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Beitrag #26, verfasst am 21.01.2012 - 22:54
Hmm, ich denke, jeder der anfängt mit Schreiben merkt schnell, dass viel mehr dazu gehört, als dass man sich einen Plot ausdenkt. Und jemehr man sich in das Schreiben vertieft, um so mehr wird man feststellen, dass die Alltagsprache nicht allein ausreicht zum formulieren.

Ich habe damals schnell gemerkt, dass es ziemlich langweilig ist, die gleichen Worte zu verwenden. Also musste ich nachdenken, wie man das anders ausdrücken könnte. Eine Anstrengung, die sich unter dem Strich gelohnt hat.

Zum Selberschreiben eines Buches gehört aber noch viel mehr. Man möchte einen Plot haben, man möchte dann die Energie und das Glück haben, einen Verlang zu finden, der das Werk veröffentlicht!  Dazu gehört, dass man Kompromisse schließen muss, notfalls gewisse Passagen im Werk zu ändern. Dann kommt das Korrekturlesen, ehe das Werk gedruckt wird und erscheint.  Als nächste Etappe: der Verkauf.  Dazu gehört auch, dass sich der Autor seinem Puublikum stellt, den Lesern/ Interessenten. Also ist man dafür auch auch unterwegs.
Es ist keineswegs so, dass jeder FF-Autor diese Energie besitzt.

Ich habe nicht unbedingt die Zeit dafür, aber ich find, dass man seine "Spielereien" hier im Inet ganz gut ausleben kann.
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Beitrag #27, verfasst am 23.01.2012 - 17:01
Lilli schrieb:
Mich würde mal eure Meinung zum Thema interessieren.

Was glaubt ihr? Nützt das FF schreiben um für eine Kariere als Buchautor vor zu rüsten?
Sicher, nicht jeder der schreibt, wird in 20 Jahren 3 Beststeller rausbringen.
Oder seid ihr eher der Meinung, dass man sich mit dem Schreiben von Fanfics zu sehr in eine Richtung versteift? Zu sehr abdriftet und den Hang fürs reale Leben verliert?
Nun ist es ja so, dass man Storys beispeilsweise mit real existierenden Menschen nicht veröffentlichen kann, sondern die Namen ändern muss.

Glaubt ihr diese Geschichten dann ihren Reiz verloren?


Ich persönlich habe vor Jahren mit dem Schreiben von FF angefangen, - vorher waren das eher Kurzgeschichten/Comics etc., nichts, was einen relativ großen Umfang hatte.
Inzwischen bin ich dem "entwachsen" und würde auch keine FF mehr schreiben wollen, da die Rahmenbedingungen eben nicht frei wählbar, sondern durch die Originale vorbestimmt sind.

Als Schreibübung, um überhaupt zu lernen, wie man selbst mit Sprache umgeht und wie man sie letztlich gezielt einsetzen kann, sind FF allemal ausreichend. Sie haben - bei guter Umsetzung - sogar ein hohes Maß an Anspruch (bezogen auf Authentizität z.B.) und sind mehr als "nur" Schreibübung.

Ich für mich sehe mich aber längst nicht mehr in diesem Bereich und genieße es, inzwischen eigene Universen geschaffen zu haben, die mir eher entsprechen, als die anderer Autoren.
Möglicherweise fehlt mir auch das "FAN"-atische inzwischen auch ein wenig, um überhaupt eine Leidenschaft dafür zu entwickeln, fremderleuts Charaktere "zu borgen".

Wobei letzteres nicht ganz auf mich zutrifft. Ich plane mit einer befreundeten Autorin hier eine Art Spin-Off, bei dem unsere Universen zusammenfinden. Da "bediene" ich mich ja teilweise auch einer anderen Feder bzw. beleuchte ihre Figuren durch meine Sichtweise.
So schaffen wir aber gemeinsam eine Geschichte und wir lehnen sie nicht an ein großes Vorbild.

