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Beitrag #26, verfasst am 26.08.2010 - 14:26
@ Vistin:
Beschreibungen bei FFs oder bei OFs? Da mache ich einen großen Unterschied ;) Immerhin sind bei FFs die Handlungsorte und -personen deutlich bekannter als bei OFs ;)

Wenn Fragen auftauchen, die sich später noch klären lassen, baue ich das dann ein. Manchmal lasse ich meine Leser auch bewusst im Dunkeln tappen und löse manche Zusammenhänge erst viel später auf.
Was ich als OP lese, bekommt nur in den seltensten Fällen ein Review

Freundlicher, höflicher Umgang ist erwünscht. Wenn nicht, kann ich ebenfalls bissig werden.
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zuojenn
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Beitrag #27, verfasst am 26.08.2010 - 14:34
Vistin schrieb:
Würdet ihr die Meinung von Lesern als "Beta-Meinung" gelten lassen? Was ist, wenn mitten drin mehrere Leute über das selbe meckern, ändert ihr es, oder würdet ihr es tun, sofern es noch nicht vorgekommen ist? Und wenn ja, wo wären die Grenzen oder welche Bedingungen müssten erfüllt sein?

edit: Ich unterscheide hier zwischen Beta= Meinung vor Veröffentlichung und Leser= Meinung nach Veröffentlichung

Und ich meine nicht Rechtschreib/Ausdruckfehler, ich meine Zusammenhänge oder Beschreibungen.


Wenn jemand etwas anmerkt, denke ich darüber nach. Dabei ist mir ziemlich egal, ob das persönliche Meinung, gefundener Patzer, mangelnde oder zu ausschweifende Beschreibung oder sonstiges ist. Ich denke über alles erstmal nach, was die Leser mich wissen lassen, egal ob Lob oder Kritik.
Das heißt aber nicht, dass ich es in jedem Fall abändere - allen kann man's nie rechtmachen und schlussendlich muss da exakt das stehen, was ich da stehenhaben will. Ist schließlich keine Mitmach-Geschichte ;-)
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Beitrag #28, verfasst am 26.08.2010 - 14:52
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zuletzt bearbeitet am 26.08.2010 - 14:54
@B-chan: Ich glaube ich mache da keinen Großen Unterschied, bei FFs kann die Kritik expliziter sein, also aussagen "Das ist im Original aber anders" bei einer OF kann die Kritik subtiler kommen, aus der eigenen Geschichte heraus, z.B. "Charakter XY würde doch nie in ein Bordel gehen, der weiß doch nicht mal wo er eins finden würde"

@zuojenn: Ich spreche nicht von Mitmach-Geschichten-Mentalität, das der Autor der Autor ist, ist klar. Aber es gibt ja die Hemmschwelle: Mist, ist schon seit mehr als einer Woche Online. Wann wird die von Kritik überwunden? (Wobei das doch langsam vom Thema abweicht.)

Wenn eine Beta meint: "Du, das du die Szene da im Bordel spielen lassen willst passt echt nicht."
Man denkt drüber nach und sagt, OK, machen wir eine verrauchte Kneipe daraus, in der halt auch ein paar Nutten rumsitzen. Das ist ein ernster Einschnitt in die Geschichte, aber in der Überarbeitungsphase mit dem Beta macht man das durchaus noch.

Wenn die Geschichte aber online ist, man selbst vielleicht sogar schon zwei, drei Kapitel weiter geschrieben hat und dann merkt man, Mist: irgendwie häuft sich der Einwand, dass das mit dem Bordel nicht passt ...

So eine Situation meine ich, wo sind dann die Grenzen um zu sagen, ich ändere auch etwas was online ist.

