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Beitrag #101, verfasst am 08.07.2010 - 16:36
Vypox schrieb:
Darth Pevra schrieb:

Erneut frage ich mich, was du in einer langen Konversation zwischen sechs und mehr Figuren machst, ob das zu den Ausnahmefaellen gehoert, in denen Grossbuchstaben angebracht sind.


Wie meinst du das? Willst du eine von den sechs Leuten in Capslock sprechen lassen, damit der Leser die sechs Leute besser unterscheiden kann? Willst du dann (wenn es acht oder mehr sind) andere kursiv, fett oder unterstrichen darstellen?


Nein. Wie ich in einem vorigen Post geschrieben habe, verwendet man in so einem Gespraech ein Uebermass an Verben des Sagens. Man ist froh, wenn man einige durch Gesten eliminieren kann, oder durch Gesten + Capslock eliminieren kann.
Schon ein dummes Verb des Sagens kann einem kurzfristig die Dialogstruktur vermasseln.

DP, die staendig 4+ Gespraeche schreibt.
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Beitrag #102, verfasst am 08.07.2010 - 16:50
MySecretsKeeper schrieb:

Ah, also so wie Rollenprosa bei einem Ich-Erzähler funktionieren würde? Ja, ich denke schon.
Okay, solche Art von Text kenn ich - allerdings nicht in Romanlänge. Hast du das tatsächlich schon mal komplett ohne Außenbeschreibung deines Charakters durchgehalten? Ich stelle mir das unheimlich anstrengend vor. Dass es an gewissen Stellen aber sehr effektiv ist, kann ich mir vorstellen =)
Und irgendwie frage ich mich gerade, ob das nicht DIE perfekte Ausrede für beschreibungsfaule Leute (wie mich ) ist ... Nein, nein, Gedanke, verschwinde ganz schnell wieder!


Ah, es heißt nicht, dass die POV-Figur nicht beschrieben werden soll. (Das wäre in meinem Genre verboten - die brauchen ein Äußeres, und zwar zwingend ein halbwegs ansprechendes Äußeres *fg*.) Nur eben von innen, also dann, wenn die Figur selbst über ihre Erscheinung nachdenkt, bzw. wenn ihr etwas an ihr auffällt. Das ist bei Frauen weit einfacher, als bei Männern - Männer beschreibe ich fast immer aus der Perspektive der Frauen.

Was die Konsequenz betrifft: Ich empfinde es nicht als anstrengend, aber ich mache auch kein Dogma draus. (Ich glaube, das tut niemand)
In letzten Konsequenz wäre selbst ein "Lisa ging über die Brücke in Richtung Stadt" eine Außenbeschreibung, aber man kann einfach nicht *jedes Mal* etwas schreiben wie: "Lisa hatte beschlossen, den Weg über die Brücke in Richtung Stadt zu nehmen."
Oder "dies und das ließ sie schaudern", bzw. "sie fühlte einen Schauer den Rücken runter laufen". Wenn man es übertreibt, nervt es, und dann reicht auch mal ein "Sie schauderte."
Gerade zu Anfang der Kapitel bemerke ich meist noch eine gewisse Distanz und zoome dann ran und rein. Aber generell sieht man sich tatsächlich jede Außenbeschreibung an und fragt sich: Ginge es hier auch tiefer in den Kopf rein?
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Beitrag #103, verfasst am 08.07.2010 - 17:33
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zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 - 17:34
zuojenn schrieb:
Ah, es heißt nicht, dass die POV-Figur nicht beschrieben werden soll.

Ich hab's ja schon befürchtet ;))) Ich lasse das ja auch nicht weg. Es artet nur immer in Arbeit aus.


zuojenn schrieb:
(Das wäre in meinem Genre verboten - die brauchen ein Äußeres, und zwar zwingend ein halbwegs ansprechendes Äußeres *fg*.) Nur eben von innen, also dann, wenn die Figur selbst über ihre Erscheinung nachdenkt, bzw. wenn ihr etwas an ihr auffällt. Das ist bei Frauen weit einfacher, als bei Männern - Männer beschreibe ich fast immer aus der Perspektive der Frauen.

