keine echte Konzentration aufbringen kannst fürs Schreiben, weil dich vielleicht etwas ganz anderes beschäftigt als deine Geschichten und du das aber zu verdrängen suchst. (bin kein Psychologe, das ist nur so ein Eindruck).

Hast du vielleicht auch mal überlegt, dir ein besseres Umfeld fürs Schreiben zu schaffen? (sofern das möglich ist). Balkon mit Laptop und ohne I-Net z.B, Badewanne mit Notizzettel, Waldspaziergang mit Diktiergerät whatever. Bei mir kommen die Ideen, die mir dann auch so gut gefallen, dass ich sie aufs Papier bringen WILL in genau solchen Situationen.
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Beitrag #7, verfasst am 03.06.2010 - 13:45
bei mir läuft zur zeit in sachen schreiben auch nicht wirklich was, aber so schlimm, wie bei dir gehts mir dann doch nicht *dich erst mal knuffel*

so, wie du dein problem schilderst, kommen mir auf anhieb zwei gedanken.
zum einen, dass du dich selbst vielleicht viel zu sehr unter druck setzt und dein lust am schreiben dadurch leidet (du schreibst ja selbst, dass in dir qausi ne uhr tickst und du angst hast, den erwartungen deiner leser nicht gerecht zu werden). sollte das evtl. der fall sein, empfehle ich dir einfach mal, dir über deine leser nicht so viele gedanken zu machen ... ich mein, du kannst doch deine sache (sonst hättest du ja keine leser *g*), also mach dich deswegen nicht verrückt. je mehr du dich unter druck setzt, desto weniger klappts.

und zum anderen ... vielleicht bedrückt dich ja irgendwas anderes (irgendwelche probleme im privatleben oder so was in der art). wenns das eventuell der fall ist, versuch dieses problem erst mal zu lösen, dann klappts bestimmt auch wieder mit der kreativität.

und was sag ich jetzt zum runden abschluss? kopf hoch ... das wird schon *aufmunternd anlächel*
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Beitrag #8, verfasst am 03.06.2010 - 14:12
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zuletzt bearbeitet am 03.06.2010 - 14:12
Vielleicht hilft es dir, wenn du mal just for fun etwas schreibst, das du dann niemandem zeigst. Nur für dich alleine, ohne es online zu stellen, ohne sich Sorgen um Kritiker oder Lektoren zu machen. Ich denke, auf die Art könntest du wieder in den Prozess des Schreibens hineingeraten. Wenn bei meinem Hauptding grade nichts läuft, hat es mir schon geholfen, ganz locker flockig irgendetwas zu schreiben (wo ich an Plotting, Korrektur, Protagonisten keine Gedanken zu verschwenden brauche). Die Lust, an meinem viel fordernderen Hauptprojekt weiterzuschreiben, entwickelt sich dann nämlich ganz von alleine.
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Beitrag #9, verfasst am 03.06.2010 - 14:14
Ich glaube, ich hatte auch schon ähnliche Phasen. Bei mir zumindest sind sie dann irgendwann vorbeigegangen. Es gibt Dinge, denke ich, auf die sollte man - sorry für den Ausdruck - einfach scheißen, um sich selbst zu schonen. Ich gehöre vom Wesen her zu dem Typ Mensch, der sich permanent selbst zerhackstückt. Und wenn ich nicht schreiben kann, obwohl ich es doch will, das Gefühl habe, schreiben zu _müssen_, begnne ich, mich selbst unnötig zu quälen. Erfahrungsgemäß kommt die Lust bei mir schneller wieder, wenn ich meine Selbstzerfleischungen abschalte und auf die Konsequenzen und den Rest der Welt einfach scheiße. Wenn ich eine Pause brauche, dann brauche ich eine Pause und niemand darf sie mir nehmen, nicht einmal ich selbst. Also vielleicht würde es dir auch etwas bringen, für eine Weile einfach zu vergessen, dass du eine Autorin bist.
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Beitrag #10, verfasst am 03.06.2010 - 16:15
Jaaa, mache ich gerade auch (mal wieder) durch. Ich habe weder Ideen noch bringe ich einen ordentlichen Satz zustande(wie auch, ohne Ideen). Und alles, was ich je gemacht habe, erscheint mir undurchdacht und schlecht. Nur die Lust, irgendetwas zu schreiben, ist geblieben und treibt mich in den Wahnsinn. Grauenhaft sowas.
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Beitrag #11, verfasst am 03.06.2010 - 20:37
Ja, ich hatte das auch. Ich weiß genau, was du meinst, das ist grauenhaft.
Ich hab momentan dreieinhalb Geschichten am laufen, eine pausiert wohl länger weil es keinen mehr interessiert... dann noch 8 wartende Ideen und ich komm einfach zu nix mehr.
Und ich fühlte mich irgendwann einfach total überfordert, und als dann der Fußballverein, über den ich schreibe, noch abgestiegen ist, ging gar nichts mehr.
Gestern hab ich mich gezwungen und hab an meiner längsten Geschichte weitergeschrieben, die ich schon vorher vorgeschrieben hatte und resultat waren drei Reviews und ein neuer Favoriteneintrag.
Und jetzt werd ich weitermachen, jetzt erst recht!

