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Beitrag #1, verfasst am 06.07.2010 - 14:21
Ich stehe aktuell vor der Frage, ob ich meinem Hauptcharakter ein reales Kriegsszenario als Erinnerungssequenz detailgetreu nacherzählen lassen soll, oder nicht?

Speziell geht es hierbei um den Einsatz einer Gruppe Soldaten in einem Kriegsgebiet, die bei einem Hilfseinsatz miterleben müssen, wie Rebellen ein Dorf voller Zivilisten überfallen, und durch ein Verbot ihrer Einsatzleitung nicht eingreifen dürfen. Stattdessen räumen sie am Ende die Überreste dessen zusammen, was die Rebellen übrig gelassen haben.

Mir persönlich wäre es wichtig, in diesem Fall über einfache Andeutungen hinauszugehen, weil der Charakter eben durch Erlebnisse wie dieses geprägt worden ist, da er jahrelang in Kriegseinsätzen überall auf der Welt war. Trotzdem überlege ich seit Tagen hin und her, ob die Szene, die ich dazu geschrieben habe, nicht doch zu 'krass' ist. Andererseits brauche ich nur die Nachrichten einzuschalten, um tagtäglich mit Bildern und Texten bombadiert zu werden, bei denen ich mich immer wieder frage, ob die Senderverantwortlichen einen an der Waffel haben, so etwas um Uhrzeiten zu senden, wo Kinder vor dem TV sitzen.

Wie löst ihr solche Fragen, wenn es um sensible Themen wie dieses geht? Das kann man auch gut auf Themen wie Missbrauch, Tötungsdelikte, Gewalt an sich etc. ausbreiten. Schreibt ihr einfach erstmal drauflos und überlegt bei der Überarbeitung, ob ihr diese Szene so lassen könnt, oder nicht? Oder grübelt ihr bereits vorher, wie weit ihr ins Detail gehen wollt?
zuojenn
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Beitrag #2, verfasst am 06.07.2010 - 14:26
In solchen Situationen finde ich ein verschwommenes Gesamtbild mit scharfen Details oft ganz sinnvoll. Man muss so nicht die ganze Grausamkeit ausführlich schildern und breittreten, sondern belässt es im Großen und Ganzen bei Andeutungen und oberflächlicher Beschreibung und zoomt an manche Punkte, die dem Prota eben besonders ins Auge fallen, scharf und detailiert heran.
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Beitrag #3, verfasst am 06.07.2010 - 15:10
Vaiante a
Das kommt jetzt ganz grob auf deine Vorlieben und die Vorlieben deiner Leser an. Es gibt Menschen die lesen gerne exkate becshreibungen von brutalen szenen - du musst nur aufpassen, dass die gewalt nicht vererrlicht wird.

Und dann hängt es vom alter der leser ab.


Variante b wäre:

Wie geistesgegewärtg waren der/die Protas?  Mit klarem verstand sieht man dinge ganz aders als im betrunkenen zustand. außerdem hänbgt es davon ab, wieviele kriegseinsätze er/sie schon mit erlebt hat/haben.

Ich kann mir gut vorstellen, dass sich das erste gemetzel ins gedächnis gräbt. jemand der es gewöhntist, kann es eher verdrängen.
Womit ich shcon beim nächsten punkt bin: wie stabil ist denn der charakte pychisch?

Fazit: mach es von charakter der Protagonisten abhängig.


Ob nun a oder b hängt von dir ab.
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Beitrag #4, verfasst am 06.07.2010 - 16:48
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zuletzt bearbeitet am 06.07.2010 - 17:35
Obwohl ich solche Szenen äußerst ungerne lesen würde, tust du glaube ich mit einer oberflächlichen, allgemeinen Beschreibung niemandem einen Gefallen, da das dann in Gefahr läuft zu wirken, als hättest du es aus irgendeinem Bericht abgeschrieben.

Aus welcher Perspektive schreibst du denn? Wenn es die erste Person und Rückblende ist, kannst du es bestimmt hinbekommen, den Erzähler Andeutungen und Schlaglichter geben zu lassen, da er es nicht über sich bringt daran genauer zurückzudenken.
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Beitrag #5, verfasst am 06.07.2010 - 17:03
Ich habe so etwas gerade selbst hinter mir. Ich habe es so gehalten, dass ich diese Szene sehr detailliert beschrieben habe, aber mit einem starken Fokus auf das, was diese Eindrücke mit dem Protagonisten machen. Ich wollte, dass die Leute am Ende der betreffenden Kapitel denken, dass es nichts auf der Welt gibt, was dieses Grauen rechtfertigt.
Damit bin ich gut gefahren, glaube ich. Jedenfalls hat hinterher keiner geschrieben: "Oh, geil, Krieg, Splatter, Blut, mehr davon."
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Beitrag #6, verfasst am 07.07.2010 - 14:49
Danke für eure Ideen. :-)

Also wenn mir ein Reviewer so etwas schreiben würde, wie du als Bsp. genannt hast, Devlish, dem würde ich eine gesalzene Antwort verpassen und dann wohl nie mehr von ihm hören. Okay, nachtrauern würde ich ihm bestimmt nicht.

Aber um mal beim Thema zu bleiben, ich werde die Szene lassen, wie sie im Moment ist. Brutal, mit Details versehen, aber nicht ekelerregend, dass es ein AVL-Rating erfordern würde. Natürlich ist jeder Leser in seinem pers. Empfinden da unterschiedlich, aber wer auf eine an sich schon als P18 geratete Story klickt, sollte sich denken können, dass der Autor nicht über Bienen und Blümen schreibt.

@Rune: mein Hauptchara erzählt seinem Freund von dem Einsatz, der bereits mehrere Jahre her ist, aber allein schon die Erinnerung bringt ihn später dazu, sich zu übergeben, weil er damit einfach noch immer nicht klarkommt. Wie es vielen Soldaten geht, die aus dem Krieg nach Hause kommen. Und wer kann besser ins Detail gehen, als ein Soldat, der mittendrin war?

Meine Testleserin findet die Szene übrigens ganz schön hart, wobei sie zu den Menschen gehört, die zartbesaitet sind. Jemand anderes gähnt beim Lesen vielleicht - ich werde es sehen, wenn es soweit ist.
 
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