Autor
Beitrag
Beiträge: 684
Rang: Broschürenschreiber
•  
Beitrag #1, verfasst am 16.10.2008 - 15:25
Als Gegenstück zum Bevorzugte Szenen-Thread: Welche Szenen schreibt ihr am wenigsten gern, womit tut ihr euch am schwersten?

Bei mir sind es zum einen Schlachtszenen - ich krieg das einfach nicht hin. Zum einen langweilen sie mich schon beim Lesen, zum anderen fehlt mir wohl das nötige taktische Verständnis. Von daher versuche ich, so etwas nach Möglichkeit zu vermeiden (Kämpfe in kleinerem Maßstab gibts, aber eine Nacherzählung der Völkerschlacht bei Leipzig wird man wohl nie in einer meiner Storys finden)

Und zum anderen Liebesszenen. Wie schreibt man sowas gescheit, ohne das es grauenvoll kitschig wird? Wie es nichtgemacht werden sollte, da gibts ja nun ausreichend Beispiele...
Da nutze ich dann schon gerne mal das Werkzeug "Ausblendung".
Elfen müssen nie aufs Klo!
(c) Vorian Atreides
Mitglied im Club der durchgeknallten Musen - Ley'tin, die Möchtegern-Na'vi-Muse
Beiträge: 1913
Rang: Hobbyautor
•  
Beitrag #2, verfasst am 16.10.2008 - 16:05
Schlachtszenen finde ich auch sehr schwer zu schreiben. Wie stellt man eine Schlacht dar? (ich weiß nur, dass man Feinde bergauf angreifen lassen sollte, und dass Napoleon darum bei Waterloo verloren haben soll).
Da komme ich ein wenig ins Schwitzen. Soll ja auch einigermaßen glaubhaft sein.

Probleme hätte ich auch, eine richtige Rammelszene zu schreiben, so mit allem drum und dran. Deshalb lasse ich das besser und überlasse einen Teil auch der Fantasie des Lesers. (Ich denke auch, dass ältere Leser, die bereits langjährige Partnerschaften haben, das nicht mehr sooo interessant zum Lesen finden. Und die jüngeren, die noch nicht alles wissen, brauchen es nicht von mir zu erfahren).
Beiträge: 1486
Rang: Sensationsreporter
•  
Beitrag #3, verfasst am 16.10.2008 - 16:09
  •  
zuletzt bearbeitet am 16.10.2008 - 16:10
Ich schreibe ungern Szenen, für die ich schon im Vorfeld recherchieren muss.

Wenn jemand verletzt wird, dann muss ich genau wissen, zu was er mit der Verletzung noch in der Lage sein wird und ob er sie überhaupt überleben kann...ich kann nicht einfach denken "Gut, ich schreibe das einfach irgendwie und überarbeite es dann später", denn wenn ich später feststelle, dass der Charakter gar nicht überleben kann, dann habe ich ein Problem.

Bisher habe ich immer eine ganze Weile recherchiert, bin zu keinem Ergebnis gekommen und habe dann einfach angenommen, dass es so ist, wie es mir am besten in die Geschichte passt. Professionell ist das natürlich nicht.

Darüber hinaus geht mir bei der Recherchearbeit oft die Motivation zum Weiterschreiben verloren.
Beiträge: 1638
Rang: Blogger
•  
Beitrag #4, verfasst am 16.10.2008 - 17:41
Sionon Klingensang schrieb:
ich kann nicht einfach denken "Gut, ich schreibe das einfach irgendwie und überarbeite es dann später", denn wenn ich später feststelle, dass der Charakter gar nicht überleben kann, dann habe ich ein Problem.

Hat mich noch nie gestört. Ich schreibe erst vor, und beachte dabei die Fakten nicht unbedingt. Und da ich bei der zweiten Fassung sowieso immer ziemlich viel ändere, stört mich sowas auch nicht sonderlich. Bei der ersten Fassung ist mir erstmal nur das Grundgerüst wichtig, von dem aus ich weiterarbeiten kann.