Hatte es sowieso vor, aber jetzt versuch ich mich extra zu beeilen. Hab ja jetzt auch frei.

Was ich getan hab, als ich diese Blockade hatte, war... ich hab auf den Block vorgeschrieben, oder hab ein Bild gemalt was in dem Kapitel passiert oder hab mich ins Bett gelegt und es mir da ausgedacht. Hat geholfen.
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Beitrag #12, verfasst am 03.06.2010 - 23:56
Ich reihe mich mal ein in die Reihe derer, die das kennen... Mein Problem war ziemlich ähnlich. Ich hab extrem lange an einem einzigen gemeinschaftlichen Projekt gearbeitet; drei volle Jahre lang habe ich nur noch an dieser Geschichte geschrieben. Die eigentliche Geschichte ging zwischendurch wegen interner Streitereie nnur stockend, bzw. monatelang überhaupt nicht weiter, aber meine damals beste Freundin und ich, wir haben sie in Gedanken immer weiter gesponnen. Die Ideen für die Fortsetzung standen schon, sogar die nächsten fünfzehn Jahre im Leben jedes Charakters waren genau geplant. Wir schrieben gemeinsam Szenen aus dieser Zukunft und hatten da auch großen Spaß dran. Aber irgendwann war das zu unserem einzigen Gesprächsthema geworden. Jede Unterhaltung lief auf ein "Hast du schon an dieser oder jener Szene weitergeschrieben?" hinaus; von beiden Seiten. Für sie war das kein Problem, aber ich wurde mit der Zeit immer unproduktiver. Am Ende hab ich wochenlang gar nichts mehr geschrieben, während sie mir fast jeden Tag eine neue Szene geschickt hat, mit der Bitte, daran weiterzumachen. Aber ich konnte das einfach nicht mehr. Mir hingen diese Charaktere, die mich drei Jahre lang in jeder freien Minute begleitet hatten, mit denen ich immer meine Langeweile überbrückt hatte, sowas von zum Hals heraus, dass ich nicht mehr an sie denken mochte. Die zentrale Liebesgeschichte, die von Anfang an meine Idee war, die sie begeistert aufnahm und die wir gemeinsam weiterentwickelten, wurde in meinen Augen immer kitschiger und kitschiger, in ein unerträgliches Maß hinein. Ich hasste Liv und ich hasste Link und am meisten von allen hasste ich mich selbst dafür, dass ich sie nicht wie die drei Jahre davor einfach lieben und über sie schreiben konnte. Ich hatte keine Ideen mehr. Vor angefangenen Szenen saß ich und wusste nicht, wie ich daran weitermachen sollte, selbst, wenn wir sie Punkt für Punkt durchgesprochen hatten. Alles, was von mir stammte, fand ich einfach furchtbar. Mein Charakter fing plötzlich an, sich zu prügeln, zu saufen und er hätte zweifellos auch ständig mit anderen Frauen rumgemacht, wenn sich dann nicht seine Freundin aus lauter Minderwertigkeitskomplexen umgebracht hätte (was mir tierisch auf die Nerven ging). In diesem ganzen Dilemma staute sich bei mir dermaßen viel Frust auf, dass ich mit meiner besten Freundin einen so heftigen Streit anzettelte, dass wir seitdem kein Wort mehr miteinander gesprochen haben. Das ist jetzt zwei Monate her.

