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Beitrag #1, verfasst am 11.06.2010 - 18:20
Wer den ein oder anderen Manga in der Hand gehalten oder Anime-Serien gesehen hat, wird das vielleicht kennen: Szenen, die weder in der narrativen Realität noch vor dem geistigen Auge eines Charakters stattfinden, zumindest nicht so, wie sie gezeigt werden; Szenen, die rein symbolisch sind und keine andere Funktion haben als ein Gefühl, einen Geisteszustand, evtl. eine Veränderung zu zeigen. Die Grenze zur Einbildung bzw. subjektiven Weltwahrnehmung eines Charakters dürfte recht schwammig sein.

Ein (hoffentlich) eindeutiges Beispiel:

In der Serie "Fruits Basket" gibt eine Folge, wo der Titel erklärt wird: Die Protagonistin Toru ist von Natur aus etwas dümmlich (nicht wundern -> das Genre ist Shojo-Comedy, da ist das Standard) und ihre Klassenkameraden in der Grundschule haben sich über sie lustig gemacht. Es wurde ein Flashback gezeigt, wo die Klasse das Spiel "Fruits Basket" gespielt hat. Jeder hat eine Frucht zugewiesen bekommen und man durfte nur dann ins Spiel rein, wenn die eigene Frucht aufgerufen wurde. Toru wurde ausgegrenzt, indem man ihr keine Frucht zuwies, sondern das Reisbällchen. Sie hat es natürlich nicht gemerkt und tatsächlich gewartet, bis jemand von den anderen Kindern "Reisbällchen!" ruft. Hat natürlich keiner gemacht, denn "ein Reisbällchen gehört nun mal nicht in einen Früchtekorb".
Nun gut, am Ende von Folge Nummer weiß-nicht-mehr (jedenfalls noch erste Hälfte der Serie) wird Toru endgültig im Hause der Familie Soma, also von mittlerweile sehr, sehr guten Freunden, aufgenommen. "Kommentiert" wird das von einem Pseudo-Flashback, wo man wieder die kleine Toru alleine sitzen und warten sieht, während die anderen Kinder spielen. Nur dieses Mal ruft ein Kind tatsächlich: "Reisbällchen!"

Oder ein etwas anderes Beispiel, ein schwammigeres diesmal: In der Verfilmung von "Stolz und Vorurteil" mit Keira Knightley gibt es eine Szene, wo Lizzy und Darcy sich auf einem Ball beim Tanzen streiten und plötzlich sieht man sie allein im Raum, die anderen Gäste verschwinden. Allerdings glaube ich, dass diese Szene schon in Richtung "subjektive Wahrnehmung" geht.

Ein Beispiel aus einem geschriebenen Werk fällt mir gerade nicht ein, aber ich bin mir sicher, dass es sowas gibt. Dürfte aber wahrscheinlich schwerer umzusetzen sein, weil man keine visuellen Mittel zur Verfügung hat.

Was haltet ihr von solchen symbolischen bzw. metaphorischen Szenen? Verwendet ihr sie vielleicht sogar? Würdet ihr sie verwenden?
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Beitrag #2, verfasst am 11.06.2010 - 19:22
Eh, wenn's gut gemacht ist, warum nicht? Wobei mir der metaphorische Teil nicht so wichtig wäre wie das Drama. Ich erachte das Wecken von Emotionen für wichtiger als den Symbolismus selbst.

Surreale Träume und Erinnerungen habe ich sogar selber schon eingesetzt. Mit einem guten Traum kann man gehörig Spannung erzeugen, erschrecken, alles mögliche.
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Beitrag #3, verfasst am 11.06.2010 - 21:45
Das habe ich bei meiner One Piece-Fanfic " Rückkehr zur Insel des Schreckens" im letzten Kapitel versucht. Was genau passiert, erschließt sich dem Leser eigentlich nicht , das wollte ich in einer der Fortsetzungen erklären.
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Beitrag #4, verfasst am 12.06.2010 - 00:12
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zuletzt bearbeitet am 12.06.2010 - 00:16
Hm... Ich hab das nie in dieser Reinform gemacht. Manchmal schaffe ich es, dass die Ereignisse der einen Storyline durch eine zweite ergänzt werden. Also in der einen verliert jemand sein Vertrauen in einen König und in der anderen wird ein Symbol fürs Königstum zerstört. Aber letztere Storyline ist immer noch, naja, eine Storyline, sie hat also eine Handlung und ist nicht rein symbolisch.

"Watchmen" macht sehr viel in diese Richtung. Es gibt zum Beispiel einen Comic im Comic, dessen Bilder laufend mit den "tatsächlichen" Geschehnissen in Bezug gesetzt werden. Weil die Comic-Handlung die reale nicht beeinflussen kann und wirklich nur Themen und Stimmung beisteuert, wäre das vielleicht was für diesen Thread. Aber da haben andere mehr Ahnung von als ich. Sag mal wer was dazu.

Traumsequenzen... Ich hab ein Problem mit ihrem bevorzugten Einsatz. Und ich glaube, solange sie das Konstrukt eines Charakters sind und mit jedem einzelnen Symbol jemanden charakterisieren, vielleicht sogar von ihm durchgearbeitet werden wie reale Handlung, sind sie nicht "rein symbolisch". Viertes Buffy-Finale fällt mir da ein, "Restless"... Da passieren symbolgeladene Träume auf normaler Handlungsebene für die Charaktere. Was Feael anspricht, passiert dagegen allein für den Leser - wenn ich das jetzt nicht falsch verstanden habe. Als ob man auf einer Seite plötzlich ein Photo von einem Fisch hätte (?).
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- Neil Gaiman
 
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