Szenen die ich nicht schreiben mag: Sexszenen. Liebesszenen sind nicht unbedingt ein Problem für mich, aber Sex ... näheres dazu im entsprechenden Thread.
http://www.rodototal.de - Originale, Fanfiction, Fotos, Icons und Empfehlungen von Rodo.
Beiträge: 6187
Rang: Literaturgott
•  
Beitrag #5, verfasst am 16.10.2008 - 17:52
Sterbeszenen. Ich bin ein Weichei. Außerdem besteht auch bei denen die Gefahr, dass es zu kitschig oder unrealistisch wird.
Über Streit schreibe ich eigentlich auch ungerne, kenne aber den Grund nicht.
Hmmm... Schlachtenszenen... Allzu detailreich finde ich sie sowieso langweilig, und ob ich sie gerne oder ungerne schreibe, hängt vom Genre ab.
Destiny comes to those who listen and fate finds the rest.
Beiträge: 911
Rang: Kolumnenschreiber
•  
Beitrag #6, verfasst am 18.10.2008 - 23:47
Was ich überhaupt nicht schreiben möchte, sind detaillierte Szenen in Sachen Sex und Gewalt.

In meinen Geschichten setze ich gerne auf die Vorstellungskraft meiner Leser, weniger auf das Vorkauen von Details. Für mich persönlich stellt es sich als langweilig dar, wenn ich Wort für Wort von etwas schreiben soll, was aus meiner Sicht nicht wirklich notwendig ist.

Liebesszenen sind natürlich etwas anderes, doch detaillierten Sex brauche ich in meinen Geschichten nicht wirklich. Deshalb schreibe ich es auch nicht. Genauso verhält es sich mit detaillierter Gewalt.

Andeutungen dieser Problemfelder genügen mir in der Regel. Die Leser, die das detailliert möchten, werden wohl woanders suchen müssen. Mir sind Dialoge für das Funktionieren meiner Geschichten wesentlich wichtiger als detaillierte Beschreibungen in Sachen Sex und Gewalt.
Die Verfassung hat immer Recht!
Beiträge: 21
Rang: ABC-Schütze
•  
Beitrag #7, verfasst am 20.10.2008 - 18:54
Ich hänge jetzt auch bei einem Teil meiner Fanfic, der Char hat ihre Eltern verloren und ich weiß nicht so recht wie sie reagieren soll. Ich denke es kommt zu unrealistisch rüber, wenn sie alles in sich rein frießt. Es klingt ja irgendwie komisch wenn der Char seine Gefühle nicht so zeigen kann. Ich gehöre zu den Menschen die ihre Probleme, Kummer etc nicht zeigen können. Ich kann andere trösten, aber meine Sorgen zeigen, das kann ich eben nicht.

Das was ich nicht schreiben will sind eben Liebes- und Sexszenen. Sollte es mal zu sowas kommen,  werde ich es so handhaben das ich es nur so schrieben: A und B gingen miteinander ins Bett,...  [ein jeder kann sich dann seine Gedanken machen]

Bei Schlachten habe ich auch Probleme, aber ich denke bei Kampf zwischen 2. Personen könnte ich was hiinbekommen, bin mir aber nicht sicher.
Beiträge: 159
Rang: Programmheftliebhaber
•  
Beitrag #8, verfasst am 20.10.2008 - 20:26
Die gräuslichsten Szenen für mich sind, wenn mein Charakter einen groben Fehler macht und dieser Fehler entdeckt wird...

Wahrscheinlich sträube ich mich deshalb beharrlich, so was vorkommen zu lassen...
"Was für ein Mann ist ein Mann, der nicht die Welt verbessert?" ( Balian von Ibelin)
Beiträge: 232
Rang: Spiegelleser
•  
Beitrag #9, verfasst am 20.10.2008 - 22:56
Ich tu mir besonders schwer bei der Auflösung von richtig heftigen Streitgesprächen. Das kingt bei mir schnell mal sehr hastig...

Sexszene mag ich auch nicht sehr gerne, deswegen umschreibe ich sie sehr großzügig, falls sie denn überhaupt vorkommen.