Ja, man muss immer Situationen einbauen, damit die Charaktere über ihr Erscheinen nachdenken. Es kommt mir immer gezwungen vor - was aber auch daran liegt, dass ich im Gegensatz zum Leser selbst genau weiß, welchen Aufwand ich dafür betrieben habe. Das war bei Fanfictions immer sehr viel einfacher, weil die Leser ohnehin wussten, wie die Charaktere aussehen.
Und das mit dem halbwegs ansprechendem Äußeren in deinen Geschichten hab ich inzwischen mitgekriegt *gg* Ich hab mir übrigens auch deine Leseprobe angehört. Ich bin schon seit längerem auf der Suche nach einem interessanten Hörbuch. Magst du das nicht mal ganz aufnehmen und mir schicken? ;))) Ich würd's mir auch trotzdem noch kaufen *gg*


zuojenn schrieb:
Was die Konsequenz betrifft: Ich empfinde es nicht als anstrengend, aber ich mache auch kein Dogma draus. (Ich glaube, das tut niemand)
In letzten Konsequenz wäre selbst ein "Lisa ging über die Brücke in Richtung Stadt" eine Außenbeschreibung, aber man kann einfach nicht *jedes Mal* etwas schreiben wie: "Lisa hatte beschlossen, den Weg über die Brücke in Richtung Stadt zu nehmen."

Aber das ist ja schon wieder nicht so direkt. Ich meinte jetzt das "Rollenprosa"-ähnliche - also quasi: "Sie sollte in Richtung Stadt gehen." / "Über die Brücke in Richtung statt zu gehen, wäre gut." - also den Teil ohne Beschreibungen.
Aber mir ist jetzt klar, worauf das Grundprinzip hinauslaufen soll. Und es ist wohl so wie mit allem: Wenn man es übertreibt, nervt es nun mal.
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Beitrag #104, verfasst am 08.07.2010 - 17:59
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zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 - 18:02
MySecretsKeeper schrieb:
zuojenn schrieb:
(Das wäre in meinem Genre verboten - die brauchen ein Äußeres, und zwar zwingend ein halbwegs ansprechendes Äußeres *fg*.) Nur eben von innen, also dann, wenn die Figur selbst über ihre Erscheinung nachdenkt, bzw. wenn ihr etwas an ihr auffällt. Das ist bei Frauen weit einfacher, als bei Männern - Männer beschreibe ich fast immer aus der Perspektive der Frauen.

Ja, man muss immer Situationen einbauen, damit die Charaktere über ihr Erscheinen nachdenken.


Muss man das?

Ich glaub zuojenn zwar, dass das speziell bei Liebesromanen einer Erwartungshaltung entspricht, aber anderswo? Warum?

Falls bestimmte Merkmale konkrete Auswirkungen haben, dann gibt es auch Situationen, in denen sie klar werden: Wenn jemand z.B. so klein ist, dass er an kein Regal kommt, dann wird man das irgendwann mal schreiben und dann weiß der Leser von diesem Merkmal.
Aber Merkmale, für die man deshalb künstliche Situationen erschafft, weil sie eigentlich gar keine Auswirkungen haben, die kann man im Grunde auch weglassen. So spannend ist das nicht, zu wissen, ob der Protagonist, der da spricht, nun grüne oder braune Augen hat, dass diese Information es mir wert wäre, den Leser aus der Perspektive zu schmeißen oder ihm eine völlig gekünstelte Szene aufzutischen, bei der er sich fragt: "Warum zur Hölle denkt der überhaupt darüber nach?"
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Beitrag #105, verfasst am 08.07.2010 - 18:17
Keeper, jetzt bekomme ich einen Lachflash. Ich finde meine Stimme penetrant und lästig, vor allem diesen arroganten Unterton, der einfach nicht weg geht. Den Teufel würde ich tun, ehe ich ein Hörbuch einspräche.
Außerdem habe ich auch leider kein Equipment, um etwas aufzunehmen. Sonst würde ich den Teufel vielleicht tun