Weil in genau solche Situationen kann man geraten, wenn der Beta nicht weiß wohin die Reise geht. Wenn es dann doch total wichtig ist, dass es ein Bordel ist, man den Charakter aber so angelegt hat, dass er da wirklich nicht "hinfinden" würde. Ansonsten kann der Charakter ja völlig schlüssig und gut sein, nur halt kein Bordelgänger. Und ich glaube nicht das ein unvorbereiteter Beta soetwas im Voraus absehen kann.
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Beitrag #29, verfasst am 26.08.2010 - 14:54
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zuletzt bearbeitet am 26.08.2010 - 14:58
Vistin schrieb:
Würdet ihr die Meinung von Lesern als "Beta-Meinung" gelten lassen? Was ist, wenn mitten drin mehrere Leute über das selbe meckern, ändert ihr es, oder würdet ihr es tun, sofern es noch nicht vorgekommen ist?

Nein, die Lesermeinung ist für mich keine Beta-Meinung in dem Sinne, dass ich bemängelte Punkte sofort ändern würde. Wenn ein Leser wirklich einen Fehler entdeckt haben sollte, würde ich das natürlich ausbessern. Trotzdem ist das hier kein Wunschkonzert, bei dem man eine Geschichte auf den Geschmack der Leser (oder eines einzelnen) zuschreibt. Bei dem, was ich schreibe, denke ich mir was. Allerdings ist es bei mir noch nicht vorgekommen, dass gemeckert wurde. Es wurde höchstens mal sinngemäß geschrieben „Also, ich bin zwar kein Fan von X und Y als Paar …“ Dazu schreibe ich immer „Ich auch nicht.“ Pairing-Vorlieben sind rein subjektiv zu betrachten. Sie haben keine Auswirkung auf die Handlung. Allerdings kommen reine Pairing-Liebhaber bei mir auch gar nicht auf ihre Kosten, deswegen habe ich keine Paare im Vorfeld genannt. Sie sind, auch wenn es welche gibt, für die Handlung unwichtig.

Vistin schrieb:
edit: Ich unterscheide hier zwischen Beta= Meinung vor Veröffentlichung und Leser= Meinung nach Veröffentlichung

Und ich meine nicht Rechtschreib/Ausdruckfehler, ich meine Zusammenhänge oder Beschreibungen.

Ich höre mir die Meinung anderer gern an und denke drüber nach. Das Wichtigste ist aber, dass mir meine eigene Geschichte gefällt und ich damit zufrieden bin. Ich bin beispielsweise ein Freund von Details. Das ist ein Punkt, den ich in anderen Geschichten fast immer vermisse. Ich lasse es mir nicht nehmen, meine Liebe für Kleinigkeiten auszuleben, falls jemand der Meinung sein sollte, ich würde für seinen Geschmack zu detailreich schreiben. Ich hoffe, man versteht, was ich meine. Beschreibungen gehören in dem Fall wohl zum Stil eines Autors, während mit Zusammenhängen die Handlungsabläufe – der Plot – gemeint sind. Da hätte ich bei Unstimmigkeiten natürlich ein offenes Ohr.

Edit

Vistin schrieb:
Weil in genau solche Situationen kann man geraten, wenn der Beta nicht weiß wohin die Reise geht.

Bei manch einer Geschichte hat man das Gefühl, dass nicht mal der Autor weiß, wohin die Reise gehen soll. Um solchen Schwierigkeiten vorzubeugen, müsste man eine Geschichte fertig haben, bevor man mit dem hochladen beginnt und das machen nur wenige.
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Beitrag #30, verfasst am 26.08.2010 - 15:05
Ich verzichte meist auf einen Betaleser.

Auch, weil ich mir ungern in die Karten schauen lassen möchte. Und das nicht, weil ich vielleicht Sorge habe, dass irgendjemand die Idee kopiert oder abändert, sondern weil ich meistens parallel zur Entstehung hochlade.
Das heißt, ich könnte dem Betaleser immer nur häppchenweise die Geschichte präsentieren, was für mich als Autor ideal wäre, - da ich so schon mal "antesten" kann, wie es sich mit der Spannung verhält, aber für den Betaleser selbst ist es sicherlich ein mächtiger Arbeitsaufwand im Dunklen zu tappen und gleichzeitig sinnvolle Kritik zu üben.