Am meisten aber hasse ich technische Dinge. Wenn man dem Leser etwas erklären muss, weil er das wahrscheinlich nicht weiß (sprich: Fachwissen) und dass aber in der Geschichte eingebaut werden muss. Klingt schnell wie aus dem Lehrbuch abgeschrieben. -_-
Ich: "Bist du ein Mann oder eine Maus?"
mein Bruder: "Naja, irgendetwas dazwischen..."
Beiträge: 911
Rang: Kolumnenschreiber
•  
Beitrag #10, verfasst am 20.10.2008 - 23:33
thatisntme schrieb:
Am meisten aber hasse ich technische Dinge. Wenn man dem Leser etwas erklären muss, weil er das wahrscheinlich nicht weiß (sprich: Fachwissen) und dass aber in der Geschichte eingebaut werden muss.


Dem Leser etwas zu erklären stellt allerdings eine Gratwanderung dar, die ich eigentlich selten beschreiten möchte.

Einerseits möchte ich dem Leser schon erklären, was ihm an Fachwissen fehlt. Andererseits werden sich einige darunter eher lieber selbst informieren.
Das Problem hierbei ist: Zu schnell klingt der Autor wie ein Besserwisser. Und Rechthaberei in den Geschichten stoßen wohl bei wenigen Lesern auf Gegenliebe.

Deswegen beschränke ich mich lieber auf Dinge, die eigentlich die meisten Leute wissen. Leser, die sich mit etwas nicht auskennen, wird es immer geben. Einzelfragen in Mails beantworte ich natürlich gerne. Allerdings von Beginn an dem Leser etwas erklären zu müssen, hat für mich immer einen Hauch von Rechthaberei...
Die Verfassung hat immer Recht!
Beiträge: 525
Rang: Graffitiwriter
•  
Beitrag #11, verfasst am 21.10.2008 - 00:34
Es gibt Wissen, das man voraussetzen kann, und Wissen, das man nicht voraussetzen kann. Was davon welches ist, ist die erste, recht schwierige Frage. Nicht vorauszusetzendes Wissen sollte man irgendwie in die Geschichte mit einarbeiten, aber wie?

Eine exkursartige, vom Erzählgeschehen losgelöste Erklärung durch den Autor kann sehr gezwungen wirken, und wenn der Leser bemerkt, dass der Autor die Passage, die er vor sich hat, nur geschrieben hat, weil er davon ausging, dass der Leser das nicht wusste, kann es der Leser, wenn er es eben doch wusste, als überflüssig und schlimmstenfalls als beleidigend betrachten. Selbst wenn man sicher davon ausgehen kann, dass der Leser die Information nicht hatte - beispielsweise wenn man in Fantasygeschichten über Magie oder die Geschichte der erfundenen Welt referiert - kann es immer noch den Erzählfluss stören. Das mindeste ist, dass man diese Exkurse oder Referate dann anbringt, wenn sie tatsächlich zum Verständnis benötigt werden - Es gibt keinen besseren Zeitpunkt, die Frage zu beantworten, als kurz nachdem sie aufgeworfen wurde. Auch wichtig: Gestaltet den Exkurs auf irgendeine Weise interessant. Man kann auch mehr Informationen geben, als für die Stelle in der Geschichte benötigt wird, solange es als ganzes interessant bleibt und den Lesefluss nicht allzusehr stört, und auf diese "nebenbei" angeführten Informationen später zurückgreifen. Krimis leben ja teilweise davon, dass man Informationen, die zur Lösung des Falles beitragen, schon früh erwähnt, wo selten einer auf sie achtgibt ;)

Oftmals aber besser ist eine Einbindung in die Geschichte, bei der der Leser also als Betrachter die Information erwerben kann - er muss sich kein Referat anhören, sondern das erzählte Geschehen "erklärt sich selbst". Da muss man Glück haben, oder aber auch ein gutes Auge für die Möglichkeiten, die man hat. Nützlich sind da Charaktere, die von ihrem Ursprung her über manche Dinge ebensowenig Bescheid wissen können wie der Leser. Notfalls - das kann aber schon unbeholfen wirken - kann man die Charaktere als vergesslich darstellen: "Wie war das noch mal mit...?" Diese Charaktere lässt man jedenfalls entweder selbst nachforschen, oder man lässt sie andere Charaktere der Geschichte fragen. Hier gilt wie bei jedem Dialog: Es muss natürlich und ungezwungen wirken, und es hilft auch, wenn die Charaktere ihre Eigenheiten bei der Erklärung einbringen. Bonuspunkte, wenn ein Charakter den Sachverhalt einseitig darstellt und ein anderer aus einem anderen Blickwinkel anders erklärt!