@ Melmoth:
Ich glaube auf Teufel komm raus sinnlose Szenen einbauen, um das Äußere zu beschreiben, muss man nicht mal im LiRo. Ich glaube zumindest, dass ich bisher immer darum herum gekommen bin, auch wenn ich meine Figuren gerne, rasch und ausführlich beschreibe, zumindest in ihren entscheidenden Merkmalen.
Ich persönlich mag es, wenn ich zeitnah erfahre, wie ich mir eine Figur in etwa vorzustellen habe, ohne diese Informationen läuft mein Kopfkino nicht an. Es stört mich ernsthaft, wenn irgendwann nach 20 Kapiteln rauskommt, wie die Figur ausschaut, und ich sie mir bis dahin schon völlig anders vorgestellt habe.

Aber es kommt eben auch auf die Geschichte an. Ist diese generell sehr wenig visuell, dann passt es auch gut, wenn man Beschreibungen weglässt oder auf minimalistische Details reduziert.
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Beitrag #106, verfasst am 08.07.2010 - 18:17
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zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 - 18:25
Melmoth schrieb:
MySecretsKeeper schrieb:
zuojenn schrieb:
(Das wäre in meinem Genre verboten - die brauchen ein Äußeres, und zwar zwingend ein halbwegs ansprechendes Äußeres *fg*.) Nur eben von innen, also dann, wenn die Figur selbst über ihre Erscheinung nachdenkt, bzw. wenn ihr etwas an ihr auffällt. Das ist bei Frauen weit einfacher, als bei Männern - Männer beschreibe ich fast immer aus der Perspektive der Frauen.

Ja, man muss immer Situationen einbauen, damit die Charaktere über ihr Erscheinen nachdenken.


Muss man das?


Nee, muss man nicht. Da hast du schon recht. Was ich eigentlich meinte, war: Wenn man sie beschreiben will, dann muss man künstliche Situationen erschaffen, um sie zu beschreiben. Wobei da auch wieder der Begriff "künstlich" strittig ist. Es ist einfach so, dass mir die Szene oftmals noch künstlich vorkommt, obwohl sie sich eigentlich ganz gut in den Lesefluss einfügt. Aber ich habe im Hinterkopf, wie lange ich manchmal für gewisse Beschreibungen gebraucht habe - also wie lange ich tüffteln muss, bis es für mich annehmbar unauffällig eingebaut klingt :D

Ich wage auch, von mir behaupten zu können, dass ich keine Beschreibungen auf Kosten von Perspektive einbaue. Sofern es möglich ist, lasse ich die Charaktere sich gegenseitig beschreiben (ich schreibe in der Regel mit wechselndem personalen Erzähler). Aber es ist dann eher das Gegenteil der Fall: Ich habe Perspektive auf Kosten der Beschreibung. Ich neige dazu zu wenig zu beschreiben.
Und in meiner aktuellen Geschichte ist das dann auch zum ersten Mal jemandem negativ aufgestoßen (rückblickend nicht sehr überraschend, denn es ist tatsächlich mein eigener Fehler: es ist keine Fanfiction mehr und ich alter FF-Schreiber bin an die Absenz von Äußerlichkeitsbeschreibungen gewohnt und hab auf "mein neues Genre" nicht mit genug Sorgfalt geachtet): Es wurde angemerkt, dass man sich die Charaktere nicht so gut vorstellen könnte bzw. dass da im beschreibungstechnischen Bereich noch was gehen würde. Und ich denke mal, das stimmt.