Wenn ich mir vorstelle, dass ich jemandem als Betaleser dienen sollte und ich würde dann immer nur Stück für Stück, ohne zu wissen, wohin es gehen soll, die einzelnen Kapitel bekommen, dann würde mir die Aufgabe schwer fallen.

Ich denke, dass Betaleser, welche den Plot bereits von Anfang bis Ende kennen, größeren Einfluss auf das Werk nehmen können, als Betaleser, die nur Häppchen serviert bekommen. Diese können dann im Gegensatz dazu, wenig am "Gesamtwerk" ausrichten, weil ihnen schlicht der Überblick fehlt.
Tendenzen zu erahnen ist eine Sache, aber den Plot bis ins kleinste Detail bereits vor der Fertigstellung zu kennen, ist eine andere.

Natürlich sehe ich die Schwierigkeit, dass Betaleser, die sich auf eine vermeintlich "gute" und für sie interessante Geschichte eingelassen habe, oft enttäuscht werden können, wenn sie noch nicht genau wissen, wohin die Reise gehen soll, weil sich a) der Plot so stark verändern kann ohne ihr (Vor)wissen und sie b) oft auf eine Geduldsprobe gestellt werden, wenn die Chemie plötzlich doch nicht so stimmt, wie anfangs gedacht.



Als Autorin hätte ich also lieber einen unwissenden, aber geduldigen Betaleser, als Betaleser selbst wüsste ich allerdings lieber, wohin die Geschichte sich einmal bewegen wird.
Daher passe ich wohl weder zu der Gruppe von Autoren, die mit Betalesern arbeiten, noch wäre ich wahrscheinlich ein hilfreicher Betaleser.
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Beitrag #31, verfasst am 26.08.2010 - 16:26
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zuletzt bearbeitet am 26.08.2010 - 16:29
John Xisor schrieb:

Vistin schrieb:
Weil in genau solche Situationen kann man geraten, wenn der Beta nicht weiß wohin die Reise geht.

Bei manch einer Geschichte hat man das Gefühl, dass nicht mal der Autor weiß, wohin die Reise gehen soll. Um solchen Schwierigkeiten vorzubeugen, müsste man eine Geschichte fertig haben, bevor man mit dem hochladen beginnt und das machen nur wenige.


Hier sprachen ja viele von dem "Plan", also wissen die meisten doch zumindest grob wo es hingehen soll. Klar, der Plan kann sich ändern, aber das ist der Geschichte genauso oft förderlich wie abträglich. Indem man durch Diskussion den Plan a) gezielter fast und b) durch Zweitkontrolle strikter einhält, ist die Qualität vielleicht nicht gleich besser, aber zumindest reproduzierbarer, weil es nicht nur von dem einen guten/schlechten Tag des Autors abhängt

Um aber mal kurz zumindest meine Initialfrage selbst zu beantworten, ich habe ja keinen Mehrteiler fertig, um wirklich zu vergleichen, der einzige der fertig war, war einfach schlecht. Aber ich kenne es als Leser, ich steige oft in lange Geschichten mit merklicher Verspätung ein und lese nicht kapitelweise, sondern drucke einfach x Seiten aus, mit so viel Text wie draufpasst. Und da fallen mir ganz oft Leistungs-Hochs und Tiefs auf, die ich persönlich sehr unangenehm finde. Besonders lästig finde ich krampfhaft nachgereichte Erklärungen für Dinge die am Anfang keinen Sinn ergaben, bei denen man richtig merkt, dass sie nicht zur Handlung gehören, sondern Versuche sind, Fehler im Nachhinein auszubügeln. (edit: da würde ich eher mit dem Fehler leben können, als der ellenlangen Erklärung) Ich hatte schon Geschichten, da änderte sich der Stil zwischen Kapiteln geradezu gänzlich. Der Autor meinte es wäre Absicht, bei mir stand die Kapitelüberschrift aber mitten auf dem Blatt und ich erkannte da keinen wirklichen Sinn hinter, ich fand es nur störend. Ich breche solche Geschichten immer schnell ab und überlege ob ich dem Autor nicht einen Beta empfehlen soll.
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Beitrag #32, verfasst am 26.08.2010 - 17:08
Ich habe lange überlegt, aber nachgereichte Erklärungen sind mir beim Lesen bisher nicht aufgefallen. Jedenfalls fällt mir nichts ein. Was mir mehrmals bei anderen Geschichten aufgefallen ist, waren angeschnittene Handlungen, die später nicht mal mehr mit der Kneifzange angefasst wurden, obwohl sie interessant waren und man mit jedem Kapitel hoffte, dass sie nochmal aufgegriffen werden. Da frage ich mich häufig, ob es nur vergessen wurde oder tatsächlich so unwichtig war, dass es keine weitere Erwähnung erfahren muss.