Wie solche oder auch reine FF auf dem Buchmarkt angenommen werden würden, kann ich nicht beurteilen. Ich kann nur bestätigen, dass eine "FF" mit Namen der Charaktere so nicht ohne weiteres vom Verlag angenommen wird. Ich hatte diesbezüglich schon Kontakt zu einem Verlag und da gab es schon Änderungsbedarf.
Ob man dann aber noch von einer FF sprechen kann, ist natürlich Ansichtssache.
"Mein Talent ist doch unverkennbar, oder? Wenn du das nicht siehst, bist du ein Banause. Ein dämlicher, arroganter Banause."
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Beitrag #28, verfasst am 23.01.2012 - 20:27
Also ich denke, dass es durchaus "schulen" kann, hier zu schreiben. Ich persönlich habe den Anspruch an mich selbst, mich ein wenig zu verbessern und das Schreiben hier spornt mein Durchhaltevermögen allgemein an. Ich habe nämlich noch nie eine Geschihcte vollendet, und jetzt bin ich bei meinen beiden Storys immerhin schon bei Kapitel 27! Und es geht noch viel weiter...ich schreibe hier ja sozusagen "zum Spass" und habe auch nicht den Anspruch, ein Buch zu veröffentlichen. Ich denke nämlich, ein Buch zu veröffentlichen und gar noch einen Bestseller zu landen, ist genauso schwer, wie zum Beispiel als Musiker erfolgreich zu sein. Das ist wie ein Sechser im Lotto und wieviel gute Musiker gibt es, die keinen Erfolg haben?
Natürlich wäre es mein Traum, Schriftsteller zu sein, aber das wird auch ewig einer bleiben.

Meine Storys, die ich in zwei kleinen Fandoms veröffentlicht habe, können auch ohne das jeweilige Fandom stehen, ich bräuchte nur die Namen zu ändern, aber ich denke nicht, dass sie so spektakulär sind, dass es für einen Roman reichen würde!
Aber wie gesagt, es macht Spass hier zu schreiben und natürlich auch zu lesen, denn es gibt hier wirklich einige sehr gute Geschichten, die ich auch gerne als Buch in den Händen halten würde!
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Beitrag #29, verfasst am 23.01.2012 - 21:03
Also ich schreibe einfach zum Spass. Natürlich wäre es schön, wenn man später evtl vom schreiben leben könnte, aber ich denke, dass es zwischen FanFics und "richtigen" Romanen doch einen gewaltigen Unterschied gibt und dass Romane doch anspruchsvoller zu schreiben sind.
Doch letztendlich schreibe ich nur, um mein eigenes Schreiben zu verbessern. Ich habe mit der Zeit gemerkt, dass meine Art zu schreiben sich verbessert hat und auch meine Lehrer haben mich darauf hingewiesen, doch ich denke,  wie ich oben schon gesagt habe, dass es schwierig ist, den Sprung von FF.de zu einem richtigen Verlag zu schaffen und dann auch noch 'nen Bestseller zu landen, doch wenn man richtig gut ist und dieses dann auch noch entdeckt wird, denke ich, dass es möglich sein könnte.
Wir leben alle unter dem gleichen Himmel, aber wir haben nicht alle den gleichen Horizont.
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Beitrag #30, verfasst am 24.01.2012 - 15:55
Bestsellerstatus hat ja selten was mit Talent, sondern mehr mit Vermarktung zutun ...

Eine gewisse Frau Meyer ist der beste Beweis.
"Nur wer das Unmögliche fordert wird das Mögliche erreichen, denn wer stets nur das Mögliche fordert wird überhaupt nichts erreichen."
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Beitrag #31, verfasst am 25.01.2012 - 17:33
Lilli schrieb:
Was glaubt ihr? Nützt das FF schreiben um für eine Kariere als Buchautor vor zu rüsten?

Je mehr du schreibst, desto besser wirst du. Allerdings hat das nichts mit einer Karriere als Buchautor zu tun. Dafür musst du einigermaßen gut schreiben, Kontakte und/oder Überzeugungskraft haben und den Nerv der Zeit treffen. Zumindest letzteres ist rein zufällig und beyond your control.

Lilli schrieb:
Oder seid ihr eher der Meinung, dass man sich mit dem Schreiben von Fanfics zu sehr in eine Richtung versteift? Zu sehr abdriftet und den Hang fürs reale Leben verliert?

Nein. Gut, vielleicht gibt es Menschen, bei denen das passiert ist - ich kann es mir nicht vorstellen. Allerdings frage ich mich, was das mit realem Leben zu tun hat? Man kann doch auch Fantasybücher schreiben und veröffentlichen.

Lilli schrieb:
Nun ist es ja so, dass man Storys beispeilsweise mit real existierenden Menschen nicht veröffentlichen kann, sondern die Namen ändern muss.
Glaubt ihr diese Geschichten dann ihren Reiz verloren?