Zuerst hab ich überhaupt nichts mehr geschrieben, weil ich mich schuldig gefühlt hätte. Dann fing ich wieder an zu lesen (wozu mir vorher die Zeit gefehlt hatte - ich musste ja auf leeres Papier starren und mich selber hassen). Ich las ein Buch über das Schreiben, in dem das einzige brauchbare Kapitel von dynamischer Prosa handelte. Der Rest dieses "Ratgebers" war sowas von demotivierend ("Talent ist nicht alles! Talent ist eigentlich gar nichts! Wenn Sie es nicht schaffen, sich nach der Arbeit fünf Stunden täglich an den Schreibtisch zu setzen und zu schreiben, dann vergessen Sie es lieber gleich!"), dass ich mich erst gar nicht mehr aufraffen konnte. Der nächste Ratgeber ("Das Leben und das Schreiben" von Stephen King) war rein motivationstechnisch das komplette Gegenteil. Also fing ich wieder an, nachzudenken. Ich hatte auf einmal eine Idee, eine einzige Szene, die ich unbedingt schreiben wollte. Aus dieser Szene entwickelte ich als erstes einen Plot, weil ich auf gar keinen Fall den Fehler begehen wollte, wieder gleich drauflos zu schreiben und dann die Lust zu verlieren. Ich dachte mir die einzelnen Beteiligten aus und schrieb für jede Figur eine kurze Charakterbiographie. Ich zeichnete Karten von den einzelnen Schauplätzen. Die erste der Szenen, die ich unbedingt schreiben wollte, setzte ich an den Anfang. Die zweite ans Ende, als Motivation sozusagen. Meine einzige Deadline lautet, dass ich fertig werden will, bevor ich 18 bin, ich brauche mir also keinen Stress zu machen. Die einzige Vorgabe, die ich mir selber gebe, ist die, jeden Tag wenigstens einen Satz zu schreiben. Ganz egal, wie wenig es ist oder wie schlecht es mir vorkommt - ich setze mich jeden Tag daran und versuche es wenigstens, auch wenn ich gerade überhaupt keine Lust habe. Was mittlerweile so gut wie überhaupt nicht mehr vorkommt. Dadurch, dass ich mir selber den Zwang genommen habe, unbedingt weiterschreiben zu müssen, um meine Freundin nicht zu enttäuschen, macht es mir auf einmal Spaß. Einer einzigen Freundin, die kein Problem damit hat, zwischendurch mal ein paar Wochen zu warten, gebe ich die fertigen Kapitel zum Lesen. Und (Achtung, eine drastische Maßnahme!) ich hab meiner Mutter versprochen, dass sie es lesen darf, wenn ich fertig bin. Aber ohne Zeitangabe.

In der Zeit, in der ich nichts mehr zustande gebracht habe, hab ich viel über Schreibblockaden und Burn Outs gelesen. Das Allerwichtigste dabei ist, dass man nicht nachgeben und aufhören zu schreiben darf. Egal was es ist, egal wie sinnlos, man muss einfach unbedingt immer weitermachen. Im Dunkeln schreiben, bzw. den Bildschirm zukleben, oder auch schon mal Geschriebenes noch mal abschreiben, ganz egal - Hauptsache niemals aufgeben.

Ich wünsch dir viel Erfolg. :]
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Beitrag #13, verfasst am 04.06.2010 - 16:24
Das Problem kenne ich auch nur zu gut. Ich habe über ein jahr praktisch gar nichts geschrieben und richtig intensiv FFs gelesen habe ich nun seit ca. 2 Jahren nicht mehr, wobei ich echt Phasen hatte, da habe ich den ganzen Tag nur gelesen und auf neue Kapitel gefiebert.