Was ich aber auch immer problematisch finde: Was, wenn die Beschreibungen erst spät kommen? Zum Beispiel dein Beispiel mit dem Regal. Nehmen wir mal an, der Charakter muss in Kapitel 7 an das Regal und davor gab es noch keine Veranlassung zu schreiben, dass er besonders klein ist. Es könnte sein, dass dein Leser aus allen Wolken fällt, weil er sich den Charakter bisher immer groß vorgestellt hat. Würde das dann nicht eine vorher eingebaute Szene mit Hinweis darauf, dass der Charakter klein ist, rechtfertigen?


EDIT @ Zuo: Ach, ich finde es einfach immer faszinierend, wenn Autoren ihre eigenen Geschichten lesen. Da bekommt man immer genau DIE Betonung, die der Autor sich beim Schreiben auch vorgestellt hat. Auf die Stimmlage kam es mir dabei jetzt gar nicht mal an :D Obwohl - wenn du es arrogant nennst, dann passt es ja gerade zu Nicholas (hab ich den Namen jetzt richtig geschrieben? o.O). Und für mich klang es eher ein wenig ... amüsiert - so als hättest du die gesamte Zeit über selbst Spaß daran, es zu lesen. Und als würdest du es selbst nicht so furchtbar ernst nehmen. Doch, hat mir gefallen - auch wenn ich mit dieser Deutung jetzt völlig daneben liegen kann, was ich jetzt auch nicht weiter tragisch fänd :D
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Beitrag #107, verfasst am 08.07.2010 - 18:39
MySecretsKeeper schrieb:

EDIT @ Zuo: Ach, ich finde es einfach immer faszinierend, wenn Autoren ihre eigenen Geschichten lesen. Da bekommt man immer genau DIE Betonung, die der Autor sich beim Schreiben auch vorgestellt hat. Auf die Stimmlage kam es mir dabei jetzt gar nicht mal an :D Obwohl - wenn du es arrogant nennst, dann passt es ja gerade zu Nicholas (hab ich den Namen jetzt richtig geschrieben? o.O). Und für mich klang es eher ein wenig ... amüsiert - so als hättest du die gesamte Zeit über selbst Spaß daran, es zu lesen. Und als würdest du es selbst nicht so furchtbar ernst nehmen. Doch, hat mir gefallen - auch wenn ich mit dieser Deutung jetzt völlig daneben liegen kann, was ich jetzt auch nicht weiter tragisch fänd :D


Ahm ja, so ähnlich *g*.
Ich hatte solche Angst mich zu verlispeln, in der Zeile zu verrutschen oder einen Hustenanfall zu bekommen (das war ganz kurz nach meiner Lungenentzündung), dass ich die ganze Zeit millimeternah vor einem durch Panik ausgelösten Lachanfall stand.
Aber das war auch schon heftig. Ich hatte vorher noch nie laut jemandem vorgelesen, außer meinen Kindern, und da waren es ja nicht mal Leser, sondern überwiegend andere Autoren.
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Beitrag #108, verfasst am 08.07.2010 - 19:13
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zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 - 19:14
Melmoth schrieb:

Falls bestimmte Merkmale konkrete Auswirkungen haben, dann gibt es auch Situationen, in denen sie klar werden: Wenn jemand z.B. so klein ist, dass er an kein Regal kommt, dann wird man das irgendwann mal schreiben und dann weiß der Leser von diesem Merkmal.