Es gibt wenige Kapitel, bzw. eher Textpassagen, die ich düsterer verfasst habe, die von der Wortwahl und dem Ausdruck her völlig anders sind als der Rest. Zählt das unter "veränderter Stil"? In meinem Fall war es Absicht, ohne dass es wie eine Ausrede klingen soll. Ich probiere gern Neues. Und die angesprochenen Leistungs-Hochs und -Tiefs hat wohl jeder mal.
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Beitrag #33, verfasst am 26.08.2010 - 17:30
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zuletzt bearbeitet am 26.08.2010 - 17:32
Das was mir da aufgestoßen war, war ein extrem verändertes Erzähltempo. Die ersten x Kapitel waren sehr stimmungsvoll und schön beschrieben, dann kam völlig unmotiviert ein Spurt durch Zwanzig Ereignisse, bei dem man nicht einmal mehr wusste wo man war (Also vom Handlungs-Ort her) und dann wieder ruhige Beschreibungen. Mag sein dass ich es einfach nicht kapiert habe, aber aus dem Text ergab sich nicht, wieso plötzlich so eine Hetzte gemacht wurde, die Handlung veränderte sich nämlich nicht! Also kein Wechsel zwischen Station - Flucht - Station oder so. Nur die Art wie es beschrieben wurde war schlagartig anders.

Und ja, Hochs und Tiefs hat jeder, aber man sollte es dem Text nicht anmerken, dafür sind mMn auch Betas da um zu verhindern, dass etwas online kommt was nicht ausreichend gut ist und auch um dafür zu sorgen, dass der Autor sich nicht überschätzt.

Mist! Eigentlich wollte ich nicht zur Verfechterin des voll aufgeklärten Betas werden, ich mache es selbst nicht so! Aber das was du beschreibst, mit angefangenen Dingen die nicht weiterführen, auch das kann ein eingeweihter Beta vermeiden, indem ihm ggf. auffällt, dass man da zuviel plant.

Wobei ich glaube das was wirklich hilft ist nicht der Beta selbst, sondern der Akt, jemandem die Geschichte zu erklären, bevor man sie geschrieben hat, dadurch werden die Gedanken angeregt und man begreift seine eigene Idee selbst besser.
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Beitrag #34, verfasst am 26.08.2010 - 18:29
John Xisor schrieb:
...müsste man eine Geschichte fertig haben, bevor man mit dem hochladen beginnt und das machen nur wenige.


Ich mache es. Nachdem ich vor Jahren meine allererste FF "live" geschrieben und gepostet und das als relativ stressig empfunden habe, traf ich die Entscheidung, mehrteilige Geschichten nie wieder unvollendet irgendwo hochzuladen und halte mich auch daran.

Meine Beta-Hörerin (wir lesen uns unsere Sachen gegenseitig am Telefon vor) und ich sind ein prima Team, das auch dann funktioniert, wenn wir mit dem Gesamtplot/Ziel der Story mal nicht vorzeitig herausrücken wollen. Nur in seltenen Fällen schauen wir uns Textpassagen an, um gemeinsam daran zu feilen; über das laute Vorlesen fallen fast alle Fehler/Merkwürdigkeiten etc. auf.