Inzwischen geht es bei mir wieder mit dem Schreiben. Wie weiter oben schon erwähnt wurde, setz dich einfach dran und schreib pro Woche eine Seite. Und lösch sie nicht, egal wie schlecht sie dir vorkommt.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass man sich mit der Zeit und je mehr man geschrieben hat, mehr unter Druck setzt und nie zufrieden mit sich ist. Einfach weil man FFs gelesen hat, die einfach toll waren oder man zu selbstkritisch ist. Ich habe für mich beschlossen, ich schreibe mein Projekt erst einmal fertig und erst dann lese ich es mir einfach noch mal durch. Und dann erst wird überarbeitet. Ansonsten denkt man zwischendurch, es taugt nichts, man schreibt es dann niemals fertig und das wäre schade. Und wenn man so negativ drangeht, dann macht es keinen Spaß. Ist jedenfalls meine Erfahrung. Bei mir macht das Schreiben langsam wieder mehr Spaß. Setz dich nicht unter Druck, es kann seine Zeit dauern.
In unserer Zeit wird viel von Ironie und Humor geredet, besonders von Leuten, die nie vermocht haben, sie praktisch auszuüben.
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Beitrag #14, verfasst am 04.06.2010 - 17:47
Ich bin echt froh, dass ich mit meinen Sorgen nicht alleine bin.^^
Ich danke für die vielen Vorschläge, einige haben mir tätsächlich geholfen! So habe ich mir heute ein Diktiergerät gekauft, das ich seitdem ständig mit mir herumschleppe. Tatsächlich kommen mir viele Ideen, wenn ich mit meinen Hunden spazieren gehe. Ich nehme das nun alles auf.^^
Außerdem habe ich begonnen, eine völlig stumpfsinnige Geschichte ohne Konzept zu schreiben, einfach aus Spaß mal irgendeinen Quatsch fabriziert. Dabei mache ich mir keine Gedanken über Logik und Spannungsaufbau, beziehungsweise über die Tiefe der Charaktere oder die Tragweite einer unterschwelligen Botschaft. Ich schreibe die Geschichte nur für mich und zeige sie niemandem. Das ist wirklich lustig.^^

Und ich habe tatsächlich heute eineinhalb Seiten bei meinem Roman geschafft.  :)
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Beitrag #15, verfasst am 04.06.2010 - 18:12
Das ist doch schön! Viel Erfolg!
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Beitrag #16, verfasst am 06.06.2010 - 11:45
Ich kenn das auch. Seit drei Jahren habe ich mit meiner Freundin an einem riesigen Projekt gearbeitet, das wir zwar nie veröffentlichen wollten, das aber Dimensionen angenommen hat, die fast jeden Rahmen sprengen. Wenig davon ist je aufgeschrieben worden, aber ausgedacht ist eine ganze Menge. Und irgendwann war es, wie Meridia gesagt hat, so, dass sich unsere Gespräche fast nur noch um diese Geschichte gedreht haben. Nicht, dass es mich gestört hätte, ich habe sie geliebt und ich liebe sie auch immer noch. Nur ist diese Freundschaft jetzt kaputt (was nicht unbedingt an der Schreiberei liegen muss) und ich sitze da mit dieser Geschichte und einem fehlenden Gegenpart.

Das ist jetzt fast sieben Monate her, und fast ebenso lange habe ich kaum etwas geschrieben. Mein Problem war einfach, dass ich alles, was ich gemacht habe, zu dieser Geschichte gehörig oder nicht, dieser Freundin gewidmet habe, schon während dem Schreiben. Ich habe einfach für sie geschrieben. Und jetzt ist sie weg. Das hat mich in ein ziemliches Loch geworfen, ich wollte zwar schreiben, aber mir kam alles sinnlos vor. Warum schreiben, es interessiert niemanden, ich finde es selber schlecht, es hat keine Aussage, keine Bedeutung.

Ich habe enorm viele andere Projekte angefangen, hauptsächlich auch freie Werke, damit ich mich richtig austoben konnte und um einfach von dem Fandom wegzukommen, in dem wir zusammen so viel gemacht haben, aber die sind alle nach ein paar Seiten in der Schublade gelandet, weil ich einfach das Gefühl hatte, dass sie schlecht waren. Eine einzige Geschichte habe ich ganz entgegen meiner Gewohnheiten jetzt durchgeplottet, bevor ich den Anfang geschrieben habe, aber auch die ist nach sechs Seiten jetzt abgebrochen.

Ailins Hauptproblem: sie kann nichts schreiben, was nicht blutrünstig, verzweifelt und enorm traurig ist, ohne zu denken, dass sie es gleich lassen kann, weil es keinen Sinn hat. Das ist doch bescheuert, oder? Ich komme mir vor wie so ein vierzehnjähriges Emo-Mädchen (nichts gegen Emos), hach ist die Welt doch schlecht. Es regt mich selber tierisch auf, dass ich es nicht fertig bringe, etwas Fröhliches, Glückliches zu schreiben, in dem ausnahmsweise mal niemand stirbt oder seelisch leidet, weil es mir sinnlos vorkommt! Hilfe!