Aber wenn du mehrere Charaktere hast und zwischen deren Perspektiven wechselst, ist es doch von Nutzem, dass dem Leser durch diese Merkmale in Erinnerung gerufen wird, um welchen der vielen Charaktere es jetzt noch mal ging. Besonders am Anfang, wenn der Leser die Namen noch nicht so richtig in Verbindung mit jemanden bringt, denke ich mal ist das wichtig. Oder du viele "ähnliche" Charaktere hast. Z.B. nur Soldaten/Schüler, wasweißich. Dann weiß der Leser an diesem Merkmal, ach ja, der Soldat Peter war der mit der Glatze und der Soldat Namens Adam war der Übergewichtige. (Okay, sehr OT...)
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Beitrag #109, verfasst am 08.07.2010 - 19:47
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zuletzt bearbeitet am 08.07.2010 - 19:50
zuojenn schrieb:
Andauril schrieb:
@Zuo: Ich lese gerade eine Geschichte, in der das genau so gemacht wird, und mich irritiert es, wenn solche bewussten Gedanken wie der Rest des Textes in Normalschrift geschrieben werden. Da passiert es leicht, dass ich nicht mehr weiß, was gedachtes und was erzähltes ist.
Kursiv ist einfach gut dafür, um so etwas zu vermeiden.


Wir drehen uns im Kreis. ich spreche von "Erlebter Rede". Da ist alles Gedachte Erzähltes und alles Erzählte Gedachtes, weil man die Geschichte durch den Kopf der Perspektive haltenden Figure erlebt und sich ihre Gedanken nicht mehr abheben *sollen*. Der Erzähltext ist zu diesem Zweck bei der erlebten Rede nach dem Sprachmuster und der Wahrnehmung der Figur aufgebaut.
Der Leser soll nah ran an die Figur, er soll den Text mit der Figur durchleben. Er braucht keinen Hinweis "So, jetzt denkt die Figur". Die Figur denkt immer, nicht nur wenn es kursiv ist. Momente, in denen man nicht denkt, gibt es in dem Sinne ja gar nicht, ebenso wie es sehr selten bewusste, ausformulierte Sätze in Gedanken gibt.
Es ist quasi eine Ich-Perspektive ohne Ich.


Du verstehst mich falsch. In der von mir genannten Geschichte ist es deswegen so irritierend, weil sich zwei (eigentlich mehr) Charaktere über ihre Gedanken unterhalten - also ausformulierte Gedanken. Und bei so etwas ziehe ich vor, kursiv zu benutzen. Einfach, um das unterscheiden zu können. Und in dem Fall denkt ja nicht nur der Hauptcharakter (da fände ich es ja in Ordnung) sondern auch noch seine "Gesprächs"partner. Und in solchen Fällen ist kursiv zur besseren Unterscheidbarkeit doch völlig in Ordnung, sogar sehr vorteilhaft.
Und bei dieser Geschichte geht es um ein wirkliches erschienenes Buch, von einem Autoren, den ich eigentlich auch sehr gut finde... nur diese Sache irritiert mich eben.

Ich denke ziemlich ausformuliert. Vermutlich übertrage ich das in eine meine Texte, weswegen man bei mir gerne mal kursive ausformulierte Gedanken findet. Selbst in einer meiner Ich-Erzählungen gab es das mal.
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Beitrag #110, verfasst am 08.07.2010 - 19:51
zuojenn schrieb:
Ahm ja, so ähnlich *g*.
Ich hatte solche Angst mich zu verlispeln, in der Zeile zu verrutschen oder einen Hustenanfall zu bekommen (das war ganz kurz nach meiner Lungenentzündung), dass ich die ganze Zeit millimeternah vor einem durch Panik ausgelösten Lachanfall stand.
Aber das war auch schon heftig. Ich hatte vorher noch nie laut jemandem vorgelesen, außer meinen Kindern, und da waren es ja nicht mal Leser, sondern überwiegend andere Autoren.
(Sorry fürs Off Topic)


Harhar - dann kannst du dir ja jetzt zumindest einreden, dass du auf alle anderen auch so gewirkt hast wie auf mich. Success, würd ich sagen ;)
Und ja, wir sind Off Topic, irgendwie schon seit Beginn dieser ganzen Diskussion, die ja nun wirklich nicht mehr sooo viel mit einem Schrei-Capslock-Problem zu tun hatte. Insofern ... bin ich jetzt dann auch mal ganz schnell ganz still *Heiligenschein aufsetz*
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Beitrag #111, verfasst am 08.07.2010 - 20:01
Andauril schrieb:

Du verstehst mich falsch. In der von mir genannten Geschichte ist es deswegen so irritierend, weil sich zwei (eigentlich mehr) Charaktere über ihre Gedanken unterhalten - also ausformulierte Gedanken.