Das sind die zwei Hauptmöglichkeiten, die man bei der herkömmlichen Erzählweise hat. Entweder der Erzähler referiert an angemessener Stelle in der Geschichte, oder er lässt die Geschichte für sich selber sprechen, indem er den Leser die Information durch Betrachten des Geschehens zugänglich macht. Wann immer möglich, sollte man letzteres zu erreichen versuchen - "show, don't tell" - aber lieber macht man einen interessanten, kurz gehaltenen Exkurs an der richtigen Stelle als einen gekünstelten Dialog zu konstruieren - schlimm ist es, wenn plötzlich einer der Charaktere dem anderen etwas ellenlang erzählt, was der andere selbst eigentlich schon wissen müsste, immer noch schlimm ist es, wenn der Grund, aus dem der andere es nicht weiß, Schwachsinn ist.

Grundsätzlich würde ich bei der Beurteilung, ob man überhaupt eine bestimmte Sache erklären soll, sagen: Je einfacher es ist, das betreffende Fachwissen auf geschickte, nicht gekünstelt wirkende Weise zu erklären, desto eher kann man es auch machen.
Offizieller FF.de-Kritiker (tm): http://forum.fanfiktion.de/t/2108/1
Beiträge: 6187
Rang: Literaturgott
•  
Beitrag #12, verfasst am 21.10.2008 - 08:50
Gundolf schrieb:
Die gräuslichsten Szenen für mich sind, wenn mein Charakter einen groben Fehler macht und dieser Fehler entdeckt wird...

Wahrscheinlich sträube ich mich deshalb beharrlich, so was vorkommen zu lassen...


Boah, ja, das hasse ich auch. Da muss ich mich immer fremdschämen =P Ich vermeide das auch gerne deshalb =)
Destiny comes to those who listen and fate finds the rest.
Beiträge: 159
Rang: Programmheftliebhaber
•  
Beitrag #13, verfasst am 21.10.2008 - 19:27
Lillian9 schrieb:


Gundolf schrieb:
Die gräuslichsten Szenen für mich sind, wenn mein Charakter einen groben Fehler macht und dieser Fehler entdeckt wird...

Wahrscheinlich sträube ich mich deshalb beharrlich, so was vorkommen zu lassen...


Boah, ja, das hasse ich auch. Da muss ich mich immer fremdschämen =P Ich vermeide das auch gerne deshalb =)


Beruhigend, dass es anderen auch so geht.
"Was für ein Mann ist ein Mann, der nicht die Welt verbessert?" ( Balian von Ibelin)
Beiträge: 317
Rang: Kreuzworträtsler
•  
Beitrag #14, verfasst am 21.10.2008 - 23:30
Ich kann keine Storyanfänge schreiben.
...Meine Geschichten fangen meistens irgendwo an, und wenn ich plötzlich eine Idee habe, schreibe ich den Anfang auf. Was immer wieder dazu führt, dass die ersten zwei-drei Absätze in einem völlig anderen Stil sind, als der Rest.
They'll kill us ... and ... you know, stuff like that

War can't hurt us. It only hurts the soldiers...
Beiträge: 3
Rang: Analphabet
•  
Beitrag #15, verfasst am 22.10.2008 - 18:43
Auch mal meinen Senf dazugeben will:

Liebes- und Kussszenen sind das Schlimmste. Nicht, das ich so was noch nie erlebt hätte oder gefühlskalt bin. Aber ich kann mir schon keine Küsse im Fernsehen anschauen. Dann noch darüber schreiben zu müssen - greul.