Sicher eine eher seltene und ungewöhnliche Form des Beta"lesen"s, aber wenn man relativ ähnlich tickt und sich im Fandom über die entscheidenden Dinge wie z.B. Chara-Auslegung einig ist, klappt das sehr gut :-)
~Fantasie verleiht Flügel - Liebe und Freundschaft lenken den Flug~

"Nehmen Sie die Menschen, wie Sie sind; es gibt keine anderen." (Konrad Adenauer)

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zuojenn
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Beitrag #35, verfasst am 26.08.2010 - 20:24
Vistin schrieb:
Das was mir da aufgestoßen war, war ein extrem verändertes Erzähltempo. Die ersten x Kapitel waren sehr stimmungsvoll und schön beschrieben, dann kam völlig unmotiviert ein Spurt durch Zwanzig Ereignisse, bei dem man nicht einmal mehr wusste wo man war (Also vom Handlungs-Ort her) und dann wieder ruhige Beschreibungen. Mag sein dass ich es einfach nicht kapiert habe, aber aus dem Text ergab sich nicht, wieso plötzlich so eine Hetzte gemacht wurde, die Handlung veränderte sich nämlich nicht! Also kein Wechsel zwischen Station - Flucht - Station oder so. Nur die Art wie es beschrieben wurde war schlagartig anders.


Ich weiß was du meinst, aber ich vermute, dass die wenigsten Beta-Leser sowas bemerken, richtig einschätzen *und* es in Worte fassen können.
Das Erzähltempo ist eine der schwierigsten Komponenten beim Geschichten schreiben, weil es schließlich auch nicht permanent gleichbleiben, sondern im Idealfall leicht varieren soll (Vibrato), bestenfalls der Stimmung entsprechend, aber keinesfalls linear zur Stimmung. (Denn das würde bedeuten, langsame, ruhige Szenen in die Länge zu ziehen, was dann schnell in Langeweile mündet.)
Daran scheitern selbst geübte Autoren/ Lektoren immer wieder, das ist sehr schwer zu erkennen, ob mit oder ohne Plotwissen. Das vom Beta zu verlangen, ist zu viel verlangt.

Ich habe das in meinem ersten Roman ziemlich extrem. Eine Passage habe ich einfach sehr schnell abgehandelt, weil sie in meinen Augen nur nötig, nicht aber wirklich interessant war, und ich vermutete, dass es den Lesern auch so gehen würde, ich ihnen also mit dem Tempowechsel einen Gefallen täte. Bei den meisten war das auch der Fall, aber einige wenige haben die Passage als "unrund" angemerkt, idR. ohne erklären zu können, woran es lag.

Ob der Beta nun besser eingeweiht oder ahnungslos sein sollte, hängt immer auch an den Stärken & Schwächen des Autors. Ich brauche niemanden, der den Plot kennt, weil bei mir nicht die Gefahr besteht, dass ich unnötig abschweife. Ich bin viel zu faul, um auch nur einen einzigen Satz zu schreiben, der nicht zwingend nötig für Plot oder Atmosphäre wäre ;-)
Mir hilft ein Beta mehr, wenn ich an ihm miterlebe, was der völlig ahnungslose Leser sieht, da ich dazu neige, zu wenig zu erklären, bzw. zu früh erwarte, dass alles verstanden oder selbst geschlussfolgert wird.
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Beitrag #36, verfasst am 31.08.2010 - 23:53
Wind-up Bird schrieb:
Was mich nun sehr interessiert: Wie viel wissen eure Betaleser von euren Plots? Gebt ihr ihnen im Voraus eine grobe oder detaillierte Übersicht über die Storyentwicklung und den Ausgang? Oder arbeitet ihr lieber so, dass der Beta genauso "ahnungslos" ist wie der Leser, um eine erste Reaktion darauf zu bekommen, ob das Geschehen auch ohne vorherige Infos so wirkt, wie es soll?


Puh, das kommt drauf an. Bei meinem aktuellen Projekt hab ich zwei Betas, die beide recht gut über den Grundplot Bescheid wissen. Beide sind auch so lieb, dass sie sich mein Gejammer anhören, wenn ich nicht weiterkomme, und mir dann auch weiterhelfen.