Ah, also Mentalsprache/ Telepathie.
Absolute Zustimmung, die sollte man irgendwie kennzeichnen.

Da fällt mir ein, dass in einem sehr geilen Buch, das ich neulich gelesen habe, die ausformulierten Gedanken der Prota in ".." standen, genau so wie die wörtliche Rede.
*Das* war mal irritierend. Da standen dann drei Sätze, nach denen du dich fragtest "WAS sagt die da zu diesem Erhabenen, vor dem sie sich fürchten sollte??" und erst dann kam ein ", dachte sie." hinterher
Das war extrem ungünstig gelöst und hat mich mehrfach sehr blöd aus der Wäsche gucken lassen.
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Beitrag #112, verfasst am 08.07.2010 - 20:13
zuojenn schrieb:

Das war extrem ungünstig gelöst und hat mich mehrfach sehr blöd aus der Wäsche gucken lassen.


Kommt wohl davon, wenn die berühmten drei Zeilen - ...

"         "  sagen
*         * denken
'         '  telepaninieren

- ... am Anfang fehlen.
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Beitrag #113, verfasst am 08.07.2010 - 20:23
Genau. Das überfordert mich dann doch
Aber es war auch Steampunk, da erwartet man eben etwas mehr Hirn vom Leser.
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Beitrag #114, verfasst am 08.07.2010 - 21:02
Darth Pevra schrieb:


@ Eosphoros: erinnert mich daran, dass ich einen Charakter habe, der staendig droehnt.

Erneut frage ich mich, was du in einer langen Konversation zwischen sechs und mehr Figuren machst, ob das zu den Ausnahmefaellen gehoert, in denen Grossbuchstaben angebracht sind.


Nein ^^

Das ist keine Ausnahme. Und es funktioniert sogar sehr gut, auch mit sechs Personen. Es funktioniert sogar ohne Großbuchstaben sehr gut, wenn eine Person davon stumm ist und lediglich nonverbale Konversation betreibt. ;)
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Beitrag #115, verfasst am 08.07.2010 - 23:26
Dann sind wir uns wohl einig uneinig zu sein.

Fuer mich sind Grossbuchstaben das kleinere Uebel, wenn meine Figuren sich zuvor schon endlos an der Nase gekratzt und gemurmelt, erwidert und erklaert haben.
Hab ich schon erwaehnt, dass ich sehr viel Dialog schreibe?
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Beitrag #116, verfasst am 09.07.2010 - 07:56
Ich habe auch sehr viele Dialoge - auch oft mit mehr als drei bis vier Leuten. Mehr als sechs allerdings noch nie. Und ich habe das Problem nicht, das du hast, Pevra - obwohl ich nicht ständig Rede-Verben nutze. Irgendwie habe ich es nicht. Deshalb kann ich mir das auch nicht so vorstellen, dass das nötig sein soll, da grafische Elemente einzufügen. Vielleicht liegt das daran, dass meine Figuren in den Dialogen mehr als nur einen Satz sagen, sodass Rede-Verben nicht vorkommen MÜSSEN und ständiges Nasekratzen auch nicht. Auch benutze ich diese großen Dialoge immer (weil ich aus der Perspektive von jemandem schreibe) dessen Gedanken, um noch mehr Info einzufügen - auch über die sprechende Person gerade.