Ich lese weder solche Geschichten, noch schreibe ich sie. Ich denke aber schon, dass sie ihren Reiz verlieren. Viele Fanfiktions zu reellen Personen werden sicherlich nur wegen der Person und nicht wegen der schriftstellerischen Qualität dahinter gelesen...
http://www.youtube.com/watch?v=KfvvJMRvmrM
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Beitrag #32, verfasst am 30.01.2012 - 13:32
Sharaku schrieb:


Lilli schrieb:
Nun ist es ja so, dass man Storys beispeilsweise mit real existierenden Menschen nicht veröffentlichen kann, sondern die Namen ändern muss.
Glaubt ihr diese Geschichten dann ihren Reiz verloren?

Ich lese weder solche Geschichten, noch schreibe ich sie. Ich denke aber schon, dass sie ihren Reiz verlieren. Viele Fanfiktions zu reellen Personen werden sicherlich nur wegen der Person und nicht wegen der schriftstellerischen Qualität dahinter gelesen...



Ich denke, dass man damit, wenn die Handlung wirklich interessant ist, durchaus Leute ansprechen kann.
ABER: Bevor man solche Bücher veröffentlichen und kaufen kann, geht meist eine Menge Zeit hinweg, sprich, wie denkt man als Autor über Geschehnisse, die 3 oder mehr Jahre zurückliegen? Der Mensch verändert sich und wenn ich eine Geschichte über einen Herrn Müller schreibe, anstatt dessen, aber Herr Meier agieren lasse und die Story nicht weiter verfremde, würden sich wohl beide Herren unter Umständen wiedererkennnen.
Und wenn ich als Autor damit mir eine Menge Ärger einhandle, habe ich auch nichts gekonnt.

Ich denke, man sollte sich einen Plot ausdenken, das eigene Erleben kann einfließen, muss aber nicht zwingend. Jeder hat schließlich eine andere Sicht der Dinge!!!! Und man kann ja sich durchaus mit Mitbetroffenen unterhalten, ob ein Ereignis so stattgefunden hat oder doch anders. Und wenn man dann die Story danach strickt, sollte vielleicht etwas lesbares rauskommen, was auch mehr als 1000 Leute interessiert.
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Beitrag #33, verfasst am 30.01.2012 - 19:51
Ich finde, dass Fanfictions definitiv als Vorbereitung taugen und auch gar nicht so weit vom freien Schreiben entfernt sind. Bei FFs liegt die Kunst meiner Meinung nach darin, die Charaktere gut zu treffen bzw. ihre Entwicklung glaubhaft darzustellen.
Wenn ich mit eigenen Charakteren hantiere, dann sollten diese auch einen Charakter haben, der nicht innerhalb von wenigen Seiten wechselt, mal manisch depressiv und dann plötzlich wieder völlig albern und kindisch ist (es sei denn, genau das ist beabsichtigt)
Vielleicht kann man eigene Werke als Fanfictions zu meiner Fantasie bezeichnen: Ich versuche die Charaktere zu treffen.

Ich schreibe schon seit vielen Jahren Fanfictions, eigentlich sogar häufiger als freie Arbeiten, aber mein eigener Roman ist auch fertig und wird noch dieses Jahr an einen Verlag geschickt. Wer weiß, vielleicht eignen sich FFs ja als Einstieg für meine "Karriere" ;)
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Beitrag #34, verfasst am 04.02.2012 - 02:24
Ich denke was man immer anführen kann ist das Schreiben an sich grundsätzlich erstmal die Schreibfähigkeiten verbessert, auch wenn das manchmal nur den Schreibstil und -fluss betrifft.

Die meisten Geschichten lassen sich in drei mehr oder weniger eng verknüpfte Bereiche aufteilen: Die Charaktere, den Rahmen und die Handlung.
In eigenen Geschichten muss alles von selbst entwickelt werden, zumindest in in sich geschlossenen Werken. Fortsetzungen greifen meist auf Charaktere und Rahmen (Wo, Wann und unter welchen Umständen) aus ihrem Vorgänger zurück, während Spin-Offs teilweise lediglich den Rahmen übernehmen.

Fanfiction fallen also in ähnliche Bedingungen wie Fortsetzungen, nur das eben jemand anders die Grundlagen geschaffen hat. Sie sind eine gute Übung zur Entwicklung von Handlungen, aber auch zur Fähigkeit fremde Charaktere zu übernehmen. Viele der heutigen Serienautoren haben sich um Ihre Stellen mit einem Fanfiction beworben, häufig nicht einmal zu der Serie, an der sie letztlich arbeiten würden. Das verarbeiten gegebener Grundlagen ist eine der wichtigsten Eigenschaften in ihrem Bereich. Es erklärt sich von selbst das Slash-Feste, die völlig out-of-character fallen, nicht die optimale Übung sind, dafür können diese, wenn der Autor Spass daran hat, die Lust am schreiben fördern, was auch nicht zu verachten ist.