Ich kann nicht einmal mehr sinnleere Geschichten ganz für mich selber schreiben, weil ich an mich selbst schon diesen bescheuerten Anspruch habe, nur sinnvolle Sachen aufs Papier bringen zu dürfen. Ich hab ganz ehrlich neulich versucht, eine Parodie zu verfassen. Sie war wahrscheinlich ganz lustig, aber ich habe die zwei Seiten, die sogar schon in einem extra Ordner abgespeichert waren, samt Ordner wieder gelöscht - weil es mich angewidert hat, was ich da versucht habe. Das regt mich auf, aber ich weiß nicht, wie ich es ändern soll.

Auf jeden Fall ist es gut, zu wissen, dass man nicht allein ist mit diesen Problemen und dass es Leute gibt, die es geschafft haben, da wieder rauszukommen. Ein paar von den Tipps werde ich mal ausprobieren.

Ich wünsche euch viel Glück und Erfolg
abwechselnd s t e i n in dir wird und g e s t i r n.
Lelha
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Beitrag #17, verfasst am 06.06.2010 - 15:02
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zuletzt bearbeitet am 06.06.2010 - 15:03
Hm ,
dass kenn ich bis jetzt nur anders rum ,

muss ich mich jetzt dafür schämen?

Ich spiel seit Jahren WOW und kenne da auch eine Menge Leute,

in letzter Zeit hab ich aber mehr Vergnügen daran rumzuschmökern als mich um Belange in diesem Spiel zu widmen.

Nähere Details beantworte ich auf PN.

Burnout triffts auf jeden Fall gut,

du hast keine Lust mehr dich mit Sachen rumzuschlagen die schon ewig deine Weggefährten sind,
dich mit dern Theorie vertraut machen und sie zu verinnerlichen auch nicht so dein Ding,
alle erwarten von dir animiert zu werden,
selber was tun ist ein Fremdwort
und selbst als du dich aus der Führungsposition zurück gezogen hast hören sie alle nur auf dich.

find dich damit ab das deine Protagonisten wen brauchen der sie an der Hand führt und warte darauf dass sie die nehmen, Persönlichkeiten kann man zu nichts zwingen das sie nicht selber wollen,
wenn sie dich wollen melden sie sich schon bei dir.

meine bescheidene Meinung auch wenn es sich dumm anhört

und @ all ihr schreibt in erster linie für euch und eure charas
was interessiert euch das was andere von euch halten
ihr seid eine Familie und nicht die die euch lesen und bewerten sind Verwandtschaft
sollte ich mit dem post wem auf den schlips oder auf die schuhspitze getreten sein ich antworte auf pns
haltet den fred sauber ^^
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Beitrag #18, verfasst am 06.06.2010 - 15:59
  •  
zuletzt bearbeitet am 06.06.2010 - 16:00
@ Ailin: Oh ja, ganz genau das meinte ich. Ich habe in den drei Jahren auch immer nur für meine Freundin geschrieben. In der Anfangszeit habe ich ja nicht nur an unserem Projekt gearbeitet, sondern auch noch an anderen Dingen... aber die meisten hat nie jemand anderes als sie zu Gesicht bekommen, weil ich mich einfach immer extrem schlecht fand und sie diejenige war, die sich phantastisch darauf verstanden hat, mir das auszureden. Das ist jetzt alles vorbei... und dazu habe ich noch einen 6 MB großen Ordner, der es eigentlich nicht wert ist, einfach weggeworfen zu werden. Immerhin steckt da unser ganzes Herzblut drin, und dank dieses Projekts bin ich auch so lange am Ball geblieben, was das Schreiben angeht, und habe mich enorm weiterentwickelt.