Das war jetzt nur bloße Vermutung von mir. Ich kenne deine Dialoge ja nicht. Ich weiß nur, dass ich das nie so schwierig fand, was das Unterscheiden der Redner betraf. Schwieriger finde ich, die Informationsreihenfolge festzulegen, wenn jeder Char aufgrund seiner Motivation alles anders gewichtet und es keinen "Redeanführer" gibt, der das Gespräch leitet.
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Beitrag #117, verfasst am 09.07.2010 - 22:52
Darth Pevra schrieb:
Dann sind wir uns wohl einig uneinig zu sein.

Fuer mich sind Grossbuchstaben das kleinere Uebel, wenn meine Figuren sich zuvor schon endlos an der Nase gekratzt und gemurmelt, erwidert und erklaert haben.
Hab ich schon erwaehnt, dass ich sehr viel Dialog schreibe?


Oh, ich schreibe auch sehr viele. Dennoch greife ich zu dieser Form der Auszeichnungsschrift nur selten und äußerst ungern zurück. Es gibt nichts, was man über Sprache und Ausdruck nicht darzustellen vermag. Natürlich braucht es wenig Übung, doch dann klappt es schon.
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Beitrag #118, verfasst am 09.07.2010 - 23:19
Hm, ich hoffe das ist keine Anspielung auf meine Schreibkuenste.

Wie auch immer: ich bin sehr wohl der Ansicht, dass unsere Sprache limitiert ist. Ich sehe das ganze aber auch extrem pragmatisch, nutzenbezogen.
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Beitrag #119, verfasst am 10.07.2010 - 10:38
Darth Pevra schrieb:
Hm, ich hoffe das ist keine Anspielung auf meine Schreibkuenste.



>.< Nö, das war keine Anspielung auf deine Schreibkünste. Es ist lediglich eine Anspielung auf meine Erfahrungen und Beobachtungen, die eindeutig sagen, dass es ohne typographische Darstellungen geht. Sicher ist es am Anfang schwer. Doch es ist wie allem Neuen: Übung und schon geht es.

Sicher hast du am Anfang eine Menge an "Verben des Sagens" und genau hier setzt dann die Übung ein. Mit jedem Dialog wird es besser und es fällt einem leichter. Am Ende braucht man keine typographischen Unterscheidungen mehr. Es sei denn, es ist eine stilitische Besonderheit, die selbstverständlich dann in der Rubrik "TOD" anzusiedeln ist. Sprich, wenn es im ganzen Buch nur einen Charakter gibt, der in Großbuchstaben spricht.
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Beitrag #120, verfasst am 10.07.2010 - 15:25
Wie ich schon sagte, ich verwende Gesten massiv in meinen Dialogen, ebenso wie unterschiedlichste Verben des Sagens vorne und hinten. Aber es ist in einem Gespraech mehrere Personen trotzdem viel, insbesondere, wenn man das Gespraech nicht durch irgendwelche langweiligen Beschreibungsbloecke und Erlaeuterungen (das ist dann wohl vom Fegefeuer in die Hoelle) unterbrechen will. Langeweile ist naemlich eine Todsuende, noch mehr als eine Haeufung von Gesten, Verben des Sagens und einem seltenen Caps.

Weil du grade von Prachett sprichst: ist das nicht auch jemand, der mitten in der Unterhaltung geistige Ausfluege unternimmt? Ich meine mich daran zu erinnern, dass mir das negativ aufgefallen ist.
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Beitrag #121, verfasst am 10.07.2010 - 18:11
Ich verstehe nicht, wie du mit Caplocks Gestik oder Verbindungsverben verhindern willst. Wenn du Caps inmitten eines Diskussion unter vielen Figuren setzt, verbindet der Leser ja nicht automatisch Caps = Figur Fritz. Vielleicht war Fritz bis dato der agressivste, aber das heißt doch nicht, dass es automatisch er ist, der irgendwann schreit, oder? Von daher muss man das wohl trotzdem irgendwie erklären, dass es Fritz ist, der nun brüllt. Und auch wenn du ihn dann weiter in Caps brüllen lässt, weiß der Leser weiterhin nicht, ob sie inzwischen nicht alle brüllen. Viel Nebenher spart man sich dadurch irgendwie nicht, oder?
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Beitrag #122, verfasst am 10.07.2010 - 18:48
Nein, die Geste spare ich mir damit nicht. Aber das bloede Verb des Sagens, das spare ich mir.
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Beitrag #123, verfasst am 10.07.2010 - 21:47
Darth Pevra schrieb:
Nein, die Geste spare ich mir damit nicht. Aber das bloede Verb des Sagens, das spare ich mir.


