zuojenn schrieb:
Es spricht auch nichts dagegen, bewusste Gedanken kursiv zu schreiben, das habe ich nie behauptet.
Ich habe auch nie behauptet, dass du das behauptet hast^^ Ich stimme nur mit deinem Begriff der erlebten Rede nicht überein:
zuojenn schrieb:
Nein, das stimmt nicht. Ganze Bücher bestehen aus erlebter Rede, sie ist eine Variante der personalen Erzählform. Erlebte Rede bedeutet nichts anderes, als das Wahrnehmen der Geschichte durch die Augen und den Kopf der Figur, die gerade die Perspektive hält.
Nee^^
Erlebte Rede ist keine Variante der personalen Erzählform. Sie ist ein Mittel der personalen Erzählform. Als dieses Mittel kann sie das Buch dominieren und weite Strecken des Textes können in dieser Form dargestellt sein, aber sie steht nicht allein. Ein Buch, das nur aus erlebter Rede bestünde, hätte keinen einzigen Satz in der direkten oder indirekten Rede. Okay, vielleicht gibt es sowas, aber dann halte ich es zumindest für sehr anstrengend und ich glaube auch nicht, dass du das gemeint hast. Wenn doch, dann okay.
Aber generell gibt es direkte, indirekte und erlebte Rede. Das sind die drei auf einer Ebene befindlichen Instanzen. Direkte Rede findet man normalerweise in jeder Erzählform - ob nun Ich, auktorial oder personal. Indirekte kann auch bei allen dreien vorkommen. Und die erlebte Rede eben nur im personalen Erzählstil. Aber das heißt nicht, dass sie damit gleichzusetzen bzw. als Variante dazu zu sehen ist, sondern eben nur als Teil - außer du meinst eine Spezialform des personalen Erzählens, die völlig ohne wörtliche Rede auskommt. Aber sonst gilt "direkte Rede" =/= "erlebte Rede". Und kann es sein, dass ich mich jetzt innerhalb dieses Absatzes dreimal wiederholt hab? Sorry ... o.O
zuojenn schrieb:
Wenn da nun steht:
"In Wahrheit sieht es etwas anders aus." Er polierte sich den Daumennagel am Hemd. "Ich konnte dich nämlich noch nie leiden."
Brauchst du eine andere Satzstruktur und in solchen Fällen benutzt man auch in der erlebten Rede Dinge wie ..., dachte sie, ..., schoss ihr durch den Kopf.
Aber das ist doch jetzt ein Beispiel für direkte Rede ..., oder?
Und ich hab das jetzt doch nicht falsch in Erinnerung ... Ich hab das doch mal gelernt. In der erlebten Rede verwendet man keine Dinge wie "dachte sie".
Moment, was sagt denn der gute Metzler dazu?
...
"Erlebte Rede ist eine spezifische Weise, in Erzähltexten Figurenbewusstsein oder -rede darzubieten,
die ohne verba dicendi und sentiendi (Verben des Sagens und Denkens) auskommt. Im Unterschied zur direkten Rede oder zum inneren Monolog bleiben der Erzähler als Sprechinstanz sowie die für das Erzählen typischen Formen der Syntax und des Tempus (im Allgemeinen das Präteritum) erhalten. [...] Insofern ist die erlebte Rede typisch für personales Erzählen."
Und unter personalem Erzählen steht unter anderem: "[...]Erzähltechnisch wird das personale Erzählen durch Darbietungsweisen wie die erlebte Rede oder den inneren Monolog realisiert.[...]"
zuojenn schrieb:
Verdammt! Dieser saudumme Mistkerl.
Ja, das ist erlebte Rede. Da sind wir uns zumindest einig^^