Arbeitet man auf ein eigenes Buch hin, ist es natürlich wichtig auch die Entwicklung von Rahmen und Charakteren zu beherrschen. Dies lässt sich in eigenen (Kurz-)Geschichten trainieren, kann aber gerade für Anfänger eine gewisse Hürde darstellen, auch weil sie möglicherweise nicht die Leserschaft finden die sie sich wünschen. Das einführen eigener Charaktere in FF, oder das transferieren von bekannten Charakteren in ein eigenes Setting bietet sich also durchaus als Alternative an.

Charaktere, Rahmen und Handlungen anfangs separat zu betrachten ist in vielen Fällen sinnvoll,  da der Autor so freier Entwickeln kann ohne sich verpflichtet zu füllen jedes mal die ganze Welt einer Idee erschaffen zu müssen. Sammlungen von Bausteinen sind dann beim gestalten größerer komplexer Geschichten sehr hilfreich. Ein eigner Charakter, der in einem FF verwendet wurde, kann auch ohne weiteres in eine eigene Geschichte gebunden werden und umgekehrt.

Jedem sollte allerdings klar sein, dass man kein Autor wird um reich zu werden, auch ist Unsterblichkeit kein gutes Ziel, da es unerreichbar ist. Wenn man zwar gern Kurzgeschichten und FF schreibt, aber die Motivation ein Buch zu schreiben nur daher kommt, dass man reich und berühmt werden möchte, sollte man es lieber lassen. Wenn man als Autor anfängt das Geldverdienen in den Mittelpunkt zu stellen, legt man besser den Stift hin, sucht sich einen richtigen Job, und schreibt dann weiter.

Ich halte es eher mit Neil Gaiman:
"The world always seems brighter when you've just made something that wasn't there before." :)
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Beitrag #35, verfasst am 08.02.2012 - 01:30
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zuletzt bearbeitet am 08.02.2012 - 01:35
Ich denke, dass FanFictions definitiv eine gute Übung sein können. Für mich ist es der erste Schritt Merkmale an Prota- und Antagonisten und Parallelen zwischen ihnen wahrzunehmen. Dies kann für mich aber nur eine erfolgreiche Lernphase sein, wenn sich der Schreiber bemüht, sich wirklich richtig in die bestehenden Charaktere einzufühlen. Außerdem bieten FF's einen Platz für den kreativen Freiraum, da es sich hierbei um Geschichten als Basis handelt, die sehr umfangreich sind und man sich Vieles selbst dazu ausdenken kann (bei Harry Potter z.B. könnte man bestimmt locker einfach mal einen eigenen Zauberspruch oder ein magisches Objekt erfinden). Man darf FF's nicht unterschätzen, auch wenn sie Amateur-Geschichten sind, was ich persönlich nicht als Problem sehe.

Allerdings denke ich nicht, dass ein FF-Schreiber sich gleich auf der Karriereleiter empor klettern sehen werden. Es hilft nichts, wenn man gut schreiben kann, aber keine gute Ideen für eigene Geschichten, eigene Charaktere und Interesse am Recherchieren hat. Eine wirklich gute Geschichte reift Jahre lang, bevor sie überhaupt geschrieben wird, man darf mit einer Story nichts überstürzten, sondern muss sie erst selbst kennen lernen. Das ist auch leider das, was viele Amateur-Schreiber falsch machen.

Ich bin jemand, der lieber FanFictions schreibt, bevor ich meine eigenen Ideen preisgeben würde; ich hätte viel zu viel Angst, dass sie mir weggenommen werden und wenn sie noch nicht voll ausgereift sind, möchte sie auch noch keinem zeigen. Ich habe echt viele Ideen für eigene Geschichten und Charaktere, ich bin auch der Meinung, dass sie gut wären, wenn der Feinschliff nicht fehlen würde. Eine eigene Geschichte zu haben heißt für mich nicht gleich ein Buch schreiben, sie kann auch anders umgesetzt werden. Es wäre schon persönlich ein Wunsch meinerseits, wenn meine Ideen umgesetzt werden und sie Menschen gefallen würden. Aber ich rechne nicht damit und es ist auch nichts Dringendes, aber ein Ziel, was ich schon seit Kindesalter verfolge.
 
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