Ich verstehe nicht, was an Verben so schlimm ist...
In einem interessant gestalteten Dialog fallen die doch gar nicht auf.
Man sollte dem Anderen die Wahrheit hinhalten, dass er wie in einen offenen Mantel hineinschlüpfen kann, und sie ihm nicht wie einen nassen Lappen um die Ohren hauen.

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Beitrag #124, verfasst am 10.07.2010 - 22:25
Lapislazuli67 schrieb:
Darth Pevra schrieb:
Nein, die Geste spare ich mir damit nicht. Aber das bloede Verb des Sagens, das spare ich mir.


Ich verstehe nicht, was an Verben so schlimm ist...
In einem interessant gestalteten Dialog fallen die doch gar nicht auf.


Natuerlich sind die nicht schlimm. Aber wenn es 4+ Leute sind, die diskutieren, kommt einiges zusammen. Und ich arbeite nunmal momentan mit vier Hauptprotas und zwei Nebenprotas, die "in einem Boot" sitzen. Da kommt dann schon einiges zusammen, weswegen ueberfluessige Verben des Sagens das erste ist, was ich ueblicherweise in einem Korrekturgang streiche.
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Beitrag #125, verfasst am 10.07.2010 - 22:58
Sehe gerade, ich hab hier ja noch Antworten verschusselt gehabt. Sorry!

@zuojenn und MySecretsKeeper: Da ihr es beide erwähnt, dass es störend ist, wenn man Informationen zum Aussehen der Figuren erst im Laufe der Zeit bekommt, merk ich mir das mal. Ich selbst habe von Personen meist derartig vage visuelle Vorstellungen, dass es mir nicht soviel ausmacht, wenn ich später daran noch was korrigieren muss, aber wenn man weiß, dass das nerven kann, achtet man halt drauf, die erstmögliche sinnvolle Gelegenheit für die Beschreibungen zu ergreifen.
Wechselnde Perspektiven sind wohl ideal, um Figuren sich gegenseitig beschreiben zu lassen. Darf ich mal fragen, wie ihr das macht, falls ihr wirklich mal eine Figur selbst Hinweise auf ihr Aussehen geben lassen müsst? Wenn es sich nicht um wirklich störende, sich ins Bewusstsein drängende Merkmale handelt, steh ich nämlich ziemlich auf dem Schlauch, wie man das hinkriegen kann, einer Figur einen guten Grund zu geben, über ihr (für sie selbstverständliches) Erscheinungsbild nachzudenken.


@Rune: Weiß nicht, ob ich’s jetzt richtig verstehe: Meinst du generell Beschreibungen von Figuren, um sie jeweils auseinander zu halten, oder speziell immer von der Figur, deren Perspektive gerade an der Reihe ist?
Ersteres gibt’s natürlich: der, aus dessen Perspektive gerade erzählt wird, schaut sich die Menschen um sich rum an, gerade, wenn sie noch relativ fremd sind, und dann wird auch erwähnt, was ihm auffällt. Vor allem, da ich das Problem mit den vielen ähnlichen Leuten ja wirklich habe.
Bei letzterem hingegen weiß ich nicht, wie ich es hinbekommen soll: Bei ein, zwei Figuren geht es vielleicht, wenn die irgendwas an sich haben, was sie so sehr stört oder behindert, dass sie es immer wieder bemerken, aber beim Rest?
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