Und die Sache mit den wahnsinnig hohen Ansprüchen kenne ich auch. Ich hab früher ganz gerne mal Parodien geschrieben, und das waren immer die Geschichten, auf die ich am meisten positive Resonanz bekommen habe (traurig irgendwie ^^). Erst vor ein paar Tagen hat mich wieder eine Freundin darauf angesprochen, dass sie einer Bekannten von ihr eine ewig alte Humor-Geschichte gezeigt hat und die vollkommen begeistert war und ich unbedingt mehr davon schreiben soll, usw. Aber ich kann das einfach nicht mehr. Ich meine, es hört sich total bescheuert an, aber ich schaue Nachrichten, sehe, wie Menschen sich gegenseitig zerstören und die Welt zugrunde geht - und denke mir: "Wie kannst du bloß hier sitzen, dir das anschauen und dann so einen Blödsinn schreiben?" Zwangsläufig fliegt das Ganze dann wieder in die Tonne.
Ich will es jetzt trotzdem mal wieder versuchen... irgendwie. Ab und zu braucht man schließlich zwischendurch mal was zum Abschalten. Fehlt nur noch eine zündende Idee... ^^


@ Lelha:
Lelha schrieb:
find dich damit ab das deine Protagonisten wen brauchen der sie an der Hand führt und warte darauf dass sie die nehmen, Persönlichkeiten kann man zu nichts zwingen das sie nicht selber wollen,
wenn sie dich wollen melden sie sich schon bei dir.


Das hört sich jetzt ganz extrem einfach an. ^^ Problematisch wird es nur, wenn du ein paar Monate lang darauf wartest, dass deine Protagonisten Kontakt zu dir aufnehmen und dann doch niemand kommt. Noch problematischer wird es, wenn die Charaktere Sturm klingeln und du eine Menge Ideen hast, sie aber auf einmal nicht mehr aufgeschrieben kriegst. Wenn du stundenlang vor einem leeren Blatt Papier sitzt und genau weißt, was eigentlich als nächstes passieren soll - aber du keine Ahnung hast, wie du das formulieren sollst. Und tatsächlich geht es noch problematischer - nämlich wenn du gar keine Protagonisten hast. ^^ Wenn du ein Projekt abgeschlossen hast, ein paar Monate lang so rumdümpelst und das nächste anfangen willst. Nur leider keine Ideen hast. Nichts Greifbares. Dann ist das Abwarten manchmal alles andere als einfach.

Lelha schrieb:
und @ all ihr schreibt in erster linie für euch und eure charas
was interessiert euch das was andere von euch halten
ihr seid eine Familie und nicht die die euch lesen und bewerten sind Verwandtschaft


Damit hast du vollkommen recht, ist nur leider auch einfacher gesagt als getan. Ich meine, stell dir zum Beispiel vor, du arbeitest monate- vielleicht jahrelang an einem Roman. Du bist fertig, liest ihn dir durch und bist unglaublich begeistert. Du weißt, wie viel Mühe das war, wie ewig du gebraucht hast, du weißt, dass da dein ganzes Herz drinsteckt. Dann willst du dein Baby mit anderen teilen. Du gibst es dem ersten, der die Schultern zuckt und sagt: "Tut mir leid, ich würde ja gerne... aber eigentlich hab ich gerade überhaupt keine Zeit." Du gehst zum nächsten und hörst: "Weißt du, ich verstehe davon so überhaupt nichts. Zeig es doch lieber jemandem, der das besser beurteilen kann. Aber wenn du so begeistert bist, bin ich sicher, dass es ganz phantastisch sein muss." Der dritte, dem du es zeigst, liest es sich wenigstens durch - sagt: "Na ja, ist ganz gut" und für ihn ist die Sache dann gegessen. Ich glaube, das dürfte dann der Moment sein, in dem es dir ganz und gar nicht mehr egal ist, was andere von dir und deiner Arbeit denken. ^^ Auch wenn es das eigentlich sein sollte, was ganz theoretisch gesehen auch meine Meinung ist. Die sich nur irgendwie nicht in die Praxis umsetzen lässt. ^^

@ Kailyn: Ich freu mich übrigens für dich. ^.^ Ich hoffe, dass es wirklich funktioniert. Weiterhin viel Erfolg. :]
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Beitrag #19, verfasst am 06.06.2010 - 22:07
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zuletzt bearbeitet am 06.06.2010 - 22:08
Hm, dieses "Schreiben für sich selbst" höre ich sehr oft, ich kann diese Einstellung aber nur bedingt teilen. Man fängt an, für sich selbst zu schreiben, erfreut sich an seinen Geschichten, findet sich selbst gut und toll und ist auch zufrieden mit sich - aber irgendwann kommt auch der Punkt, an dem das alles nicht mehr befriedigend ist. Es liegt in der Natur eines jeden Menschen, etwas Höheres anzustreben, auch von anderen Anerkennung zu bekommen. Man möchte sich auch immer weiter verbessern, wenn man der Überzeugung ist, dass man die Grenzen dessen, was man im Moment macht, bereits erreicht hat. Ohne Rückmeldung geht das nicht.