Das andere ist das Ende. Entweder kommen mir immer neue Ideen und die Geschichte wird immer länger (und oft auch schlechter) oder das Ende klingt so, als ob ich keine Lust mehr gehabt hätte, weiter zu schreiben (obwohl es nie so ist). So etwas dazwischen bekomme ich selten hin.

lg
BG
DA KOMMT NOCH ETWAS SINNVOLLES - IRGENDWANN
Beiträge: 5
Rang: Bilderbuchbetrachter
•  
Beitrag #16, verfasst am 23.10.2008 - 01:12
  •  
zuletzt bearbeitet am 23.10.2008 - 01:13
@ Varis: Kennst du die Bücher von Walter Moers. Für den Geschichtenanfang empfehle ich dir "Die Stadt der träumenden Bücher". Darin wird die Haupfigur Hildegunst von Mythenmetz beschrieben, wie sie zum größten Dichter Zamoniens wurde. Unter anderem wurde dort auch die Frage geklärt wie man eine Geschichte anfängt^^ Die Lösung ist erschreckend einfach

Ich schreibe aber auch nicht gerne Anfänge. Ich hab bei meiner Geschichte ein Kapitel, das ich als erstes geplant hatte. Nur leider ist mir aufgefallen, dass ich noch wenigstens zwei weitere vorher brauche damit man die Situationen und Konstellationen, die sich später noch ergeben, versteht.... das hasse ich am schreiben ;-)

Lg Jack
Fighting for freedom is like fucking for virginity.
Beiträge: 317
Rang: Kreuzworträtsler
•  
Beitrag #17, verfasst am 23.10.2008 - 08:42
@Robinjack
Ja, ich kenne das Buch. Allerdings war es mir ziemlich ... unheimlich.
Aber danke für den Tipp. Ich geh dann mal nachsehen...
They'll kill us ... and ... you know, stuff like that

War can't hurt us. It only hurts the soldiers...
Beiträge: 11
Rang: Bilderbuchbetrachter
•  
Beitrag #18, verfasst am 23.10.2008 - 17:54
Ich persönlich kann Sexszenen einfach nicht beschreiben. Ich belasse es dabei lieber bei Andeutungen und Kussszenen(die machen widerum Spaß zu schreiben).
Und in manchen Fällen finde ich es auch schwierig ein Ende einer Ff zu schreiben. Oftmals klingt das dann abgehakt und nicht wirklich gelungen, weswegen ich Enden meistens mehreremale schreibe und überarbeite. =)
"Tonight, I got you where I want you
Closer I can tell you anything
You're the song that I sing
Tonight, let the music take us over
We fall into forever, all is right
'Cause I got you where I want you
Tonight&a
Beiträge: 439
Rang: Annoncenschreiber
•  
Beitrag #19, verfasst am 24.10.2008 - 16:55
Rowellan schrieb:

Und zum anderen Liebesszenen. Wie schreibt man sowas gescheit, ohne das es grauenvoll kitschig wird? Wie es nicht gemacht werden sollte, da gibts ja nun ausreichend Beispiele...
Da nutze ich dann schon gerne mal das Werkzeug "Ausblendung".


Zwischen den Zeilen schreiben. Helga Glaesener ist eine Meisterin da drin. Vor allem in ihren historischen Romanen ("Die Safranhändlerin", "Die Rechenkünstlerin" und die beiden bisher erschienenen Italien-Krimis mochte ich in der Hinsicht am meisten) kann man das gut beobachten. Der Teil "Liebesgeschichte" wird bei ihr meist sehr dezent und wunderbar ironisch/selbstironisch abgehandelt, aber trotzdem noch präsent genug, dass man es wahrnimmt und gerne liest.

Die meisten, die Liebesszenen falsch schreiben (wie George Lucas in "Angriff der Klonkrieger" zum Beispiel *augenroll), werden zu überschwenglich und zu dramatisch, mit zu vielen großen Gesten und großen Worten, und das wirkt dann meist aufgesetzt und/oder hölzern. Viel besser sind unterschwellige Liebeserklärungen bzw. die Charaktere handeln statt reden zu lassen. Und solche Szenen nicht unnötig auszudehnen (einmal "Ich liebe dich." pro Charakter reicht, Freunde... und ich bin sowieso ein Fan davon, Die Drei Worte gar nicht erst zu schreiben).