Ich arbeite bei längeren Geschichten also sehr intensiv schon vorab mit meinem Beta (und in dem Fall mit meinen Betas) zusammen. Hat den einfachen Grund, dass ich meine Sachen immer erst fertig schreibe, bevor ich poste, und wenn mein Beta dann erst den Plot mitbekommt, ist es schwierig, etwas zu ändern, wenn etwas nicht passt. Da steigt mein Beta mir vorher schon gehörig auf die Füße.

Bei Kurzgeschichten schreib ich das Ding und schick's an meinen Beta.

Aber ich denk mal, da hat jeder Schreiberling so seine Vorlieben. Vor allem, wenn man schlechte Erfahrungen gemacht hat im Sinne von "och, könntest Du das nicht anders schreiben, weil ich fände es besser, wenn x mit z zusammen kommt". So was kann ich nicht ausstehen.
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Beitrag #37, verfasst am 01.09.2010 - 12:28
Mein Beta weiß nichts über den Plot, außer das, was man durch eine Kurzbeschreibung erfährt (also praktisch die Storywerbung). Gleichzeitig sind meine Geschichten in den meisten Fällen fertig, bevor sie mein Beta zu Gesicht bekommt - egal, ob Kurzgeschichte oder Mehrteiler. Die erste Schreibweise ist für mich allein, auch wenn ich hier und da auch mal auf kleine Unterstützungen bezüglich dem Verbinden von zwei Plotpunkten angewiesen bin. Demnach könnte man sagen, dass mein Beta eine grobe Handlungsskizze an die Hand bekommt, und der Rest ist ungewiss.

Mein größtes Problem ist weniger, dass der Plot Lücken aufweist, weil ich mir im Vorfeld sehr viele Gedanken darüber mache, oder dass da unnötige Stellen vorkommen (bei einer genauen Planung schleichen sich weniger davon ein, zumindest ist das bei mir so, wie ich finde) - es ist mehr die Tatsache, dass ich versuche, die Hintergründe unterschwellig einzubringen. Mein Beta hat nicht die Hintergrunddetails der Charaktere oder der Situationen, da ich in einigen Dialogen die Charaktere auf ein vergangenes Ereignis anspielen lasse, die jedoch nicht durch die Originale vorgegeben sind - meine Sorge ist da also, ob herauskommt, was dieses Ereignis ist (mit und ohne Vorkenntnis anderer Geschichten), was passiert ist und wer beteiligt war, etc. Kurz: Ob die Bedeutung des Ereignisses/des Details/etc. klar wird oder ob da eine weitere Erklärung von Nöten ist.


Was die Sache betrifft, etwas nach dem Veröffentlichen zu ändern... ich würde vermutlich nur Rechtschreibung/Grammatik ändern, wenn es sein muss. Einfach, weil alles andere eine Änderung von allem bedeuten würde, und wenn ich an der Stelle bin, dass ich es wirklich veröffentliche, dann ist alles soweit fertig, dass ich da nicht so eine grobe Änderung einbauen kann oder will, weil es ein Aufwand ist. Ich gehe einfach davon aus, dass es kleinere Fehler sein sollten, wenn es inzwischen mehrfach überarbeitet wurde. Zudem sollten wirklich grobe Fehler auffallen, wenn man es wirklich plant.
Und selbst wenn der Charakter eigentlich nicht für die Situation geeignet ist, heißt es nicht, dass er nicht in diese Situation geraten kann. Je nachdem, wie man es schreibt, kann auch das funktionieren.

Einen wirklich groben Fehler in der Logik hatte ich bisher nicht, deshalb kann ich auch nur danach gehen, was ich denke. Sollte wirklich ein absolutes "So kann das aber nicht gehen" auftreten, dann würde ich eventuell sogar alles noch einmal dahingehend überarbeiten. Die Frage ist nur, was es für ein Fehler ist und was genau daran problematisch ist. Wenn es etwas ist, was nur missverstanden wurde, wofür ich eine Erklärung habe o.Ä., dann würde ich selbst einen "groben" Fehler drinlassen und stattdessen versuchen, eine Erklärung einzubauen.
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