Und wenn man dann einen gewissen "Standard" hat, den andere auch von einem erwarten, gerät man schnell unter Druck (in vielen Fällen - so wie in meinem - macht man sich selbst auch unnötig zu viel Druck). Gerade dann, wenn das Schreiben eine komerzielle Richtung einschlägt und ein Verleger auch einen bestimmten Standard erwartet, dem man gerecht werden möchte.

Ich habe wie gesagt nun eine Geschichte begonnen, die (komerziell betrachtet) an Stumpfsinn nicht mehr zu übertreffen ist. Aber diese Geschichte ist für mich. Ich veröffentliche sie nicht und kann mich darin nach allen Regeln der Kunst austoben. Stilblüten kümmern mich nicht, Rechtschreibfehler ignoriere ich konsequent, alle sind Mary Sues und Gary Stus - und ich liebe es!^^

Bei meinem anderen Werk jedoch kann ich mir das nicht erlauben. Nach wie vor stehe ich ein wenig unter Druck, aber ich habe den Spaß am Schreiben wiedergefunden, weil ich auch mal völligen Blödsinn schreiben "darf", für den ich mich vor niemandem rechtfertigen muss.
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Beitrag #20, verfasst am 07.06.2010 - 14:25
Natürlich schreibt man für sich selbst. Aber man möchte auch gerne wissen, wie gut seine Geschichte ist und wie andere sie beurteilen würden. Ich selbst kann ganz schlecht sagen, ob meine Sachen gut oder schlecht sind. Wenn man sie liest, dann kommt kaum Spannung bei einem selbst auf, da man weiß wie es geht. Man hat alle Hintergrundinfos im Kopf, weiß die Wendungen und kennt den Spannungsbogen. Deswegen gibt man sie dann anderen Leuten zu lesen, um auch zu erfahren, ob die Story so funktioniert, wie man es möchte.

Und wenn man dann keine Rückmeldung bekommt für ein Projekt, an dem man jahrelang gearbeitet hat, dann kann das deprimierend sein. Egal, ob man nun für sich selbst geschrieben hat oder nicht. Ist jedenfalls meine Erfahrung.
In unserer Zeit wird viel von Ironie und Humor geredet, besonders von Leuten, die nie vermocht haben, sie praktisch auszuüben.
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Beitrag #21, verfasst am 12.06.2010 - 10:25
Hi ihrs,

oh, so Probleme plagen mich zur Zeit auch ganz gewaltig *grmpf*

Es ist einfach so ... da wütet man monatelang wie besessen an etwas, kramt Dinge heraus, die seit vier, fünf Jahren brach liegen, kippt seinen ganzen, mittlerweile überquellenden Ideentopf aus ...
Und plötzlich sitzt man da mit nichts mehr in der Hand.

Bei mir wars letztendlich so, ich hab gemerkt, meine FF funktioniert nicht so, wie ich es mir gewünscht habe.
Irgendetwas hat nicht gepasst, so dass ich mich innerlich gegen das Weiterschreiben gesperrt habe.
Dank Beta (*zwinker*) bin ich auch drauf gekommen, woran es lag ... und jetzt muss sie neu geschrieben werden.
Aber der Topf ist leer.

Hocke nun schon seit zwei Monaten da und komme nicht weiter. Mir wird schon kotzübel, wenn nur an die Leser denke, nachdem ich von Anfang an zu den Autoren gehört habe, die fast jeden Tag ein Update gebracht.
Aber... es bringt einfach nichts, sich da unter Druck zu setzen.