Und zum Thema (:D): Ich schreibe ungern Action. Das is für mich immer so Fitzelarbeit, bei denen die Bewegungsabläufe stimmen müssen, man so genau schreiben muss und immer so aufpassen muss, dass die Logik-Komponente stimmt. Action is bei mir immer nur Fleißarbeit, weil ich eher so ne Psychotante bin :D
----------
"Pain is just weakness leaving the body."
---
I will always place the mission first.
I will never accept defeat.
I will never quit.
I will never leave a fallen comrade.
Beiträge: 911
Rang: Kolumnenschreiber
•  
Beitrag #20, verfasst am 24.10.2008 - 17:44
RowenaR schrieb:
Action is bei mir immer nur Fleißarbeit, weil ich eher so ne Psychotante bin :D


Ja, Action ist auch bei mir so eine Sache... Kommt immer darauf an, aber sehr viele Actionszenen schreibe ich nicht. Erstens mag ich keine übermäßige Gewalt (und das bedingt oft Action) und zweitens finde ich, können Geschichten auch gut mit Dialogen leben (kommt natürlich auf das Genre an).
Die Verfassung hat immer Recht!
Beiträge: 2974
Rang: Autorenlegende
•  
Beitrag #21, verfasst am 24.10.2008 - 20:01
Passt jetzt nicht unbedingt zum Thema, aber was mir gerade auffällt ist, dass die meisten nicht gerne Sexszenen schreiben, bzw. schreiben können. Da verwundert es eigentlich, dass Sexszenen so einen schlechten Ruf haben, wobei sie doch mitunter am schwersten zu Papier zu bringen sind und eine gut geschriebene Sexszene (ja, so etwas gibt es^^) meiner Meinung nach Respekt verdient, gerade weil sie dem Autor so viel Mühe kosten.
Das Problem ist wohl, dass viele sich an diesen Szenen versuchen, die kein Talent haben so etwas zu beschreiben und das dann sehr schnell ins Lächerliche geht. Leider muss man auch sagen, dass der Großteil dieser Szenen auch wirklich nicht gut geschrieben ist und es wohl daran liegt, dass Sexszenen so ein schlechtes Ansehen haben.

Und jetzt noch schnell zum Thema: Also was mir am meisten Probleme bereitet, sind die weniger wichtigen Teile eines Kapitels, die zwei wichtige Handlungen miteinander verbinden und die man nicht weglassen kann, da sonst alles so Schlag auf Schlag geht und es gehetzt wirkt. Aber solche "Lückenfüller" einigermaßen interessant zu gestalten ist, meiner Meinung nach, sehr schwer. Bei mir kann das manchmal mehrere Stunden dauern, bis ich das geschrieben habe und wenn ich beim Schreiben stecke, dann auch meistens bei solchen Szenen.
Beiträge: 477
Rang: Annoncenschreiber
•  
Beitrag #22, verfasst am 25.10.2008 - 22:58
Mit den Lückenfüllen tue ich mich auch schwer, muss ich sagen. Finde sie meist eher zum Gähnen und muss mich immer sehr bemühen ihnen die gleiche Aufmerksamkeit zugeben, wie dem Rest. Aber ich merke immer mehr, sie gehören einfach wirklich dazu und so gerne ich es auch hätte, man muss sie reinschreiben, um was vernünftiges hinzubekommen.

Sexszenen? Weiß nicht, so richtig habe ich mich da noch nicht daran versucht. Weil ich es schon schwer finde Kuschelszenen zu verfassen. Aber ich denke einfach, es ist wie mit allem anderen auch, man muss dafür einfach ein Gespür haben und sich damit vorher richtig befassen.
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mohandas K. Gandhi/Die CaneConnection, Für manche Menschen steht nichts geschrieben."
Beiträge: 2974
Rang: Autorenlegende
•  
Beitrag #23, verfasst am 26.10.2008 - 01:31
Straw28 schrieb:

Sexszenen? Weiß nicht, so richtig habe ich mich da noch nicht daran versucht. Weil ich es schon schwer finde Kuschelszenen zu verfassen. Aber ich denke einfach, es ist wie mit allem anderen auch, man muss dafür einfach ein Gespür haben und sich damit vorher richtig befassen.