Naja, es lag nicht an der Schreiberei, sondern an den momentanen Lebensumständen - Prüfungsstress, Umzüge, körperlich ziemlich runter ... da fehlt einfach der Überschuss an Energie.
Oh, ich hab mir sogar ein "neues", ziemlich exessives Hobby gesucht und so einige Dinge total auf den Kopf gestellt, weil einfach alles so verfahren war.
Aber siehe da ... langsam kriege ich wieder Lust auf Schreiben.
Krieg noch immer nichtmal die Worddatei von dem geöffnet, was ich eigentlich sollte ...
Aber egal! Kommt halt erstmal was anderes dran und bis dahin juckt es mich erfahrungsgemäß eh wieder in den Fingern.

Wie war das?
Wenn man bis zum Hals in Scheiße steht, sollte man nicht auch noch den Kopf hängen lassen? ;-)



Grüße von der Schreibfront,
Vargr
"Wer die Dunkelheit fürchtet, kennt nicht die Grausamkeit des Lichts.."
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Rang: Graffitiwriter
Schreibwerkstättler
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Beitrag #22, verfasst am 12.06.2010 - 23:50
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zuletzt bearbeitet am 12.06.2010 - 23:50
Darth Pevra schrieb:
In meinem Schreibratgeber (Frey) steht für diese Art der Blockade drinnen, dass man die Wut laut herausschreien soll, dem Computer damit anbrüllt, dass es einem ganz egal sei, was die anderen vom Manuskript halten. Dass sich die Verlage ihre Absagen in den Hintern schieben können usw.

Keine Ahnung, ob das klappt, aber ich schätze, man kann es mal ausprobieren.


Ich kenne den Schreibratgeber nicht, bin aber neulich auf was Vergleichbares gekommen: Meinen Computer beschimpft habe ich zwar nicht, aber dafür habe ich meine Figuren sich gegenseitig anbrüllen lassen. Ohne jeden Stil, ohne jeden literarischen Anspruch, einfach nur ganz platt die "Dialoge". Und im Gegensatz zu allem anderen ging das tatsächlich.
War herrlich, den Figuren, die einen die ganze Zeit so geplagt haben, indem sie sich einfach nicht schreiben lassen wollten, mal dabei zuzugucken, wie sie einander so richtig fies runtergeputzt und eimerweise mit Bosheiten übergossen haben

"Anfangen" kann man damit nun natürlich nichts (außer ich baue Teile davon mal irgendwann in einen vernünftigen Text ein), aber seit der gröbste Dreck rausgeschleudert wurde, komme ich nun so langsam wieder in die Gänge.

Seitdem ich meine Magisterarbeit geschrieben habe, herrscht bei mir ja auch Flaute. Ich hatte mich währenddessen so gefreut, danach endlich wieder Zeit zu haben, um meine Geschichten weiterzuschreiben, aber als das verdammte Ding dann endlich den Weg ins Prüfungsamt gefunden hatte, ging nichts mehr.
Dazu kam, dass schon während der Magisterarbeitsphase manche Leser ungeduldig wurden (was ich auch verstehen konnte, das zog sich ja doch ganz schön hin) und ich ihnen damals noch zuversichtlich geantwortet hatte, dass ich mich danach gleich an die Arbeit mache... Tja, und dann kam bei den Versuchen nichts rum. Nachdem schon die Magisterarbeit selbst mir am Ende zum Halse raus hing, gingen mir mich vorwurfsvoll anstarrende Word-Dokumente erstmal fürchterlich auf die Nerven, aber auf der anderen Seite war da das schlechte Gewissen. Und beides erstickte jegliche Kreativität auf seine Weise.

Wie gesagt, dank meiner Flucheskapaden tut sich jetzt wenigstens wieder ansatzweise was *g* Vor ein paar Tagen ein bisschen was hinbekommen, seit gestern abend auch wieder... ich denke, jetzt versuche ich es mal mit Zuojenns Trick, mir vorzunehmen, wenigstens eine bestimmte Menge Rohmaterial zu fabrizieren. Das ist eine gewisse Herausforderung, weil mich bei Sprache gerne die Pedanterie packt und ich es meist einfach nicht fertig bringe, zum nächsten Absatz überzugehen, wenn ich weiß, dass davor auf der Seite was steht, was scheußlich klingt, aber da diese Arbeitsweise ihren Teil zu meiner Lahmarschigkeit beitragen dürfte, ist es zumindest einen Versuch mal wert...
Wir alle haben unsere Seele dem Teufel verkauft.
Die Frage ist, welchen Teil davon wir vor dem Handel beiseite schaffen konnten.
 
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