Recherche der anderen Art also ;)
Beiträge: 6187
Rang: Literaturgott
•  
Beitrag #24, verfasst am 26.10.2008 - 09:44
  •  
zuletzt bearbeitet am 26.10.2008 - 09:47
Moon Goddess schrieb:
Passt jetzt nicht unbedingt zum Thema, aber was mir gerade auffällt ist, dass die meisten nicht gerne Sexszenen schreiben, bzw. schreiben können. Da verwundert es eigentlich, dass Sexszenen so einen schlechten Ruf haben, wobei sie doch mitunter am schwersten zu Papier zu bringen sind und eine gut geschriebene Sexszene (ja, so etwas gibt es^^) meiner Meinung nach Respekt verdient, gerade weil sie dem Autor so viel Mühe kosten.
Das Problem ist wohl, dass viele sich an diesen Szenen versuchen, die kein Talent haben so etwas zu beschreiben und das dann sehr schnell ins Lächerliche geht. Leider muss man auch sagen, dass der Großteil dieser Szenen auch wirklich nicht gut geschrieben ist und es wohl daran liegt, dass Sexszenen so ein schlechtes Ansehen haben.


Ich frage mich auch manchmal, _wer_ im Endeffekt die Sexszenen schreibt (wenn keiner sie schreiben will), weil die Anzahl der P18- Geschichten nicht gerade... gering ist. Einen so schlechten Ruf können Sexszenen nicht haben, sonst würden nicht die P18- Geschichten die meisten Reviews bekommen. Das IST so, da gehe ich jede Wette ein. Fragt die Moderatoren.
Von dem abgesehen, klar, viele Sexszenen sind haarsträubend unrealistisch, aber wieso sollte man gerade da "nur andeuten", um es "der Fantasie des Lesers zu überlassen", aber eine Romanze braucht schon JEDE Geschichte?!? Oder ellenlange Dialoge, die man eigentlich auch nur andeuten müsste, die oft ziemlich langatmig und langweilig beschrieben sind (und nur so nebenbei genauso unrealistisch, wie die Sexszenen, denn kaum jemand ist beim Gespräch so schlagfertig, wie die Charaktere in den Filmen/Büchern, jetzt mal abgesehen von Politikern vielleicht), wo zumindest ich mir oft denke, es hätte gereicht, hätte der Autor geschrieben, dass sich A mit B über dies und das unterhält. Ja, wieso haben zumindest im _Forum_ die Sexszenen diesen schlechten Ruf? Wahrscheinlich weil es immer noch ein Tabuthema ist.
Ich brauche sie auch nicht, die Sexszenen, aber auch die Romanze nicht, die zumindest in vielen Filmen einfach scheinbar nur da ist, um auch das weibliche Publikum anzulocken...


Und zum Thema: ja, Dialoge mag ich eigentlich auch nicht besonders, ehrlich gesagt. Ich weiß, wie gesagt, selbst vom Lesen, dass sie ziemlich oft langweilig und unnütz sind. Natürlich kommt es auf das Genre an. Wenn man lessingartige Bühnenstücke schreiben will, ist es sicher angebracht, viele Dialoge zu schreiben, aber in einem Science Fiction, Horror oder Fantasy passt es (für MICH) einfach nicht, wenn die Leute stundenlang labern, über den Sinn des Lebens. Von dem abgesehen wirken in Büchern die Charaktere gleich mal zurückgeblieben, wenn sie sich so unterhalten, wie sich normale Menschen in der realen Welt unterhalten würden.
Destiny comes to those who listen and fate finds the rest.
Beiträge: 911
Rang: Kolumnenschreiber
•  
Beitrag #25, verfasst am 26.10.2008 - 15:21
Lillian9 schrieb:
Von dem abgesehen wirken in Büchern die Charaktere gleich mal zurückgeblieben, wenn sie sich so unterhalten, wie sich normale Menschen in der realen Welt unterhalten würden.


Es ist eigentlich klar, dass die Sprache natürlich zum Fandom passen muss. So würde zum Beispiel Legolas in einer Herr der Ringe-FF nicht in Jugendsprache sprechen. Dann hätte ich auch keinen Spaß mehr daran, einen Dialog zu schreiben.
Die Verfassung hat immer Recht!
 
> Nutzungsbedingungen <   > Datenschutz <   > Impressum <          v3.3-6311